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Veröffentlicht am 14.12.2017

Die heilende Kraft der Literatur

Ich treffe dich zwischen den Zeilen
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Handlungsüberblick:

„Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ erzählt vom Wunder der Liebe und von der heilenden Kraft der Literatur. Loveday versucht, die Welt von sich fern zu halten. Sie ist eine wahre ...

Handlungsüberblick:

„Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ erzählt vom Wunder der Liebe und von der heilenden Kraft der Literatur. Loveday versucht, die Welt von sich fern zu halten. Sie ist eine wahre Büchernärrin und umgibt sich lieber mit Literatur als mit Menschen. Neben ihren tiefschwarze gefärbten Haaren und ihren Piercings, trägt sie die Anfangssätze ihrer Lieblingsromane als Tattoos auf dem Körper. Wirklich wohl fühlt sie sich nur in Archies Antiquariat. Der alte Mann hat ihr nicht nur einen Job gegeben, er akzeptiert sie vor allem, ohne Fragen zu stellen. Als Loveday den Zauberer Nathan kennenlernt, scheint ihre Welt heller zu werden: Er nimmt sie mit zu einem Poetry-Slam, und die Gedichte öffnen beiden einen Weg, sich die Dinge mitzuteilen, für die ihnen sonst die Worte fehlen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebe. Doch dann werden im Antiquariat Bücher für Loveday abgegeben, die sie zurück in ihre Kindheit führen und schmerzhafte Erinnerungen an eine Familientragödie wecken, die sie nur zu gerne weiter verdrängt hätte. Kann sie mit Archies und Nathans Hilfe endlich mit der Vergangenheit Frieden schließen und über die Ereignisse hinwegkommen, die ihr Leben so sehr erschüttert haben? Ein wunderschöner Roman über Familie, Liebe, Verlust und Vergangenheitsbewältigung mithilfe der besonderen Kraft der Literatur.

Mein Bucheindruck:

Das liebevoll gestaltete Buch, hat mich sofort begeistert. An jedem Kapitelanfang sind ganz zart aufgeschlagene Bücher abgebildet, sie zu fliegenden Vögeln werden. Auch das matte Design, auf dem sich das Design der Kapitelanfänge wiederfindet, hat mir sehr gut gefallen. Das Coverdesign wird ergänzt ´durch ein Mädchen und einen Jungen, die Rücken an Rücken stehen. Der Junge hält ein Buch in der Hand, aus welchem die Blätter in den Himmel steigen und zu Vögeln werden.

Mein Leseeindruck:

Die Personen sind unheimlich stark charakterisiert, sodass ich mich sehr gut in die Personen einfühlen konnte. Jede der Figuren ist einzigartig und bleibt lange im Gedächtnis.
Auch die Handlungsräume waren sehr anschaulich beschrieben. Am besten hat mir Archies Antiquariat gefallen. Das war so urig beschrieben, dass ich mich sogleich zu Hause fühlte.
Das Buch traf genau meinen Geschmack! Ich liebe Bücher die mehrere Zeitebenen miteinander verflechten und natürlich Bücher über Bücher! Auch, dass das Buch Poetry Slam zum Thema macht, gefällt mir außerordentlich! Ich schreibe selbst Gedichte und bin schon ein paar Mal auf einem Poetry Slam aufgetreten. Ich konnte mich durch und durch in dem Buch wiederfinden!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil ist einzigartig und hebt sich deutlich von der Masse ab. Ich empfand ihn durch seine Ungewöhnlichkeit als sehr passend für die Protagonistin, die ja auch als recht eigenwillig mit ihren Tattoos, schwarz gefärbten Haaren und dem Nasenpiercing gilt. Am besten gefielen mir die eingeschobenen Gedichte von Loveday und Nathan und die direkten Leseransprachen, die in Klammern gesetzt waren. So fühlte ich mich direkt in die Geschichte hineingezogen!
Ich liebe Bücher, bei denen mich schon der erste Satz überzeugt. So war es auch hier: "Ein Buch ist ein Streichholz im schwelenden Augenblick zwischen Anreißen und Aufflackern der Flamme." Danach musste ich erstmal kurz inne halten und war sofort schockverliebt! ღ
Viele weitere Sätze im Buch haben mich sehr berührt, so zum Beispiel: „Also saß ich einfach nur da und spielte die Rolle der launischen Emo-Gothic-Braut, die ich äußerlich abgab." Ich denke, das Buch kann den Leser und der Leserin lehren, den Blick für das, was hinter der Oberfläche steckt zu schärfen und weniger oberflächlich zu sein! Manchmal ertappe ich mich selbst bei Vorurteilen auf Grund von Äußerlichkeiten.
Trotz der ernsten Thematik ließ das Buch mich zuversichtlich zurück. Auch das wird am besten durch eine Beispieltextstelle deutlich:„Es geht sich darum, ob du fällst, sondern darum, wie viele Menschen da sind, die dich aufheben, dein Knie verarzten, dich auf dem Sofa zudecken und mit Kakao und Büchern versorgen, bis es dir wieder besser geht.“ (Seite 183).

