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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein dystopischer Thriller, der Seinesgleichen sucht

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Meine Meinung

Ein dystopischer Thriller, der Seinesgleichen sucht

Das romantische Cover verspricht eine Geschichte, die den Leser in Urlaubslaune versetzt. Ich sage es gleich mal vorweg: Das Cover ...

Meine Meinung

Ein dystopischer Thriller, der Seinesgleichen sucht

Das romantische Cover verspricht eine Geschichte, die den Leser in Urlaubslaune versetzt. Ich sage es gleich mal vorweg: Das Cover lügt - sowie sämtliche Protagonisten auch.

Das Worldbuilding schafft eine geheimnisvolle Atmosphäre, bei der man stets die Gefahren spürt, die im Hintergrund lauern. Der letzte bewohnbare Ort - eine griechische Insel im Mittelmeer - bietet 122 Überlebenden Schutz vor einem schwarzen Nebel, der für jedes Lebewesen den Tod bedeutet. Die Dorfbewohner scheinen auf den ersten Blick ein glückliches Leben zu führen. Jeder leistet seinen Beitrag zum Wohle der Gemeinschaft. Doch warum schlafen alle zur gleichen Zeit? Wer zum Appell nicht sein Bett erreicht hat, schläft genau da ein, wo er sich gerade befindet.

Niema Mandripilas ist Wissenschaftlererin und die gute Seele auf der Insel. Als sie tot aufgefunden wird, ist das Leben der Insulaner in Gefahr. Wenn der Mord nicht aufgeklärt wird, holt sich der schwarze Nebel die letzten Menschen.

Emory ist die Einzige, die seit jeher das Leben und die Menschen auf der Insel hinterfragt. Nach dem Tod von Niema wird sie beauftragt, den Mordfall aufzuklären. Die Zeit läuft, und der schwarze Nebel rückt immer näher …

Es ist unmöglich, dieses Buch aus der Hand zu legen, bevor man das Ende erreicht. Dieser dystopische Thriller hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen und ein Entrinnen unmöglich gemacht. Die Figuren sind unverwechselbar und haben alle einen hohen Wiedererkennungswert. Niemand weiß, ob er im Schlaf aktiv ist – außer den Wissenschaftlern. Eine KI kennt die Gedanken der Dorfbewohner und gibt ihnen Ratschläge. Doch sind es wirklich gute Ratschläge?

Fazit

Der flüssige Schreibstil und die überraschenden Wendungen machen diesen Thriller zu einem Pageturner, wie ich ihn so noch nicht geles

Ein Glossar am Anfang erleichtert die Zuordnung der Personen.

Eine klare Empfehlung von mir. Danke, Stuart Turton! Die drei Jahre zur Fertigstellung des Buches haben sich wirklich gelohnt!

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Veröffentlicht am 10.02.2025

In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein

Unsere Seelen bei Nacht
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Meine Meinung

In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein.

Diese berührende Geschichte erzählt von zwei älteren Menschen, die sich nach Zärtlichkeit und guten Gesprächen sehnen.

Die 70-jährige Witwe ...

Meine Meinung

In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein.

Diese berührende Geschichte erzählt von zwei älteren Menschen, die sich nach Zärtlichkeit und guten Gesprächen sehnen.

Die 70-jährige Witwe Addie ist mir sehr sympathisch, da ich ihren Mut bewundere. Sie bietet ihrem freundlichen Nachbarn Louis an, die Nächte in ihrem Bett zu verbringen. Der Witwer ist anfangs sehr verwundert, doch schon bald genießt er die guten Gespräche mit Addie. Denn genau das hat beiden gefehlt: körperliche Nähe und Gespräche, die die Einsamkeit der Nacht vertreiben.

Nicht alle Bewohner des kleinen Ortes Holt County in Colorado zeigten Verständnis. Dennoch erfuhren sie auch Bewunderung von einigen älteren Menschen.

