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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2025

Romantik und Aberglauben

Something Old, Someone New
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Jessie Rosens Roman Something Old, Someone New verbindet Romantik mit einer Spur Selbstfindung und einer Prise Aberglauben. Die Geschichte dreht sich um Shea Anderson, die sich aufgrund der Warnungen ihrer ...

Jessie Rosens Roman Something Old, Someone New verbindet Romantik mit einer Spur Selbstfindung und einer Prise Aberglauben. Die Geschichte dreht sich um Shea Anderson, die sich aufgrund der Warnungen ihrer Nonna weigert, einen vererbten Ring als Verlobungsring zu akzeptieren. Ihre Suche nach der Geschichte des Rings führt sie quer über den Globus – von New York über Italien bis nach Portugal – und bringt sie nicht nur mit der Vergangenheit des Schmuckstücks, sondern auch mit ihren eigenen Vorstellungen von Liebe und Ehe in Berührung.

Die Grundidee des Buches ist charmant und vielversprechend: eine Reise voller unerwarteter Entdeckungen, die romantische Erwartungen hinterfragt und gleichzeitig von der Bedeutung familiärer Prägungen erzählt. Die Schauplätze sind abwechslungsreich gewählt und versprühen einen gewissen Reiz – auch wenn die Atmosphäre der Reise nicht immer so greifbar wird, wie es das Setting erhoffen lässt.

Shea ist eine sympathische Protagonistin, deren Aberglaube und Zweifel sie glaubwürdig und greifbar machen. Allerdings fällt es teilweise schwer, ihre Bindung zu ihrem Verlobten John nachzuvollziehen – insbesondere, da sein Verhalten in Bezug auf den Ring ihre Sorgen kaum ernst zu nehmen scheint. Der Journalist Graham sorgt für eine interessante Dynamik, bleibt aber eher im Hintergrund, als dass er eine große Rolle in der Handlung übernimmt.

Die Erzählweise ist angenehm locker, leidet jedoch unter zu kurzen Kapiteln und einer manchmal sprunghaften Entwicklung. Viele Wendungen passieren zu leicht, wodurch die emotionale Tiefe etwas verloren geht. Wer sich eine klassische Liebesgeschichte mit großem Charakterwachstum erwartet, könnte hier etwas enttäuscht werden, da sich die Geschichte eher episodenhaft entfaltet.

Obwohl das Buch unterhaltsam ist, bleibt es insgesamt recht vorhersehbar und bringt wenig frischen Wind in das Genre. Für Fans von leichten, romantischen Geschichten mit einem Hauch von Mystery und Familiengeschichte könnte Something Old, Someone New dennoch eine unterhaltsame Lektüre sein.

Veröffentlicht am 03.02.2025

Erforschung der Ekstase

Berauscht der Sinne beraubt
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Ekstase ist ein faszinierendes Thema – ein Zustand zwischen völliger Hingabe und Kontrollverlust, der in unterschiedlichsten Kulturen und Epochen eine bedeutende Rolle spielte. In Berauscht der Sinne beraubt ...

Ekstase ist ein faszinierendes Thema – ein Zustand zwischen völliger Hingabe und Kontrollverlust, der in unterschiedlichsten Kulturen und Epochen eine bedeutende Rolle spielte. In Berauscht der Sinne beraubt widmet sich Racha Kirakosian diesem Phänomen aus einer kulturhistorischen, religiösen und medizinischen Perspektive. Das Buch bietet einen tiefgehenden Blick darauf, wie ekstatische Erfahrungen in der Antike selbstverständlich waren, während sie in der Moderne zunehmend als irrational abgetan werden.

Inhaltlich ist das Werk detailliert und fundiert, allerdings auch stellenweise schwer zugänglich. Der wissenschaftliche Stil mit vielen Fachbegriffen und historischen Quelltexten kann den Lesefluss erschweren, insbesondere für diejenigen, die ohne Vorkenntnisse in die Materie eintauchen. Besonders zu Beginn wirkt die Fülle an Informationen beinahe erschlagend. Wer eine moderne oder interdisziplinärere Betrachtung erwartet, könnte sich zudem an der starken Fokussierung auf religiöse und mittelalterliche Aspekte stören.

