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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Viel Potenzial, aber kaum Tiefe

Das schönste aller Leben
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"Ich muss so vieles wiedergutmachen. Aber es gibt kein Gutmachen, weil es nicht mehr gut wird, nur vielleicht ein bisschen weniger schlimm." - S. 32

Leider hat es mich insgesamt nicht überzeugt. Ich ...

"Ich muss so vieles wiedergutmachen. Aber es gibt kein Gutmachen, weil es nicht mehr gut wird, nur vielleicht ein bisschen weniger schlimm." - S. 32

Leider hat es mich insgesamt nicht überzeugt. Ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch abzubrechen, weil mich die Geschichte nicht richtig packen konnte.

Der Roman erzählt auf mehreren Zeitebenen von Theresia und Vio. Grundsätzlich finde ich solche Erzählweisen spannend, hier hat es für mich aber nicht richtig funktioniert. Die einzelnen Handlungsstränge konnten mich nicht wirklich fesseln und wirkten stellenweise eher langatmig.

Was für mich am schwersten gewogen hat, war die fehlende emotionale Verbindung zu den Charakteren. Ich konnte keinen richtigen Draht zu ihnen aufbauen, wodurch mich viele Entwicklungen kalt gelassen haben. Die Figuren blieben für mich zu oberflächlich und ich hatte oft das Gefühl, ihnen eher von außen zuzusehen, statt wirklich mit ihnen mitzufühlen.

"Love it. Change it. Or leave it. Aber alles davon ist unmöglich. Ich hasse es. Ich kann es nicht ändern. Und verlassen kann ich höchstens mich selbst." - S. 31

Auch inhaltlich hatte ich mir mehr Tiefe erhofft. Viele Themen werden angesprochen, aber für mich nicht ausreichend ausgearbeitet. Dadurch wirkt das Buch stellenweise etwas überladen, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Es bleibt vieles an der Oberfläche, obwohl eigentlich viel Potenzial da gewesen wäre.

Der Schreibstil ließ sich zwar gut lesen, konnte aber für mich nicht ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt nicht wirklich erreicht hat. Am Ende sind es für mich 2 von 5 Sternen. Eine interessante Idee, die mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Brutal, jugendlich und langweilig

The Poet Empress
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Uff... Was war das für eine Geschichte? Das Buch war brutal, aber echt langweilig. In Hinblick auf den Klappentext habe ich etwas ganz anderes erwartet, als das was ich mit diesem Buch bekommen habe. Der ...

Uff... Was war das für eine Geschichte? Das Buch war brutal, aber echt langweilig. In Hinblick auf den Klappentext habe ich etwas ganz anderes erwartet, als das was ich mit diesem Buch bekommen habe. Der Klappentext klang nämlich richtig spannend. Umso enttäuschter war ich am Ende, weil mich die Geschichte trotz ihres Potenzials kaum packen konnte. Die Idee ist grundsätzlich cool, aber an der Umsetzung scheitert es.

Mir hat es in dem Buch auch an Fantasy gefehlt. Fantasy-Elemente sind durchaus vorhanden, etwa in Form von magisch wachsenden Blumen oder Pfirsichbäumen, doch das Magiesystem bleibt sehr vage. Vieles wird nur angedeutet und nie wirklich erklärt, sondern passiert einfach, wodurch die Welt für mich überraschend klein und wenig greifbar wirkte. Der Geschichte fehlte es folglich an Worldbuilding. Ich hatte oft das Gefühl, dass dem Plot nicht genug Zeit gegeben wurde, sich sinnvoll zu entwickeln oder Tiefe aufzubauen. Eine Sache passiert und schon gehts mit dem nächsten Punkt weiter.

