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Veröffentlicht am 03.07.2025

Der Wundergarten, der heilt und Segen bringt

Der Garten der kleinen Wunder
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Bei der Leseprobe hat mich der Text zu erst einmal sehr neugierig gemacht: Was steckt hinter diesen Frauen? Welches Schicksal? Was hat das alles mit dem Garten zu tun? Und wer ist dieses Mädchen am Zaun?

Bei ...

Bei der Leseprobe hat mich der Text zu erst einmal sehr neugierig gemacht: Was steckt hinter diesen Frauen? Welches Schicksal? Was hat das alles mit dem Garten zu tun? Und wer ist dieses Mädchen am Zaun?

Bei den Beschreibungen des Gartens wollte ich sofort losrennen, um diesen Wundergarten zu suchen. Wo ist er? Kann ich diese Zauberpflanzen, dieses märchenhafte Arrangement, diese tolle Atmosphäre auch erleben? Es gibt durchaus solch ähnliche Gärten in meiner näheren Umgebung zu besichtigen, gegen Eintritt und in der Gemeinschaft vieler zu betreten. Doch das ist ein käufliches Erlebnis für kurze Zeit und nicht zu vergleichen mit dem, was im Roman beschrieben wird. Die tiefe Ruhe, die Achtsamkeit, die Herstellung des seelischen Gleichgewichtes.
Also bleibt es eher mein Wunschtraum einem solchen Garten näher kommen zu dürfen.

Die Geschichte um die beiden Victorias (Vica und Toya), um Bär, Wille, Florian und Mickie ist ein schönes Leseerlebnis. Die heilende Natur, die Kraft der Pflanzen.

Doch was mich dabei störte ist das "ihr und wir". Es gibt viele schüchterne Menschen
(die stille Menschen genannt werden, oder Introvertierte, doch das ist eher so ein Fachbegriff). Es gibt schüchterne Menschen, die sich mit der Zeit zu sehr selbstbewußten Menschen entwickeln, die dann vielleicht als die Lauten bezeichnet werden, doch eher die Kraft gefunden haben sich zu behaupten. Mal sind Menschen schüchtern, still, in sich zurückgezogen. Mal sind sie laut und setzen sich massiv durch. Das Einseitige ist das einzige, was mich stört. Ihr da, wir da.
Natürlich gibt es diejenigen, die anscheinend schon immer wie Bulldozzer durch die Gegend walzen und andere umfahren. (Vielleicht etwas zu viele in den letzten Jahren). Doch wer aufmerksam sich umschaut und Blicke wechselt, findet diejenige mit dem verschmitzen und süßen Lächeln. Findet Vica, Toya, Bär, Wille.

Das Cover finde ich sehr ansprechend und rückt das Buch sofort in das Genre 'Wohlfühlbuch', durch die Farben, durch die Zeichnungen. Das richtige Buch für ein verregnetes Pfingstwochenende.

Frau Patricia Koelle – Wolken wird als bekannte Autorin bezeichnet. Für mich ist es ihr erstes Buch, was ich von ihr gelesen habe. Ich finde den Stil ganz angenehm, wenn auch manchmal leicht ausschweifig.

„Der Garten der kleinen Wunder“, Patricia Koelle – Wolken, Verlag Rowohlt

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Wiedersehen mit einer mir bekannten Region

Wilde Berge des Balkan
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Wilde Berge des Balkan, Ein Fernwander-Abenteuer der Bergfreundinnen, Antonia Schlosser, Katharina Kestler, Lina Bartelmus, Ullstein extra, Sachbuch

Klappentext und Ankündigung des Wanderbuches hören ...

Wilde Berge des Balkan, Ein Fernwander-Abenteuer der Bergfreundinnen, Antonia Schlosser, Katharina Kestler, Lina Bartelmus, Ullstein extra, Sachbuch

Klappentext und Ankündigung des Wanderbuches hören sich zuerst einmal gut an und macht neugierig. Es ist jedoch keine stille Alleinwanderung dreier Frauen, die sich durch die Wildnis schlagen müssen, sondern eine wohldurchdachte Expedition einer Wander- plus Filmgruppe von insgesamt acht Personen. Da ich bereits in der Region unterwegs war interessiert mich in erster Linie, was sie anders sehen als ich. Wobei ich auch keine Mehrtagewanderung unternommen habe, sondern lediglich Tagestouren (zu einer Zeit, wo nicht Bären oder Wölfe das größte Problem waren).

In echte Wildnis und unerschlossene Bergregionen. Dabei wollen sie Frauen treffen, deren Lebensrealität eine andere ist als die ihre (die drei Interviews sind sehr aufschlussreich und informativ, gut gemacht!). Sie machen den Dreiländer-Wanderweg „High Scardus Trail“, der durch Nordmazedonien, den Kosovo und Albanien führt. Dabei durchqueren sie sechs Nationalparks, fünf Gebirgszüge und eine Hochebene, „Little Mongolia“ genannt (nie davon gehört).

Zum Hintergrund: 'Bergfreundinnen' ist eine journalistische Produktion dreier Frauen, die gerne wandern. Das ist kein Jakobsweg mal eben loslegen auf dem Weg zu sich, sondern kalkuliertes Wandern (eigentlich sollte wandern immer gut vorbereitet sein). Doch es geht auf den Balkan! Dann war ich überrascht, dass sie versuchten in einem Sportladen in Pristina Bestandteile ihrer Tour zu kaufen. Ach ja, klar, sie sind angeflogen gekommen und Gaskartuschen darf man nicht im Flugzeug transportieren. Überrascht war ich auch über das Problem mit dem kaputten Schuh. Das ist doch eine der ersten Regeln beim Wandern, 'überprüfe gut dein Schuhwerk!'.
Interessant war auch zu erfahren, dass das Müllproblem in der Region immer noch immens ist. War schon damals so, wir sagten immer, die Blüten des Kosovos - die an den Bäumen hängenden dünnen Plastiktüten. In anderen Regionen der Welt sind sie schon viel rigoroser (ich erinnere an das Plastikverbot in Ruanda).

Während der zehn Tage erklimmen sie 10.000 Höhenmeter und legen 175 Kilometer zurück. Liest sich ganz gut, ist informativ. Obwohl ich als erfahrene Bergwanderin schon ganz andere Touren machte und meistens in sehr kleinen Gruppen, zu zweit oder höchstens zu viert.

Als Einstiegsbuch für Anfänger:innen ganz gut!

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Hervorragend! Die unerschütterliche Zuneigung von Mimo

Was ich von ihr weiß
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Jean – Bapiste Andrea, „Was ich von ihr weiß“, Luchterhand Verlag.

Der Einstieg in den Roman ist undurchsichtig. Jemand liegt auf dem Sterbebett. Gleichzeitig wird von einer geheimnisvollen Skulptur ...

Jean – Bapiste Andrea, „Was ich von ihr weiß“, Luchterhand Verlag.

Der Einstieg in den Roman ist undurchsichtig. Jemand liegt auf dem Sterbebett. Gleichzeitig wird von einer geheimnisvollen Skulptur gesprochen. Dieser Jemand wird von Mönchen betreut, die Sterberunde, sie sind bei ihm, so wie bei jedem der Brüder, aber er wurde nie ordiniert. Der Abt steigt in Keller zu einer Skulptur, die weggeschlossen wurde, über die nicht geschrieben werden durfte. Geheimnisvoll. Viele Geheimnisse.

Und dann beginnt die Geschichte des jungen Mimo. Des Ich – Erzählers. Über sein Elternhaus. Weggabe zu dem brutalen Onkel, Nicht-Onkel. Umzug nach Pietra d'Alba. Das Kennenlernen von Viola. Die großartige Landschaft, das inspirierende Umfeld. Sein Talent. Seine Freunde.
Da bereits auf der Rückseite des Buches und in der Einführung von der intensiven Beziehung zwischen zwei Menschen gesprochen wird, die eigentlich nicht sein dürfte, liegt die Vermutung nahe, dass Mimo und Viola die beiden sind. Sie eine Orsini (wer auch immer diese Orsini sind, Geld haben sie jedenfalls), er – der als Bauerntölpel bezeichnet wird. Der Roman führt durch das Italien der damaligen Zeit. Mit allen Höhen und Tiefen.

Der Roman liest sich gut. Es ist keine alltägliche Geschichte - die Geschichte des Jungen Mimo. Schlecht behandelt. Aber mit einem unglaublichen Talent.
Das Cover vom Buch entführt sofort nach Italien. Genauer in die Toskana, wo eigentlich Zypressen mehr oder weniger der Hinweis auf die Region sind. Nebel wabbert durch die morgendliche Szene. Ein herrschaftliches Haus. Dieses Cover ist sehr schön und stimmig für das Buch. Die Eindrücke von dem Buch bleiben - nachhaltig. Es ist kein Wohlfühlroman. Ein Roman, der wohl dem Bereich 'Hohe Literatur' zuzuordnen ist. Einfühlsam. Sensibel. Romantisch. Hintergründig. Aber auch anklagend. Gegen die verbohrte, einseitig denkende Gesellschaft.