Mein Abschlussfazit:

Das Buch bekommt von mir eine definitive Leseempfehlung! Schon während ich es las, habe ich es bereits weiterempfohlen! Der einzigartige Schreibstil mit seinen direkten Leseransprachen und eingeschobenen Gedichten, die liebevolle Ausgestaltung, die anschaulichen Beschreibungen der Handlungsorte und die ganz besonderen Figuren haben mich total in ihren Bann gezogen!

Veröffentlicht am 02.12.2017

Den Blick für die kleinen Dinge im Leben schärfen.

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
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Handlungsüberblick:

"Wir warten alle darauf, gefunden zu werden!"
Anthony Peardew hebt jeden noch so keinen Gegenstand, den er auf der Straße findet auf. Zuhause archiviert er die Gegenstände gewissenhaft, ...

Handlungsüberblick:

"Wir warten alle darauf, gefunden zu werden!"
Anthony Peardew hebt jeden noch so keinen Gegenstand, den er auf der Straße findet auf. Zuhause archiviert er die Gegenstände gewissenhaft, in der Hoffnung, dass sie irgendwann zu ihnen Besitzern zurückfinden werden. Aber viel zeit bleibt ihm nicht mehr.
Laura erbt neben seinem Haus auch die Verantwortung für die Fundstücke und die Erfüllung seines Herzenswunsches.
"Und so fing ich mit meiner Sammlung verlorener Dinge an. Vielleicht dachte ich, wenn ich jeden verlorenen Gegenstand rettete, den ich fand, würde jemand das Einzige auf der ganzen Welt retten, an dem mir wirklich etwas lag, und ich würde es eines Tages zurückbekommen, um mein gebrochenes Versprechen doch noch einzulösen." Anthony Peardew


Meine Bucheindrücke:

Ich bin optisch total Hin und weg von dem Buch! Meine beiden Lieblingsfarben Mintgrün und Lila miteinander kombiniert, der stoffige Buchrücken und das süße Lesebändchen machen das Buch für mich zu einem Hingucker. Am meisten freue ich mich über das Lesebändchen, die knallige Farbe macht super gute Laune und da ich gleich auf dem Weg von der Post nach Hause mit der Lektüre anfing, kam es wie gerufen! ;)


Meine Leseeindrücke:

Mein Leseeindruck war durchweg positiv. Die Geschichte ist gut durchdacht und liebevoll gestaltet Es gibt Verknüpfungen von mehreren Zeitebenen, die sich gegenseitig beeinflussen und eingeflochtene Geschichten zu den einzelnen Fundstücken. Die Spannung hielt sich bis zum Schluss.
Das Ende war schlüssig und klärte alle Fragen, die ich zur Handlung hatte.
Für mich ist „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ bisher mein Lesehighlight 2017!
Während der Lektüre schwankte ich stetig zwischen „Ich möchte das Buch gar nicht mehr weglegen und alle Geheimnisse ergründen“ und „Ich möchte das Ende so lange wie möglich hinauszögern.“


Meine Eindrücke zum Schreibstil:

Der Schreibstil von Ruth Hogan ist einzigartig und hat mich völlig in seinen Bann gezogen! Es finden sehr viele Feinheiten Beachtung, die liebevoll geschildert und ausgestaltet werden. Ein Beispiel für diese liebevolle Ausgestaltung ist vor allem der Kapitelübergang von Kapitel neun zu zehn. Ich saß kurz sprachlos da und dachte: 'Woah, das ist so genial, fast wie ein Kameraschwenk beim Film!“ Das neunte Kapitel endet nämlich damit, dass Laura den tintenschwarzen Abendhimmel betrachtet und sich dabei fragt, wie viele Menschen auf der Erde wohl noch gerade in denselben Himmel schauen, während das 10. Kapitel mit Anthony beginnt, der unter dem mitternächtlichen Sommerhimmel durch den Rosengarten streift und ebenso die Sterne betrachtet. Das war für mich ein echtes Highlight! Was sich auch super mit der Botschaft deckt, mehr auf die kleinen Dinge zu achten! Selbst die kleinsten Dinge an diesem Buch sind gut durchdacht!

