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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2025

Realistisch, aber

Dunkle Asche
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Bei dunkler Asche handelt es sich um eine Krimi von einem Autor den ich bis dato noch nicht kannte - zumindest nicht unter diesem Pseudonym. Für mich ein guter, fesselnder und flüssiger Schreibstil. ...

Bei dunkler Asche handelt es sich um eine Krimi von einem Autor den ich bis dato noch nicht kannte - zumindest nicht unter diesem Pseudonym. Für mich ein guter, fesselnder und flüssiger Schreibstil. Sämtliche Charaktere werden sehr realitätsnah und echt gezeichnet. Die beiden Kommissarinnen die in einem alten 30 Jahre zurückliegenden Cold Case ermitteln erscheinen einen wie die Nachbarin von nebenan; mit Kanten, Ecken und Geheimnissen sowohl im Jetzt aber auch in der Vergangenheit. Sehr gut werden die Selbstzweifel von Gudrun, eine der Ermittlerinnen, dargestellt, die damals von 30 Jahren selbst in diesen Fall involviert war. Der Fall nimmt schnell Fahrt auf, hat viele Wendungen und man kann selbst sehr gut "mitermitteln".
Das Ende kommt dann allerdings etwas überraschend und klischeehaft. Auch werden einige Lebensformen der Ermittlerinnen etwas zu häufig wiederholt - hier wäre Weniger Mehr .

Trotz dieser, meiner Meinung nach nicht so gelungenen Nebenschauplätze, handelt es sich um einen soliden Krimi, der die Entwicklungen bei Polizeiermittlungen gut aufzeigt und gut zu lesen ist.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Solider Krimi

Die Brandung – Leichenfischer
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Das etwas düster gehaltene Cover passt zum Genre und "Tatort" des Buches, hat aber keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen - gut gewählt.
Die ersten etwa 100 Seiten tat ich mich ehrlich gesagt ...

Das etwas düster gehaltene Cover passt zum Genre und "Tatort" des Buches, hat aber keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen - gut gewählt.
Die ersten etwa 100 Seiten tat ich mich ehrlich gesagt etwas schwer in die Geschichte abzutauchen. Unheimlich viele lose Handlungsstränge und noch mehr Namen. Vielleicht liegt es daran, dass ich Band 1 nicht gelesen habe und mir daher ein paar Zusammenhänge fehlten; aber mit der Zeit kommt man trotzdem gut hinein und es wird verständlicher. Die Hauptprotagonisten werden menschlich und überaus sympathisch gezeichnet. Die Geschichte selbst ist vielleicht etwas abgehoben, aber in der heutigen Zeit "Wer weiß..." (die Nachrichten belegen es ja immer wieder). Auf alle Fälle geschichtlich sehr gut recherchiert und verständlich wiedergegeben.
Durch die vielen Handlungsstränge, und dadurch natürlich vielen Verdächtigen, bleibt es bis zum Schluss spannend und man kann gut mitermitteln. Und ab der Hälfte nimmt die Handlung auch richtig Fahrt auf. Ein weglegen ist fast nicht mehr möglich. Das Ende kommt dann für den Ein oder Anderen doch etwas überraschend und nüchtern daher.

Schöner, meist flüssiger Schreibstil; manches mal geschieht der Perspektivwechsel dann doch etwas zu schnell - zwei drei Sätze länger wären hier etwas schöner und nicht so bremsend gewesen.

Fazit:
Ein solider, gut recherchierter und lesenswerten Krimi für den ich eine Leseempfehlung geben kann.
Wer gerne Serien liest ist hier ohne Zweifel richtig, doch kann (zumindest dieser Band) auch alleine für sich gelesen werden.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Kurios aber lebensnah

Die Schule der Mitternachtswelt 1
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Dieses Buch ist der Auftakt für ein neues Fantasy-Abenteuer - angesprochen werden sollen hier die jungen Leser ab 10 Jahre.
Ganz langsam beginnt diese Reihe in der erst einmal die vorkommenden ...

Dieses Buch ist der Auftakt für ein neues Fantasy-Abenteuer - angesprochen werden sollen hier die jungen Leser ab 10 Jahre.
Ganz langsam beginnt diese Reihe in der erst einmal die vorkommenden Charaktere ausführlich vorgestellt werden. Und diese haben es teilweise durchaus in Sich, sehr phantasieanregend. Aber auch vollkommen "normale", pickelige und übergewichtige Teenager finden hier ihren Platz. Und genau diese unterschwellige Botschaft macht die Schüler der Mitternachtswelt so sympathisch und echt. Keine Vollkommenheit, sondern herrlich normal und mit sämtlichen Teenagerproblemen behaftet können sich hier die jungen Leser mit den Protagonisten identifizieren. Und dieser bunte Haufen zusammengewürfelter Schüler/Kreaturen/Halbweltgestalten bildet eine Gemeinschaft die durch Dick und Dünn geht. Die sich vertraut, sich aufeinander verlässt und ohne Vorurteile miteinander umgeht.

