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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein Kind im Krieg

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Anne reist zu ihrer Mutter in eine norddeutsche Kleinstadt, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Kurz vor ihrem Tod deutet ihre Mutter Hanna ein Familiengeheimnis an, von dem Anne bisher nichts wusste. ...

Anne reist zu ihrer Mutter in eine norddeutsche Kleinstadt, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Kurz vor ihrem Tod deutet ihre Mutter Hanna ein Familiengeheimnis an, von dem Anne bisher nichts wusste. Bald darauf findet sie ein Buch, das ihre Mutter geschrieben hat. 

Die kleine Hanna wächst in Westpommern in einem kleinen Dorf auf einem Bauernhof auf. Hier lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern, ihrem Großvater und ihren 2 Brüdern. Später kommt noch die kleine Rosa hinzu. Die Familie ist streng katholisch und muss sich gemeinsam mit weiteren Siedlern in der evangelischen Gegend zurechtfinden. Als der 2. Weltkrieg ausbricht, ist sie etwa acht. Der Nationalsozialismus hat schon lange Einzug ins Dorf und zum Teil auch in Hannas Familien gehalten. Während sie versucht zu verstehen, was hier eigentlich passiert, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ihre älteren Brüder ziehen teils freiwillig, teils unfreiwillig in den Krieg. Die kleine Rosa, geboren mit einer Gaumenspalte, entwickelt sich nicht so, wie normale Kinder. Als die Familie zum Ende des Krieges schließlich von der roten Armee vertrieben wird, verlieren sie die kleine Rosa auf dem Weg. Hanna gibt sich die Schuld und schweigt fortan über ihre kleine Schwester. 

Hannas Geschichte ist sehr berührend. Erzählt aus ihrer kindlichen Sicht, die vieles nicht versteht, wird die Kriegszeit sehr authentisch. Nicht nur der Nationalsozialismus, sondern auch die Religion, Sorgen um die Kinder, um die Zukunft, machen der Familie zu schaffen. 

Zeitweise zieht sich das Buch leider sehr in die Länge. Die Flucht am Ende und Annas Suche nach der verschollenen Rosa werden hingegen sehr schnell abgehandelt. Das passt nicht so gut zusammen und erweckt den Eindruck, als hätte das Buch schnell zu Ende gebracht werden müssen. Das fand ich etwas schade. Trotzdem ist die Geschichte, die zwar fiktiv, aber doch biografisch ist, sehr lesenswert. Und in der heutigen Zeit auch sehr bedrückend.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Du bist nicht allein

Der Nachbar
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Sarah ist recht frisch mit ihrer Teenager Tochter nach Berlin gezogen. Früher hat sie als Strafverteidigerin gearbeitet, aber nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Vergangenheit musste sie diesen ...

Sarah ist recht frisch mit ihrer Teenager Tochter nach Berlin gezogen. Früher hat sie als Strafverteidigerin gearbeitet, aber nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Vergangenheit musste sie diesen Job aufgeben und betreibt nun einen Kiosk. Aber sie fühlt sich wohl, genießt die Nähe zu ihrer besten Freundin und freut sich über ihr schönes Haus. Bis merkwürdige Dinge passieren und sie vermutet, dass es jemanden gibt, der sich unbefugt Zutritt zu ihrem Haus verschafft und ihre dunkelsten Geheimnisse kennt. Wer ist dieser „Nachbar“? Und was hat er vor?