Mein Abschlussfazit:

„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ ist ein gut durchdachtes und liebevoll gestaltetes Buch, das nachdenklich stimmt, aber auch Hoffnung schenkt und den Blick für die kleinen Dinge schärft. ♥

Veröffentlicht am 06.07.2025

Ein Gedankenexperiment, das zum Hinterfragen von Entscheidungen und zum Bewusstwerden, was im eigenen Leben wichtig ist, einlädt.

Maybe In Another Life
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Das Buch, welches 2017 im Diana Verlag unter dem Titel »Das Glück und wir dazwischen« veröffentlicht wurde, ist damals leider total an mir vorbeigegangen. Nachdem ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Das Buch, welches 2017 im Diana Verlag unter dem Titel »Das Glück und wir dazwischen« veröffentlicht wurde, ist damals leider total an mir vorbeigegangen. Nachdem ich 2023 »Die sieben Männer der Evelyn Hugo« gelesen und geliebt habe, behielt ich aber die Neuerscheinungen von Taylor Jenkins Reid im Auge und stieß auf die Neuauflage von »Das Glück und wir dazwischen« unter einem neuen Titel. Ich freue mich sehr darüber, »Maybe in another life« entdeckt zu haben und es über die Netgalley rezensieren zu dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für das Rezensionsexemplar!

Handlungsüberblick:

»Maybe in another life« erzählt abwechselnd zwei mögliche Leben von Hannah - ausgehend von einer Entscheidung. In einer der Parallelwelten trifft sie in einer Bar ihre Jugendliebe Ethan wieder und entschließt sich, die Nacht mit ihm zu verbringen, in der anderen Parallelwelt verlässt Hannah die Bar mit ihrer besten Freundin und wird von einem Auto erfasst, wodurch sie im Krankenhaus Henry kennenlernt. Doch in welcher Welt und mit welchem Mann ist sie wirklich glücklicher? Und was beeinflusst die unterschiedliche Entscheidung noch?

Mein E-Book-Eindruck:

Das Cover passt durch seine Farbgestaltung hervorragend zu den anderen Taylor Jenkins Reid Veröffentlichungen bei Ullstein, abgesehen von »Die sieben Männer der Evelyn Hugo«, wodurch man schon optisch weiß, dass »Maybe in another life« ein Buch von Taylor Jenkins Reid ist. Das finde ich super! Ich mag es, wenn man Autor:innen schon am Cover wiedererkennt, denn so kann es, selbst, wenn man den Namen der Autorin oder den Titel vergessen hat, gelingen, das Buch im Buchladen zu finden.

Auch die Entscheidungsschwierigkeiten, die man als Leser:in von »Maybe in another life« beim Lesen fühlt, werden durch die Frau in nachdenklicher Pose vor zwei halben Gemälden auf dem Cover gut verbildlicht. Besonders die Tatsache, dass die Gemälde nur zur Hälfte zu sehen sind, passt in meinen Augen gut zu den Wahlmöglichkeiten bei Lebensentscheidungen, während derer man die Zukunft nicht weitreichend überblicken kann.

Mein Leseeindruck:

»Maybe in another life« übte einen großen Lesesog auf mich auf. Ich hatte noch nie etwas derartiges gelesen und war völlig fasziniert von Taylor Jenkins Reids Idee einen Roman über Parallelwelten zu schreiben, da ich mich selbst schon oft gefragt habe, ob es wohl Parallelwelten gibt und wie meine Leben in ihnen verlaufen würden.

Bei der Lektüre war es spannend, herauszufinden, was durch die unterschiedliche Entscheidung in Hannahs Parallelleben gleich oder anders verläuft.

