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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2019

Urkomisch und rührend

An Nachteule von Sternhai
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Nach viel ernster Lektüre brauchte ich ein lustiges Buch und fand es in diesem Kinder-/ Jugend-/ All-Age Buch.

Dieser Roman brachte mich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen (aus Berührtheit). Passiert ...

Nach viel ernster Lektüre brauchte ich ein lustiges Buch und fand es in diesem Kinder-/ Jugend-/ All-Age Buch.

Dieser Roman brachte mich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen (aus Berührtheit). Passiert mir sehr selten beim Lesen. Vielleicht war ich an dem Tag auch besonders anfällig...:)

Schon gleich nach den ersten Seiten war ich verzückt. Es trägt ein wenig den "Doppelte Lottchen" Charme und ist doch ein klein wenig anders. Diese beiden 12 jährigen Mädchen....mein Herz wurde butterweich, ich fand sie einfach soo rührend. So authentisch wie Kinder halt sind. Liebenswert, naiv, ehrlich. Beide sind in ihrem Charakter und ihren Vorlieben dennoch recht verschieden. Bett, die Wilde, liebt Tiere über alles. Avery ist eher ängstlich, aber sehr belesen. Die beiden wohnen 500 km voneinander entfernt.

Ihre Väter haben sich ineinander verliebt und wollen die Töchter in ein gemeinsames Sommercamp stecken, so dass sie sich anfreunden können und der Hochzeit nichts im Wege steht. Bett und Avery sind von allem erstmal gar nicht begeistert. Um die Pläne der Väter zu durchkreuzen, beginnen sie sich in E-Mails auszutauschen. Diese zu lesen, macht einfach nur Freude und ist urkomisch!

Der ganze Roman besteht aus E-Mails und Briefen, wobei die meisten zwischen Avery und Bett gewechselt werden, aber auch ihre Väter, Betts Oma, Averys Mutter oder auch die Campleiter und Erzieher kommen zu Wort. Das ist vielleicht ein klein wenig anstrengend zu lesen, da man gut darauf achten muss, wer nun wem schreibt.

Der Roman ist dennoch sehr kurzweilig geschrieben und es gibt überraschende Wendungen. Man braucht aber auch etwas Durchhaltevermögen, da die erzählte Zeit ca. 1-2 Jahre umfasst. Vielleicht wäre es insgesamt etwas runder gewesen, hätte man hier etwas gekürzt. Andererseits fand ich den Verlauf auch nicht schlecht, weil so eine Entwicklung gezeigt werden konnte. Eine Entwicklung, die nicht dem typischen Happy End Roman entspricht, sondern ganz realistisch Familienbeziehungen, Liebesbeziehungen und Freundschaften betrachtet, die auch schwierige Phasen überstehen oder eben auch nicht überstehen.

Der Ton ist sehr modern, da immer wieder auf aktuelle Themen Bezug genommen wird, wie z.B. Umweltschutz und Regenbogenfamilien. Zudem macht das Buch Mut und ist mit viel positiven und aufmunternden Worten versehen.

Ich habe mich wunderbar amüsiert und empfehle das Buch gern für Leute zwischen 11 und 111 Jahren..:)

Veröffentlicht am 01.10.2019

Anregendes und sympathisches Kinderbuch

Little People, Big Dreams – Jane Austen
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Dieses Bilderbuch finde ich sehr besonders, weil es sich mit eher "Erwachsenenthemen" an Kinder richtet. Es ist Teil der Reihe: Little people BIG DREAMS, die nun ins Deutsche übersetzt wurde. Hier stehen ...

Dieses Bilderbuch finde ich sehr besonders, weil es sich mit eher "Erwachsenenthemen" an Kinder richtet. Es ist Teil der Reihe: Little people BIG DREAMS, die nun ins Deutsche übersetzt wurde. Hier stehen Frauen und auch einige Männer im Mittelpunkt, die als Kinder schon Träume und Wünsche hatten und dann in Folge Großes erreicht haben.
In diesem wird Jane Austen vorgestellt und man erhält einen Einblick in ihr Leben. Sie war schon als kleines Mädchen sehr bildungshungrig und wurde von ihrem Vater, entgegen der damaligen Konventionen, unterrichtet und gefördert. Sie las sehr viel und begann zu schreiben. Als junge Frau verliebte sie sich leider sehr unglücklich. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in ihrem Roman Stolz und Voruteil, der dann unter einem Pseudonym veröffentlicht wurde.

Die Illustrationen gefielen mir gut, sie sind liebevoll, kindgerecht und aussagekräftig. Der jeweilige Text ist kurz, prägnant und verständlich. Er lädt zu Nachfragen der jungen Leser/innen ein. Grundsätzlich hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht, da ich das Ende nicht ganz rund finde und es als recht abrupt erlebte.
Zum Abschluss gibt es noch einen Fließtext für die Erwachsenen, der die Biographie Jane Austens zusammenfasst.
Das Buch macht Lust, sich Jane Austens Leben näher zu betrachten und ihre Romane zu lesen. Auch weckt es Neugier, sich mit Geschichte und Rollenbildern auseinanderzusetzen. Gleichzeitig macht es Mut, dem eigenen Weg zu folgen, auch wenn es schwierig ist.