Ich bin großer Fitzek Fan und so war sein neues Buch ein absolutes Muss für mich. Und auch diesmal habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen. Allerdings habe ich schon bessere Bücher von Fitzek gelesen. Hier in diesem Buch gibt es viele verschiedene Themen, die alle zwar angerissen, aber nicht intensiv betrachtet werden, wodurch die Handlung zu oberflächlich bleibt. Menschliche Abgründe? Ja. Merkwürdige Geschehnisse? Definitiv. Kaltblütige Morde? Auch das. Trotzdem für meinen Geschmack etwas zu schwach. Und auch die Auflösung kam für mich wenig überraschend, ich hatte schon früh einiges durchschaut. Und der Epilog hat mich zwar nicht verwirrt, aber irgendwie auch nichts gebracht.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Erebos ist zurück

Erebos 3
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Nick Dunmore, Fotograf und chronisch pleite, kann es nicht fassen: erst wird sein Rucksack geklaut und dann taucht Erebos wieder in seinem Leben auf. Schon wieder! Dass es da einen Zusammenhang gibt, ist ...

Nick Dunmore, Fotograf und chronisch pleite, kann es nicht fassen: erst wird sein Rucksack geklaut und dann taucht Erebos wieder in seinem Leben auf. Schon wieder! Dass es da einen Zusammenhang gibt, ist ihm sofort klar. Welchen lange nicht. Wie in den ersten beiden Teilen auch schon zwingt das Spiel Nick, mitzumachen und nach seiner Pfeife zu tanzen. Der weiß genau, dass hinter dem Spiel etwas Ernstes steckt, mit dem er eigentlich nichts zu tun haben will, fühlt sich aber trotzdem wieder magisch angezogen und kann sich auch nicht wehren, denn das Spiel manipuliert sein ganzes Leben. Diesmal geht es darum, eine Horde aus mehreren Mispielern zu gründen und die Zeichen zu deuten, die das Spiel immer wieder schickt. Worauf das Ganze hinaus läuft, ist Nick lange nicht klar, und dann ist es schon fast zu spät.


Auch Teil 3 folgt dem alten Muster: Erebos taucht auf, manipuliert die Spieler, gibt ihnen Aufträge und Missionen in der echten Welt und steuert so auf ein großes Finale zu. Da gibt es in diesem Teil keine großen Neuerungen. Für mich zog sich die Handlung am Anfang sehr hin, Nick und seine Leute stochern lange im Dunkeln, verstehen die Zeichen nicht. Viele Spieler sind neu und haben keine Ahnung, dass da etwas anderes als Spaß an Missionen und Belohnungen hinter dem Spiel stecken. Für mich als Leser war es auch sehr schwer, die Zeichen zu deuten. Als endlich der Groschen fällt, wird es noch mal spannend. Die Auflösung fand ich interessant, hat mich aber nicht so groß überrascht. 


Fazit: Erebos 3 hat keine großen Überraschungen, aber es hat mir Spaß gemacht, wieder in die Welt einzutauchen und nochmal mit Dunkelelf Sarius auf die Reise zu gehen. Für Fans der Reihe lesenswert.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Vom Untergang einer Familie

Der Stich der Biene
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„Der Stich der Biene“ ist ein Familienepos, das es in sich hat. Auf 700 Seiten schildert der Autor Paul Murray den Untergang der Familie Barnes. Angefangen mit der 18 Jährigen Cass, die einst Musterschülerin ...

„Der Stich der Biene“ ist ein Familienepos, das es in sich hat. Auf 700 Seiten schildert der Autor Paul Murray den Untergang der Familie Barnes. Angefangen mit der 18 Jährigen Cass, die einst Musterschülerin war und sich nun nicht nur von ihrer besten Freundin entfremdet, sondern auch jegliche Hoffnung auf ein Studium in Dublin begräbt und sich lieber jeden Tag betrinkt. Weiter geht es mit ihrem Bruder, dem 12 jährigen PJ, der aufgrund der Geldprobleme seiner Familie lieber seine blutigen Socken versteckt als zuzugeben, dass die neuen Turnschuhe schon wieder zu klein sind und letztendlich den Plan schmiedet wegzulaufen, um das Familienidyll wieder zu kitten. Dann folgt Mutter Imelda, deren Abschnitt so gut wie ohne Punkt und Komma geschrieben ist – gewöhnungsbedürftig, aber lesbar. Aufgewachsen bei einer kranken Mutter, einem alkoholkranken Vater und gewalttätigen Brüdern hat die bildhübsche Imelda als junge Frau zielstrebig die Chance ergriffen, durch Einheiraten in die zu dem Zeitpunkt noch wohlhabende Familie Barnes sozial aufzusteigen. Jetzt, wo das einst lukrative Autogeschäft ihres Mannes in der Wirtschaftskrise den Bach runter geht, sieht sie auch ihre Felle davonschwimmen. Zu guter Letzt treffen wir Dickie, der im Schatten seines Bruders Frank aufgewachsen ist und nach dessen Tod Franks Verlobte Imelda geheiratet hat, obwohl er eigentlich ganz andere Interessen hat. Zielstrebig, manchmal allerdings auch etwas langatmig, steuert die Familie auf die finale Katastrophe zu und fragt sich dabei: Wann hat das alles angefangen, schief zu gehen? Bei der Hochzeit, als Imelda von einer Biene gestochen wurde? Oder schon davor?

