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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2025

Berührende Geschichte

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Als die alte Samin Mariddja erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist, macht sie sich vor allem Sorgen um ihren dementen Mann Biera. Bisher schon lebten die beiden sehr abgeschottet in ihrem Haus ...

Als die alte Samin Mariddja erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist, macht sie sich vor allem Sorgen um ihren dementen Mann Biera. Bisher schon lebten die beiden sehr abgeschottet in ihrem Haus ganz im Norden Schwedens, nun kapselt sie sich noch mehr vom Rest des Dorfes ab. Eigentlich hat sie noch einen ganz besonderen Wunsch: Sie möchte ihren Neffen wiedersehen, der früher wie ein Sohn bei ihr lebte, von dem sie aber inzwischen nichts mehr weiß. Als Vertraute in dieser Situation erweist sich eine gewissen „Siré“, die Mariddja durch Bieras neumodisches Handy findet.

In einer besonderen Mischung aus Humor und Tragik entwickelt die schwedische Autorin Tina Harnesk eine Geschichte, die sich den Problemen ihrer Protagonisten zuwendet, der alten Mariddja mit ihrer Krankheit und ihrem dementen Mann in ihrem heruntergekommenen Häuschen und mit der Geschichte um den geliebten Neffen, der ihnen vor Jahren unversehens entrissen wurde. Ein weiterer Handlungsfaden erzählt von dem Ärzteehepaar Kaj und Mimmi, die sich aufgemacht haben, dem Leben der verstorbenen Mutter bzw. Schwiegermutter nachzuspüren. Die Schwere des Themas wird gemildert durch die unverhofft komischen Einsätze von „Siré“, wer hätte je gedacht, dass gerade diese zu einer Stütze für Mariddja in ihrer schwierigen Situation wird? Die Geschichte ist eher leise erzählt, sie lässt sich Zeit für ihre Charaktere, so dass der Leser sich gut mit ihnen anfreunden kann, trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer besonderer Eigenheiten.

Diese Geschichte ist äußerst berührend erzählt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2025

Sonnwendfeuer und Brandanschläge

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Die traditionellen Sonnwendfeuer stehen vor der Tür, wenn Ende Juni auf den Bergen die Feuer brennen. Feuer gibt es aber auch in den Fällen, die Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Partner zum Bearbeiten ...

Die traditionellen Sonnwendfeuer stehen vor der Tür, wenn Ende Juni auf den Bergen die Feuer brennen. Feuer gibt es aber auch in den Fällen, die Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Partner zum Bearbeiten erhalten: Bei Bad Tölz ist ein Wagen von der Straße abgekommen und völlig ausgebrannt, der Fahrer wurde tot aus dem Wrack geborgen. Auch auf der österreichischen Seite gibt es Brandanschläge. Die Umstände sind äußerst mysteriös. Hängen die Fälle zusammen? Gemeinsam mit Chefinspektor Bernhard Krammer soll Alexa die Fälle grenzübergreifend lösen.

Das Buch ist bereits der fünfte Band um die deutsch-österreichische Zusammenarbeit mit Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Man kann den Krimi allerdings auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn der Fall ist in sich abgeschlossen. Das Cover passt zu den bisherigen Bänden, man erkennt sofort, dass die Bücher zu einer Reihe gehören. Der Einstieg in diesen Fall ist eher langsam, dafür nimmt die Geschichte später ziemlich Fahrt auf. Es sind die vielen Ungereimtheiten, die mich diesmal fasziniert haben, da wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren, und der flüssige Schreibstil hat mich zusätzlich bei der Stange gehalten. Spannend ist auch der private Hintergrund der Ermittler, hier ist es dann doch wieder von Vorteil, wenn man die Vorgängerbände kennt. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, auch der Täter darf seine Sichtweise bekannt machen, was vor allem zum Schluss richtig zum Tragen kam. Interessant ist der Fall auf dem Hintergrund des Lokalkolorits, vor allem durch die grenzübergreifenden Geschehnisse.

Mich hat auch dieser Krimifall aus der Reihe bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2025

Spannender Einstieg in eine neue Zwergen-Fantasy

Zwergenzorn
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Zwerge, Menschen und Elben haben sich zusammengefunden im Freiheitskampf gegen die Unterdrückung durch die Oger und Trolle. Doch der Kampf nimmt ein überraschendes Ende: Durch einen magischen Bann wird ...

Zwerge, Menschen und Elben haben sich zusammengefunden im Freiheitskampf gegen die Unterdrückung durch die Oger und Trolle. Doch der Kampf nimmt ein überraschendes Ende: Durch einen magischen Bann wird ein großer Teil des Zwergenheeres im Inneren eines Berges eingeschlossen. Erst nach hunderten von Jahren löst sich der Bann auf. Als der ehemalige Heerführer der Zwerge nach tausend Jahren endlich in die Gemeinschaft der Zwerge zurückkehren kann, hat sich die Welt verändert, die Menschen haben sich weit ausgebreitet, während die Elben und die Zwergen sich zurückgezogen haben. Doch was keiner bisher so recht weiß: Eine dämonische Macht will die Macht über die Welt übernehmen…