Obwohl sie sich seit vielen Jahren kennen, wussten sie nichts voneinander. Die Geschichte zeigt, wie es im Leben wirklich ist. Wir machen uns ein Bild von anderen Menschen, welches unsere Wahrheit ist. Doch sehr oft liegen wir damit total falsch. Ich habe die Gespräche der beiden mit sehr viel Interesse verfolgt. Addie und Louis haben mein Herz berührt. Als dann noch Addies 6jähriger Enkel zu Besuch kam, nachdem sich dessen Eltern zerstritten haben, hätte ich Louis am liebsten in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Die Wärme, die er dem kleinen Jungen entgegenbrachte, tat ihm unheimlich gut.

Mir haben auch die Ausflüge gut gefallen, die sie zu dritt unternommen haben. Ich konnte mir die Kleinstadt Holt bildlich vorstellen. Die Umgebungen rund um den Ort laden zu Wanderungen und Campingurlauben ein.

Fazit

Zwei ältere Menschen sind auf einem guten Weg, noch einmal glücklich zu werden. Umso fassungsloser hat mich das Ende zurück gelassen.

Die Geschichte wärmt die Seele. Nur das Ende hätte ich mir anders vorgestellt und gewünscht.

Mal ganz ehrlich: Wer ist schon gerne in der Nacht allein? Egal in welchem Alter, wir alle brauchen menschliche Wärme und Berührungen.

Danke für diese schöne Geschichte.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Ein Buch, das dem Einheitsbrei ein Schnippchen schlägt

Wackelkontakt
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Meine Meinung

Ein Buch, das dem Einheitsbrei ein Schnippchen schlägt.

Diese Geschichte ist einfach nur phänomenal. Ich kannte den Autor vorher noch nicht, aber gleich das erste Buch, das ich von Wolf ...

Meine Meinung

Ein Buch, das dem Einheitsbrei ein Schnippchen schlägt.

Diese Geschichte ist einfach nur phänomenal. Ich kannte den Autor vorher noch nicht, aber gleich das erste Buch, das ich von Wolf Haas gelesen habe, hat bei mir einen sehr starken und positiven Eindruck hinterlassen.

Die Idee zu der Geschichte ist ausgesprochen interessant und so habe ich sie noch nie zuvor gelesen. Ein Buch im Buch gab es schon oft, aber die Umsetzung ist neu.

Franz Escher wirkt ziemlich unscheinbar. Der Trauerredner liebt es, Puzzles zusammenzusetzen, und pflegt darüber hinaus kaum soziale Kontakte. Nachdem er jahrelang mit einem Wackelkontakt in der Küche zu kämpfen hatte, bestellt er endlich einen Elektriker. Während der junge Mann den Wackelkontakt behebt und zuvor den Sicherungskasten ausschaltet, liest Escher im Wohnzimmer einen Roman über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo.

Im Gefängnis wartet Elio Russo auf seine Entlassung. Sein drogensüchtiger Zellengenosse schenkt ihm ein deutschsprachiges Buch – es handelt von dem Trauerredner Franz Escher, der einen Elektriker bestellt hat …

Ich will Euch nicht zu viel über dieses schmale Büchlein verraten, denn Ihr sollt den gleichen Lesegenuss erfahren wie ich.

Brilliant führt uns der Autor durch das Geschehen, und macht es dem Leser unmöglich, das Buch zur Seite zu legen. Zwei Bücher erzählen von zwei Leben, die irgendwie miteinander verbunden zu sein scheinen. Mit jeder Seite steigt die Spannung, und man bekommt eine leise Ahnung davon, welcher Sinn hinter dem Ganzen steckt. Die Puzzleteile fügen sich ineinander, und es entsteht ein geniales Gesamtbild.

Fazit
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die ein Buch lesen möchten, das dem Einheitsbrei ein Schnippchen schlägt. Die Figuren sind gut gezeichnet und wissen zu überzeugen. Die Handlung konnte mich von Anfang an fesseln, und das Ende ist ein Geniestreich. Von mir eine klare Empfehlung.

