Profilbild von Sucres

Sucres

Lesejury Profi
offline

Sucres ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sucres über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2025

Für Fans von Bride ein Muss!

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
0

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Die Mischung aus humorvoller Fake-Dating-Romance, medizinischem Setting und einer guten Prise Omegaverseergibt eine unterhaltsame Geschichte, die ich kaum aus ...

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Die Mischung aus humorvoller Fake-Dating-Romance, medizinischem Setting und einer guten Prise Omegaverseergibt eine unterhaltsame Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Mackenzie, eine Assistenzärztin in der Notaufnahme, ist genervt von den Verkupplungsversuchen ihrer Großmutter und greift spontan zur Notlüge. Dumm nur, dass sie sich ausgerechnet den grummeligen Kardiologen als Fake-Boyfriend aussucht. Doch wie es der Zufall will, braucht auch er dringend eine Partnerin – und so beginnt eine Abmachung, die viel komplizierter wird, als beide erwartet hätten.

Die Dynamik zwischen Mackenzie und Noah ist absolut gelungen. Noah ist eine wahre Green Flag auf zwei Beinen! Dazu kommt ein lockerer, humorvoller Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Die medizinischen Elemente sorgen für ein leichtes „Grey’s Anatomy“-Feeling, während die vielen Spice-Momente teils an der Cringe-Grenze kratzen, aber für mich immer im Rahmen des erträglichen bleiben.

Wer „Bride“ von Ali Hazelwood mochte, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben. Perfekte Wohlfühllektüre für schlechte Tage im Bett! 4,5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

Highlight mit Gänsehautpotential

Super-GAU
0


Diese Graphic Novel überzeugt mit ihrer zurückhaltenden, aber dennoch eindringlichen Erzählweise. Anstatt die Fukushima-Katastrophe direkt ins Zentrum zu stellen, verknüpft sie verschiedene Lebensgeschichten, ...


Diese Graphic Novel überzeugt mit ihrer zurückhaltenden, aber dennoch eindringlichen Erzählweise. Anstatt die Fukushima-Katastrophe direkt ins Zentrum zu stellen, verknüpft sie verschiedene Lebensgeschichten, die von den Ereignissen berührt werden. Die Handlung entfaltet sich langsam, aber nicht zäh und lässt viel Raum für eigene Interpretationen, es gibt keine erklärende Erzählerstimme. Das fand ich super!


Die schwarz-weißen Zeichnungen von Bea Davies verstärken die melancholische Grundstimmung und bleiben durch ihren rauen, atmosphärischen Stil lange im Gedächtnis. Ich hatte beim Anschauen teilweise eine richtige Gänsehaut. Die zwischenmenschlichen Beziehungen verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Manches bleibt bewusst vage, wodurch Raum zum Selbernachdenken entsteht.


Das Cover ist nicht nur visuell beeindruckend, sondern auch haptisch ein Erlebnis, ein richtiger Handschmeichler.


Eine Graphic Novel, die nachwirkt und mit ihrer stillen Kraft beeindruckt – eine klare Empfehlung für alle Fans des Genres. Die Carlsen-Graphic-Novels hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, doch das wird sich definitiv ändern. 5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2025

Schmerzhaft, aber auch schön

Achtzehnter Stock
0

"Das Haus ist ein Mahnmal, ein Mittelfinger, der in den Himmel ragt und unübersehbar an uns erinnert, an uns und an all die anderen, die keiner sehen wollte." (Pos. 2440)

Sarah Gmuers Debüt ist hart, ...

"Das Haus ist ein Mahnmal, ein Mittelfinger, der in den Himmel ragt und unübersehbar an uns erinnert, an uns und an all die anderen, die keiner sehen wollte." (Pos. 2440)

Sarah Gmuers Debüt ist hart, schonungslos und schmerzhaft, weil es zeigt, was Armut mit Menschen macht. Ich war bis zum Ende des Buches sehr skeptisch, wurde dann aber vollkommen überzeugt. Dazu später mehr.

In "Achtzehnter Stock" verfolgen wir Wanda, eine junge Schauspielerin, die alleinerziehend ist und ein prekäres Leben führt. Sie hört jedoch nicht auf, von einem besseren Leben außerhalb der Platte zu träumen, bis sich ihr eines Tages eine Chance bietet.

Sarah Gmuers Sprache ist unmittelbar, hart und klar. Dadurch wird die Stimmung des Buches gut vermittelt und es macht das Buch sehr lesenswert. Die Figuren sind vielschichtig und gut dargestellt.

