Ein wenig betrachtetes Gefühl
SchamIm gleichnamigen Buch beschäftigt sich Matthias Kreienbrink mit einem Gefühl, das in meiner Wahrnehmung bisher wenig bis keine Sichtbarkeit bekommen hat: Scham. Zunächst leitet er damit ein, wie Scham ...
Im gleichnamigen Buch beschäftigt sich Matthias Kreienbrink mit einem Gefühl, das in meiner Wahrnehmung bisher wenig bis keine Sichtbarkeit bekommen hat: Scham. Zunächst leitet er damit ein, wie Scham entsteht, in welchem Alter und in welchen typischen Situationen wir Scham häufig empfinden und welche Prozesse im Körper dabei stattfinden. Dabei spielt unsere Sozialisierung natürlich eine entscheidende Rolle.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, recht neutral und sachlich, in den richtigen Momenten humorvoll. Matthias Kreienbrink erzählt von seinen eigenen Erfahrungen mit der Scham und lässt andere Menschen zu Wort kommen, die von schamhaften Momenten oder Beschämungen erzählen. Darin können sich sicherlich viele Leser*innen wiederfinden. Er schafft es, einen guten Mix aus wissenschaftlichen Fakten und Information und persönlichen Erlebnissen zu schaffen.
Durch die Lektüre habe ich einen guten Überblick über die verschiedenen Dimensionen und Wirkbereiche von Scham, der Entstehung, Sozialisierung und den Umgang damit bekommen.
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und bin generell dafür, dass mehr über Gefühle gesprochen und geschrieben wird und gerade negativ konnotierte Gefühle wie Wut oder Scham benannt und enttabuisiert werden.