Profilbild von Lianne

Lianne

Lesejury Star
offline

Lianne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lianne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2025

Beobachtungen

Dem Mond geht es gut
0

Die Hauptfigur ist Mutter geworden und reflektiert darüber die Mutter-Tochter Konstellationen in ihrer Familie. Zwischen der Angst unsichtbar zu werden und sich selbst zu verlieren sowie der Sorge um das ...

Die Hauptfigur ist Mutter geworden und reflektiert darüber die Mutter-Tochter Konstellationen in ihrer Familie. Zwischen der Angst unsichtbar zu werden und sich selbst zu verlieren sowie der Sorge um das Wohlergehen des jungen Lebens in ihrer Verantwortung, fragt sie sich, wie es wohl bei ihr und ihrer Mutter war. Und bei ihrer Oma. An sich sind die vielen Vergleiche, die Stillen Beobachtungen und gedachten Fragen interessant und stark reflektiert, ich fand es aber nach einiger Zeit ermüdend. Es mag daran liegen, weil ich nur eine Seite kenne, keine Mutter bin sondern nur Tochter und in dem unerfüllten Wunsch andere Fragen habe. Es mag auch daran liegen, dass ich das hier gezeichnete Männerbild als schwierig und nicht zeitgemäß empfunden habe. Der Mann und der Vater - nicht einmal eine Zugehörigkeit durch das Wort „dein“ statt „der“ war für mich befremdlich. Natürlich liegt der Fokus des Werkes auf den Mutterfiguren, dennoch habe ich mich damit schwer getan. Durch das auslassen von Namen soll es zwar sinnbildlich für alle Mütter und Töchter stehen können. Mich hat das aber nicht angesprochen. Dennoch sehr sprachgewandt geschrieben, bildlich. Aber ich bin wohl nicht die ideale Zielgruppe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2025

Liebe Ost offensichtlich doch eine Option

Note to myself: Liebe ist keine Option
0

Alice erwischt ihren Freund mit einer ihrer Freundinnen in ihrer Wohnung, in ihrem Bett, auf ihrer Matratze- kurzerhand wirft sie erst die beiden Personen raus, später auch die Matratze, die promt auf ...

Alice erwischt ihren Freund mit einer ihrer Freundinnen in ihrer Wohnung, in ihrem Bett, auf ihrer Matratze- kurzerhand wirft sie erst die beiden Personen raus, später auch die Matratze, die promt auf dem liebenswürdigen Lennon landet. Obwohl sie erst einmal genug von Männern hat und keine neue Beziehung will, trifft sie sich mit Lennon. Vielleicht kann man ja erstmal nur Freunde sein.


Es ist natürlich von Anfang an klar, welchen Verlauf diese Geschichte nehmen wird und Lennon mehr als ein Freund werden wird, das ist auch gut und richtig so. Allerdings waren mir manche Wendungen und auch Themen einfach zu viel. So kommt vieles auf den Tisch, aber kaum etwas davon wird in der Tiefe dargestellt. Schüchterten Mensch (da fand ich sehr schwierig, dass Asexualität als Verhaltensgrund einfach mal in den Raum geworfen wird und dabei auch noch falsch dargestellt), Ende einer Beziehung wegen Probleme es in der Öffentlichkeit auch zu zeigen, krankes Kind, dass eine teure Operation braucht, ein Wettkampf für Geschäfte, Treffen mit dem Ex zur Verarbeitung, Spendenorganisationen und und und. Ganz besonders gestört hat mich der unerwartete Pregnancy Trope, da wünsche ich persönlich mir eine Ankündigung für (ich weiß, dass es ein persönliches Problem ist, möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es nicht für jeden einfach ist, darüber zu lesen und es auch starke Gefühle auslösen kann).

Das klingt nun alles sehr kritisch und sind für mich auch Punkte, die mir das sonst schöne Buch schwergemacht haben. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und als Setting einen Buchladen und ein Museum zu haben sind Pluspunkte, die einiges wieder rausgeholt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2025

Sternebewertungen unter der Lupe

100 Seiten sind genug
0

Natürlich ist bei dem Titel klar, dass es um 1-Sternebewertungen von bekannten literarischen Werken geht. Jedoch habe ich mir mehr eine auch wissenschaftliche Auseinandersetzung oder eine Analyse erhofft. ...

Natürlich ist bei dem Titel klar, dass es um 1-Sternebewertungen von bekannten literarischen Werken geht. Jedoch habe ich mir mehr eine auch wissenschaftliche Auseinandersetzung oder eine Analyse erhofft. Doch nach einem sehr starken Einstieg, der poetisch angehaucht das zusammenfasst, was Bewertende und Köufer von einem Buch erwarten, werden nur noch die reinen Bewertungen wiedergegeben. Das ist etwas, was ich mit minimalem Aufwand selbst herausfinden kann. Schließlich kann man bei vielen Plattformen nach den 1-Sterne Rezis filtern.

Grundsätzlich finde ich die Idee hinter dem Buch extrem gut und witzig und die ersten Seiten habe ich wirklich genossen. Immerhin sind die Aussagen witzig und auf den Punkt gebracht. Als ich sah, dass der Autor auch Slam Poet ist, musste ich wieder an den starken Einstieg denken und das ist Kunst, die ich auch auf einer Bühne feiern würde. Hier ist es nun etwas, was mich dazu bewegt, nicht nur zu dem einen Stern zu greifen, um den es so oft innerhalb des Buches geht. Davon hätte ich wirklich gerne mehr gehabt. Leider überwiegen aber die reinen Zitate (die auch genau so mit all ihren Fehlern übernommen wurden - was es auch wieder witzig macht. Jedoch fehlt mir persönlich einfach bei der reinen Wiedergabe die Eigenleistung des Autoren)

3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2025

Die Frau mit dem Ohrensessel

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst
0

Dieser kleine Ratgeber kommt wie eine Geschichte daher, ein gutes Konzept, was ich in der Form noch nicht gesehen habe.

Im Fokus steht eine Frau, die allerdings nicht weiter vorgestellt wird. Wir kennen ...

Dieser kleine Ratgeber kommt wie eine Geschichte daher, ein gutes Konzept, was ich in der Form noch nicht gesehen habe.

Im Fokus steht eine Frau, die allerdings nicht weiter vorgestellt wird. Wir kennen keinen Namen, wissen nur, dass sie mal verheiratet war, ein Kind hat (das scheinbar nicht mehr bei ihr wohnt) und einen Hund. Dank eines Ohrensessels denkt sie über einige Dinge im Leben nach, erinnert sich an alte Weisheiten der Großmutter und erlangt so ein wenig mehr Klarheit in der eigenen Gedankenwelt. Dabei werden nach jedem Kapitel die die Kernfragen noch einmal wiederholt.

Abgerundet wird es durch eine wirklich schöne Gestaltung, allerdings finde ich, dass diese etwa Überhand genommen hat. Es ist zwar schön, viele illustrierte Seiten zu haben und auch so optisch etwas durch den Text geführt zu werden, aber das Büchlein sind schon wenige Seiten, mit textlichem Inhalt sind noch viel weniger gefüllt. Und ich hatte wieder einmal (wie so oft bei Ratgebern) das Gefühl, dass von ähnlichen Lebenssituationen ausgegangen wird, aber nicht immer kompatibel für andere ist. Insofern wohl eher etwas für 50 plus, die nun ein wenig Veränderung im Alltag und Denkstruktur benötigen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2025

Lucy und Cal

A Pessimist's Guide to Love
0

Vorweg: Es handelt sich um den zweiten und finalen Teil einer Reihe, der nicht eigenständig gelesen werden kann.


Nach dem gemeinen cliffhanger am Ende des ersten Teils, war mir klar, dass ich den zweiten ...

Vorweg: Es handelt sich um den zweiten und finalen Teil einer Reihe, der nicht eigenständig gelesen werden kann.


Nach dem gemeinen cliffhanger am Ende des ersten Teils, war mir klar, dass ich den zweiten auch lesen/hören muss. Und es geht direkt nahtlos weiter. Einige Dinge und auch die Vergangenheit der beiden Hauptfiguren klärt sich.
Aber Kritikpunkte, die ich bereits am ersten Band hatte, tauchen auch hier wieder auf. Den Scham ist ein großes Thema bei Lucy, was ich nicht geschickt genug ausgearbeitet finde. Scham vor der Periode ist ein gesellschaftliches Problem. Cal hat zum Glück wunderbar reagiert, aber wie sich das Trauma bei Lucy als Jugendliche angebahnt hat, fand ich ein wenig Unglaubwürdig, dass ihre Freundin nicht erkannt hat, was da los ist. Beim ersten Teil fand ich den unsensiblen Umgang ihres Umfeldes mit ihrer Jungfräulichkeit ganz schlimm, hier ist nun ihr erstes Mal furchtbar. Da muss ich leider Kritik an die Autorin aussprechen, die sonst wirklich gefühlvoll und mitreisend schreiben kann, aber gerade bei so sensiblem Themen erhoffe ich mir (auch in Hinblick auf die Vorbildfunktion von Romanfiguren für junge Frauen) mehr Feinfühligkeit.

Für meinen Geschmack ist hier zu viel Spice auch stellenweise eher albern als romantisch und prickelnd geschrieben. Daher leider nur noch 3,5 Sterne nachdem ich beim ersten Band schon beide Augen zu dem Thema Unerfahrenheit und dem Umgang damit zugedrückt hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere