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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein zweites Hallstatt?

Letztes Glückskeks
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In Altaussee tut sich einiges! Der neue deutsche (!) Tourismusdirektor hat eine chinesische Delegation eingeladen, bei der es sich um die chinesische Dolmetscherin, einen Mann mit chinesisch-bayrischen ...

In Altaussee tut sich einiges! Der neue deutsche (!) Tourismusdirektor hat eine chinesische Delegation eingeladen, bei der es sich um die chinesische Dolmetscherin, einen Mann mit chinesisch-bayrischen Wurzeln und zwei Chinesen handelt. Sie werden von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit kutschiert und im hiesigen Trachtengeschäft neu eingekleidet. Das gefällt nicht jedem in Altausse. Als man erfährt, dass nach Hallstatt auch Altaussee im fernen China naturgetreu nachgebaut werden soll, kommt es zu Demonstrationen. Auch Gasperlmaier hält nichts davon, jedoch arbeitet seit kurzem seine Schwiegertochter Richelle beim Tourismusverband und deshalb möchte er sich lieber nicht zu diesem Vorhaben äußern. Außerdem sollte er auch als Polizist neutral bleiben. Lange kann sich Gasperlmaier aber nicht heraushalten, denn im Hotelpool des naheliegenden Hotels wird einer der chinesischen Gäste tot aufgefunden. Kurze Zeit später ist die Leiche jedoch verschwunden.....

Nachdem mich der elfte Band "Letztes Zuckerl" wirklich wieder sehr gut unterhalten konnte, war ich schon sehr auf den neuen Gasperlmaier gespannt. Diesmal bekommt der Franz Probleme mit einer chinesischen Delegation, denn Altaussee soll in China nachgebaut werden. Es kommt zu Demonstrationen gegen den Massentourismus und Dr. Kohlross, Manuela und Gasperlmaier haben jede Menge zu tun. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Statt Dr. Kohlross, die einige private Probleme hat, wird Gruppeninspektorin Emina Jovanovic nach Altaussee geschickt. Die sportliche und sympathische Frau ist sehr schnell eine große Hilfe, denn sie versteht es den Menschen jede Menge Informationen aus der Nase zu ziehen.

Natürlich erfahren wir auch wieder jede Menge aus dem Privatleben der Familie Gasperlmaier. Tochter Kathi und ihre Ehefrau sehen jede Menge Potential für eine gute Story rund um den Ausverkauf des Salzkammergutes und mischen wieder fleißig mit. Die Kinder von Sohn Christoph und seiner Richelle sind oft zu Gast bei Franz und Christine und Gasperlmaier ist mittlerweile ein begeisterter Opa geworden, der sogar überlegt in Frühpension zu gehen. Getrunken und gegessen wird ebenfalls wieder viel und oft.
Die Figuren entwickeln sich weiter und sind wie immer sehr lebendig gezeichnet. Lokalkolorit bekommt man hier ebenfalls jede Menge.

Herbert Dutzler gelingt es - trotz seiner humorvollen Erzählweise - immer wieder wichtige Themen anzusprechen. Neben pointierte Dialogen kommt die Kritik am Massentourismus durch, der die Grundstückspreise für die Einheimischen oft ins Unerschwingliche treibt. Umweltschutz und fehlende Arbeitskräfte im Tourismus werden ebenfalls angesprochen. Und ein typisch österreichisches Problem - die Freunderlwirtschaft - ebenfalls, denn zwischen Bauunternehmer und Bürgermeister herrscht schnell Einigkeit, wenn ein Grundstück im Grünland zu einem Baugrund umgewidmet werden soll.

Das Ende ist diesmal etwas überraschend und gibt den Leser und Leserinnen jede Menge Stoff zum Nachdenken. Mehr möchte ich dazu nicht verraten....

Fazit:
Wieder ein toller Gasperlmaier Krimi, der neben humorvollen Dialogen und einer spannenden Handlung, erneut wichtige Themen, wie hier den Massentourismus, mit einbezieht. Eine der wenigen Regionalkrimireihen, die ich noch immer mit Begeisterung lese!