Darüberhinaus befand ich mich bei der Lektüre selbst im Abwägen, welches von Hannahs Leben zufriedenstellender wäre und welches davon ich lieber leben würde, während ich gleichzeitig unweigerlich über mein eigenes Leben und die jeweiligen Lebensentscheidungen reflektierte. Es ist ein Buch, das zu Gedankenexperimenten und dem Hinterfragen von Entscheidungen einlädt, aber auch Aufzeigen kann, was im eigenen Leben am wichtigsten ist, nämlich das, was man in einer Parallelwelt nicht missen möchte, oder wie es eine Figur aus »Maybe in another life« sagt: "Doch mein Herz bricht bei jeder einzelnen Version, die mich am Ende nicht zu dir bringt."

Hannah war mir zwar leider nicht sehr sympatisch, trotzdem behielt das Buch eine breite Gefühlspalette für mich bereit von Wut, Trauer, Mitleid über Freude bis hin zu Herzklopfen. Außerdem waren mir ihre Love-Interests und ihre beste Freundin dafür doppelt so sympathisch!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

In »Maybe in another life« wird abwechselnd über beide Parallelwelten aus Hannahs Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Ab dem Punkt, in dem es Hannah in der einen Parallelwelt besser geht, war es für mich etwas schwerer, die beiden Perspektiven auseinanderzuhalten. Dennoch sorgt der Wechsel zwischen den Welten für Spannung und unterstützt den Charakter der Parallel-Welten, denn schließlich passieren die Dinge in ihnen ja tatsächlich parallel und nicht nacheinander.

Der Erzählstil ist flüssig und sich in den beiden Perspektiven sehr ähnlich, was sehr passend ist, da ja dieselbe Person erzählt, nur eben aus unterschiedlichen Welten.

Mein Abschlussfazit:

»Maybe in another life« ist ein Buch, das zu Gedankenexperimenten und dem Hinterfragen von Entscheidungen einlädt, aber auch aufzeigen kann, was im eigenen Leben am wichtigsten ist.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 03.03.2025

Etwas noch nie da Gewesenes im New-Adult-Bücherhimmel!

Purple Clouds - Honeymoon
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich kann es ja zugeben, hier war ich ein echtes Cover-Opfer. Das Cover fand ich so schön, dass ich neugierig auf »Purple Clouds - Honeymoon« wurde und die Leseprobe ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich kann es ja zugeben, hier war ich ein echtes Cover-Opfer. Das Cover fand ich so schön, dass ich neugierig auf »Purple Clouds - Honeymoon« wurde und die Leseprobe las, um mich direkt im Anschluss bei der Lesejury-Leserunde zu dem Buch zu bewerben. Als ich die Zusage erhielt und »Purple Clouds - Honeymoon« zusammen mit den anderen Leserunden-Terilnehmer:innen vorab lesen durfte, habe ich mich riesig gefreut. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für diese Möglichkeit, liebe Lesejury! 🥰

Handlungsüberblick:

In ihrer Jugend verhalf »Purple Clouds" Deb zu ihrer ADHS-Diagnose. Seitdem reifte in ihr der Wunsch, selbst für das feministische Magazin zu schreiben. Nun könnte sich dieser Traum erfüllen, aber in der New Yorker Redaktion muss sich Deb erst einmal beweisen. Zu allem Überfluss soll sie einen Artikel über ihre Ehe schreiben und eine Antwort darauf finden, ob Feminismus und Ehe überhaupt miteinander vereinbar sind. Blöd nur, dass Deb seit der Hochzeit keinen Kontakt mehr zu ihrem Mann Emory hat, den sie ganz spontan in ihrer Kennlernnacht voller Glücksgefühle geheiratet hat...

Mein EBook-Eindruck:

Wie schon gesagt, ist dieses Buch eine große Coverliebe. Ich liebe die Farben und das auf dem Cover abgebildete super coole alternative Pärchen mit dem kleinen Schlüsselanhänger-Detail, das einen Teil des Inhalts erfolgreich nach außen kehrt. 📖💕

Auch die Kapitelzierden sind zauberschön und passen wunderbar zu der Geschichte. Leider sind sie aber nur in der Print-Version enthalten.

Mein Leseeindruck:

Während der Leserunde fieberte ich jedem Leseabschnitt entgegen und war super gespannt, wie es für Deb und Emory weiterging! Außerdem fühlte ich mich super wohl in der erzählten Welt.