Anfangs war ich total von der Geschichte begeistert, wurde dann aber immer kritischer. Man hat Mitleid mit der Protagonistin und es macht einen wütend, wie mit ihr umgegangen wird. Allerdings tritt sie selbst nach unten, verhält sich nicht solidarisch und nutzt andere aus (z.B. eine junge Babysitterin). Sie hält sich "für etwas Besseres", obwohl sie in der gleichen Situation wie die anderen Frauen in ihrem Haus ist, die für ihre Situation genauso wenig können. Aber das Ende hat mich versöhnt. Die Protagonistin macht eine Charakterentwicklung durch und erkennt auch ihre Fehler. Dranbleiben lohnt sich, auch wenn man zwischendurch sehr sauer auf Wanda wird. Am Ende musste ich mir ein paar Tränen abwischen.

Fazit: "Achtzehnter Stock" ist ein schmerzhafter Roman, der einem aber auch viel gibt und aus dem man viel mitnehmen kann. Ich muss das Buch noch etwas verdauen, glaube aber: das war ein Highlight. 5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2025

Schwesternschaft!

Wenn wir lächeln
0

"Sie grinst mich an, und alles, was sie davor gesagt hat, hat auf einmal keine Bedeutung mehr. Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in ...

"Sie grinst mich an, und alles, was sie davor gesagt hat, hat auf einmal keine Bedeutung mehr. Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in diesem Moment weiß ich, dass es genau so ist, auch wenn sie das nicht so gut zeigen kann." (S.130)

Jara und Anto sind beste Freundinnen, Schwestern. Sie leben im Düsseldorf der 2000er Jahre. Jara wohnt mit ihrer Mutter alleine, während Antos Mutter erfolgreich und ständig unterwegs ist. Sie teilen alles miteinander, erleben alles gemeinsam, sind zusammen wütend.

Mascha Unterlehbergs Schreibstil hat mir den Einstieg ins Buch nicht leicht gemacht. Sie schreibt ihre Dialoge ohne Anführungszeichen und es gibt viele Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Man braucht eine Weile, um sich zurechtzufinden, aber wenn man sich darauf einlässt, ist es kein Problem mehr. Erst am Ende versteht man richtig, was vor sich geht. Ihre Sprache ist sehr hart und klar, aber auch voller Gefühl und Wärme. Ich habe viele Stellen markiert, die ich mir am liebsten ins Gedächtnis brennen würde, so gut fand ich sie.

Im Zentrum des Buches stehen Schwesternschaft, Freundschaft und das Erwachsenwerden. Es werden auch viele harte Themen wie beispielsweise (patriarchale) Gewalt behandelt. Inhaltswarnungen gibt es am Ende des Buches, falls ihr sie braucht.

Wenn man sich darauf einlassen kann, wird man mit einem ganz besonderen Buch belohnt. Es ist schonungslos, schmerzhaft und spannungsgeladen, aber auch empowernd und voller tiefer Gefühle. 5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Lesehighlight

dreimeterdreißig
0

"Es war alles in Ordnung, bevor du kamst. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich atmen kann, wenn du nicht da bist. Wie bescheuert ist das?" (Pos. 2127)

"Dreimeterdreißig" ist ein kraftvolles, bewegendes und ...

"Es war alles in Ordnung, bevor du kamst. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich atmen kann, wenn du nicht da bist. Wie bescheuert ist das?" (Pos. 2127)

"Dreimeterdreißig" ist ein kraftvolles, bewegendes und intensives Buch – absolute Leseempfehlung!

Klara und Baláz sind ein ungleiches Paar. Ihre Liebe begann schnell, ist stürmisch, aber auch tief. Jetzt liegt Baláz tot in seinem Bett, und Klara durchstreift ihre Altbauwohnung, um sich mit den existenziellen Fragen des Lebens und des Verlustes auseinanderzusetzen.

Jaqueline Schreiber erzählt in ihrem Romandebüt die Geschichte einer Liebe vom Ende her. Sie berichtet von Verlust und Trauer. Anfangs brauchte ich etwas Zeit, um mich in das Buch einzufinden, aber das legte sich schnell, und ich war vollkommen gefesselt. Schreibers Sprache ist poetisch und intensiv. Die Perspektive wechselt nach jedem Kapitel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Vergangenheit ist eine schöne, wohltuende Geschichte, während die Gegenwart in der Altbauwohnung leicht surreal, aber emotional berührend ist. Es gibt so viel in diesem Buch zu entdecken, dass ich es bereut habe, es als Ebook gelesen zu haben. Gerne hätte ich Stellen angestrichen und meine Gedanken daneben geschrieben.
Die Kapitelüberschriften ergeben ein Gedicht von Lydia Daher, das am Ende des Buches abgedruckt ist.

Fazit: Ein meisterhaft konstruiertes Buch, das emotional berührt und in dem man viel entdecken und mitnehmen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere