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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2025

Einige Logikfehler, trotzdem unterhaltsam

Courting – Be mine through all time
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Man merkt, dass die Autorin sich mit der Regency-Ära auseinandergesetzt und recherchiert hat. Einige reale Elemente und wahre Begebenheiten wurden miteingebaut. Ich fand gut, dass die Epoche nicht nur ...

Man merkt, dass die Autorin sich mit der Regency-Ära auseinandergesetzt und recherchiert hat. Einige reale Elemente und wahre Begebenheiten wurden miteingebaut. Ich fand gut, dass die Epoche nicht nur romantisiert, sondern auch in einigen Teilen kritisch hinterfragt wurde.

Ich mochte, dass neben der Liebesgeschichte zwischen Rebecca und Reedlan auch ein bisschen Spannung in die Geschichte kam. Bezüglich der Ägyptomanie hätte ich mir gewünscht, noch ein bisschen mehr darüber zu erfahren.

Mir haben zudem Informationen zu den Zeitreisen gefehlt. Wenn man genauer über alles nachdenkt, entstehen so einige Logiklücken, die ich hier aber aufgrund von Spoilern nicht aufdröseln möchte. Gerade das Ende ergibt daher nicht so wirklich Sinn. Mich hat es außerdem sehr gewundert, dass das Ende, so wie es geschehen ist, nie von den Protagonisten in Betracht gezogen wurde. Generell geht es um die Zeitreise an sich eher nur am Rande, vielmehr steht das Leben von Zukunfts-Rebecca in 1816 im Mittelpunkt.

Die Figuren der Geschichte sind schon sehr klischeebehaftet und vieles erinnert auch an Bridgerton. Rebecca verhält sich manchmal etwas naiv. Sie zeigt immer wieder Sachen aus der Zukunft wie Tampons oder ihr Handy und spricht über zukünftige Dinge wie Autos, aber niemand hinterfragt das so richtig.

Insgesamt konnte mich das Buch trotz einiger Kritikpunkte ganz gut unterhalten. Wem der Zeitreiseaspekt nicht so wichtig ist, sondern einfach lesen möchte, wie zwei Jahrhunderte aufeinandertreffen, der dürfte hier richtig sein.

Veröffentlicht am 07.02.2025

Etwas schwächer als der erste Band

Dark Venice. Silent Haze (Dark Venice 2)
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Optisch ist auch der zweite Band wieder ein absoluter Hingucker und wahrscheinlich das mit schönste Buch in meinem Regal. Insgesamt fand ich ihn aber leider etwas schwächer als den ersten Band.

Das lag ...

Optisch ist auch der zweite Band wieder ein absoluter Hingucker und wahrscheinlich das mit schönste Buch in meinem Regal. Insgesamt fand ich ihn aber leider etwas schwächer als den ersten Band.

Das lag unter anderem daran, dass sich der Anfang etwas in die Länge gezogen hat und in den ersten etwa 100 Seiten nicht so viel passiert ist. Danach steigerte sich die Spannung zwar, aber ich hätte mir noch mehr erhofft. Außerdem mochte ich manchmal die Dynamik zwischen Merle und Matteo nicht so. Ich hatte ab und zu das Gefühl, dass der eine den anderen trösten und aufmuntern muss, obwohl es für den einen eine viel belastendere Situation ist.

Ich hatte gehofft, dass man noch etwas zu Merles Familiengeheimnis erfährt und das war dann auch der Fall. Für Italien-Kenner sollte das auch keine große Überraschung sein ;)

Das Setting hat mir sehr gut gefallen, düstere Venedig-Vibes im Herbst/Winter. Auch der flüssige Schreibstil der Autorin hat einen wieder förmlich durch die Geschichte getragen.

Da ich dem ersten Buch 4 Sterne gegeben haben, liegt das Zweite für mich bei 3,5 Sternen. Für Fans des ersten Bandes auf jeden Fall ein Must-read, um die Charakterentwicklung der Protagonisten weiter zu verfolgen und natürlich die Auflösung zu erfahren.

Veröffentlicht am 03.02.2025

Unterhaltsame Brieffeindschaft

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Die Geschichte wird sowohl aus der Ich-Perspektive von Naomi als auch aus der von Luca erzählt. Naomis Erzählungen finden in der Gegenwart statt, während Luca mit dem Kennenlernen und der Entwicklung ihrer ...

Die Geschichte wird sowohl aus der Ich-Perspektive von Naomi als auch aus der von Luca erzählt. Naomis Erzählungen finden in der Gegenwart statt, während Luca mit dem Kennenlernen und der Entwicklung ihrer Brieffreundschaft als Teenager beginnt. Die Briefe der beiden sind richtig fies, aber dadurch auch recht unterhaltsam.

