Emily Brontës Roman über unbändige Liebe, Leiden und Verwüstung ist ein Meisterwerk von intensiver, verstörender Kraft. Es beginnt in einem Schneesturm, als Lockwood, der neue Mieter von Thrushcross Grange im kahlen Yorkshire Moor, gezwungen ist, in Wuthering Heights Schutz zu suchen. Dort erfährt er die Geschichte der stürmischen Ereignisse, die sich Jahre zuvor abgespielt haben: die intensive Leidenschaft zwischen Heathcliff und Catherine Earnshaw, ihren Verrat an ihm und die bittere Rache, die er nun an den unschuldigen Erben der Vergangenheit übt.
Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es ...
Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es mir schwer, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die Sprache ist anspruchsvoll und teilweise umständlich, was den Lesefluss erschwert. Ich musste mich immer wieder motivieren, das Buch zur Hand zu nehmen und weiterzulesen.
Inhaltlich ist es weit mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte. Der Roman beleuchtet gesellschaftliche Themen, die auch heute noch relevant sind. Besonders interessant ist die Darstellung von Heathcliff, dessen unklare Herkunft und dunklere Hautfarbe ihn von Beginn an zum Außenseiter macht. Sein gesellschaftlicher Status – erst als Findelkind aufgenommen, dann nach dem Tod seines Ziehvaters zum Diener degradiert – zeigt die starren Klassengrenzen und die Vorurteile jener Zeit. Heathcliffs Wunsch nach Anerkennung und Macht führt schließlich zu seinem rücksichtslosen Verhalten und treibt die Geschichte in eine Spirale aus Liebe, Hass und Rache.
Auch Catherine ist ein Produkt ihrer Zeit und gesellschaftlichen Stellung. Ihre Entscheidung, Edgar Linton zu heiraten, basiert nicht auf Gefühlen, sondern auch auf dem Druck, eine gute Partie zu machen. Dass Catherine Heathcliff liebt, ihn aber nicht heiratet, verdeutlicht, wie stark Erwartungen Anderer über persönlichen Wünschen stehen können.
Ein weiteres zentrales Thema ist der Einfluss der Familie und der Erziehung. Sowohl Heathcliff als auch Catherine sind von ihrer Umgebung geformt und geprägt worden. Die fehlende familiäre Liebe und Anerkennung verstärkt Heathcliffs Verbitterung, während Catherine sich zwischen Pflicht und Leidenschaft aufreibt.
Trotz der tiefgründigen Themen und der emotionalen Intensität konnte mich das Buch nicht für sich gewinnen. Der Schreibstil war für mich mühsam, und die Charaktere – so faszinierend sie auch sind – blieben mir fremd. Ihre Handlungen sind von so viel Wut, Stolz und Besessenheit geprägt, dass es mir schwerfiel, mit ihnen mitzufühlen.
Ich habe mehrere Monate an Sturmhöhe gesessen, da es mich wenig gepackt hat. Eigentlich soll es um zwei Familien gehen, die durch Liebe, Verrat und ...
Ich habe mehrere Monate an Sturmhöhe gesessen, da es mich wenig gepackt hat. Eigentlich soll es um zwei Familien gehen, die durch Liebe, Verrat und Rache miteinander verbunden sind. Was grundsätzlich vielversprechend klingt, konnte mich jedoch nicht überzeugen.
Besonders zu Beginn war die Spannung flach. Endlos wurde über die Kindheit der Figuren erzählt und erklärt, warum jeder einzelne von ihnen ein schlechter Mensch ist. Erst gegen Ende, nachdem die ursprünglichen Hauptfiguren verstorben waren und die nächste Generation die Konsequenzen ihres Lebens tragen musste, wurde es für mich spannender.
So richtig sympathisch wurde mir keine der Personen. So gut, wie deren Makel und Fehler herausgearbeitet waren, so schwach wurden leider auch die Ziele dargestellt. Bis heute weiß ich von keiner einzelnen Figur, was sie sich wirklich im Leben gewünscht hat. Außer vielleicht Heathcliff. Der wollte immer klar Rache und Zerstörung.
Der Schreibstil passt zur Veröffentlichungszeit des Buches. Für den einen oder anderen mag er trocken klingen, aber man gewöhnt sich meiner Meinung nach schnell daran. Besonders spannend ist die Erzählperspektive des Buches: Die gesamte Geschichte der Familien wird nämlich von ihrer Haushälterin Nelly erzählt. Gerade die Distanz von Nelly zur Geschichte sorgt jedoch dafür, dass man die Beweggründe der Hauptfiguren nie vollständig versteht.
Mein Fazit ist, dass es nicht meinen persönlichen Geschmack trifft. Die Themen sind mir zu dunkel, die Figuren zu verdorben. Besonders an den Stellen, an denen Tiere misshandelt werden, konnte ich nicht weiterlesen. Schlecht ist das Buch keinesfalls, aber wer aktuell keine schweren Themen aushält, sollte lieber die Finger davon lassen. Wenn du dich doch herantraust, kannst du mir gerne verraten, wie du dich in dem Gewirr aus Namen, Beziehungen und Rachegelüsten zurechtgefunden hast.
Liebe Grüße Persephone