Ein zweites Hallstatt?
Letztes GlückskeksIn Altaussee tut sich einiges! Der neue deutsche (!) Tourismusdirektor hat eine chinesische Delegation eingeladen, bei der es sich um die chinesische Dolmetscherin, einen Mann mit chinesisch-bayrischen ...
In Altaussee tut sich einiges! Der neue deutsche (!) Tourismusdirektor hat eine chinesische Delegation eingeladen, bei der es sich um die chinesische Dolmetscherin, einen Mann mit chinesisch-bayrischen Wurzeln und zwei Chinesen handelt. Sie werden von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit kutschiert und im hiesigen Trachtengeschäft neu eingekleidet. Das gefällt nicht jedem in Altausse. Als man erfährt, dass nach Hallstatt auch Altaussee im fernen China naturgetreu nachgebaut werden soll, kommt es zu Demonstrationen. Auch Gasperlmaier hält nichts davon, jedoch arbeitet seit kurzem seine Schwiegertochter Richelle beim Tourismusverband und deshalb möchte er sich lieber nicht zu diesem Vorhaben äußern. Außerdem sollte er auch als Polizist neutral bleiben. Lange kann sich Gasperlmaier aber nicht heraushalten, denn im Hotelpool des naheliegenden Hotels wird einer der chinesischen Gäste tot aufgefunden. Kurze Zeit später ist die Leiche jedoch verschwunden.....
Nachdem mich der elfte Band "Letztes Zuckerl" wirklich wieder sehr gut unterhalten konnte, war ich schon sehr auf den neuen Gasperlmaier gespannt. Diesmal bekommt der Franz Probleme mit einer chinesischen Delegation, denn Altaussee soll in China nachgebaut werden. Es kommt zu Demonstrationen gegen den Massentourismus und Dr. Kohlross, Manuela und Gasperlmaier haben jede Menge zu tun. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Statt Dr. Kohlross, die einige private Probleme hat, wird Gruppeninspektorin Emina Jovanovic nach Altaussee geschickt. Die sportliche und sympathische Frau ist sehr schnell eine große Hilfe, denn sie versteht es den Menschen jede Menge Informationen aus der Nase zu ziehen.
Natürlich erfahren wir auch wieder jede Menge aus dem Privatleben der Familie Gasperlmaier. Tochter Kathi und ihre Ehefrau sehen jede Menge Potential für eine gute Story rund um den Ausverkauf des Salzkammergutes und mischen wieder fleißig mit. Die Kinder von Sohn Christoph und seiner Richelle sind oft zu Gast bei Franz und Christine und Gasperlmaier ist mittlerweile ein begeisterter Opa geworden, der sogar überlegt in Frühpension zu gehen. Getrunken und gegessen wird ebenfalls wieder viel und oft.
Die Figuren entwickeln sich weiter und sind wie immer sehr lebendig gezeichnet. Lokalkolorit bekommt man hier ebenfalls jede Menge.
Herbert Dutzler gelingt es - trotz seiner humorvollen Erzählweise - immer wieder wichtige Themen anzusprechen. Neben pointierte Dialogen kommt die Kritik am Massentourismus durch, der die Grundstückspreise für die Einheimischen oft ins Unerschwingliche treibt. Umweltschutz und fehlende Arbeitskräfte im Tourismus werden ebenfalls angesprochen. Und ein typisch österreichisches Problem - die Freunderlwirtschaft - ebenfalls, denn zwischen Bauunternehmer und Bürgermeister herrscht schnell Einigkeit, wenn ein Grundstück im Grünland zu einem Baugrund umgewidmet werden soll.
Das Ende ist diesmal etwas überraschend und gibt den Leser und Leserinnen jede Menge Stoff zum Nachdenken. Mehr möchte ich dazu nicht verraten....
Fazit:
Wieder ein toller Gasperlmaier Krimi, der neben humorvollen Dialogen und einer spannenden Handlung, erneut wichtige Themen, wie hier den Massentourismus, mit einbezieht. Eine der wenigen Regionalkrimireihen, die ich noch immer mit Begeisterung lese!