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Einsatz auf Hell Island

Last Line of Defense, Band 2 - Die Bedrohung
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Der zweite Band um die jugendlichen Agenten der Last Line of Defense führt uns diesmal auf eine kleine Insel vor Marokko, genannt "Hell Island". Und der Name ist auch Programm.
Als es von einem der besten ...

Der zweite Band um die jugendlichen Agenten der Last Line of Defense führt uns diesmal auf eine kleine Insel vor Marokko, genannt "Hell Island". Und der Name ist auch Programm.
Als es von einem der besten Leute aus Team Alpha der Last Line of Defense, der zu einem Undercover Einsatz als Kundschafter auf Hell Island geschickt wurde, plötzlich kein Lebenszeichen mehr gibt, werden unsere Agenten vom Team Omega erstmals nach ihrem erfolgreichen Einsatz in Argentinien auf eine neue Mission geschickt. Sie sollen nicht nur herausfinden, was aus ihrem verdeckten Ermittler geworden ist, sondern vor allem, was die Geheimorganisation vor hat, auf die Jayden, Erik und Lenny im ersten Teil gestoßen sind. Diese scheint auf dieser besagten "Hell Island" unter dem Decknamen MOEBIUS etwas Großes zu planen. Die Idee, die Identität von drei jugendlichen Straftätern anzunehmen, die den drei Agenten ähnlich sehen, gelingt. Jayden, Erik und Lenny werden mit dreiunddreißig anderen auf die schwer abgeschirmte Insel gebracht, wo sie versuchen ihre wahre Identität zu verschleiern und herauszufinden, was dort passiert....

Action kann Gruber und so stecken wir bald mitten drin in einem rasanten Versteckspiel, welches mich an die Seiten fesselte. Dadurch, dass wir die drei Charaktere bereits aus dem ersten Band etwas besser kennen, benötigt bei "Die Bedrohung" es keiner genaueren Vorstellung mehr. Trotzdem beginnt es, nachdem die drei jugendlichen Spione auf der Insel angekommen sind, etwas langsamer. Jayden, Eric und Lenny müssen sich mit der Umgebung und dem Programm bekannt machen und überlegen, was hier eigentlich gespielt wird und wie sie gegen die Pläne von MOEBIUS vorgehen können. Danach beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Bedrohung ist größer, als gedacht...

Es kommt wieder zu einigen atemberaubenden Verfolgungsjagden, verhängnisvollen Missionen und es gibt viele überraschende Twists. Wir haben es mit toughen Helden zu tun, die sich à la James Bond in jedes Abenteuer stürzen, um die große Gefahr, die von MOEBIUS ausgeht, zu stoppen. Dabei bleiben aber die drei jugendlichen Spione Menschen mit Ecken und Kanten.
Im April erscheint schon der dritte und letzte Band dieser Jugendspionage-Thrillerreihe. Weil das Geheimnis um Jaydens Vergangenheit diesmal nur angerissen wurde, hoffe ich, dass es im Abschlussband endlich gelöst wird.

Wer Gruber kennt weiß, dass sein Schreibstil fesselt, egal ob Thriller, Abenteuerroman für die Jugend oder Horror. Auch wenn ich wieder "nur" 4 Sterne vergebe, hat mich "Die Bedrohung" sehr gut unterhalten und ich kann die Reihe für Jugendliche, die Spannung und Action mögen, empfehlen.

Fazit:
Ein temporeicher und kurzweiliger Jugendthriller mit viel Action und Abenteuern. Die drei jugendlichen Spione bleiben trotzdem greifbar und sind sympathische Helden. Ich bin schon gespannt auf den Abschlussband und Grubers Auflösung.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Trennende Familiengeheimnisse

Das Mädchen aus Yorkshire
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Ich habe bisher alle Bücher von Lucinda Riley gelesen bis auf den Engelsbaum, den ich mir noch gerne "aufheben" möchte - höchstens Lucinda hat noch einige Manuskripte in der Schreibstischschublade, die ...