»Purple Clouds - Honeymoon« überzeugte mich vor allem durch das World-Building. Ich meine, wie cool ist das feministische Purple Clouds Magazin? Für dieses Magazin würde ich wohl selbst gern arbeiten. Da ich zum Zeitpunkt der Leserunde gerade mitten im Umzug stecke, fand ich auch die WG von Emory super interessant. Ich hatte mich gefreut, die WG-Mitbewohner:innen näher kennenzulernen und auch etwas mitzuerleben, wie sie sich einrichten und miteinander eingrooven. Leider kamen mir die anderen WG-Mitbewohner:innen etwas zu kurz, aber ich kann verstehen kann, dass der Fokus mehr auf der Liebesgeschichte zwischen Deb und Emory liegt. Außerdem gibt ja auch noch die Folgebände, in denen die anderen WG-Mitbewohner:innen die Hauptrolle spielen werden. Durch die wenigen Informationen über sie ist man natürlich noch gespannter auf die Folgebände. 📚

Auch das Charakter-Building ist überzeugend. Manche Aktionen von Emory, Deb und einigen Nebencharakteren gefielen mir zwar gar nicht, gleichzeitig fand ich es aber auch toll, dass die Autorin keine einseitigen Charaktere zeichnet. Jede Figur im Buch hat sowohl gute und als auch schlechte Eigenschaften und ist nicht nur gut oder nur schlecht. Durch diese Mischung von Gut und Böse wirken die Charaktere menschlich und authentisch. Außerdem gab es auch viele Charakterentwicklungen.
Am meisten habe ich von allen Charakteren Deb ins Herz geschlossen. In ihr konnte ich mich durch ihre Schreibbegeisterung und ihr ADHS einfach so gut wiederfinden.

In Bezug auf Deb liebte ich, dass das ADHS so viel Platz einnehmen durfte, denn Repräsentation von Neurodivergenz in der Literatur ist so wichtig für die Betroffenen. Vor allem die Schilderungen durch Emorys Augen von Debs ADHS konnten mir als Betroffene, die oft das Gefühl hat, zu viel zu sein, Hoffnung geben, liebenswert zu sein. Außerdem war es für mich sehr heilsam, über Jemandem zu lesen, dem es ähnlich geht und zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Ich fand die Beschreibungen ihres ADHS treffend und realistisch, ohne klischeehaft zu sein. Meiner Meinung nach, kann das Buch aber auch Nicht-Betroffenen helfen. Zum Beispiel dabei, ADHS besser zu verstehen oder auch Vorurteile abzubauen. Wir brauchen neudodiverse Repräsentation in der Literatur und ich bin der Autorin total dankbar für den Beitrag, den sie dahingehend leistet! 💜

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil las sich flüssig und passte gut zu der erzählten Welt, weswegen sich die Leseabschnitte super schnell weglasen und ich mich jedes Mal nach der Beendigung eines Leseabschnitts ziemlich gedulden musste, bis ich weiterlesen durfte. Es war mal wieder ein Leserundenbuch, bei dem man mit dem ersten Leseabschnitt am besten am Tag vor Ende der ersten Leseabschnitt-Woche beginnt. 😀

An dem Schreibstil liebte ich besonders, wie sich die Rückblicke mit dem Hier und Jetzt verbinden und man die besondere Verbindung von Deb und Emory erst nach und nach entschlüsseln kann. So viel Spannung!!!
Die Erzählweise ist insgesamt sehr kreativ, denn im Verlauf des Buches werden nicht nur verschiedene Zeitebenen gemischt, sondern auch verschiedene Textformen. Unter anderem werden Handynachrichten und sogar ein »Purple Clouds« Artikel eingebaut. So wirkte das Buch nochmal authentischer und gut durchdacht.

Fun-Fact:

Durch »Purple Clouds - Honeymoon« habe ich übrigens gelernt, dass die Angabe des Familienstandes im Bewerbungsanschreiben in Amerika durch das Antidiskriminierungsgesetz verboten sind. Ich finde es immer super spannend, wenn man durch Bücher etwas über andere Länder und deren Geflogenheiten lernen kann, ganz ohne selbst in dem Land gewesen zu sein.

