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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2025

Sogwirkung von der ersten zur letzten Seite

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Everything we never said hat mich überwältigt.
Das Cover verspricht eine düstere, verbotene, bitter-süße Liebesgeschichte mit Tiefgang, doch was sich wirklich zwischen den Seiten verbarg, war noch so ...

Everything we never said hat mich überwältigt.
Das Cover verspricht eine düstere, verbotene, bitter-süße Liebesgeschichte mit Tiefgang, doch was sich wirklich zwischen den Seiten verbarg, war noch so viel mehr. Und auch dass ich bei der Hälfte schon geahnt habe, wo die Reise hingeht, hat die Intensität der Handlung nicht geschmälert, sondern mich nur noch gespannter abwarten lassen, ob ich richtig liege.

Sawyer und Ella haben die selbe Person verloren, Hayley. Sawyer war ihr fester Freund, Ella ihre beste Freundin. Bei dem Unfall, bei dem Hayley starb, ist Ella dabei gewesen, daher gibt sie sich auch die Schuld daran, obwohl sie sich an nichts erinnert. Dass Trauer zusammenschweißt, ist kein Geheimnis, doch Ella und Sawyer spüren beide diese Anziehung, der sie sich nicht widersetzen können. Aber sie sollten.. oder?

Ich habe anfangs noch gedacht, Hey, das ist gar nicht so dark, wie ich erwartet hatte. Klar, das Buch beginnt mit einer schrecklichen Tragödie, aber auch wenn die Figuren trauern, so gibt es doch unheimlich viele Situationen, in denen der Humor überwiegt. Besonders geliebt habe ich die Szenen, in denen Sawyers kleiner Bruder die Bühne stürmt, der Kleine hat die Stimmung so herrlich aufgelockert. Auch Seema, eine Freundin von Ella, hat für ein paar wundervoll schlagfertige Dialoge und lustige Sprüche gesorgt, die mich naiverweise erst haben glauben lassen, das Buch beschäftigt sich mit der Trauerbewältigung der Protagonisten und das war‘s.

Dann taucht man allerdings tiefer in Hayleys persönlichen Geheimnisse ein, indem Ella ihr Tagebuch findet und liest. Immer mehr über wird über die Beziehung von S und H enthüllt, bis man nicht mehr weiß, ob man Ella wirklich eine Zukunft mit Saw wünscht. Abgesehen davon, dass ich sehr bald die meisten Zusammenhänge durchschaut hatte, hat das Buch es dennoch geschafft, mir die Haare zu Berge stehen zu lassen. Ich glaubte zu wissen, was auf mich zukommt, und dennoch war ich schockiert, habe gehofft, es möge nicht wahr sein. Das Buch hat seine content note meiner Meinung nach redlich verdient und auch das dunkle Äußere passt entgegen meiner ersten Annahme erschreckend gut zum Inhalt.

Für ein Jugendbuch geht es hier sehr düster zu, aber das hat die Sogwirkung nur verstärkt. Diese dunkle, spannende, emotionale Liebesgeschichte hat mich eingenommen und extrem gut unterhalten. Und ich habe auf Saw und Ella gewettet, zu jeder Sekunde, egal was kam.

Veröffentlicht am 06.02.2025

Auf ins Schwimmbad

Wieso? Weshalb? Warum? Komm mit zum Schwimmen
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Schwimmen lernen sollte im Idealfall jeder von uns. Doch was gehört alles dazu? Gibt es Regeln zum Schwimmen, wie sind die Voraussetzungen für ein Schwimmabzeichen? Was sind Do‘s and Don‘ts im Schwimmbad ...

Schwimmen lernen sollte im Idealfall jeder von uns. Doch was gehört alles dazu? Gibt es Regeln zum Schwimmen, wie sind die Voraussetzungen für ein Schwimmabzeichen? Was sind Do‘s and Don‘ts im Schwimmbad und oder am See? Auf welche verschiedenen Arten kann man schwimmen? Viele der grundlegenden Fragen werden hier geklärt und wir begleiten die Kids im Hörspiel von einem Besuch im Schwimmbad bis zum fertigen Schwimmabzeichen am Ende.