Das Lesealter ist ab 4 Jahren angegeben. Allerdings werde ich das Buch meinen Kindern etwas später geben, im Grundschulalter etwa, wenn sie schon ein wenig mehr die historischen Hintergründe verstehen können. Zu alt kann man für dieses Buch eigentlich nicht sein, weil die Illustrationen schön sind, der Inhalt bewegt und anregt, sich darüber hinaus mit der Thematik zu beschäftigen.

Nun bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf die anderen Persönlichkeiten, die innerhalb dieser Reihe vorgestellt werden..:)

Veröffentlicht am 15.07.2025

Diebstahl eines Gemäldes von Piet Mondrian

Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum
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Detektiv Stanley hat sich aus dem aktiven Polizeidienst zur Ruhe gesetzt, bekommt aber einen Brief, dass er schnell zum Museum kommen soll, da es hier einen Einbruch gab. Dort trifft er auf die Museumsdirektorin ...

Detektiv Stanley hat sich aus dem aktiven Polizeidienst zur Ruhe gesetzt, bekommt aber einen Brief, dass er schnell zum Museum kommen soll, da es hier einen Einbruch gab. Dort trifft er auf die Museumsdirektorin Rosenbaum sowie Inspektor Shiro, der in Stanley einen unliebsamen Konkurrenten sieht. Sie besehen sich das Chaos im Museum, doch nach kurzer Zeit wird Stanley plötzlich aufgrund einer Finte verhaftet und landet im Gefängnis. Dort bleibt er jedoch nicht lange, da er das Rätsel um den Einbrecher und Kunstdieb gelöst hat und den wahren Dieb überführen kann.

Das Buch ist im Comic Stil verfasst. Die Illustrationen sind sicher Geschmackssache. Meinen Kindern gefielen sie nicht so sehr. Mir gefielen sie, trotz des etwas ungewöhnlichen Stils, da man überall nette und lustige Details entdecken kann. Insgesamt gibt es immer wieder humorvolle Momente, die den Kriminalfall auflockern.

Sprachlich ist das Comic nicht für Erstleser geeignet, sondern für Kinder, die schon recht sicher beim Lesen sind. Es gibt einige schwierige Worte. Zudem ist die Geschichte recht lang und durchaus auch etwas komplex und detailliert, so dass man Geduld und Überblick benötigt.
Detektiv Stanley verkörpert einen sympathischen, sehr klugen, gelassenen und in sich ruhenden Ermittler. Daneben gibt es noch etliche andere Figuren, die aber insgesamt recht oberflächlich/ schematisch dargestellt werden.

Der Fall an sich hat uns nicht so wirklich mitgerissen, ich kann nicht genau sagen, warum, ich glaube, weil meine Kinder einfach noch zu jung waren (7 Jahre). Es wird damit geworben, dass man miträtseln kann- dem ist aber eher nicht so.

In dem Fall geht es letztlich um den Diebstahl eines berühmten Bildes: "Composition Deux" von Piet Mondrian. Hier im Comic heißt er Zieg Mondrian. Diese Umbenennung hat mir nicht so gut gefallen und hätte es auch nicht gebraucht. Abschließend folgen noch kurze Einblicke in das Leben von Piet Mondrian, diese waren zwar recht interessant, aber auch eher für ältere Lesende geeignet. Mir liegt abstrakte Kunst nicht sehr, vielleicht lag es auch daran, dass der Funke bei mir insgesamt nicht ganz übersprang.
3,5 Punkte

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2025

Rasant in schönem Setting

The Surf House
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Ein warmer Herbst in Marokko. Bea entscheidet sich spontan, ihren Modeljob hinzuschmeißen, da er sie nicht erfüllt und langweilt. Doch dann gerät sie in Marrakesch in eine schreckliche Situation mit fatalen ...

Ein warmer Herbst in Marokko. Bea entscheidet sich spontan, ihren Modeljob hinzuschmeißen, da er sie nicht erfüllt und langweilt. Doch dann gerät sie in Marrakesch in eine schreckliche Situation mit fatalen Folgen. Sie findet unerwartete Hilfe durch eine Hotelbesitzerin, die ihr in ihrem kleinen Surfhotel am Meer Unterschlupf gewährt. Bald darauf wird Bea mit einem Gast konfrontiert, der seine verschwundene Schwester sucht und sie beginnt ihm zu helfen, da sie dringend Geld benötigt...

