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Veröffentlicht am 10.04.2025

✎ Lars Klinting - Kasimir tischlert

Kasimir tischlert
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Vor ein paar Jahren hat mein Kind das italienische Buch „Teodoro fa la torta“ geschenkt bekommen. Als ich neulich in unser Bücherregal schaute und Kasimir entdeckte, kam mir der kleine Biber gleich bekannt ...

Vor ein paar Jahren hat mein Kind das italienische Buch „Teodoro fa la torta“ geschenkt bekommen. Als ich neulich in unser Bücherregal schaute und Kasimir entdeckte, kam mir der kleine Biber gleich bekannt vor. Und tatsächlich: Kasimir und Teodoro sind derselbe Charakter - nur in unterschiedlichen Sprachen.

Im ersten Band rund um Kasimir begleiten wir den sympathischen Biber beim Bau einer eigenen Werkzeugkiste. Dabei wird jedes verwendete Werkzeug detailreich und realistisch gezeichnet - fast wie in einem kleinen Sachbuch. Besonders schön: Am Ende des Buches gibt es eine genaue Bauanleitung, mit der Kinder (gemeinsam mit einem Erwachsenen) ihre eigene Werkzeugkiste nachbauen können.

Ein kleiner Kritikpunkt: Auf einer der Illustrationen hat Kasimir mehrere Nägel im Mund - eine Szene, die ich persönlich problematisch finde. Auch wenn sie wahrscheinlich humorvoll gemeint ist, möchte ich solche Bilder ungern Kindern zeigen, da sie riskantes Verhalten nachahmen könnten.

Abgesehen davon hat uns das Bilderbuch voll überzeugt. Ich würde es sofort weiterempfehlen - am liebsten zusammen mit einer kleinen Werkbank oder einem Kinderwerkzeug-Set. Perfekt für Kinder, die gerne selbst Hand anlegen und dabei von Erwachsenen begleitet werden.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 11.02.2025

✎ Hanna Jansen - Linus im Glück

Linus im Glück
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Geschichten vom Anderssein sind wichtig. Kinder lernen auf diese Weise viele verschiedene Sichten kennen - auch jene, mit denen sie im Alltag nicht konfrontiert werden.

„Linus im Glück“ brachte uns stundenlange ...

Geschichten vom Anderssein sind wichtig. Kinder lernen auf diese Weise viele verschiedene Sichten kennen - auch jene, mit denen sie im Alltag nicht konfrontiert werden.

„Linus im Glück“ brachte uns stundenlange Gespräche ins Haus.

Zum einen ist da dieser traurige Umstand, dass der Bär in seiner Umgebung nicht nur nicht gemocht wird, nein, die anderen haben regelrecht Angst vor ihm. Er wird zudem massiv von Kindern gemobbt und am Ende sogar aus seiner Heimat vertrieben.

Als ich das das erste Mal alleine gelesen hatte, war ich wirklich geschockt, wie viel Leid Linus zu ertragen hatte. Ich wollte das Buch bereits nicht fertig gelesen aussortieren und niemals meinem Kind zeigen.

Dann las ich weiter und verstand immer mehr die Intension der Autorin.

Irgendwann trifft eine Gruppe Bären auf Linus, die ihn so akzeptieren, wie er ist; die ihn einfach annehmen; die keine Angst vor seinem Charakter und seinem Aussehen haben.

Für mich persönlich waren jedoch die Anfangsszenen zu brutal, zu intensiv. 6 traurige Seiten gegenüber 5 glücklichen Seiten. Das ist mir in einem Kinderbuch ab 4 Jahren zu unausgewogen. Ich habe es auch tatsächlich erst mit meinem Kind gelesen, als sie selbst bereits 6 1/2 Jahre alt war. Ein supergutes Alter, in dem sie alles verstanden hat, Fragen stellen konnte, Erklärungen aufnahm.

Es stellt sich Lesenden die Frage, ob Linus eventuell eine kognitive Beeinträchtigung hat.
Er antwortet mit immer den drei gleichen Sätzen.
Er lacht, als Kinder ihn anspucken, während er hinter Gitterstäben sitzt.
Es macht ihm nichts aus, als er aus der Stadt vertrieben wird.

Doch Hanna Jansen stellt dies nicht als Defizit dar. Es ist eine Besonderheit von Linus; etwas, das ihn zu dem macht, was er ist.

Die ausdrucksstarken und detailreichen Illustrationen unterstreichen das Geschriebene.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.01.2025

✎ Benjamin Wallenborn - Weltenbummler Kids 8 Das Geheimnis der vier Tempel: Ein Abenteuer in Vietnam

Das Geheimnis der vier Tempel
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Wir durften mit B-OB bereits nach Botswana, in die USA und nach Großbritannien reisen. Dieses Mal ging es nach Vietnam.

Auf der ersten Umschlagseite erfährt man, wo die bisherigen Erlebnisse (mittlerweile ...

Wir durften mit B-OB bereits nach Botswana, in die USA und nach Großbritannien reisen. Dieses Mal ging es nach Vietnam.

Auf der ersten Umschlagseite erfährt man, wo die bisherigen Erlebnisse (mittlerweile 8) stattgefunden haben. Auf der letzten kann man die Reiseroute in Vietnam mitverfolgen.

Es gibt wie immer: viel zu entdecken, sehr viele Informationen, die nicht nur für Kinder interessant sind und ein Abenteuer, welches die ein oder andere Wendung bereit hält.
Informationen werden spannend in die Erzählung integriert, sodass wir nicht das Gefühl hatten, belehrt zu werden und etwas lernen zu müssen. Selbst ich als Erwachsene fand es interessant, meinen Horizont auf diese Weise zu erweitern.