Der Fokus der Geschichte liegt sehr stark auf der Brutalität. Vorher also unbedingt die Triggerwarnung durchlesen. Die Gewalt ist zwar extrem präsent und teilweise sehr explizit, aber ohne für mich einen echten "Mehrwert" für die Handlung oder die Figuren zu haben. Die Brutalität dominiert die Erzählung so stark, dass andere Aspekte wie Figurenentwicklung und Worldbuilding in den Hintergrund rücken. Dadurch wurde die Geschichte zunehmend zäh und repetitiv. Besonders schwer fiel es mir, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, da ihre Entwicklung hinter der konstanten Grausamkeit zurückblieb.

Auch tonal hatte ich Schwierigkeiten. Das Buch ist definitiv eher Young Adult, den Stil und Figuren lesen sich stellenweise sehr jugendlich, was für mich nicht gut mit den düsteren Themen harmoniert. Was mir zusätzlich das Lesen erschwert hat, war das Tempo. Die Geschichte zieht sich lange, ohne dass wirklich etwas vorangeht oder Spannung aufgebaut wird. Ich war mehrfach kurz davor, das Buch abzubrechen, habe mich dann aber doch bis zum Ende durchgekämpft.

Unterm Strich bleibt für mich eine Geschichte mit einer starken Idee, die in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte. Brutal, aber gleichzeitig überraschend langweilig und ohne den Sog, den ich mir erhofft hatte. Für mich kein Muss und leider eine Enttäuschung. Schön aussehen tut das Buch aber.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Rätselhaft, aber nicht überzeugend

HEN NA IE - Das seltsame Haus
6

Das seltsame Haus war mein erstes Buch von Uketsu, und ich war sofort neugierig, weil ich schon so viel über sein vorheriges Buch das seltsame Haus gehört habe.

Der Einstieg hat mich direkt überrascht, ...

Das seltsame Haus war mein erstes Buch von Uketsu, und ich war sofort neugierig, weil ich schon so viel über sein vorheriges Buch das seltsame Haus gehört habe.

Der Einstieg hat mich direkt überrascht, denn die Handlung beginnt ohne große Vorrede und zieht einen sofort in dieses seltsame, fast beklemmende Szenario hinein. Uketsu vermischt Mystery und Spannung auf eine ganz eigene Weise, teils faszinierend, teils verwirrend.

Die Geschichte beginnt mit einer wirklich interessanten Ausgangssituation: Ein Journalist wird von einem Freund gebeten, ein merkwürdiges Haus zu untersuchen, das er eigentlich kaufen wollte. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein normales Familienhaus, doch der Grundriss enthält einen seltsamen, nicht zugänglichen Raum, eine Art „Lücke“, die niemand erklären kann. Zusammen mit einem Architekten, der eine ziemlich abenteuerliche Theorie entwickelt, geht der Journalist der Sache nach. Schnell wird klar, dass sich hinter dieser Architektur mehr verbirgt als nur ein Baufehler. Es folgen Morde, Familiengeheimnisse und ein düsteres Stück japanischer Folklore, das alles miteinander verbindet.

Was mir gefallen hat, war der Einstieg. Uketsu verschwendet keine Zeit, sodass man sofort mitten in der Handlung ist. Auch das Setting ist gut gewählt: Die Mischung aus moderner Welt, technischer Recherche und uralten Ritualen sorgt für eine beklemmende, fast schon unheimliche Atmosphäre. Die Idee, dass Häuser selbst ein Geheimnis in sich tragen können, fand ich trotz der düsteren Stimmung sehr schön.

Allerdings hatte ich ab der Hälfte das Gefühl, dass sich die Handlung etwas verliert. Viele Theorien waren für meinen Geschmack zu weit hergeholt, und manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Figuren einfach allem zustimmen, egal wie unlogisch es ist. Das hat mir ein bisschen den Spaß am Miträtseln genommen. Auch die Figuren selbst bleiben recht oberflächlich. Sie dienen eher der Geschichte, als dass sie wirklich Charakter bekommen.

Spannend fand ich hingegen den kulturellen Aspekt, besonders die Verbindung zu alten Bräuchen und Familienstrukturen. Diese Mischung aus Krimi, Mystery und japanischer Symbolik war definitiv etwas anderes und hat mich an einigen Stellen sehr gefesselt.