Das wohl größte Hindernis für potenzielle Leser dürfte jedoch das Cover sein. Mit seinem grellen, überladenen Design könnte es leicht falsche Erwartungen wecken und schreckt möglicherweise diejenigen ab, die sich für eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung interessieren.

Trotz dieser Schwächen bietet Berauscht der Sinne beraubt spannende Einblicke in ein Thema, das in der Wissenschaft oft übersehen wird. Wer sich nicht von der dichten Sprache und den vielen historischen Exkursen abschrecken lässt, kann hier eine tiefgehende Analyse einer außergewöhnlichen menschlichen Erfahrung entdecken.

Veröffentlicht am 04.11.2024

Mütter und Töchter

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen – Roman über Mütter und Töchter“ ist ein ganz schön langer Titel und ich wünschte mir jemand hätte bei Titel und Cover bessere Arbeit geleistet. Allein der lächerliche ...

„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen – Roman über Mütter und Töchter“ ist ein ganz schön langer Titel und ich wünschte mir jemand hätte bei Titel und Cover bessere Arbeit geleistet. Allein der lächerliche Titel würde mich nämlich schon davon abhalten das Buch im Buchladen in die Hand zu nehmen. Der Untertitel „Roman über Mütter und Töchter“ ist da schon besser gewählt und bringt den Inhalt genau auf den Punkt. Die Autorin Anna Brüggemann beschäftigt sich in ihrem Buch mit den Beziehungen zwischen Müttern und ihren Töchtern.

Die Mutter ist in diesem Fall Regina, die als typische Vertreterin der Nachkriegsgeneration beschrieben wird. Sie hat Psychologie studiert und von einer akademischen Laufbahn geträumt, aber ihre Karriere hat auf Grund ihrer Familie dann doch leiden müssen. Daher setzt sie nun all ihre Hoffnungen auf ihre Töchter: Antonia und Wanda. Antonia bricht allerdings ihr Studium ab und wird alleinerziehende Mutter, was nicht den Vorstellungen der Mutter entspricht. Wanda erfüllt zwar Reginas Vorstellungen, aber sie entwickelt eine Essstörung, die allerdings von allen ignoriert wird.

Der Roman beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Regina und ihren Töchtern, aber auch mit der Konkurrenz zwischen Antonia und Wanda und inwiefern die Mutter die Dynamik zwischen den Schwestern beeinflusst. Die Frauen stehen dabei komplett im Mittelpunkt der Handlung und die Männer an ihren Seiten werden mehr oder weniger außen vor gelassen. Die Geschichte wird zudem auf mehrere Zeitebenen erzählt, wodurch es leichter fällt die Protagonistinnen und ihre Entwicklungen nachzuvollziehen.

„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ versucht – wie der Titel vielleicht schon vermuten lässt – ein sehr tiefgründiger Roman zu sein. Die Handlung fand ich allerdings stellenweise doch sehr klischeehaft und es war offensichtlich wohin die Geschichte gehen würde. Das Buch ist nicht schlecht und wird sicherlich sein Publikum finden, aber für mich war es kein Highlight und in erster Linie wird mir wohl der lächerliche Titel in Erinnerung bleiben.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Spannende Sci-Fi Fantasy

Immortal Longings
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„Immortal Longings“ entführt den Leser in des Königreich von Talin, in dessen Hauptstadt San-Er jedes Jahr tödliche Spiele stattfinden. Dem Sieger locken Reichtümer und Ruhm. Den Verlierern der Tod. Calla ...

„Immortal Longings“ entführt den Leser in des Königreich von Talin, in dessen Hauptstadt San-Er jedes Jahr tödliche Spiele stattfinden. Dem Sieger locken Reichtümer und Ruhm. Den Verlierern der Tod. Calla ist fest entschlossen bei den Spielen als Siegerin hervorzugehen. Doch Anton ist ebenfalls besessen davon die Spiele zu gewinnen, denn es ist seine letzte Möglichkeit seine Freundin zu retten und seine Schulden zu begleichen. Schnell geraten die beiden aneinander, doch sehen sich gezwungen einen Pakt einzugehen um im Spiel weiterzukommen.