Bea war mir grundsätzlich sympathisch und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Sie ist noch jung, von ihrer Mutter erhält sie keine Unterstützung und sie versucht sich neu zu orientieren.Sie wirkte oft etwas naiv und neigte sehr dazu, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen, was mich manchmal wirklich nervte. Die anderen Charaktere fand ich auch ganz interessant, insgesamt werden sie allerdings nicht sehr tief gezeichnet, was ich allerdings auch nicht erwartet habe, aber es ergaben sich ganz interessante Dynamiken und Beziehungsgeflechte.

Das Setting hat mir besonders gut gefallen. Die marokkanische Küste, umgeben von Surfern und Reisenden aus aller Welt, schafft eine lebendige Atmosphäre, in der verschiedene Kulturen und Weltanschauungen aufeinandertreffen. Über das Surfen wusste ich vorher nicht viel, aber die bildhaften Beschreibungen haben mir dieses Thema nähergebracht und mein Interesse geweckt. Ebenfalls gefielen mir die bildhaften Beschreibungen der marokkanischen Landschaft sehr gut.

Neben dem schönen Setting ist die Atmosphäre der Geschichte recht unheilvoll, was einen interessanten Kontrast schafft. Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig zu lesen, das Erzähltempo, besonders am Anfang ist sehr rasant. Ständig passiert etwas, was das Miträtseln spannend macht. Die Spannung wird zudem durch kurze Kapitel und eingestreute Rückblenden hochgehalten. Allerdings wurde mir nach einer Weile, leider etwas zu schnell, klar, wem man nicht ganz vertrauen konnte. Dennoch gab es einige Wendungen, die mich überraschen konnten. Der Showdown war für meinen Geschmack etwas übertrieben und hinterließ ein schales, trauriges Gefühl, da viele Charaktere hier falsche Entscheidungen getroffen haben.

Insgesamt ist dieser Thriller eine gelungene Lektüre für zwischendurch, ideal, um abzutauchen und durch die Seiten zu surfen. :)
3,5

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Wir sind nur so krank wie unsere Geheimnisse

Leuchtfeuer
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Ich hörte das Hörbuch – gesprochen von Julian Horeyseck – und fand, dass er angenehm langsam, sehr nuanciert, vielfältig und eindringlich spricht. Seine Sprechmelodie wirkte allerdings mitunter etwas anstrengend, ...

Ich hörte das Hörbuch – gesprochen von Julian Horeyseck – und fand, dass er angenehm langsam, sehr nuanciert, vielfältig und eindringlich spricht. Seine Sprechmelodie wirkte allerdings mitunter etwas anstrengend, da ein gewisser Pathos mitschwang, der mir nicht immer passend erschien. Insgesamt hörte ich aber sehr gern zu.

Im Mittelpunkt stehen zwei unglückliche Familien, die in der gleichen Strasse leben.

Die Geschwister Theo und Sarah verursachen als Jugendliche einen Autounfall mit schwerwiegenden Folgen; auch ihr Vater, ein Arzt, trägt Mitschuld. Innerhalb der Familie wird nie über das Geschehene gesprochen. Klar und eindringlich werden die Lebenswege aufgezeigt, in denen insbesondere Sarah und Theo an der Schuld sowie dem damit verbundenen Geheimnis bzw. Tabuthema ein Stück weit zerbrechen und in ihrer persönlichen Entwicklung stark behindert werden. So trinkt Sarah, während sich Theo auf keinerlei Beziehungen einlassen kann.

Die zweite Geschichte dreht sich um einen Jungen, der sich im Autismus-Spektrum befindet und von seinem Vater nicht so unterstützt und geliebt wird, wie er es benötigt.

Thematisch stehen Familiendynamiken, Verlusterlebnisse und Schuld im Fokus. Psychologisch fein beobachtet werden die Figuren gut beleuchtet, und ich konnte mich sehr gut hineinversetzen bzw. über sie nachdenken.

Es gibt verschiedene Perspektivwechsel sowie Zeitsprünge, die immer wieder auch mit Vorwegnahmen ergänzt werden. Der Aufbau hat mich jedoch nicht in Gänze überzeugt und fand die Geschichte nicht ganz rund erzählt. Anfangs wusste ich nicht so recht, wohin die Reise geht. Ebenso gegen Ende, wo die Corona Thematik miteinfloss und damit ein weiteres Thema einbrachte, was nicht unbedingt hätte sein müssen, zerfaserte die Geschichte etwas. Inhaltlich stolperte ich zudem über die spirituellen Einflüsse, die es eigentlich auch nicht nötig gehabt hätten. Allerdings liess ich mich darauf ein und denke, dass es doch ein wichtiger Trost in solch schwierigen Verlustmomenten sein kann.

Insgesamt ist das Hörbuch spannend und fesselnd. An einigen Stellen wurde ich tief berührt. Es lädt zum Nachdenken ein und macht deutlich, wie wichtig es ist, miteinander über Probleme zu sprechen und welch destruktive Kraft Geheimnisse und Tabus besitzen. Nicht zuletzt bietet es Trost in verschiedenen Lebenslagen und gibt Mut in entsprechenden Situiationen anders zu handeln, als die Protagonist*innen.
3,5

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