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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Roman mit Nordseeflair

Dünenküsse
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Antonia lebt mit ihrem Vater und ihrerm 15-jährigen Sohn Max auf der Nordseeinsel Nordsand. Dort ewirtschaftet sie einen Bauernhof und betreibt eine Pension. Doch was die landwirtschaftlichen Arbeiten ...

Antonia lebt mit ihrem Vater und ihrerm 15-jährigen Sohn Max auf der Nordseeinsel Nordsand. Dort ewirtschaftet sie einen Bauernhof und betreibt eine Pension. Doch was die landwirtschaftlichen Arbeiten angeht, schafft sie nicht alles allein und ist entweder auf ihren Jugendfreund Tristan oder die Inselgemeinschaft angewiesen. Als dann auch noch die Pensionsbuchungen nachlassen und Max' teure Epilepsiebehandlungen anstehen, bleibt ihr keine andere Wahl als Nick, den berühmten Sänger und Max' leiblichen Vater einzuweihen, obwohl der in ihrem Leben nie wieder eine Rolle spielen sollte. Als Nick plötzlich auf Nordsand aufkreuzt, wird einiges aufgewirbelt.

Silvia Konnerth schreibt sehr unterhaltsam, leicht und hat die Atmosphäre auf Nordsand, die wertschätzenden Beziehungen zwischen Antonia, ihrer Familie und ihrem Freund Tristan sehr anschaulich dargestellt. Gerade die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen: Einiges über Max' Epilepsie, die Verhältnisse zwischen Tristan und Antonia und das Inselleben zu erfahren.In der zweiten Hälfte driftete es für meinen Geschmack zu sehr ins Oberflächliche und Klischeehafte - was für das Genre jedoch nicht unüblich ist.

Ein unterhaltsamer Roman mit Nordseeflair, der mir schöne Lesestunden bereitet hat.

Veröffentlicht am 12.05.2025

Messerscharfe Beobachtungen zynisch dargestellt

Geht so
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Oberflächlich betrachtet läuft es bei Marisa: Ihren Job in einer Werbeagentur in Madrid macht sie sehr gut und agiert professionell. Doch innerlich ist sie leer, langweilt sich und hat das Gefühl, ewig ...

Oberflächlich betrachtet läuft es bei Marisa: Ihren Job in einer Werbeagentur in Madrid macht sie sehr gut und agiert professionell. Doch innerlich ist sie leer, langweilt sich und hat das Gefühl, ewig im Hamsterrad zu rennen und das Leben nur zu ertragen. Um diese innere Leere zu betäuben, versinkt sie in YouTube-Videos, betäubt sich mit Alkohol, Medikamenten und Drogen. Das anstehend Teambuilding-Wochenende sorgt mit Marisas Angsttörung für Eskalation und Chaos.

Ausgehend vom Klappentext dachte ich, dass das Firmenevent relativ zeitnah einsetzt und den Mittelpunkt der Handlung bildet. Das setzt jedoch erst zum letzten Drittel hin ein. Bis dahin konnte mich Beatriz Serrano mit messerscharfen Beobachtungen überzeugen, die sie humorvoll, überspitzt und zynisch darstellt. Marisas Gefühlslage kann ich sehr gut nachvollziehen - gerade diese innere Leere, eine Antriebslosigkeit und das Gefühl, sich mit irgendetwas zu betäuben oder zu reizen, um etwas zu spüren. Beatriz Serranos Blick auf die Gesellschaft - die hier in Ausschnitten dargestellt wird - kratzt tiefergehende Themen natürlich nur an, setzt jedoch die richtigen und wichtige Impulse.
Der Schreibstil ist flüssig, auch wenn auf der Handlungsebene kaum etwas passiert, habe ich das Buch sehr gern gelesen und Marisas Gedanken verfolgt. Lediglich das Ende hat mich etwas verloren, das fand ich arg konstruiert.

Ein gutes Buch, das mir noch eine Weile durch den Kopf schwirren wird.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein wenig betrachtetes Gefühl

Scham
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Im gleichnamigen Buch beschäftigt sich Matthias Kreienbrink mit einem Gefühl, das in meiner Wahrnehmung bisher wenig bis keine Sichtbarkeit bekommen hat: Scham. Zunächst leitet er damit ein, wie Scham ...