Naomis Charakter bleibt leider sehr oberflächlich. Man lernt sie nicht auf einer tieferen Ebene kennen und erfährt generell wenig von ihrer Persönlichkeit. Luca wurde nahbarer porträtiert, sodass man mit ihm mehr mitfühlen konnte.

Der Plottwist kam für mich nicht überraschend und war schon vorhersehbar. Er ließ dann an manchen Stellen die vorherige Handlung etwas seltsam und auch fragwürdig wirken.

Insgesamt war das Buch für mich eher durchschnittlich und kein Highlight. Für Zwischendurch zum Abschalten ist das Buch bestimmt gut geeignet, so wirklich lange im Gedächtnis bleibt es allerdings nicht.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Aktuelle Bezüge

Von Schafen und Wölfen
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Sehr interessant an dem Buch fand ich, dass der Autor wahre Begebenheiten wie den Sturm auf das Kapitol in Washington in die Geschichte einwebt. Auch einige der Personen haben ein real existierendes, inspirierendes ...

Sehr interessant an dem Buch fand ich, dass der Autor wahre Begebenheiten wie den Sturm auf das Kapitol in Washington in die Geschichte einwebt. Auch einige der Personen haben ein real existierendes, inspirierendes Vorbild, sodass das Buch eine gewisse Aktualität hat.

Die Perspektive aus der Redaktion einer großen deutschen Zeitung hat mir gut gefallen. Da diese kurz davor steht, teilweise von mächtigen Amerikanern übernommen zu werden, stellt sich indirekt immer wieder die Frage, wie frei diese berichten können wird.

Es hat allerdings etwas gedauert, bis ich in die Geschichte reingekommen bin. Gerade am Anfang werden sehr viele Zeitebenen und Personen eingeführt, wodurch es teilweise verwirrend wurde. Manche dieser Personen erwiesen sich dann auch im Laufe des Buches als nicht relevant und hätten weggelassen werden können.

Die Erzählperspektive ist die eines auktorialen, also eines allwissenden Erzählers, wovon ich leider generell kein so großer Fan bin.

Auch waren einige Handlungen aus meiner Sicht nicht ganz so logisch und nicht alle Fragen/Hintergründe wurden geklärt. Der Plott war recht erwartbar und die Spannung nicht darauf gerichtet, wer wen getötet hat, sondern wie alles zusammenhängt.

Insgesamt für mich ein durchschnittlicher Politthriller, der gute Ansätze, aber auch seine Schwächen hat.

Veröffentlicht am 26.11.2024

Persönlich und ungeschönt

Strong Female Character
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Den Inhalt der Biographie an sich möchte ich gar nicht bewerten, denn immerhin ist das das Leben einer echten Person. Ich fand es aber erschreckend, was die Autorin alles durchmachen musste und in welchem ...

Den Inhalt der Biographie an sich möchte ich gar nicht bewerten, denn immerhin ist das das Leben einer echten Person. Ich fand es aber erschreckend, was die Autorin alles durchmachen musste und in welchem instabilen Umfeld sie aufgewachsen ist. Das Buch ist daher nicht für Leute geeignet, die mit Beschreibungen extremer Situation nicht zurechtkommen.

Thematisiert werden unter anderem Sexarbeit, Suizidgedanken, toxische Beziehungen und Familie, Drogen, Alkohol und Gewalt. Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit ihrem Leben bis zur Diagnose mit Mitte 30. Gerne hätte ich noch ein bisschen mehr zu ihrem Leben und Umgang mit Autismus danach erfahren.

Mir fehlte außerdem etwas die Struktur. Zwar ist das Buch einigermaßen chronologisch aufgebaut, aber oft konnte ich nicht nachvollziehen, in welchem Alter die Autorin sich gerade befand. Auch springt sie oft von einer Situation unzusammenhängend zur nächsten.

Leider war mir die Autorin nicht sehr sympathisch. Das muss bei einer interessanten Biographie aber auch nicht immer sein und sie schrieb selbst, dass sie gelernt hat, sich nicht mehr zu verstellen, nur damit Leute sie mögen. Bei mir lag es glaube ich daran, dass ich ihre Aussagen teilweise widersprüchlich fand und nicht immer ihre Moralvorstellungen, z. B. zum Thema Fremdgehen, geteilt habe.

Als Nicht-Betroffene fand ich ihre Ausführungen zum Thema Autismus sehr interessant und konnte damit noch ein Stück mehr Verständnis für verschiedenste Verhaltensweisen aufbringen. Gerade dass der Weg zur Diagnose für Frauen so steinig und lang ist, war mir gar nicht so bewusst. So einen persönlichen und ungeschönten Einblick zu geben, erfordert viel Mut.