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Veröffentlicht am 24.03.2025

Das verlassene Kind

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller ...

Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller Tommi lebt nach der Trennung von seiner Freundin im alten Wohnmobil seines Vaters, der nun auf seine alten Tage in einer Seniorenresidenz sesshaft geworden ist. Auch dessen ehemalige Reinigungskraft, die Ukrainerin Svetlana hat Tommi übernommen. Zusammen finden sie ein kleines Mädchen mit Down Syndrom und versuchen dann, dessen Mutter ausfindig zu machen, was nicht ganz ungefährlich ist.

Dieser Krimi passt wohl am ehesten ins Genre Cosy Crime. Gut fand ich, dass aktuelle Bezüge, wie der Ukraine-Krieg und die Situation der Geflüchteten in Deutschland eine Rolle spielten. Dass Svetlana teilweise ein recht abenteuerliches Deutsch spricht, war teilweise ganz witzig, manchmal aber auch etwas zu viel für meinen Geschmack. Der Kriminalfall selbst wurde recht schlüssig gelöst und die Auflösung war auch nicht zu vorhersehbar. Andere Punkte, die Familiengeschichte von Tommi betreffend oder seine Ex-Freundin, blieben offen, was aber wohl daran liegt, dass dies der erste Teil einer Reihe sein soll. Tommi als Protagonist war für mich greifbarer und ich konnte mich besser mit ihm identifizieren, wozu die Erzählperspektive wesentlich beitrug.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Eine Auswahl schneller Pastagerichte für jeden Geschmack

Schnell mal Pasta
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Dieses Büchlein aus dem GU-Verlag bietet einen Grundstock von etwa 30 schnellen Pastagerichten sowohl mit als auch ohne Fleisch oder Fisch, sodass für jeden Geschmack und je nachdem, worauf man gerade ...

Dieses Büchlein aus dem GU-Verlag bietet einen Grundstock von etwa 30 schnellen Pastagerichten sowohl mit als auch ohne Fleisch oder Fisch, sodass für jeden Geschmack und je nachdem, worauf man gerade Appetit hat, etwas dabei sein sollte. Die Zutaten sind dabei aber oft nicht so gewählt, dass sie ausschließlich aus der Vorratskammer stammen, sondern meist werden frische Kräuter, Gemüse, Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte benötigt, die einen Einkauf vor dem Kochen erfordern, auch wenn die Zutatenmenge insgesamt im Rahmen bleibt. Das Adjektiv "schnell" bezieht sich auf die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten, die aber wahrscheinlich eher für etwas geübtere Köche gelten, wer nicht ganz so fix schnippelt und weniger gut organisiert ist, benötigt wahrscheinlich einige Minuten länger.

Was die Vielfalt der Rezepte und den Grad der Inspiration angeht, den sie bieten, würde ich sagen, das dünne Buch richtet sich eher an Menschen, die noch nicht so viele andere Kochbücher besitzen und es übersichtlich lieben. Ein paar Rezepte empfand ich durchaus als recht kreativ und sie hoben sich von den "Pastaklassikern" ab, vieles kennt man aber auch schon von anderswo und es gibt zum Beispiel mehrere verschiedene Pestorezepte, die sich von der Art der Zubereitung ja doch recht ähneln. Auch die Basics zur Pasta-Zubereitung, welche Nudel zu welcher Art Sauce passt, etc., hätte ich jetzt nicht gebraucht und hätte mir dafür lieber noch ein paar ausgefallener Saucenkompositionen zusätzlich gewünscht. Die Fotos der Gerichte sind aber sehr ansprechend fotografiert und auch die Kochanleitungen gut nachvollziehbar und übersichtlich gestaltet.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Ostsee-Krimi mit Thrillerelementen

Die Brandung – Leichenfischer
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Die Covergestaltung passt gut zum Schauplatz, der winterlichen Ostsee. Auch der Wiedererkennungswert ist gegeben, was die Zugehörigkeit zu einer Reihe angeht. Es handelt sich nämlich um den zweiten Band, ...

Die Covergestaltung passt gut zum Schauplatz, der winterlichen Ostsee. Auch der Wiedererkennungswert ist gegeben, was die Zugehörigkeit zu einer Reihe angeht. Es handelt sich nämlich um den zweiten Band, den ersten habe ich nicht gelesen, was für den aktuellen Fall keine Rolle spielt, aber bei einigen Personen hatte ich so dann das Gefühl, sie nicht so richtig zu kennen, ohne die bisherige Vorgeschichte.

Schauplatz ist die Ostsee im deutsch-dänischen Grenzgebiet, am Rande einer Ausgrabung von Archäologin und Ex-Polizistin Fria Svensson wird zunächst eine Frauenleiche gefunden, später eine weitere. Sie haben gemeinsam, dass sie anscheinend nach einem alten Wikingerritual bestattet wurden. Zudem werden aktuell weitere junge Frauen vermisst. Kommissar Ohlsen aus Flensburg zögert aber erst einmal, mit Fria zusammenzuarbeiten.