Trotz einiger Schwächen habe ich das Buch relativ schnell gelesen. Es ist kurz, rätselhaft und unterhaltsam. Perfekt, wenn man Lust auf etwas Ungewöhnliches hat, ohne zu viel Tiefgang zu erwarten.

Das seltsame Haus ist ein spannender, aber auch leicht verwirrender Kriminalroman mit einer tollen Idee, der mich in der Umsetzung aber nicht ganz überzeugt. Die Atmosphäre wurde gut vermittelt, das Ende solide, aber mir hat etwas Tiefe und Logik gefehlt. Wer gerne ungewöhnliche, leicht skurrile Geschichten liest, wird mit dem Buch dennoch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Zwischen Red Flags und verschenkten Chancen

Crushing
6

»Ich bin ... so wütend auf so viele Menschen«, gestand ich ihr stattdessen, weil es die Stunde der Wahrheit war. »Und ich weiß nicht, wie ich damit aufhören kann, weil sie keine Vergebung verdienen.« » ...

»Ich bin ... so wütend auf so viele Menschen«, gestand ich ihr stattdessen, weil es die Stunde der Wahrheit war. »Und ich weiß nicht, wie ich damit aufhören kann, weil sie keine Vergebung verdienen.« » Aber du schon?« - S. 340

Crushing war das erste Buch, das ich von Genevieve Novak gelesen habe und leider konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen. Am Ende sind es für mich daher nur zwei Sterne geworden. Ich wollte das Buch wirklich lieben, aber konnte es einfach nicht.

Meine Aufgabe war es, sie zu unterstützen. Denn wir sehen immer nur, was wir sehen wollen, und das ist sowohl ein Geschenk als auch ein Fluch. - S. 301

Der Schreibstil war ein Pluspunkt, denn ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen beendet. Doch die Geschichte selbst hat mich fast durchgehend frustriert. Vor allem mit Marnie, der Protagonistin, bin ich gar nicht warm geworden. Sie wirkt sehr unreif für ihr Alter und gleichzeitig selbstgerecht. Eine Figur, bei der ich viel Mitgefühl hätte empfinden können, wenn sie nicht ständig in ihren eigenen Widersprüchen versunken wäre. Dass sie einerseits andere für ihre Co-Abhängigkeiten kritisiert, sich selbst aber nicht im Entferntesten reflektiert, hat mich nur genervt. Von Anfang an waren Marnie und Isaac für mich wandelnde Red Flags und leider hat sich dieser Eindruck im Laufe des Buches nur bestätigt. Ihre „große Erkenntnis“ am Ende war ein bisschen Selbstreflexion bzw. Nachdenken, Hund anschaffen usw... Wirkte aufgesetzt, weil die Entwicklung keinen Platz im Buch gefunden hat.

So ist das mit den Fantasien. Die Realität macht sie kaputt. Ich war nicht siegreich in einer güldenen Welt unbegrenzter Möglichkeiten erwacht. - S. 273

Meiner Ansicht nach hätte das Ende 100 Seiten mehr gebraucht, damit man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann und auch ihren Entwicklungsprozess verfolgen kann. Als Leserin verfolgt man hingegen nur ihre Fehltritte und das Verurteilen von den Entscheidungen anderer. Nach dem Klappentext habe ich eine ganz andere Geschichte erwartet als die, die ich letztendlich gelesen habe.

Nachdenken hatte mich immer nur verbogen, mich in unentschuldbare Situationen gebracht, meine Freundschaften zerstört und mein Leben ruiniert. Nachdenken konnte nichts in Ordnung bringen. Aber wisst ihr, was? Ein Körper konnte es. - S. 237

Viele Nebenfiguren hatten deutlich mehr Potenzial, aber sie verschwanden zu oft im Hintergrund, weil es eben nur Nebenfiguren waren. Gerade Claud und Nicola fand ich spannender als Marnie selbst. Und trotzdem gab es für mich am Ende eigentlich nur eine Figur, die ich wirklich mochte und das war Sam. Zu wenig für einen Roman, der fast ausschließlich von seinen Charakteren und deren Entwicklung lebt.

