atmosphärisches Setting, auch ohne Band 1 lesbar
Yrsa. Die Liebe der WikingerinDie Geschichte ging nahtlos von Bd. 1 über, trzd. würde ich fast behaupten, man kann sie unabhängig davon lesen. Ich war direkt in der Story. Man steigt direkt ein in ein atmosphärisches Wikinger Setting, ...
Die Geschichte ging nahtlos von Bd. 1 über, trzd. würde ich fast behaupten, man kann sie unabhängig davon lesen. Ich war direkt in der Story. Man steigt direkt ein in ein atmosphärisches Wikinger Setting, das an die Serie Wikings erinnert. Allerdings wird Yrsa als Frau dort meist nicht wirklich ernst genommen, ganz anders als die Schildmaiden in der Serie. Dennoch gelingt es ihr, sich wiederholt zu behaupten. Obwohl Yrsa trotz der Kämpfe in der Vergangenheit stellenweise etwas zu naiv erscheint, ist eine Charakterentwicklung zu erkennen, die der Figur gut tut. Trotzdem habe ich mir mehr starke Kriegerin als graues Mäuschen erhofft.
Die subtile Lovestory hat mir richtig gut gefallen, ich hätte sogar gern etwas mehr davon gesehen, weil ich Avidh als Protagonisten und jungen Krieger unglaublich gern mochte. Deswegen wäre es ganz schön gewesen, wichtige Szenen mehr auszuformulieren und dafür auf Wiederholungen zu verzichten.
Zwar gab es im Mittelteil die eine oder andere Länge, die ich beinahe überflogen hätte, doch konnte der Plot insgesamt durch den Vibe, die historischen Details und das Worldbuilding überzeugen - wenn die Dialoge mMn. auch hin und wieder zu modern wirkten.
Leider hat mich die Sprache mit der Zeit immer mehr verdrossen. Auf einer Doppelseite habe ich fast 20x das Wort "sagt" gelesen. Hier hat mir einfach ein literarischeres, ausgearbeitetes Wordbuilding gefehlt, das für das Genre angemessen wäre. Diese ständigen Wiederholungen des Vokabulars haben mich mehrmals fast zum Abbrechen gebracht. Dass ich wissen wollte, wie es mit den Figuren weitergeht, und der Plot selbst haben mich letztlich bei der Stange gehalten.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten mit kleinen Schwächen bei Erzähltempo und Stil. Trotzdem konnte ich durchweg mit den Protagonisten fiebern. Der Fokus liegt ganz klar auf der Wikinger Atmosphäre, was auch gut gelungen ist.
3.5 ⭐