Das Fenster zum Hotel
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.Liebt ihr Suspense? Habt ihr eine Schwäche für True Crime Podcasts? Dann solltet ihr euch den packenden young adult Krimi "Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht" von Katie Kento nicht entgehen lassen.
Optisch ...
Liebt ihr Suspense? Habt ihr eine Schwäche für True Crime Podcasts? Dann solltet ihr euch den packenden young adult Krimi "Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht" von Katie Kento nicht entgehen lassen.
Optisch betrachtet, ist das Cover gut aufgemacht. Im Fokus steht ein altmodisches Hotel, das eine geheimnisvolle, düstere Aura verströmt. Ein Zimmer ist hell erleuchtet, und die Umrisse einer Person sind zu erkennen. Die anderen Räume sind in Dunkelheit getaucht, und man fragt sich unwillkürlich, was sich hinter den geschlossenen Vorhängen verbergen mag. Der Titel rekurriert auf das Hotel, der Untertitel klingt wie eine latente Drohung und sorgt für eine Gänsehaut.
Das Setting entspricht den Kriterien für ein locked-in mystery. Das Geschehen spielt in den USA. Im Mitelpunkt steht die 17jährige Robyn. Durch eine unheilbare Krankheit an eine kleine Wohnung im sechsten Stock eines Mietshauses gefesselt, hat sie kaum Kontakt zur Außenwelt. Ihre einzige feste Bezugsperson ist ihre Tante, eine ausgebildete Krankenschwester, die um ihr Wohlergehen besorgt ist. Mangels anderer Alternativen nutzt Robyn die modernen Medien, um sich über das Weltgeschehen zu informieren, sie ist fasziniert von einem True Crime Podcast entgehen und recherchiert auf eigene Faust die Geschichte des Hotels Ambrosia, das im Laufe der Zeit zum Schauplatz von merkwürdigen Begebenheiten geworden ist. Mit Hilfe eines vor dem Hotel herumlungernden Jungen versucht sie, vor Ort zu ermitteln, um sich ein eigenes Bild machen und die ungelösten Fälle lösen zu können, auch wenn sie nur in ihrem Rollstuhl sitzen, durch ein Fernglas sehen und per Handy Anweisungen erteilen kann. Als Leser fühlt man sich an den Klassiker "Das Fenster zum Hof" von Alfred Hitchcock erinnert; Ähnlichkeiten mit der Serie "Only murders in the building" sind gleichfalls nicht von der Hand zu weisen.
Das Geschehen wird aus der Ich-Perspektive von Robyn vermittelt, durchbrochen von Chat-Nachrichten, E-Mails, Gedächtnisprotokollen und Zeichnungen. Sie kann nicht zwingend als eine zuverlässige Erzählerin angesehen werden, denn sie steht unter dem Einfluss von starken Medikamenten, die ihre Wahrnehmung beeinflussen können. Auf diese Weise verschwimmen Fakten und Fiktion, und man fragt sich, was sich tatsächlich ereignet hat oder was nicht. Charakterlich ist die naive, starrköpfige Protagonistin Robyn verwandt mit Pippa Fitz-Amobi, der Hobby-Detektivin in dem Buch "A good girls guide to murder."
Der Young adult Krimi nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem man in die (Krankheits-) Geschichte von Robyn eingetaucht ist, mag man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist leicht und locker geschrieben, die Spannung bleibt dank einiger verwirrender Twists auf einem hohen Niveau bis zu einem unerwarteten dramatischen Show-Down im Hotel Armbrosia. Absolute Empfehlung, für junge und junggebliebene Lesende!