Auch die Struktur des Buches hat mich enttäuscht: ein starker Beginn, der mich sofort in den Bann gezogen hat, dann eine langen, ermüdender Mittelteil, der sich wie ein endloses Kreisen im Selbstmitleid anfühlte und schließlich ein Ende, das zwar fast schon berührend war, aber das holprige Leseerlebnis davor nicht mehr retten konnte. Das Ende kam nämlich viel zu schnell und war genauso schnell wieder vorbei.

Wie ein hilfloses Kleinkind ließ ich mich sanft von ihr in den Armen wiegen und gab mich all den Träumen hin, die mit einem Mal gestorben waren. - S. 13

Crushing hat mir gezeigt, dass Genevieve Novak eine Autorin mit einem flüssigen Schreibstil ist, der Lust macht weiterzulesen und mich in seinen Bann ziehen kann, aber inhaltlich war dieses Buch für mich ein Reinfall. Ihr anderes Buch steht trotzdem weiterhin auf meiner Wunschliste, weil ich hoffe, dass Novak mich mit diesem Roman noch überzeugen kann.

Wir fühlten beide das Gleiche, auch wenn wir nicht in der gleichen Situation waren. Wir hatten beide das Gefühl, durch eine Glasscheibe auf unser Leben zu blicken. - S. 124

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Veröffentlicht am 05.02.2025

So lala

Das Kalendermädchen
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Die Geschichte dreht sich um einen mysteriösen Adventskalender, hinter dessen Türchen sich keine süße Schoki, sondern dunkle Geheimnisse verbergen. Valentina und Olivia geraten in ein unheimliches Spiel ...

Die Geschichte dreht sich um einen mysteriösen Adventskalender, hinter dessen Türchen sich keine süße Schoki, sondern dunkle Geheimnisse verbergen. Valentina und Olivia geraten in ein unheimliches Spiel voller Rätsel und Bedrohungen, bei dem nichts so ist, wie es scheint. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und spielt auf mehreren Zeitebenen, was am Anfang für Spannung sorgt. Die ganzen Zeitsprünge verwirren jedoch zunehmend und jeiter die Geschichte voranschreitet, desto verworrener und unglaubwürdiger wird die Handlung, sodass die anfängliche Faszination nachlässt.
Meine Bewertung

Ich habe mir eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch erhofft, die ein gemütliches, leicht düsteres Gefühl vermittelt (wie bei Horrorfilmen). Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen. Sie kratzt nur an der Oberfläche und hätte viel mehr Tiefe vertragen können, sowohl die Handlung als auch die Charaktere und der Atmosphäre. Die Perspektivwechsel haben der Geschichte keine besondere Dynamik verliehen, und die Probleme der Figuren wirkten oft konstruiert. Letztendlich hätten sie einfach nur miteinander reden müssen, um alles zu lösen.

Auch die Spannung war nicht durchgehend vorhanden. Während einige Momente fesselnd waren, wirkten andere einfach zu gewollt und künstlich. Besonders gegen Ende wurde es für mich zunehmend cringe und einige Szenen fühlten sich aneinandergereiht und deplatziert an, anstatt organisch zur Geschichte zu passen.
Fazit

Ein Buch mit einer interessanten Grundidee, das in der Umsetzung jedoch schwächelt. Wer einfach nur eine kurzweilige Geschichte lesen möchte, wird vielleicht unterhalten, aber wer nach tiefgründigen Charakteren und einer packenden Handlung sucht, wird vermutlich enttäuscht sein. Die Atmosphäre hätte intensiver sein können, die Figuren greifbarer, und die Handlung weniger vorhersehbar. Es war nicht komplett schlecht, aber eben auch nichts, das lange im Gedächtnis bleibt.

2/5 Sterne

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