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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2025

unvorhersehbarer Genremix

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Mein erster Roman von Stuart Turton. Und er lässt sich nicht in ein Genre einordnen. Ein bisschen Dystophie und SF, ein bisschen Krimi und Klimakrise. Das hat mir ausnehmend gut gefallen, dieser ungewöhliche ...

Mein erster Roman von Stuart Turton. Und er lässt sich nicht in ein Genre einordnen. Ein bisschen Dystophie und SF, ein bisschen Krimi und Klimakrise. Das hat mir ausnehmend gut gefallen, dieser ungewöhliche Genremix, der in sich auch einige überraschende Wendungen und Spannungsmomente birgt.

Nur gut 120 Menschen haben einen weltweiten giftigen Nebel überlebt. Nun droht aber auch ihnen das Ende, ausgelöst durch einen Mord in ihrer Gemeinschaft und die Ahnung, dass damit auch ein Anschlag auf ihrer aller Sicherheit vertuscht werden soll.

Der Erzählstil ist eher knapp und sehr klar. Die kleine menschliche Gemeinschaft, die von der Natur auf ihre Grundbedürfnisse zurückgeworfen wurde, ist überschaubar und bedrückt ein wenig mit ihrer sehr reglementierten Welt auf einer kleinen Insel.

Das Ende ist unvorhersehbar und hat mir gut gefallen. Ein Autor, den ich gerne durch andere Bücher weiter entdecken möchte.

Veröffentlicht am 16.02.2025

Schöner Familienroman

Die Garnett Girls
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Was mir gefallen hat an Georgina Moores Debütroman „Garnett Girls“.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen. Zum einen Mutter Margo, die am Scheitern ihrer leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Richard, schwer ...

Was mir gefallen hat an Georgina Moores Debütroman „Garnett Girls“.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen. Zum einen Mutter Margo, die am Scheitern ihrer leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Richard, schwer zu tragen hat. Nachdem der Vater ihrer drei Töchter sie verlassen hat, verliert sie erst mal den Boden unter den Füßen und die Kinder leiden darunter. Während die Älteste versucht, ihre Mutter zu unterstützen, obwohl sie selbst erst 11 Jahre alt ist, so sind die jüngeren Mädchen verunsichert und entwickeln eigene Überlebens-Strategien, die sie auch im Erwachsenenleben belasten. Das Familienkonstrukt wackelt aber am Ende hilft es doch, dass die Frauen sich auf ihre Stärken besinnen und daran sogar wachsen.

Was mir nicht so gefallen hat.
An der ein oder anderen Stelle, hatte man den Text gerne etwas straffen können und der Leserschaft auch mehr Raum für eigene Interpretationen geben dürfen.

Fazit: Ein schöner Frauen- und Familienroman mit ein bisserl Luft nach oben.

Veröffentlicht am 09.02.2025

wichtiges Thema

Coast Road
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Das erz-katholische Irland vor 30 Jahren. Ich war tatsächlich ziemlich entsetzt, wie rückständig und frauenfeindlich dieses Land vor nicht einmal 3 Jahrzehnten noch war. Ich konnte es nicht fassen, dass ...

Das erz-katholische Irland vor 30 Jahren. Ich war tatsächlich ziemlich entsetzt, wie rückständig und frauenfeindlich dieses Land vor nicht einmal 3 Jahrzehnten noch war. Ich konnte es nicht fassen, dass eine bigotte Männergesellschaft den Frauen nicht nur ihre Selbstbestimmung verwehrte, sondern im Falle einer Trennung vom Ehemann auch den Enzug der Kinder, die Verachtung der Gesellschaft und Gewalt und Psychoterror.

Die Heldinnen der Geschichte sind ganz normale Frauen. Ihre Stärke müssen sie erst noch finden aber gemeinsam können sie Stück für Stück etwas für sich bewegen.

Angesichts heutiger negativer Entwicklungen z.B. in den USA ist dieses Buch und dieses Thema immer noch, oder schon wieder, hochaktuell. Der Schreistil ist leserfreundlich und man merkt, dass Die Autorin nicht einfach eine Geschichte erzählen wollte, sondern die Leserschaft zum Nachdenken bringen möchte.

Veröffentlicht am 09.02.2025

mehr davon erwünscht

Kummersee
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Ich habe "Kummersee" in zwei Tagen durchgesuchtet. Aufmerksam wurde ich u.a. durch den Titel und das coole Cover auf den Krimi.

Die Hauptdarstellerin, Lena, kommt als Personenschützerin nach 30 Jahren ...

Ich habe "Kummersee" in zwei Tagen durchgesuchtet. Aufmerksam wurde ich u.a. durch den Titel und das coole Cover auf den Krimi.

Die Hauptdarstellerin, Lena, kommt als Personenschützerin nach 30 Jahren in ihr Heimatdorf. Die Behörden überlegen, ob dort ein Endlager errichtet werden könnte. Um den Kummersee ranken sich seltsame, bedrohliche Mythen. Außerdem ist dort damals ihr Bruder auf ungeklärte Weise ums Leben gekommen. Die Stimmung, die in der ersten Hälfte durch das Buch wabert, ist für einen Kriminalroman ungewöhnlich, denn man fragt sich mehr als einmal, ob hier auch Mysterie drin steckt oder nur jemand die Ängste der Menschen ausnutzt. Das fand ich sehr unterhaltsam und hat mich immer neugieriger gemacht. Die dörflichen Strukturen, das Kleinbürgerliche, kommt gut rüber und man versteht, warum Lena damals weg musste. Den ökologischen Gesichtspunkt fand ich sehr passend und das Thema war für mich in einem Krimi neu.

Ein guter Erstling, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 09.02.2025

guter Erstling

Schmerz
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Ein neues Ermittlerteam betritt die Bühne der isländischen Crime-Szene. Dora und Rado. Die eine hat nach einem Einsatz psychische Beschwerden und wurde sehr lange an den Schreibtisch verbannt, der andere ...

Ein neues Ermittlerteam betritt die Bühne der isländischen Crime-Szene. Dora und Rado. Die eine hat nach einem Einsatz psychische Beschwerden und wurde sehr lange an den Schreibtisch verbannt, der andere hat Familie in der Verbrecherszene und wird deshalb von einem großen Einsatz abgezogen und mit Dora auf einen Vermisstenfall angesetzt.

Eigentlich sind es zwei Fälle, die in diesem ersten Krimi von Jon Atli Jonasson eine Rolle spielen. Eine Großrazzia und eine verschwundene Jugendliche. Aber die größte Stärke des Buches ist, meiner Meinung nach, das Ermittlerduo, das relativ ausführlich eingeführt wird und auch im Laufe der Geschichte an den Ecken und Kanten und privaten Problemen fast zu scheitern droht.

Das Buch liest sich flüssig. Der Plot ist stringent erzählt, hätte gerne ein paar kniffelige falsche Fährten gebrauchen können. Ein solider Erstling mit etwas Luft nach oben.