Mein Abschlussfazit:

»Purple Clouds - Honeymoon«'s Hochzeitsthematik verbunden mit Feminismus, ADHS und vielschichtigen Charakteren in einem super coolen Setting ist wirklich etwas noch nie da Gewesenes im New-Adult-Bücherhimmel! Ich bewundere die Verschmelzung von Kreativität und Aktualität! 💜

Veröffentlicht am 21.01.2023

Ein roommates to lovers gepaart mit einer lesbischen Familiengründung voller ernster und witziger Momente.

Not exactly love. Wer braucht schon ein Happy End?
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Handlungsüberblick:

Hazel stiehlt sich mitten in der Nacht zurück in ihr eigenes Zimmer. Eben hat sie mit ihrem WG-Mitbewohner Alfie geschlafen. War das ein schlimmer Fehler oder der erste Schritt in ...

Handlungsüberblick:

Hazel stiehlt sich mitten in der Nacht zurück in ihr eigenes Zimmer. Eben hat sie mit ihrem WG-Mitbewohner Alfie geschlafen. War das ein schlimmer Fehler oder der erste Schritt in Richtung Happy End? Beide trauen sich nicht, ihre Gefühle zu kommunizieren und machen so weiter wie zuvor. Bis Hazels Schwester Emily und deren Frau Daria, die auf der Suche nach einem geeigneten Samenspender für ihre Familienplanung sind, plötzlich vor der Tür stehen. Nun heißt es nicht mehr "WG oder Beziehung", sondern "WG, Beziehung oder Familie"?

Mein Bucheindruck:

Das Cover ist durch seine pinke Farbe sehr auffällig und deutet die Viereck-Thematik des Buches schon an. Es ist modern und passt gut zur Großstadt. Auffällig ist, dass die auf dem Cover abgebildeten Figuren keine Gesichter haben und nur ihre Hautfarbe erkennbar ist. Diese Art der Figurengestaltung kehrt die Diversität des Buches nach außen, lässt dabei aber gleichzeitig Spielraum, sich die Figuren selbst auszumalen. Das gefällt mir sehr gut!

Mein Leseeindruck:

Auch wenn ich »Not exactly love - Wer braucht schon ein Happy End?« als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal erhielt, las ich trotzdem bei der Lovelybooks-Leserunde mit, einfach weil ich den Austausch mit anderen Leser:innen sehr schätze.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist kurzweilig, unvorhersehbar und durch das lesbische Paar neben dem roommates to lovers einfach mal was anderes.

Ich mochte die Mischung aus ernsten und witzigen Momenten und die vielschichtigen Charaktere. Alfie, Hazel, Emily und Daria haben sowohl ihre guten als auch ihre schlechten Seiten. Das machte sie für mich sehr authentisch. Ich habe alle vier bereits nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen. Außerdem fand ich es super, dass auch ein lesbisches Paar in der Geschichte dabei ist. :)

Schon nach wenigen Seiten wird durch den Schreibstil deutlich, dass sowohl Alfie und Hazel als auch Emily und Daria mit Kommunikation geholfen wäre. Während der Lektüre drückte ich die Daumen, dass sie lernen würden, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren und war schließlich sehr erleichtert über das Happy End!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Ich empfand den Schreibstil als sehr erfrischend. Der mal ernste und mal witzige Erzählton passte perfekt zu der Geschichte. 

Es handelt sich um einen allwissenden Erzähler, der bewusst Informationen über Gedanken und Gefühle der Protagonist:innen teilt und zurückhält. Ich fand das Spiel mit dem Wissen und dem Unwissen sehr beeindruckend und gut durchdacht. So bekommt man als Leser:in durch die Erzählperspektive Einblicke in die Gedanken und Gefühle von Alfie, Hazel, Emily und Daria, die ihre Handlungen oft relativieren. Dadurch erscheinen die vier menschlich und authentisch und es ist leicht, sich in sie einzufühlen und mit ihnen zu sympathisieren. Von einem weiteren Love-Interest kennt man, anders als bei den vier Protagonist:innen, als Leser:in nicht die Gedanken und Gefühle, die seine Handlungen relativieren würden. So fällt das Einfühlen und Sympathisieren schwerer. Außerdem wird so die Hoffnung zugelassen, dass dieser Love-Interest vielleicht bald keine Rolle mehr spielt.

Mein Abschlussfazit:

Ein roommates to lovers gepaart mit einer lesbischen Familiengründung voller ernster und witziger Momente. Kurzweilig, unvorhersehbar und einfach mal was anderes.

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