Ab der Mitte des Buches nimmt dann auch das Abenteuer sehr an Fahrt auf und man kann es kaum mehr aus der Hand legen. Anfangs sind noch ein paar Sprünge in der Handlung, doch diese klären sich ein paar Kapitel später dann auf - für die jungen Leser wird hier der Lesefluss etwas unterbrochen was leider nicht so gut angekommen ist. Aber es sind schöne und kurze Kapitel.

Die Geschichte ist gut und kindgerecht erzählt; ein bisschen gruselig, sehr abenteuerlich, nachvollziehbar aber auch lehrreich.

Schöner Auftakt für eine Fantasy-Serie.


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Veröffentlicht am 11.09.2024

Ungewöhnliche Zeitreise

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Eine ungewöhnliche Geschichte über eine alte Handwerkskunst eingepackt in ein wunderschön gestaltetes Buch dessen Farbschnitt so aussieht wie man sich die Perlen vorstellt die die Hauptprotagonistin ...

Eine ungewöhnliche Geschichte über eine alte Handwerkskunst eingepackt in ein wunderschön gestaltetes Buch dessen Farbschnitt so aussieht wie man sich die Perlen vorstellt die die Hauptprotagonistin Orsola anfertigt. Ungewöhnlich daher, da uns Orsola und ihre Familie über mehrere Jahrhunderte hinweg begleiten (dabei selbst aber nur wenige Jahre altern) und uns die Geschichte der Glaskunst auf Murano näherbringt.
Am Anfang auch etwas befremdlich (da ich Bücher in dieser Art so noch nicht gelesen habe) aber auch raffiniert. Die Autorin verwebt viele historisch belegte Personen, unter anderem Giacomo Casanova und Kaiserin Josephine, mit fiktiven Personen um eine große Geschichte in Zeiten von Pest, Besetzung, Weltkriegen bis hin zur Corona-Epidemie zu erzählen. Immer eingebettet in die wechselreiche und eindrucksvolle Geschichte Venedigs.
Sehr gut bis in kleinste Einzelheiten recherchiert, in einem flüssigen Schreibstil erzählt, erwachen die gut gezeichneten Charaktere, vor einer schillernden und gläsernen Silhouette zum Leben. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen kommen auch nicht zu kurz.
Und wenn man dann auch mal den kleinen Italienisch Kurs entdeckt hat der sich am Ende des Buches versteckt, macht das lesen noch viel mehr Spaß.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Starker Start

Sing, wilder Vogel, sing
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Unheimlich stark beginnt der Roman über eine der größten Katastrophen Irlands in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine Hungersnot unbekannten Ausmaßes. Sehr einfühlsam und lebendig beschreibt ...

Unheimlich stark beginnt der Roman über eine der größten Katastrophen Irlands in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine Hungersnot unbekannten Ausmaßes. Sehr einfühlsam und lebendig beschreibt die Autorin das Leben der kleinen Honora. Eine Kindheit ohne Mutter, da diese bei der Geburt verstorben war und ohne Vater, da dieser mit dem Kind nichts anzufangen wusste. Ein Leben geprägt von irischen Aberglauben, von Elend, Hunger und Anderssein. Auch ihr Leben als Erwachsene in dem sich Not und Elend perlengleich aneinanderreihen wird sehr detailliert dargestellt. Als Not und Hunger ihren Höhepunkt erreichen und fast das gesamte Dorf, inclusive ihres Ehemannes, den Tod findet beschließt sie unter vielen Mühen und kaum vorstellbaren Strapazen für ein besseres Leben nach Amerika auszuwandern.

Ab der Überfahrt als blinde Passagierin und einem wieder von viel Arbeit und Not geprägten Leben in Amerika hat sich der Schreibstil etwas verändert. Was vordem sehr gut recherchiert und flüssig geschrieben war wirkt ab der Zeit in Amerika etwas gekünstelt und mühsam zusammengestückelt; irgendwie fast unglaubwürdig.

Nichtsdestotrotz ist es ein schöner und gut geschriebener Roman, der einem ein trauriges und sehr düsteres Kapitel europäischer Geschichte näherbringt - durchgängig überschrieben mit dem Wunsch nach Freiheit.

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