Ich habe bisher alle Bücher von Lucinda Riley gelesen bis auf den Engelsbaum, den ich mir noch gerne "aufheben" möchte - höchstens Lucinda hat noch einige Manuskripte in der Schreibstischschublade, die ihr Sohn veröffentlichen lässt. Das hört sich jetzt vielleicht etwas zynisch an, aber ich bin ihm dankbar, dass nun ihre früheren oder unvollständigen Werke überarbeitet und veröffentlicht werden.
In einem Vorwort erklärt Harry Whittaker auch, warum er dieses Erstlingswerk seiner Mutter veröffentlicht hat.

Lucinda hat diesen Roman bereits als 26jährige geschrieben und man kann ohne weiteres sagen, dass man ihr schriftstellerisches Talent bereits erkennt. "Das Mädchen von Yorkshire" hat noch nicht ganz die Wucht ihrer späteren Romane. Ich muss aber sagen, dass ich auch nicht alle ihre Romane als sehr gut bewertet habe bzw. hat keiner von mir 5 Sterne bekommen. Vor allem bei der "Sieben Schwestern" Reihe empfand ich die Bände als ein ewiges Auf und Ab.

Aber nun zur "aktuellen" Geschichte. Leah Thompson wächst als Tochter einer Haushälterin und eines pflegebedürftigen Vaters in Yorkshire auf. Sie ist schüchtern und hilft ihrer Mutter oftmals aus, wenn diese Hilfe im Haushalt der Familie Delancey benötigt. Leah hat Kontakt zu den Kindern von Rose, der Künstlerin, die das Herrenhaus gekauft hat und verliebt sich in Brett, den Cousin der Delancey Kinder. Als sie völlig unerwartet die Chance bekommt, als Model zu arbeiten, verlässt sie Yorkshire, um auf den Laufstegen in Mailand, London und New York zu brillieren. Sie gehört ab sofort zu den Top Models, doch ihre Liebe gehört noch immer Brett, auf den sie eines Tages in New York wieder trifft. Doch die Delanceys verbergen ein dunkles Geheimnis, welches in die Vergangenheit und ins Lager Treblinka in Polen führt...

Ich liebe ja Geschichte auf zwei Zeitebenen und fand dieses Familiendrama gelungen, aber auch etwas klischeehaft. Man sollte natürlich auch bedenken, dass Lucinda Riley das Buch in den Neunziger Jahren geschrieben hat und auch das Bild der Frau - verglichen zu heute - noch ein anderes ist. Trotzdem hat mir vor allem der Blick hinter die Kulissen der Haute Couture gefallen, die aufzeigt, wie gnadenlos die Modewelt ist. Manchmal war ich an Katharina Fuchs Roman "Der Traum vom Leben" erinnert, wo auch ein Mädchen vom Lande die internationalen Laufstege der Modewelt kennenlernt.
Aber auch ohne in die Welt der Haute Couture zu gelangen, kann man schnell auf die schiefe Bahn gelangen, wenn man wie Miranda, die Tochter des Hauses, Leah alles neidet und von Geld und Ruhm träumt. Ihr Schicksal war grausam. Hier werden vor allem die Themen Gewalt gegen Frauen und Alkoholismus angesprochen.

In der Vergangenheit erfahren wir mehr über das Vernichtungslager in Treblinka, Polen. Diese Szenen sind sehr bewegend erzählt. Darüber möchte ich aber nicht mehr verraten, denn man würde spoilern. Wie die Autorin die Verbindung zur Gegenwart in den Neunziger Jahren geknüpft hat, fand ich gelungen.

Die Handlung wird sehr lebendig erzählt und die Figuren sind gut gezeichnet, wenn auch manche etwas eindimensional sind. Die 624 Seiten lassen sich schnell lesen, trotz der kleinen Längen. Die Autorin schrieb schon damals sehr detailverliebt, was auch die Seitenanzahl ihrer Bücher zeigt.


Fazit:
Insgesamt eine vielschichtige Geschichte mit einigen schweren Themen, die trotz mancher Längen spannend erzählt werden. Ich habe den ersten Roman der Autorin sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Minus 22 Grad
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Da dachte ich mir doch noch vor kurzem, dass ich von einem bestimmten Autor schon lange keinen neuen Thriller mehr gelesen habe. Und prompt kommt mir das Foto von Quentin Peck bei der Lovelybooks Leserunde ...