Chloe Gong spielt mit vielen sehr interessanten Ideen und auch ihr Worldbuilding ist spannend beschrieben. San-Er ist eine futuristische Stadt und zeigt die Schattenseiten vom ständigen Wachstum an. Die Autorin beschreibt das Setting gelungen und man hat das Gefühl selber in San-Er zu stehen. Die Handlung selbst ist dabei von Anfang an mitreißend und durch den Wettbewerb kommt keine Langeweile auf.

Die Charaktere waren für mich der größte Schwachpunkt der Geschichte. Ich konnte weder Calla noch Anton viel abgewinnen und obwohl man merkt das beide absichtlich unsympathisch dargestellt werden, hilft das beim lesen nur wenig. Ich konnte die Handlungen der beiden nicht immer nachvollziehen und besonders den „Enemies to Lovers“ Aspekt fand ich sehr schlecht umgesetzt. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach nicht und man nimmt Ihnen die Gefühle nicht ab.

Der Beginn ist vielleicht etwas langsamer vom Tempo her, aber dafür nimmt die Fahrt mit jedem Kapitel mehr Fahrt auf. Man fragt sich ständig was wohl als nächstes passiert und die Autorin schafft es viele unerwartete Wendungen einzubauen.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss, ich fand die deutsche Übersetzung leider überhaupt nicht gelungen. Ich habe das Buch schließlich auf englisch gelesen und es liegen wirklich Welten zwischen den beiden Versionen. Wem es möglich ist, dem kann ich nur ans Herz legen die Geschichte im Original zu lesen.

Veröffentlicht am 12.08.2024

Zwei Schicksale

Die Unvollkommenheit des Glücks
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„Die Unvollkommenheit des Glücks“ von Clara Maria Bagus fokusiert sich auf die Charaktere Ana und Lew, die vollkommen unterschiedlichen Leben führen, aber deren Schicksale sich gleich zweimal kreuzen. ...

„Die Unvollkommenheit des Glücks“ von Clara Maria Bagus fokusiert sich auf die Charaktere Ana und Lew, die vollkommen unterschiedlichen Leben führen, aber deren Schicksale sich gleich zweimal kreuzen. Ana befindet sich mit 40 Jahren in einer aussichtslosen Beziehung und muss sich damit auseinander setzen was sie für ihre Zukunft möchte. Lew ist für sein Land in den Krieg gezogen und muss sich nun mit dieser neuen Realität auseinander setzen und feststellen, dass der Krieg nicht so ist wie er es sich vorgestellt hat.

Die Autorin hat Psychologie studiert und man merkt, dass sie versucht der Geschichte eben diesen Stempel aufzudrücken. Ich fand das Buch ehrlich gesagt teilweise doch sehr langatmig und obwohl ich das Buch beendet habe, blieb es mir dann doch nicht wirklich in Erinnerung. Für mich wirkte es so als möchte die Autorin mit der Geschichte sehr viel erreichen und aussagen, aber wirklich beeindruckend fand ich das Gesamtwerk dann doch nicht. Ich habe gesehen, dass einige Leser ihren Schreibstil als sehr poetisch empfanden, allerdings kann ich dem nur bedingt zustimmen. Ich habe grundsätzlich nichts an dem Buch auszusetzen und der Schreibstil ist definitiv nicht schlecht. Aber mir haben die Momente gefehlt, wo ich Zitate markieren wollte, weil ich sie schön fand und letztendlich habe ich auch tatsächlich keine einzige Stelle markiert.

Die Handlung wird im doppelten POV erzählt, was mir immer sehr gut gefällt. Zu Ana und Lew konnte ich aber nur schwer eine Verbindung aufbauen und auch ihre einzelnen Schicksale gingen mir nur bedingt nahe. Vielleicht war es gerade einfach nur die falsche Zeit für das Buch, aber ich fand es in allen Punkten eher durchschnittlich und kann keine Punkte benennen, die für mich wirklich hervorgestochen sind. Das Buch wird sicherlich seine Fans finden, aber für mich ist es kein Buch was ich im Bücherregal stehen haben möchte, sondern eher eines was ich einmal lese und dann weiter verschenke.