Action und Spannung präsentiert mit Herzenswärme
Die Brandung – LeichenfischerBei Ausgrabungen im deutsch-dänischen Grenzgebiet stoßen die Mitarbeiter des archäologischen Museums unter Leitung von Fria Svensson auf eine Frauenleiche. Schon bald stellt sich heraus, dass diese auf ...
Bei Ausgrabungen im deutsch-dänischen Grenzgebiet stoßen die Mitarbeiter des archäologischen Museums unter Leitung von Fria Svensson auf eine Frauenleiche. Schon bald stellt sich heraus, dass diese auf die gleiche Weise ermordet wurde wie eine Monate zuvor entdeckte Tote im Raum Oldenburg. Der Mörder gestaltete beide Grabstätten nach Art der Wikinger. Bei der Suche nach der Identität der zweiten Toten kommen die Ermittler der Flensburger Kripo unter Führung des Hauptkommissars Ohlsen Ohlsen zu der traurigen Erkenntnis, dass zwei weitere junge Frauen aus der Region seit Tagen vermisst werden. Sind sie ebenfalls Opfer dieses Täters geworden? Leben sie womöglich noch? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Die deutsche und die dänische Polizei suchen gemeinsam fieberhaft nach einem Anhaltspunkt, und Fria lässt es sich nicht nehmen, dabei kräftig mitzumischen. Aber es gibt nicht die geringste Spur.
Der unruhige Erzählstil von Karen Kliewe ist zunächst mal gewöhnungsbedürftig. Fünf Erzähler wechseln sich in atemberaubendem Tempo ab, man weiß als Leser über weite Strecken hinweg nicht, um wen es sich dabei eigentlich genau handelt. Die Szenen sind kurz gehalten, die Übergänge dazwischen manchmal etwas sprunghaft, sie fordern dem Leser einiges an Konzentration ab. Bei manchen der Dialogen fragte ich mich, ob es wirklich Menschen gibt, die so gewählt miteinander sprechen. Die Landschafts- und Personenbeschreibungen sind farbenprächtig, ohne aufdringlich zu wirken. Jede Szene erfüllt einen Zweck, so etwas wie Langeweile kommt nirgendwo auf.
Überhaupt steigert sich die Spannung von Kapitel zu Kapitel, Actionpassagen wechseln sich ab mit zutiefst herzerwärmenden Szenen. Der Leser wird, was den Täter betrifft, nach Strich und Faden in die Irre geführt. Und die beiden Protagonisten Fria und Ohlsen hatten schon von Anfang an meine Sympathien gewonnen. Erst ganz zum Schluss löst sich auf fast spielerische und völlig logische Weise der Knoten auf. Den Täter hatte ich als Leser ständig vor dem geistigen Auge und doch in keinster Weise als solchen in Betracht gezogen. Hatte ich zuvor noch die dumpfe Befürchtung, die Autorin könnte eine völlig unbekannte Person als Mörder aus dem Hut zaubern, so hinterlässt die letztendliche Lösung des Falls ein breites Grinsen auf meinem Gesicht. Das ist doch mal ein Krimi ganz nach meinem Geschmack.
Übrigens, die Bedeutung des Titels Leichenfischer erfährt der Leser erst auf den letzten Seiten.