Da dachte ich mir doch noch vor kurzem, dass ich von einem bestimmten Autor schon lange keinen neuen Thriller mehr gelesen habe. Und prompt kommt mir das Foto von Quentin Peck bei der Lovelybooks Leserunde sehr bekannt vor. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass der Autor unter einem neuen Pseudonym und bei einem neuen Verlag seinen neuen Thriller "Minus 22 Grad" veröffentlicht hat.

Laura Gehler, eine Fotografie-Studentin, ist mit ihrem Rennrad unterwegs - trotz klirrender Kälte und spät abends - als sie gezielt von einem Auto verfolgt, gerammt und anschließend entführt wird. Sie erwacht in einem Plexiglaskäfig und soll das Rätsel lösen, warum sie entführt wurde - sonst droht ihr der Tod. Laura hat nur wenige Tage Zeit um herauszufinden, dass der Grund ihrer Entführung in einer alten Schuld aus ihrer Vergangenheit liegt. Doch wem hat sie so derart geschadet?

Ihre Mutter, eine erfolgreiche Politikerin, erhält nach einigen Tagen eine Barbiepuppe mit den Sterbedaten ihrer Tochter, Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin eine Ähnlichkeit zu einem alten Fall, dem des Puppenmörders, den er in der Vergangenheit nicht abschließen konnte.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Ariane kennen, eine Zoologin, die sich nach dem Tod ihres Mannes in ein einsames Häuschen am Waldrand zurückgezogen hat. Dort trifft sie auf Tom, der beim Eislaufen am nahen Teich im Eis einbricht und dem sie das Leben rettet.

Man ist von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven in kurzen und knappen Sätzen. Dies verwirrt zu Beginn etwas, denn man erkennt keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen, denn Quentin Peck hat seinen Plot raffiniert aufgebaut.

Der Autor ist seinem Schreibstil treu geblieben, der temporeich und knackig ist. Man erkennt auch, dass er als Fernsehjournalist und -produzent arbeitet, denn es wird oftmals bildgewaltig, wenn es rauscht, knistert, tropft oder raschelt.
Überraschende Wendungen locken oftmals auf falsche Fährten und das Kopfkino rattert ununterbrochen.
Neben den Blick auf die Hauptcharaktere, entführt uns der Autor auch in die Gedankenwelt des Entführers. Zusätzlich gibt es alte Tonaufzeichnungen, die eingestreut werden.
Nach und nach erkennt man auch, dass Laura nicht wirklich die sympathische junge Frau ist, die wir zu Beginn kennenzulernen glaubten.
Manche der Figuren handeln seltsam und man kann sie nicht wirklich einordnen, was die Spannung erhöhen soll. Man rätselt, wer diese Charaktere wirklich sind, was sie verbergen und welche Geheimnisse sie haben. Obwohl der eigentliche Personenkreis nicht sehr hoch ist, sind alle verdächtig und nicht wirklich sympathisch. Manche Handlungen einzelner Figuren konnte ich nicht immer nachvollziehen und hat mir nur ein Kopf schütteln eingebracht.

Etwas überrascht hat mich, dass der ermittelnde Kommissar Lukas Johannsen sehr im Hintergrund agiert und fast zur Nebenfigur mutiert. Mir blieb er auch deswegen viel zu blass.

Das Ende lässt erahnen, dass es einen weiteren Band um Lukas Johannsen geben wird, denn der klitzekleine Cliffhanger sorgte für ein kurzes überraschendes Luft holen meinerseits und lässt auf ein weiteres spannendes Abenteuer hoffen.

Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammen führen. Die Figuren bleiben teilweise jedoch etwas blass und der Spannungsbogen fällt in der Mitte etwas ab. Der Plot ist allerdings raffiniert aufgebaut und hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Eine meiner Lieblingsreihen

Die weiße Stunde
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Ich liebe die Reihe um August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter, die Alex Beer nun endlich fortgesetzt hat. Für mich ist es ihre beste Reihe, deshalb bin ich auch immer etwas ungeduldig ...

Ich liebe die Reihe um August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter, die Alex Beer nun endlich fortgesetzt hat. Für mich ist es ihre beste Reihe, deshalb bin ich auch immer etwas ungeduldig und warte voller Vorfreude auf den nächsten Band.

Diesmal sind wir im Jahre 1923 und die politische Situation spitzt sich immer mehr zu. Die Nationalsozialisten sind immer mehr auf dem Vormarsch und die Arbeitslosigkeit steigt. Die Menschen sind desillusioniert. Die Hyperinflation treibt viele in den Selbstmord. Diejenigen, die sich in die Donau stürzen und nicht identifiziert werden können, werden im "Friedhof der Namenlosen" bestattet.

Während die Reichen und Schönen opulente Partys feiern, hungert der Rest größtenteils noch immer...auch fünf Jahre nach dem Ende des großen Krieges.
Nach einer dieser Partys wird die prominente Gesellschaftsdame Marita Hochmeister am nächsten Morgen tot aufgefunden - brutal erschlagen. August Emmerich und Ferdinand Winter bekommen den Fall, werden jedoch bald vom ehemaligen Leiter der Abteilung Leib und Leben, Heinrich Wertheim, aufgesucht. Dieser erkennt Ähnlichkeiten zu einem Fall vor zehn Jahren, den er nie lösen konnte. Es gab damals einen Verdächtigen, der jedoch plötzlich verschwunden war und dem man die Serienmorde nicht nachweisen konnte. Wertheim ist überzeugt, dass der damalige Täter wieder zugeschlagen hat.

Neben dem Kriminalfall, in den sich Wertheim immer mehr einmischt und Emmerich und Winter einreden versucht, dass sein damaliger Verdächtiger der Mörder sein muss, plagen August Emmerich auch private Probleme. Er hat endlich herausgefunden, wer sein Vater war und hat nach seinem Tod seine Villa vererbt bekommen. Diese ist jedoch in keinem guten baulichen Zustand und gehört dringend renoviert. Doch August Emmerich fehlt natürlich das Geld. Gefallen haben mir hier auch die Dialoge mit seiner Nachbarin, die nicht erfreut über den neuen Besitzer ist, und ihm immer wieder unter die Nase reibt, dass ihm die Villa nicht zusteht.
Und Kolja, Emmerichs Freund aus dem Waisenhaus und Unterweltbaron, scheint ebenfalls in Schwierigkeiten zu stecken.

Ferdinand Winter wird hingegen immer mehr von seiner Großmutter genötigt, sich endlich nach einer Ehefrau, natürlich aus Adelskreisen, umzusehen und trifft einfach hinter seinem Rücken Verabredungen. Ein Gutes hat es allerdings, denn er und Emmerich kommen so näher in die Kreise, in der die ermordete Marita verkehrte. Und schon bald gibt es auch schon die nächste Tote....

Wie immer versteht es Alex Beer großartig, die damalige Atmosphäre in Wien einzufangen. Man fühlt sich mitten drin in diesem Moloch aus verzweifelten Menschen, den Hakenkreuzlern, dem neuen Geldadel und der Unterwelt.
Die Charaktere entwickeln sich weiter und die Zusammenarbeit zwischen Emmerich und Winter wird immer besser. Gefallen hat mir auch die "Flüche-Kasse", eine Art Bußgeld für jeden Fluch, den Emmerich ausstößt.

Dieser sechste Band ist genauso spannend, wie die letzten Krimis der Reihe, jedoch hat mich diesmal die Auflösung nicht zu hundert Prozent überzeugt. Deswegen gibt es für "Die weiße Stunde" "nur" 4 Sterne. Am Ende gibt es auch noch einen fiesen Cliffhanger.

Fazit:
Alex Beer kann atmosphärisch und bringt uns das Wien der Zwanziger Jahre wieder näher. Diesmal konnte mich jedoch die Auflösung des Kriminalfalles nicht zu hundert Prozent überzeugen. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band der Reihe, der hoffentlich den Cliffhanger des sechsten Bandes (positiv) auflöst.

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