„Das Geheimnis der vier Tempel“ ist ein großes Buch mit viel Text. Auf 74 Seiten lernen wir allerlei vom Land kennen. Kinder benötigen also Ausdauer beim Zuhören. Die Lektüre ist aber in einige Kapitel unterteilt, sodass man immer wieder eine Pause einlegen kann.

Die Illustrationen sind uns nicht detailreich genug. Sie sind zwar bunt und groß, aber es gibt wenig zu entdecken darauf. Und wenn dann mal viele Einzelheiten gezeichnet wurden, dann eher im verwaschenen Stil, sodass man nicht wirklich etwas erkennen kann.
Für uns ist das Text-Bild-Verhältnis daher nicht so optimal.

Auf dieser Reise geht es darum, dass manche Schätze in Museen in aller Welt stehen, die da vielleicht gar nicht hingehören. Ein super Gesprächsanlass für mich und meine Tochter, weil sie zum Beispiel schon oft gefragt hat, warum manche Sachen im Museum stehen und nicht in ihrer natürlichen Umgebung verbleiben, weil man der Natur - und in diesem Fall dem Volk - etwas weg nimmt.

Von mir gibt es an dieser Stelle erneut eine Empfehlung für Grundschulkinder.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.01.2025

✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 4 und der Feuerkelch

Harry Potter und der Feuerkelch (Harry Potter 4)
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Als ich die Bücher vor knapp 20 Jahren das erste Mal gelesen habe, war ich fasziniert von der magischen Welt und der Schreibweise der Autorin. Ich wusste: Irgendwann möchte ich sie auch meinem Kind zur ...

Als ich die Bücher vor knapp 20 Jahren das erste Mal gelesen habe, war ich fasziniert von der magischen Welt und der Schreibweise der Autorin. Ich wusste: Irgendwann möchte ich sie auch meinem Kind zur Verfügung stellen und hoffe, dass es genauso begeistert ist.

Als ich vor ein paar Monaten Band 1 erneut las, war ich erstmal ernüchtert. Bei mir sprang kaum ein Funke über. Ich empfand es als langweilig und stellenweise unlogisch. Ich erwog, die Reihe direkt abzubrechen, um mir den Zauber von früher zu erhalten. Doch ich gab Band 2 eine Chance und habe es bisher nicht bereut.

„Harry Potter und der Feuerkelch“ ist genauso rasant wie seine Vorgänger.
Joanne K. Rowling weiß es, Lesende zu fesseln. Der Weltenaufbau ist spektakulär. Ich bin keine erprobte Fantasyleserin, weil mir oft die Vorstellungskraft fehlt, doch hier gibt es nur wenige fantastische Elemente. Und wenn, dann sind sie so hinreichend beschrieben, dass selbst ich ein Bild vor Augen habe. In meinem Kopf läuft die ganze Zeit ein Kino mit und ich habe das Gefühl, einen Film zu schauen und nicht, ein Buch zu lesen.

Der Schreibstil ist leicht und einnehmend, sodass ich regelrecht durch die Seiten fliege.

Leider gibt es auch bei diesem Teil Ungereimtheiten, die mich gestört haben. Manches hat keine Erklärung bekommen, obwohl es einer bedurfte.

Der Verlag vergibt eine Altersempfehlung ab 10 Jahren für die ganze Reihe. Ich denke, die Kinder sollten mit Harry Potter mitwachsen. Immerhin ist der Zauberlehrling in Band 4 bereits 14 Jahre alt, im letzten müsste er dann 17 sein - meiner Meinung nach zu alt für ein 10-jähriges Kind, um sich mit ihm wirklich identifizieren zu können.
Hinzu kommen die krassen Spannungsmomente und die angewandte Gewalt, mit denen 10-Jährige nicht immer umgehen können.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.12.2024

✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 3 und der Gefangene von Askaban

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Harry Potter 3)
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Es ist erstaunlich, wie viel ich nach über 15 Jahren noch weiß bzw. wie viel ich auch vergessen habe.

Band 3 der Reihe ist nicht weniger spannend als sein Vorgänger.

Durch die leichte Sprache, permanente ...

Es ist erstaunlich, wie viel ich nach über 15 Jahren noch weiß bzw. wie viel ich auch vergessen habe.

Band 3 der Reihe ist nicht weniger spannend als sein Vorgänger.

Durch die leichte Sprache, permanente (An)Spannung und den tollen Weltenaufbau hatte ich einfach immer das Bedürfnis, weiterlesen zu wollen. Hogwarts ist in meinen Augen virtuos, eigen, auffallend - eine Umgebung, in die ich gerne eintauche.

Dies macht in meinen Augen ein gutes Kinderbuch aus: Dass sich Lesende einfach mal fallen lassen und Spaß haben können. Es muss pädagogisch nicht immer super wertvoll sein. Dennoch hat der Fantasyklassiker auch das zu bieten: Streben nach dem Wohl anderen gegenüber, Treue, Freundschaft, Offenheit - Werte, die die Autorin gekonnt in ihren Zeilen niedergeschrieben hat, ohne die Moralkeule zu schwingen.

Harry Potter ist für mich ein Wohlfühlbuch mit der richtigen Portion Spannung. Ich fiebere dem großen Finale entgegen, auch wenn ich erst bei der Hälfte angekommen bin.

©2024 Mademoiselle Cake