Schwimmen lernen ist so wichtig, gerade schon in einem frühen Alter. Es nimmt den Kindern die Angst vor dem Wasser und schafft Sicherheit, eine Basis, um das Meer oder das Schwimmbad später richtig genießen zu können. Im Hörspiel werden alle wichtigen Aspekte leicht verständlich erklärt, sodass dem nächsten Besuch im Wasser eigentlich nichts mehr im Wege steht. Definitiv eine wertvolle Vorbereitung, wenn die Kids Fragen zum Schwimmen haben oder bald selbst Schwimmunterricht besuchen dürfen.

Veröffentlicht am 05.02.2025

Emotionen der Extraklasse

Every Day. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Die Graphic Novel
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Bisher kannte ich die Geschichte von A nur vom Hörensagen, habe sie allerdings noch nie selbst gelesen. Da ich nach Corona meine Liebe für Graphic Novels entdeckt habe, war ich sofort Feuer und Flamme ...

Bisher kannte ich die Geschichte von A nur vom Hörensagen, habe sie allerdings noch nie selbst gelesen. Da ich nach Corona meine Liebe für Graphic Novels entdeckt habe, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Buch. Es roch zwar lange sehr übel nach Farbe, aber dafür kann die Geschichte ja nichts.

Den Zeichenstil fand ich perfekt passend zum Buch. Alle Figuren sehen detailliert aber nicht zu überzeichnet aus, die realistische, warme Farbgebung fängt die Lesenden ein und fesseln sie an die Illustrationen. Bevor ich tatsächlich angefangen habe zu lesen, habe ich lange einfach nur geblättert und die Szenen angeschaut, die Emotionen wahrgenommen und mich direkt wohl zwischen den Seiten gefühlt.

Die Liebesgeschichte von Rhiannon und A scheint unmöglich. A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf, wie soll man da Konsistenz ermöglichen, Routinen aufbauen, geschweige denn Beziehungen zu Menschen?
Ich habe ihn auf seinem Weg so gerne begleitet. Zu sehen, durch welche harten Zeiten er gehen muss, was ihn beschäftigt, was ihn berührt, hat wiederum mich berührt. Queerness hat hier ebenso einen Platz wie mentale Gesundheit, die Geschichte von A und Rhiannon ist so viel mehr als „nur“ eine tragische Liebesgeschichte zweier Teenager.

Das Buch hat mir ein kurzweiliges und emotionales Leseerlebnis beschert, was obendrein perfekt passend bebildert wurde. Ich habe sowohl Text als auch Illustrationen in mich aufgenommen wie ein Schwamm und war ein bisschen traurig, dass es nach 200 Seiten schon zu Ende war. Große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.02.2025

Wunderschön!

Auf der Suche nach der geheimnisvollen Riesenqualle
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In „Auf der Suche nach der geheimnisvollen Riesenqualle“ begleiten wir ein Forschungsteam dabei, wie sie sich in nördliche Gefilde begeben und nahe des Pols auf einer Mission versuchen, besagte Qualle ...

In „Auf der Suche nach der geheimnisvollen Riesenqualle“ begleiten wir ein Forschungsteam dabei, wie sie sich in nördliche Gefilde begeben und nahe des Pols auf einer Mission versuchen, besagte Qualle zu finden.
Das Kinderbuch hat kurze Textpassagen, die von wunderschönen, detaillierten Illustrationen begleitet werden. Wir lernen den Alltag der Expeditionsteilnehmenden kennen, sehen beeindruckende Landschaften des Nordpols, erkunden die dortige Tierwelt, arbeiten mit den Forschenden jeden Tag hart und geben niemals auf, unsere Träume zu verfolgen.

Die Texte sind nicht zu lang, meistens ca. 5 kurze Zeilen, und dadurch ideal zum Vorlesen geeignet, während die Kids sich die fantastischen Bilder anschauen können. Durch die eindeutige Farbgebung wird es ihnen leicht gemacht, das Forschungsschiff und auch die Figuren immer wiederzuerkennen und sie Seite für Seite bei den Fortschritten zu begleiten, die auf der Suche gemacht werden. Natürlich sieht man auch die Qualle hier und da, auch wenn sie ein sehr scheues Exemplar ist und man mal einen genaueren Blick riskieren muss.