Für mich ist dieser Roman der erste aus einer Welt, die der Autor Frank Rehberg bereits durch mehrere Bücher publik gemacht hat. Zwischendrin hatte ich immer wieder das Gefühl, dass dieses Buch sich viel auf die bisherigen Bände um die Zwergenwelt des Autors stützt, letztendlich aber kann man diesen Band auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Es ist eine spannende Welt voller mythischer Völker, die sich in diesem Buch tummeln, begleitet von jeder Menge Magie und Zauber. Vermisst habe ich ein Personenregister sowie eine Karte dieser Welt, das wäre hilfreich gewesen bei der Fülle der Orte und Charaktere in dieser Geschichte. Vor allem anfangs habe ich mich eher schwer getan, das wurde jedoch im Verlauf der Erzählung etwas einfacher. Für mein Empfinden war etwas viel Kampfgeschehen auf die Seiten des Buches gestreut, aber das ist Geschmackssache, da gibt es sicher Leser, die genau das lieben werden. Die vielen verschiedenen Handlungsstränge werden zum Schluss gekonnt zusammengeführt, wobei noch ganz viele Fragen offen bleiben – genügend Stoff für eine Fortsetzung der Geschichte.

Mich hat dieser Fantasyroman um die Zwerge und ihre Verbündeten und Gegner gut unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Hommage an Thomas Mann

Gefährliche Betrachtungen
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Nidden im Sommer 1930: Thomas Mann verbringt einige Wochen in seinem Sommerhaus. Er arbeitet dort an einer großen Rede, mit der er das deutsche Volk vor dem Nationalsozialismus warnen möchte. Der litauische ...

Nidden im Sommer 1930: Thomas Mann verbringt einige Wochen in seinem Sommerhaus. Er arbeitet dort an einer großen Rede, mit der er das deutsche Volk vor dem Nationalsozialismus warnen möchte. Der litauische Übersetzer Židrūnas Miuleris möchte die Chance nutzen, mit ihm in Kontakt zu kommen, um die Buddenbrooks in seine Sprache zu übersetzen. Thomas Mann nennt ihn eingedeutscht Müller. Miuleris hat ein fotografisches Gedächtnis und kann einen Blick auf das Manuskript der Rede werfen. Aus Neugier schreibt er die Worte des Manuskriptes auf, verliert jedoch die Blätter mit diesen Notizen. Nun ist klar, dass Miuleris und der berühmte Autor sich auf die Suche nach der brisanten Rede machen müssen, bevor diese in die falschen Hände gerät.

Die Geschichte ist rein fiktional, eingebettet in reelle Geschehnisse. Das ist jedoch so gut gemacht, dass es durchaus so hätte geschehen können. Die Erzählung nimmt sich teilweise recht viel Raum für das Geschehen, angepasst an den Schreibstil Thomas Manns. Der litauische Übersetzer erzählt die Geschichte als Ich-Erzähler, aus einer zeitlichen Distanz von einigen Jahrzehnten, er ist mittlerweile über hundert Jahre alt. Dabei beschwört er die Atmosphäre des Jahres 1930 in Nidden herauf, die Geschehnisse sind eingebettet in die politischen und gesellschaftlichen Themen der damaligen Zeit.

Der historische Kriminalroman gerät so zu einer Hommage an Thomas Mann. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Snehilds spannende Reise in die nordische Unterwelt

Snehild - Der Ruf der Unterwelt
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In Midgard verändern sich die Dinge zum Schlechteren: König Aslak regiert rücksichtslos und gegen die Bedürfnisse seiner Untertanen. Die junge Seherin Snehild soll ihn retten. Doch ihre Widersacherin Ragnfrid ...

In Midgard verändern sich die Dinge zum Schlechteren: König Aslak regiert rücksichtslos und gegen die Bedürfnisse seiner Untertanen. Die junge Seherin Snehild soll ihn retten. Doch ihre Widersacherin Ragnfrid belegt sie mit einem Fluch aus Runenmagie, so dass Snehild tödlich erkrankt. Um zu gesunden, muss sie in das finstere Helheim wandern, um dort die Runenmagie zu erlernen und den Fluch zu brechen.

Das Buch ist der zweite Band der Reihe über die Geschichte der Seherin Snehild und basiert auf den Sagen der nordischen Mythologie. In diesem Fantasy-Epos agieren Menschen und Götter, Magie spielt eine große Rolle, sowohl in der Regierung der Königreiche wie auch im Alltag der Bewohner. Die Geschichte schließt in diesem Band an die vorherigen Geschehnisse statt. Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, da die Lektüre des ersten Bandes schon eine Weile her ist; hier ist klar im Vorteil, wer die Bände kurz hintereinander liest. Ohne die Kenntnisse der Geschehnisse im ersten Band wird man sich wohl mit der Lektüre dieses Buches sehr schwer tun. Spannend beschrieben sind die sagenhaften Gestalten dieser nordischen Welt. Snehilds Entwicklung ist faszinierend zu begleiten. Das Ende dieses Bandes bietet einen guten Abschluss für den zweiten Teil der Geschichte, hat aber noch jede Menge offene Fragen, so dass ich mich bereits auf den nächsten Band freue. Ein Glossar zu den Charakteren des Buches wie auch der nordischen Mythen, auf die sich die Geschichte stützt, wäre hier sicher hilfreich gewesen.

Der zweite Teil des Fantasy-Epos über Snehild in der Welt der nordischen Mythologie hat mich bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.