Abgesehen davon, dass ich die Vorgeschichte der verschiedenen Charaktere miteinander doch gerne gekannt hätte, haben mich die vielen Perspektivwechsel anfangs etwas überfordert. Diese erinnern teils auch mehr an einen Thriller als an einen Krimi, das muss man mögen. Grundsätzlich blieb der Fall aber lange spannend und die Autorin schreibt sehr anschaulich, sodass man sich gut an die verschiedenen Schauplätze versetzen kann. Die Protagonist:innen haben alle ihre Ecken und Kanten und sind somit nicht zu beliebig.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Die Bedrohung rückt näher

Nachtflut
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Bei diesem Thriller haben das auffällige Cover, der Schauplatz an der Ostseeküste und die recht aktuelle Thematik mein Interesse geweckt.

Elisa lebt nach einigen schweren Schicksalsschlägen und der Trennung ...

Bei diesem Thriller haben das auffällige Cover, der Schauplatz an der Ostseeküste und die recht aktuelle Thematik mein Interesse geweckt.

Elisa lebt nach einigen schweren Schicksalsschlägen und der Trennung von ihrem Ehemann allein in ihrem Elternhaus in Deichnähe in einem kleinen Ort an der deutschen Ostseeküste. Seit vielen Tagen regnet und stürmt es extrem und die Deiche sind extrem durchweicht und drohen zu brechen, sodass so gut wie alle Bewohner ihres Heimatortes ihre Häuser fluchtartig verlassen. Elisa gelingt es nicht rechtzeitig, weg zu kommen und sie rettet sich zunächst zu ihren Nachbarn im Haus gegenüber, einem älteren Paar, das auf den ersten Blick harmloser wirkt, als es ist. Und Elisa muss dann nicht nur die bedrohlichen Wassermassen fürchten, sondern hat auch Angst vor ihrem Ex-Geliebten Paul, der das Chaos um die Flut genutzt hat, um aus einem nahegelegenen Gefängnis für Schwerverbrecher zu entkommen.

Ich hatte beim Lesen etwas Schwierigkeiten wirklich mit Elisa warm zu werden, da ich mich aufgrund einiger Verhaltensweisen nicht so recht mit ihr identifizieren konnte. Verschiedene Erzählperspektiven tragen zum Spannungsaufbau bei, wobei mich die plötzlich zusätzlich auftauchenden Tagebucheinträge zunächst ziemlich verwirrt haben. Es gibt auch falsche Fährten und nicht alles ist so, wie man zunächst vermutet. Am Ende sorgt ein Cliffhanger dafür, dass auch eine Fortsetzung denkbar ist. Insgesamt wäre meiner Meinung nach etwas weniger Drama realistischer gewesen, da quasi jede Person recht extreme Probleme und Vorgeschichten hat, auch die Frauenfiguren, die im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen, hätten für mich etwas stärker und eigenständig handlungsfähig ausfallen dürfen und nicht ganz so abhängig von Männern und anderen Dingen. Auch die rechtlichen Hintergründe, was die Verurteilung von Elisas Ex-Geliebten angeht, fand ich nicht vollkommen schlüssig. Die Thematik mit der Flut und den brechenden Deichen fand ich aber gerade in Zusammenhang mit den zuletzt immer häufiger auftretenden Hochwassern interessant und auch der Schreibstil war gut lesbar.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Loretta goes to Hollywood

Not your Darling
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Bei diesem Roman passt die Covergestaltung mit den, auf den ersten Blick, nicht besonders harmonischen Farben und dem Schwarz-Weiß-Foto einer perfekt geschminkten Frau mit einem sehr ausdrucksstarken Blick ...

Bei diesem Roman passt die Covergestaltung mit den, auf den ersten Blick, nicht besonders harmonischen Farben und dem Schwarz-Weiß-Foto einer perfekt geschminkten Frau mit einem sehr ausdrucksstarken Blick sehr gut zu den 50er Jahren und der Thematik.

Die 20-jährige Loretta trifft 1950 in Los Angeles ein, um dort ihrem Traum näher zu kommen, Maskenbildnerin in Hollywood zu werden. Dafür nimmt sie Entbehrungen in Kauf, findet aber auch immer wieder Möglichkeiten, die sie ihrem Ziel doch wieder ein kleines Stück näher bringen. Zugleich ist sie manchmal aber auch etwas naiv und gerät so in teils sehr ungute Situationen. Ihre Rache ist dann aber meist ebenfalls nicht gesetzeskonform.

Der Roman schildert, abgesehen von einigen Längen mit z. B. einem zu intensiven Fokus auf Schminktipps, auf eine recht unterhaltsame und authentische Art, wie es im Hollywood der 50er Jahre zuging und worauf Frauen sich oft einlassen mussten, um dort beruflich voranzukommen. Der Schreibstil war dabei gut lesbar, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die weiblichen Nebenfiguren noch etwas greifbarer gestaltet worden wären. Wer Romane mag, die in den USA der 50er und 60er Jahre spielen, wird aber sicher gut unterhalten werden.

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