Das Buch ist wirklich traumhaft schön aufgemacht und ich freue mich drauf, mit Nichten oder Neffen irgendwann durch die Seiten zu blättern und ihnen beizubringen, dass es sich lohnt, nie aufzugeben, selbst wenn das Ziel unerreichbar scheint oder sich hinter einem Eisberg versteckt.

Veröffentlicht am 31.01.2025

Düster und emotional

The Tearsmith
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Bei „The Tearsmith“ war ich mir anfangs nicht sicher, auf welche Art von Geschichte ich mich einlasse. Ist es einfach nur eine Liebesgeschichte oder gibt es eine übernatürliche Komponente? Was ist mit ...

Bei „The Tearsmith“ war ich mir anfangs nicht sicher, auf welche Art von Geschichte ich mich einlasse. Ist es einfach nur eine Liebesgeschichte oder gibt es eine übernatürliche Komponente? Was ist mit der Legende vom Tränenmacher, die im Klappentext erwähnt wird, gibt es diese Figur wirklich? Haben Rigel oder Nica magisches Blut, ist einer von ihnen nicht menschlichen Ursprungs? Tatsächlich war ich mir ganz lange auch nicht zu 100% sicher, worauf die Story nun eigentlich hinausläuft. Aber erstaunlicherweise störte es mich nicht, denn wie sagt man so schön, trust the process. Genau das habe ich getan und wurde mit einer hochgradig emotionalen, düsteren Geschichte mit Sog-Wirkung der Extraklasse belohnt.

Dass Nica lange Zeit im Waisenhaus verbracht hat, merkt man ihr an. Sie ist von den harten Jahren und der Behandlung dort gezeichnet, was es ihr in manchen Situationen schwer macht, sich im normalen Alltag einer Heranwachsenden zurechtzufinden. Besonders ihre Menschenkenntnis habe ich im Laufe des Buches öfter arg angezweifelt, ihre Gutgläubigkeit und Verträumtheit haben ihr viele Steine in den Weg gelegt. Aber gerade deshalb ist sie eine unheimlich liebenswerte Figur, die man schnell gernzuhaben lernt. Ihre emotionalen Narben sind tief, sodass man in den Momenten, in denen sie mit der Vergangenheit konfrontiert wird, tief durchatmen muss, um sich davon nicht ebenfalls wegspülen zu lassen. Die Gefühle, die die Autorin hier transportiert, sind mit Hände greifbar, und wenn Schreibende das schaffen, ist das für mich immer ein Grund, meinen imaginären Hut zu ziehen.

Rigel hat unter seiner eiskalten Schale einen guten Kern, der allerdings die Kraft von tausend Sonnen (oder von einer Nica) braucht, um anzutauen. Er verhält sich häufig wie der größte Idiot der Welt, ist unnahbar und schikaniert jede Menschenseele um sich herum. Nur seinen Adoptiveltern gegenüber wahrt er den Schein eines gut erzogenen jungen Mannes. Das macht ihn nicht gerade likeable, auch wenn man weiß, dass da mehr ist. Ein Grund für sein Verhalten, ein Trauma ähnlich wie Nicas, irgendwas, was sein Benehmen entschuldigt.

Das Zusammenspiel von Nica und Rigel war, als sähe man Sonne und Schatten miteinander kämpfen. Die eine strahlt eine Wärme und Liebe aus, dass man sich in ihrer Anwesenheit automatisch wohlfühlt, wenn der andere jedoch in der Nähe ist, gehen damit Dunkelheit und Kälte einher. Mal hat das Licht die Oberhand, mal die Dunkelheit, aber auf eine mysteriöse Art und Weise ziehen sie sich gegenseitig an und können nicht ohne einander.
Die Geschichte der beiden ist nicht laut oder rasant, sie bewegt sich auf einer tieferen Ebene langsam aber stetig in Richtung eines großen Höhepunktes, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und wenn man dann denkt, man hat es überstanden, hat das wahre Grauen seinen Auftritt.

Für mich war das Buch durch und durch eine Überraschung der besten Sorte. Zwei authentische Protagonisten, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten, die sich aber dennoch wie zwei Puzzleteile ergänzen, und tiefgreifende Emotionen, die einen mitreißen und einen jede Seite erleben lassen, als sei man selbst dabei. Ich liebe es!