Danke Wolf Haas. Ich bin begeistert.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Wer fürchtet sich vor Jenny?

Die Besucherin
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Meine Meinung

Wer fürchtet sich vor Jenny?

Wer den Namen Joy Fielding auf einem Buchcover liest, erwartet einen Psychothriller. Für mich sind ihre Bücher das auch – selbst wenn sie als Romane deklariert ...

Meine Meinung

Wer fürchtet sich vor Jenny?

Wer den Namen Joy Fielding auf einem Buchcover liest, erwartet einen Psychothriller. Für mich sind ihre Bücher das auch – selbst wenn sie als Romane deklariert sind.

Fieldings Bücher erzählen Geschichten aus dem täglichen Leben – auf eine Weise, die spannender nicht sein könnte. In Die Besucherin nimmt uns die Autorin mit nach Florida in ein Pflegeheim. Aus der Sicht von Linda Davidson erleben wir dort mysteriöse Geschehnisse. Sie besucht fast täglich ihre beste Freundin Carol und kann nur schwer ertragen, dass Carol an Demenz leidet und sie nicht mehr erkennt.

Eine willkommene Abwechslung bietet die etwas schrullig wirkende Heimbewohnerin Jenny. Linda weiß nicht, ob sie sich vor der dementen Dame fürchten soll. Eigentlich möchte sie keinen Kontakt zu der alten Frau, die immer wieder beteuert, Menschen getötet zu haben. Dennoch fühlt sich Linda auf seltsame Weise von Jenny angezogen. Als dann noch ein Mitbewohner plötzlich verstirbt, wird Linda Jenny gegenüber misstrauischer denn je ...

Von Anfang an konnte mich die Geschichte fesseln. Besonders die 76 jährige Dame Linda weiß zu überzeugen. Man spürt ihren Schmerz um die beste Freundin, die sie an die Krankheit Alzheimer verloren hat. Zwei Jahre zuvor verlor sie ihren Ehemann, der an Krebs litt. Zudem macht sie sich um ihre Tochter Sorgen, die mit ihrem Mann bei ihr eingezogen ist. Die Ehe der beiden scheint in einer großen Krise zu stecken.

Mit jeder Seite nimmt die ruhige Geschichte an Fahrt auf. Sie kommt emotional und unberechenbar daher. Das Ende hat mich überrascht. Aber irgendwie auch wieder nicht ...

Fazit

Alltägliche Geschichten zu einem Psychothriller zu verweben, ist eine Spezialität von Joy Fielding. Eine klare Empfehlung von mir.

Danke Joy Fielding

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Eine Thematik, mit der man sich nicht befassen will

Der Buchhändler
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Meine Kurzmeinung zum Hörbuch

Eine Thematik, mit der man sich nicht befassen will

Der vierunddreißigjährige Erik kommt richtig sympathisch rüber. Natürlich steht von Anfang an die Frage im Raum, um ...


Meine Kurzmeinung zum Hörbuch

Eine Thematik, mit der man sich nicht befassen will

Der vierunddreißigjährige Erik kommt richtig sympathisch rüber. Natürlich steht von Anfang an die Frage im Raum, um welches einschneidedendes Erlebnis es sich handelt das einen Neustart im bayrischen Neukirchen erfordert hatte. Nachdem die Tochter eines seiner Freunde verschwindet, kommt man der Antwort immer näher ...

Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Die Figuren sind authentisch. Die Thematik ist für mich sehr verstörend. Näher möchte ich darauf nicht eingehen. Nur so viel: Alles hat zwei Seiten!

Ein spannender Thriller, der in aller Ausführlichkeit sich einer Thematik annimmt, der wir - verständlicherweise - einen Stempel aufdrücken.

Eine klare Empfehlung an Leser*innen die sich einem schwierigen Thema annehmen wollen und leise Töne bei einem Thriller zu schätzen wissen.

Danke Petra Johann.

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