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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Lexi & Sterling: Volltreffer

Kings of Cypress Pointe - Tangled Lies
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Ich liebe, liebe, liebe den Teil der Spin-Off-Reihe! Joss und Dane konnten mich im Teil vorher leider nicht zu 100 % überzeugen, aber Lexi und Sterling? Volltreffer!

Der Prolog hat mich voll abgeholt. ...

Ich liebe, liebe, liebe den Teil der Spin-Off-Reihe! Joss und Dane konnten mich im Teil vorher leider nicht zu 100 % überzeugen, aber Lexi und Sterling? Volltreffer!

Der Prolog hat mich voll abgeholt. Ich erinnere mich an keinen Roman, der so ausdrucksstark begonnen und die Verhältnisse so klar definiert hat wie in »Tangled Lies«. Der Einstieg in die eigentliche Geschichte hat im Vergleich dann kurz gedauert, aber schon bald war ich voll im game. Lexi fand ich stellenweise etwas barsch, aber im Kontext ihrer bisherigen Erfahrungen auch nachvollziehbar. Gefallen hat mir, dass sie nicht darüber definiert wurde. Sterling hat mich krass überrascht. Anfangs noch mit dem Ruf des Fuckboys, hat er bei Lexi eine 180-Grad-Wendung hingelegt. Ich habe ihn oft als green flag wahrgenommen und als jemanden mit großem Herz.

Fake Dating mag ich generell sehr, aber hier war es besonders. Das Knistern und die Spannung zwischen Lexi und Sterling war von Anfang an greifbar, natürlich und ohne endlose Dramen oder miscommunication (das schätze ich mittlerweile sehr). Ich mochte ihren Umgang miteinander und auch wie ernste Themen integriert wurden. Und excuse me, aber nur wegen Benny, Lexis Stiefvater, hat der Teil für mich eigentlich schon gewonnen. <3

Kurzum: große Empfehlung meinerseits. Ich habe gelacht, geschmunzelt und wurde von Anfang bis zum Ende gut unterhalten. Jetzt gilt es: Kann der nächste Band mithalten? Ich bin sehr gespannt!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Fühlt sich an wie ein warmer Sonnenstrahl im Herbst

Katzentage
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»Katzentage« ist für mich das perfekte Buch für den Herbst. Trotz seiner Kürze hat es Ewald Arenz mit seinen Worten geschafft mich zu verzaubern und in eine stimmungsvolle Atmosphäre einzuhüllen.

Paula ...

»Katzentage« ist für mich das perfekte Buch für den Herbst. Trotz seiner Kürze hat es Ewald Arenz mit seinen Worten geschafft mich zu verzaubern und in eine stimmungsvolle Atmosphäre einzuhüllen.

Paula und Peter stranden aufgrund eines Bahnstreiks ungeplant in Würzburg und entscheiden sich daraufhin, die Stadt sowie Umgebung zu erkunden. Ohne Ziel, die gewonnene Zeit nutzen, um sich einfach treiben zu lassen. Keine Verpflichtungen, keine Termine. Ewald Arenz nahm mich mit auf diesen kleinen Zwischenstopp, zeigte mir gemeinsam mit Paula und Peter wunderschöne Orte. Gespickt waren seine detaillierten Beschreibungen mit fast schon poetischen Gedanken. Liebevolle Neckereien zwischen Paula und Peter haben die Ernsthaftigkeit gemildert, wirkten sogar verspielt. Beide haben sehr offen miteinander kommuniziert und mir mit ihren Worten den Herbst in all seiner Pracht beschrieben.

Die Illustrationen von Florian Bayer haben mir gut gefallen und haben das Gesamtpaket einfach abgerundet. Auch er hat ausgewählte Szenen sehr atmosphärisch und modern eingefangen.

Ich habe mich in »Katzentage« ein kleines bisschen verliebt. Das wunderschöne Herbstwochenende war auf sanfte, nachdenkliche, aber auch lockere Art beschrieben, ich konnte mühelos eintauchen, die Stimmung genießen und viele, viele Gedanken für mich mitnehmen. Jede Seite hat sich wie ein warmer, goldener Sonnenstrahl angefühlt.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Spricht aus der Seele

Geht so
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»Geht so« ist oberflächlich eine Erzählung aus dem Alltag. Nett, ohne ausschweifende Handlung. Und ich liebe es! In erster Linie wegen der vielen feinen Beobachtungen und Gedanken zu ihrer Arbeit, die ...

»Geht so« ist oberflächlich eine Erzählung aus dem Alltag. Nett, ohne ausschweifende Handlung. Und ich liebe es! In erster Linie wegen der vielen feinen Beobachtungen und Gedanken zu ihrer Arbeit, die Marisa durchweg in einem Mix aus köstlichem und bitterbösen Humor äußert.

Und der Humor - nur alleine deshalb lohnt sich das Lesen schon! Sehr trocken, sehr direkt. Sarkasmus pur. Ungefähr auf Seite 20 war ich schon hin und weg. Marisa beobachtet ihr Umfeld, während sie "Büro spielt". Sie reflektiert sich und ihre Kollegen messerscharf und äußerst klug und ist dabei so grundauf ehrlich wie abgestumpft: Leider muss sie nämlich Geld verdienen, um sich ihren Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Mittlerweile ist sie im Management einer Madrider Werbeagentur gelandet, kann sich damit nicht identifizieren und hat keinen blassen Schimmer, wie das mit ihrer Arbeitsmoral eigentlich passieren konnte. Wenigstens kann sie nun endlich ihren Arbeitstag ungestört mit Youtube, Deligieren und Angstlösern, die sie wie Smarties einwirft, verbringen.

»Geht so« spricht aus der Seele. Sind wir nicht alle etwas wie Marisa? Genervt von den übereifrigen Kollegen, gelangweilt von Problemen, die eigentlich gar keine sind, und von Meetings, für die eine E-Mail gereicht hätte. In der Tiefe zeigt »Geht so« auch die Schattenseiten der Antriebslosigkeit, was passiert, wenn die Erfüllung fehlt. Wie das Wohlbefinden darunter leidet.

Jede einzelne Seite war wirklich purer Genuss. Ich hätte gerne mehr davon gehabt, mehr von Marisa, die mit ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit stellenweise wie ein Spiegel sein kann. Und das Ende, jap, das war total überzogen und hat aber so, so gut zu Marisa gepasst. Wer den Roman nicht liest, ist selber schuld!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Bin zutiefst beeindruckt

Erdbeeren und Zigarettenqualm
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Ja, ja und ja zu »Erdbeeren und Zigarettenqualm«! Anfangs war ich skeptisch wegen des Du-Erzählers, weil mir die Art der Erzählung fremd und gewöhnungsbedürftig war. Doch schon bald war die Geschichte ...

Ja, ja und ja zu »Erdbeeren und Zigarettenqualm«! Anfangs war ich skeptisch wegen des Du-Erzählers, weil mir die Art der Erzählung fremd und gewöhnungsbedürftig war. Doch schon bald war die Geschichte genau deshalb unfassbar intensiv und gewann zunehmend an Nähe, bis es sich plötzlich wie meine eigene Geschichte angefühlt hat.

Über einige Jahre hinweg begleitet man die namenlose und junge Protagonistin auf der Suche nach ihrer Identität und beobachtet dabei, wie sie die Kontrolle und sich selbst verliert. Madeline Docherty nutzt eine ehrliche, unbeschönigte und einfache Sprache, die auf gnadenlose Weise den Strudel der Selbstzerstörung und Teilnahmslosigkeit wiedergibt, in den die Protagonistin nach und nach gerät.

Über allem schwebt die chronische Erkrankung der Protagonistin. Bis sie die Diagnose Endometriose erhält, ist sie längst Opfer falscher Behandlungen, Ignoranz, ihrer Selbstzweifel und des Leidensdrucks geworden. Madeline Docherty macht eindringlich auf die Erkrankung und deren Auswirkungen aufmerksam und verwebt im Roman die mentalen und physischen Konsequenzen mit der Erkundung der eigenen Identität und Sexualität, mit dem Erwachsenwerden, Frausein, mit Verantwortung und Beziehungen. Auch Schmerz in jeglicher Form ist allgegenwärtig. Oft stolpert die Protagonistin, wird aber jedes Mal von Ella und ihrer gemeinsamen Freundschaft aufgefangen. Bis Grenzüberschreitungen tiefe Risse in die Freundschaft treiben und die Stabilität verschwindet.

»Erdbeeren und Zigarettenqualm« ist ein eindrucksvolles und außergewöhnliches Debüt, das mich insbesondere durch seine Nähe und emotionale Verbundenheit von sich überzeugt hat. Eine ganz große Empfehlung und mit Madeline Docherty definitiv auch eine Autorin, auf deren weitere Werke ich jetzt schon sehr gespannt bin.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Spannender zweiter Teil, wenn auch...

Sie kann dich hören
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Nach dem gelungenen ersten Teil habe ich natürlich hohe Erwartungen gehabt. Ich wurde nicht enttäuscht, finde jedoch einen Aspekt an dem Thriller, den ich negativ bewerten würde.

»Sie kann dich hören« ...

Nach dem gelungenen ersten Teil habe ich natürlich hohe Erwartungen gehabt. Ich wurde nicht enttäuscht, finde jedoch einen Aspekt an dem Thriller, den ich negativ bewerten würde.

»Sie kann dich hören« habe, nein, musste ich in einem Rutsch durchlesen. Freida McFaddens Schreibstil hat einfach etwas an sich, das einnehmend ist und mich gar nicht merken lässt, dass ich schon 100 Seiten gelesen habe. Kurze Kapitel erzeugen eine gute Dynamik.

Die Handlung war gut. Viel Spannung wurde unterschwellig erzeugt und wieder einmal hat mich Freida McFadden komplett aufs Glatteis geführt. Der Aufbau aus verschiedenen Teilen und Blickwinkeln war genauso wie bereits im ersten Teil. Kann man gut oder schlecht auslegen. Ist sich Freida McFadden damit treu geblieben oder hat sie sich einfach nichts Neues einfallen lassen?

Jedenfalls befindet man sich irgendwann auf dem Höhepunkt der Spannung - und ab da geht es leider steil bergab. Ab diesem Zeitpunkt ist die Handlung so derbe an den Haaren herbeigezogen, dass ich über die Absurdität irgendwie irritiert war. Im Nachhinein wird zwar vieles erklärt und aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, mir hat es trotzdem einige Fragen nicht beantwortet.

Abgesehen davon ist »Sie kann dich hören« wieder ein absoluter Banger für mich gewesen. Bisher kann ich die Reihe nur empfehlen.

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