Im gleichnamigen Buch beschäftigt sich Matthias Kreienbrink mit einem Gefühl, das in meiner Wahrnehmung bisher wenig bis keine Sichtbarkeit bekommen hat: Scham. Zunächst leitet er damit ein, wie Scham entsteht, in welchem Alter und in welchen typischen Situationen wir Scham häufig empfinden und welche Prozesse im Körper dabei stattfinden. Dabei spielt unsere Sozialisierung natürlich eine entscheidende Rolle.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, recht neutral und sachlich, in den richtigen Momenten humorvoll. Matthias Kreienbrink erzählt von seinen eigenen Erfahrungen mit der Scham und lässt andere Menschen zu Wort kommen, die von schamhaften Momenten oder Beschämungen erzählen. Darin können sich sicherlich viele Leser*innen wiederfinden. Er schafft es, einen guten Mix aus wissenschaftlichen Fakten und Information und persönlichen Erlebnissen zu schaffen.

Durch die Lektüre habe ich einen guten Überblick über die verschiedenen Dimensionen und Wirkbereiche von Scham, der Entstehung, Sozialisierung und den Umgang damit bekommen.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und bin generell dafür, dass mehr über Gefühle gesprochen und geschrieben wird und gerade negativ konnotierte Gefühle wie Wut oder Scham benannt und enttabuisiert werden.

Veröffentlicht am 02.04.2025

Zweite Chancen

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Damian geht nachts mit seinem Hund durch den Park, als plötzlich seine Jugendliebe Hazel vor ihm steht. Sie hat ihm vor drei Jahren das Herz gebrochen, als sie ohne Abschied die Kleinstadt verlassen und ...

Damian geht nachts mit seinem Hund durch den Park, als plötzlich seine Jugendliebe Hazel vor ihm steht. Sie hat ihm vor drei Jahren das Herz gebrochen, als sie ohne Abschied die Kleinstadt verlassen und sich nie wieder bei Damian gemeldet hat. Hazel hilft ihrem kranken Großvater in dessen Buchhandlung. In ihrer Abwesenheit hat Damian unterstützt, weshalb die beiden sich dort wieder begegnen. Die Anziehung von damals ist wieder da, doch beide tragen Verletzungen, Probleme und Geheimnisse mit sich herum. Während Hazel sich zurückzieht, betäubt Damian seinen Schmerz bei sehr fordernden Underground-Boxkämpfen.

Ich habe den ersten Band von Jennifer Bright nicht gelesen, sondern haber jetzt mit Hazel und Damian gestartet. Den Schreibstil fand ich sehr flüssig und die Ausgangsposition vielversprechend. Zwischendurch gab es einige spannende Momente. Doch einen richtigen Draht oder Sympathie konnte ich weder für Hazel noch für Damian entwickeln. Vielleicht auch, weil beide sich nicht von Beginn an geöffnet haben, sondern so stark zwischen Anziehung und Distanz gewechselt haben.
Ein kurzweiliges Buch für zwischendurch mit einer Geschichte über zweite Chancen.

Veröffentlicht am 14.02.2025

Konstruiert, aber ließ sich gut lesen

The Killer Profile
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Midnight Jones arbeitet in London bei einem Biotech-Unternehmen, wo sie mithilfe einer KI erstellte psychometrische Persönlichkeitstetst auswertet. Dabei trifft sie bei einem Bewerber auf ein auffälliges ...

Midnight Jones arbeitet in London bei einem Biotech-Unternehmen, wo sie mithilfe einer KI erstellte psychometrische Persönlichkeitstetst auswertet. Dabei trifft sie bei einem Bewerber auf ein auffälliges Profil, das eines Killers. Als eine Frau in ihrer Nachbarschaft brutal ermordet wird, vermutet Midnight Jones, dass es sich um den Menschen hinter ihrem Profil handelt. Innerhalb ihres Unternehmens stößt sie vermehrt auf Widerstand, sodass sie sich selbst auf die Spurensuche macht.

Den Plot, dass eine KI Persönlichkeitsprofile erstellt und dadurch Rückschlüsse auf Bewerber*innen gestellt werden können, fand ich interessant. Helen Field schreibt flüssig und einfach, dabei werden immer wieder Kapitel des Mörders eingefügt, in denen aus seiner Perspektive erzählt wird, was die Spannung steigerte.
Die Schilderungen der Vorgänge innerhalb des Unternehmens fand ich teilweise fragwürdig, ebenso leichtfertig waren einige von Midnights Entscheidungen - für den Plot jedoch notwendig.
Alles in allem war einiges sehr konstruiert und vorhersehbar, aber das Buch war gut zu lesen und konnte mich für die Lesestunden fesseln.
Ein flotter Thriller, der mir allerdings nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird.