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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2025

Ich mochte es

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Ja, es gibt viele Stellen im Buch, die man als "eklig" bezeichnen könnte, weil wir als Menschen dazu erzogen worden sind, alles, was irgendwie aus dem Körper kommt, als eklig anzusehen, uns dafür zu schämen ...

Ja, es gibt viele Stellen im Buch, die man als "eklig" bezeichnen könnte, weil wir als Menschen dazu erzogen worden sind, alles, was irgendwie aus dem Körper kommt, als eklig anzusehen, uns dafür zu schämen und jeden natürlichen Geruch sofort abzuwaschen oder mit etwas Unnatürlichem zu überdecken.

Die Beobachtungen und die Gesellschaftskritik der Autorin sind schmerzhaft genau, das mag einigen Leser:innen nicht gefallen. Ich mochte den Schreibstil, die Erzählweise und die Protagonist:innen - weil es wirklich selten ist, dass ich mit wirklich niemandem in einem Buch auch nur im geringsten sympathisiere - außer vielleicht Joey, dem Spitzpudel.

Einen Punkt Abzug gibt es tatsächlich, weil mir das Ende ein bisschen zu offen war und ich sehr gerne eine Art Showdown gelesen hätte, bei dem alle Protagonist:innen aufeinandertreffen.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Super Reihenabschluss

Teufels Tanz
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Ich gebe deshalb "nur" 4 Sterne, weil ich andere Bücher von Ursula Poznanski NOCH besser fand - es ist ein ganz toller Krimi!

In diesem dritten und abschließenden Band um Fina Plank und ihre Mordgruppe ...

Ich gebe deshalb "nur" 4 Sterne, weil ich andere Bücher von Ursula Poznanski NOCH besser fand - es ist ein ganz toller Krimi!

In diesem dritten und abschließenden Band um Fina Plank und ihre Mordgruppe wird es nochmal richtig spannend. Ein alter Mann nach dem anderen wird umgebracht - aber sie scheinen sich nicht zu kennen und (bis auf ihr Alter) nichts gemein zu haben. Wer bringt diese Männer um und warum?

Der Schreibstil ist wie immer toll, das Buch lässt sich flüssig lesen und es wird nie langweilig. Es wird abwechselnd hauptsächlich aus Finas Perspektive erzählt, ab und zu aus der ihres Kollegen Ahmet, und aus der des "Kuckucks" also des Täters, wodurch man eine Ahnung von den Hintergründen bekommt.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, vor allem konnte ich mit Fina in Bezug auf ihre Schwester Calli mitfühlen, die sich bei ihr eingenistet hat und ihre halbe Wohnung okkupiert. Ich hoffe, wir werden Fina und ihren Kollegen nochmal begegnen!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Gut erzählt mit spannendem Twist

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mit den verschiedenen Zeitebenen und musste öfter zurückblättern, um den Überblick zu behalten. Doch sobald ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, konnte ...

Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mit den verschiedenen Zeitebenen und musste öfter zurückblättern, um den Überblick zu behalten. Doch sobald ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen!

Besonders spannend fand ich die vielen offenen Fragen, die mich durch die Handlung begleitet haben: Was ist mit der Ärztin passiert? Welche Rolle spielt Elijah in all dem? Nach und nach verdichteten sich die Ereignisse, und die zunächst losen Handlungsstränge fügten sich immer mehr zusammen.

Elijahs Entwicklung hat mich besonders fasziniert – wie er die Hütte renoviert und ein fast autarkes Leben führt. Und natürlich die Frage, wann er endlich Nakita wiedersieht.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr stieg die Spannung. Wem konnte man glauben – Erins Tagebucheinträgen oder Elijahs eigener Darstellung der Ereignisse? War es wirklich Mord oder doch Selbstmord, der nur wie ein Verbrechen inszeniert wurde? Auch die komplizierte Beziehung zwischen Elijah und Erin warf viele Fragen auf ...

Meine Vermutung, wer hinter allem steckt, wurde schließlich bestätigt...

