Innovative Idee und guter Auftakt, dann aber mit deutlichen Schwächen
Wedding People (deutsche Ausgabe)Ich fand die Figurenkonstellation des Romans wirklich äußerst reizvoll. Zwei Frauen treffen in einem Luxus-Hotel aufeinander. Während die eine ihre minutiös geplante, glamouröse Hochzeit feiern möchte, ...
Ich fand die Figurenkonstellation des Romans wirklich äußerst reizvoll. Zwei Frauen treffen in einem Luxus-Hotel aufeinander. Während die eine ihre minutiös geplante, glamouröse Hochzeit feiern möchte, ist die andere nur für ihren Su!zid gekommen. Leider hat der Roman für mich aber zu sehr an der Oberfläche gekratzt, sodass das Potenzial der Idee für mein Empfinden nicht annähernd ausgeschöpft wurde.
Den trockenen Humor der Geschichte mochte ich wirklich gern, fand ihn im Vergleich zum emotionalen Tiefgang aber schlicht zu dominant. Phoebe ist eine richtig interessante, smarte Figur und wie über sie Depressionen dargestellt werden, hat mir gut gefallen. Dafür kann es gar nicht genug authentische Repräsentation geben! Und doch blieb sie mir bis zum Schluss einfach zu distanziert. Auch die Beziehung zwischen Phoebe und Lila wurde an ihrem Potenzial vorbei geschrieben und neben der zweifelsfrei existierenden humorvollen Ebene habe ich eine emotionale Verbundenheit sehr vermisst.
Dabei werden neben psychischer Gesundheit auch einige andere ernste Themen behandelt wie der Tod einer Beziehungsperson oder unfreiwillige Kinderlosigkeit. Und auch den Ansatz einer Sozialkritik mit dem satirischen Blick auf reiche Menschen mochte ich. Doch es fehlte mir einfach der Spark. Mit überspitzten Figuren habe ich in einer Satire kein Problem, doch das ist es irgendwie nicht, was der Roman primär vorgibt zu sein. Ihm fehlt meiner Meinung nach eine gesunde Balance zwischen ernstem Tiefgang und auflockernden Elementen.
Streckenweise ist „Wedding People“ sicherlich gute Unterhaltung und einige Male habe ich dank des gut geschriebenen Humors geschmunzelt. Aber dann gab es auch Phasen, in denen ich quergelesen habe, weil es mir zu platt und langatmig war. So ganz wusste ich bis zum Schluss nicht, wo die Geschichte eigentlich hinmöchte. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen aufgrund des Marketings für dieses Buch auch einfach hoch angesetzt. Für einen lockeren oder packenden Summer-Read würde ich das Buch nicht wirklich empfehlen.