Ich muss zugeben, dass ich mich zeitweise ganz schön durch das Buch gequält habe. Die Geschichte der Familie ist interessant und dramatisch, Paul Murray hat mit seinem besonderen Schreibstil jeder Figur seine eigene Stimme gegeben, trotzdem konnte mich das Buch nicht so richtig mitreißen. Ich habe es nie ganz aufgegeben, aber trotzdem 3 Monate daran gelesen. Zum Ende hin wurde es spannender, die Kapitel kürzer, im letzten Teil geht es Schlag auf Schlag, die Perspektiven wechseln schnell. Das passte sehr gut zu den sich zuspitzenden Ereignissen und hat dafür gesorgt, dass ich am Ende doch ganz zufrieden war, aber trotzdem doch froh, es geschafft zu haben.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Wieder ein spannender Fall

Grenzfall - In der Stille des Waldes
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Alexa Jahn und Bernhard Krammer bleibt nach dem letzten Fall keine Zeit zum Verschnaufen. Alexa, die noch mit einer Verletzung zu kämpfen hat, begleitet spontan ihren ehemaligen Kollegen Jan auf der Suche ...

Alexa Jahn und Bernhard Krammer bleibt nach dem letzten Fall keine Zeit zum Verschnaufen. Alexa, die noch mit einer Verletzung zu kämpfen hat, begleitet spontan ihren ehemaligen Kollegen Jan auf der Suche nach einem Zeugen in einem alten gemeinsamen Fall. Neue Hinweise deuten darauf hin, dass die beiden damals den Falschen verhaftet haben. Krammer ist indes mit einem seltsamen Fund beschäftigt. Auf einer Baustelle werden zwei ausgestopfte Dachse gefunden. Im Inneren: Babykleidung. Er macht sich auf die Suche nach dem Präparator der Dachse, der gemeinsam mit seinem Sohn verschwunden ist. Auch von dessen Frau fehlt jetzt jede Spur. Die örtliche Polizei will den Fall zu den Akten legen, aber sein Gefühl sagt ihm, dass da etwas dahinter steckt. Etwas Tragisches.

Das Buch knüpft wieder direkt an das Ende des zweiten Teils an. Ohne Pause geht es für die beiden Ermittler weiter. Abwechselnd ist der Leser mit Alexa und Krammer unterwegs. Weil ich Krammers Fall interessanter fand als Alexas, hat mich der ständige Wechsel bei jedem Kapitel etwas gestört. Es geht immer nur schrittweise voran. Beide Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Ab und an wird in kursiver Schrift die Sichtweise von anderen Personen eingestreut - ER oder SIE. Lange weiß man nicht, mit welchem Fall diese Einschübe zu tun haben, nur ganz langsam kommt man dahinter. Die Auflösung hat mir dann wieder gut gefallen, wenn sie auch nicht so überraschend wie die letzte war. 

Das Buch endet mit einem Cliffhanger. Es geht also spannend weiter in Band 4. Ich bin dabei! 

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