Das Finale war packend, vor allem die Gerichtsverhandlung und deren Ausgang haben mir sehr gut gefallen! Die letzten Seiten waren mir persönlich etwas zu kitschig, aber insgesamt hat mir das Buch wirklich super gefallen. Eine fesselnde Geschichte mit überraschenden Wendungen und einer komplexen Erzählweise – absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Eindringlicher Roman über Hoffnung, Verzweiflung und gesellschaftliche Hürden

Achtzehnter Stock
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Mit "Achtzehnter Stock" ist der Autorin ein eindringlicher Roman gelungen, der mit einem starken Einstieg fesselt und bis zum Schluss nachhallt. Die Geschichte zieht die Leser:innen sofort in ihren Bann, ...

Mit "Achtzehnter Stock" ist der Autorin ein eindringlicher Roman gelungen, der mit einem starken Einstieg fesselt und bis zum Schluss nachhallt. Die Geschichte zieht die Leser:innen sofort in ihren Bann, nicht zuletzt durch den eindrucksvollen Schreibstil, der mit wenigen Worten lebendige Bilder erschafft.

Die Protagonistin steht im Zentrum eines Lebens zwischen prekären Verhältnissen und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Besonders eindrücklich wird ihr Kampf für ihr krankes Kind dargestellt – ein Gefühl der Hilflosigkeit und Verzweiflung, das sich wohl viele Eltern (oder auch Nicht-Eltern) gut vorstellen können. Das gesellschaftliche Problem, dass Frauen oft nicht ernst genommen werden, wenn sie auf Missstände hinweisen, schwingt hier ebenso mit wie die Ungerechtigkeit der Care-Arbeit, die allein an ihnen hängenbleibt, während die Männer sich ihrer Verantwortung entziehen.

Auch die Frauen im Hochhaus sind stark gezeichnete Figuren, deren Lebensrealität sich zwischen Resignation und der Sehnsucht nach Veränderung bewegt. Der Wunsch der Protagonistin, diesem Milieu zu entfliehen, ist mehr als nachvollziehbar – ebenso wie ihre Zweifel daran, ob es ihr wirklich gelingt. Der Roman schildert eindrucksvoll, wie soziale Herkunft und Chancen miteinander verknüpft sind, und wie schwer es ist, sich aus bestimmten Lebensumständen zu befreien.

Parallel dazu wird die Welt der Filmbranche beleuchtet – eine Welt, die von Beziehungen, Opportunismus und wenig Rücksichtnahme geprägt ist. Dass sich die Protagonistin in ihr behaupten muss, während sie gleichzeitig für ihr Kind da sein will, stellt einen weiteren inneren Konflikt dar. Die Entwicklung der Figur ist spannend, wenn auch nicht immer sympathisch. Im Laufe der Handlung verliert sie zunehmend ihre anfängliche Bodenständigkeit und rutscht in eine Art Antiheldinnen-Rolle, was das Buch umso realistischer macht.

Das Ende lässt ambivalente Gefühle zurück. Der Roman beginnt mit voller Kraft, verliert dann vielleicht ein wenig an Fokus, bleibt aber dennoch durchweg fesselnd. Die Mischung aus Sozialkritik, persönlichem Drama und stilistischer Feinfühligkeit macht "Achtzehnter Stock" zu einem intensiven Leseerlebnis, das nachdenklich stimmt und im besten Sinne unbequem bleibt.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Spannend und atmosphärisch

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Nachdem ich den ersten Band der Reihe sehr gut fand, musste ich natürlich auch den zweiten lesen. Statt im tiefsten Schnee befinden wir uns jetzt auf einer Insel im Sommer, wo die Kommissarin Maya Topelius ...

Nachdem ich den ersten Band der Reihe sehr gut fand, musste ich natürlich auch den zweiten lesen. Statt im tiefsten Schnee befinden wir uns jetzt auf einer Insel im Sommer, wo die Kommissarin Maya Topelius ein Yoga-Retreat macht, um sich endlich mal zu erholen.

Es ist schon hilfreich, den ersten Band zu kennen, sonst hätte man bei einigen Dingen Schwierigkeiten, diese zu verstehen.

Doch wie sollte es anders sein, wird ausgerechnet an Mittsommar, was in Schweden ein sehr großes Fest ist, ein Mann tot aufgefunden ...

Mehr will ich gar nicht zum Inhalt schreiben, schon der Prolog ist mega spannend und man versteht erst rückblickend die Ausmaße.

Ich fand es gut, dass man jetzt eine weitere Freundin besser kennenlernt, die auch im ersten Band schon am Rande vorkam. Auch die Naturbeschreibungen sind sehr treffend, man hat das Gefühl, vor Ort zu sein.

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