Der Autor Jean-Baptiste Andrea wird hochgelobt, er erhielt sogar einen wichtigen Literaturpreis. Das Buch habe ich mit viel Genuss und tiefer Versenkung gelesen.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Romantisch mit Zwischentönen

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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„P.S. I Hate You“, Donna Marchetti, Aufbau - Verlag
Liebesroman, eine Enemies – to - Lovers Romance

Also das ist ja eine Geschichte:
Es beginnt mit einer Brieffreundschaft. Naomi in der fünften Klasse ...

„P.S. I Hate You“, Donna Marchetti, Aufbau - Verlag
Liebesroman, eine Enemies – to - Lovers Romance

Also das ist ja eine Geschichte:
Es beginnt mit einer Brieffreundschaft. Naomi in der fünften Klasse schrieb an einen Jungen namens Luca in Kalifornien. Der Brieffreund fiel ihr durch Zufall zu. Doch die Antworten von ihm sind brutal. And so it begins... Sie schmeißen sich die Dinge um die Ohren. Hört sich nach Haßmails an, doch letztendlich können sie nicht ohne, jeder wartet auf den Brief des anderen. Doch plötzlich hört Luca auf ihr zu schreiben. Und Naomi wird ein Wetterfrosch.
Da kommt wieder ein Brief und vom Stil her weiß sie, es ist er – Luca.

Sehr lustig wie aus den Jugendlichen plötzlich Erwachsene werden und aus ihrer Brief … hm, ja, was -freundschaft oder eher -feindschaft wird etwas ganz anderes.
Also der Roman fällt in den Bereich „Enemies to Lovers Romance“. Und lässt das Herz flattern.

Schnell und gut lesbar, weil man einfach wissen möchte, wie es weitergeht. Immer wieder gibt es Rückgriffe auf früher, wie sie sich früher Briefe geschickt haben und was darin stand. Auch wenn es eher Sprüche waren, wo ich mir sage, gemein, aber eben auch lustig. Und bald gehörte dieser gemeine Briefwechsel zu ihrem Leben. Nennt man wohl auch „Coming of Age“. Sie haben sich aneinander abgearbeitet. Brauchten einander. Konnten nicht ohne. Und dann hörte es plötzlich auf. Und es fehlte etwas.
Bis dann, ja, dieser Brief mit dem 'der Blitz soll dich treffen' an die neue Wetterfröschin Naomi kam. Und Anne, die Freundin, drängelte und drängelte bis Naomi sich auf die Suche nach Luca machte.

Einfach süß! Und Letztendlich sehr berührend. Hach, Luca!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Magie und dunkle Gelüste

Ever & After. Die dunkle Hochzeit
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Stella Tack, „Die dunkle Hochzeit, Ever & After 2“, Ravensburger Verlag
Nach dem ersten Band „Der Schlafende Prinz“, in dem Rain das ganze Unglück losgetreten hat, nun also der zweite Band:

Der Stil ist ...

Stella Tack, „Die dunkle Hochzeit, Ever & After 2“, Ravensburger Verlag
Nach dem ersten Band „Der Schlafende Prinz“, in dem Rain das ganze Unglück losgetreten hat, nun also der zweite Band:

Der Stil ist natürlich schon interessant. Altbekannte Märchen, so wie Schneewittchen, neu interpretiert und in die Moderne versetzt. Rain ist eigentlich ein ganz normales Girlie des 21. Jahrhunderts. Außer halt, dass sie Erbe ist von dieser Last der Familie Schneewittchen. Mit dem 'reinen Herzen' (ist mir allerdings neu, wusste das nicht). Und den schlafenden Prinzen wach küssen musste. Nun also Die dunkle Hochzeit.
Spannungsvoll geht es weiter. Jetzt kommen die geheimnisvollen Geheimnisse dran.

Es steckt so viel Schmerz, aber auch Weisheit in der Geschichte. Der Roman ist eine Mischung aus Spannung, Magie und Romantik, unterlegt mit nicht einfachen Beziehungen der Hauptfiguren. Höhenpunkte voller Gefühle reißen mit, gleichzeitig lassen grausame Erzählungen abstoßen. Die Liebesbeziehungen fühlen sich gut an.
Fantasy Fans kommen voll auf ihre Kosten!

Manche Längen haben etwas die schnelle Lesbarkeit abgehalten. Trotzdem spannend!


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