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Veröffentlicht am 22.09.2025

Fantastisches Worldbuilding und toller Schreibstil

These Ancient Flames 1: Awake
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Lange stärkten mächtige, uralte Drachen die magischen Bewohner Valtherras. Doch als diese vor vielen Jahren plötzlich verschwanden, begannen auch der Glaube an sie ebenso wie die magischen Kraftlinien ...

Lange stärkten mächtige, uralte Drachen die magischen Bewohner Valtherras. Doch als diese vor vielen Jahren plötzlich verschwanden, begannen auch der Glaube an sie ebenso wie die magischen Kraftlinien zunehmend ins Schwanken zu geraten. 100 Jahre nach dem Verschwinden der Drachen stehen die vier Kantone Valtherras kurz vor einem Krieg, als ausgerechnet Raven, der Sohn eines der Fürsten der Kantone, durch eine Warnung der verfeindeten Leibwächterin Meiling verhindert, dass ihr Clan hinterrücks angegriffen und womöglich ausgelöscht wird. Um weiteren Konflikten vorzubeugen, begeben sich die beiden auf eine gefährliche Suche nach den verschollenen Drachen. Aber kann Meiling dem anziehenden Raven wirklich vertrauen?

Als ich "These Ancient Flames" das erste Mal in der Hand gehalten habe, war ich sofort hin und weg von dem wundervollen, gold foliertem Cover und dem einzigartigen Farbschnitt, der ein verstecktes Muster offenbart, sobald man im Buch blättert. Einen solchen Farbschnitt habe ich bis dato noch nie gesehen - er macht einiges her. Abgerundet wird die Gestaltung durch eine Illustration der Hauptfiguren sowie einer Landkarte im Innenteil.

Letztere war für mich ein essentieller Teil des Lesens. Denn das Worldbuilding in diesem Buch ist durchaus komplex. Als Leser findet man sich in einer modernen, urbanen Welt wieder, welche um fantastische und altertümliche, ein wenig chinesisch angehauchte Elemente ergänzt wird. All das ist wunderbar durchdacht, hat stets einen roten Faden und bietet in Zusammenspiel mit dem Magiesystem, welches sich an magischen Kraftlinien orientiert, ein einzigartiges Leseerlebnis.

Ergänzt wird dieses durch einen geschliffenen Schreibstil der Autorin. Melanie Lane schreibt packend und gleichzeitig leichtherzig, setzt an den richtigen Stellen Schwerpunkte und lässt dabei einen gewissen Witz und Charme mit einfließen.

Dies lässt sich unter anderem in der Protagonistin Meiling (oder "Mei") wiederfinden. Mei überzeugt durch ihre starke Werte und Motivationen, ist aufmerksam, kämpferisch, manchmal ein wenig draufgängerisch, und doch auf ihre eigene Art und Weise charmant. Auch Raven hat seine Ecken und Kanten, scheint zunächst ganz wie der typische "Bad Boy", hat dennoch realistische, fassbare Beweggründe.
Beide Protagonisten für sich wären sicherlich volle fünf Sterne wert. Das Zusammenspiel der beiden erschien mir in den ersten Kapiteln aber ein wenig übertrieben: Gleich bei der ersten Begegnung besteht eine unerklärliche Spannung zwischen den beiden, Mei ist stets unheimlich wütend über Raven. Ich hätte mir gewünscht, dass sich diese Emotionen ein wenig länger angebahnt oder zumindest auf einer soliden Grundlage gefußt hätten. Zum Glück verlief sich dieses Problem im Laufe des Buches ebenso schnell, wie einige Längen im Mittelteil des Buches.

Insgesamt bin ich vor allem überzeugt vom wunderbaren Worldbuilding überzeugt worden. Hier stimmt für mich wirklich alles, sodass etwaige Schwächen des Romantasy-Romance in den Hintergrund treten.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Feministisches "Game of Thrones" mit keltischem Einschlag

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Einst erblühte das Königreich Tìr Teine im Süden Erisocias in voller Pracht. Das Matriarchat verhalf Tìr Teines Drachen zu einzigartiger Stärke und das Feuer des Reiches brannte lichterloh. Doch seitdem ...

Einst erblühte das Königreich Tìr Teine im Süden Erisocias in voller Pracht. Das Matriarchat verhalf Tìr Teines Drachen zu einzigartiger Stärke und das Feuer des Reiches brannte lichterloh. Doch seitdem es vor Jahrzehnten in die Hände von Männern fiel, wird alles Magische zunehmend verteufelt, die Drachen von Tìr Teine stehen kurz vor dem Aussterben. Als nach langer Zeit die junge Aemyra das Licht der Welt erblickt, verspricht ihre unbändige, mächtige Feuermagie erstmals wieder Hoffnung. Aber der Weg zum Thron und zur Regentschaft ist von zahlreichen Hindernissen und Gefahren gesäumt...

Nach einem Blick auf das Cover sowie die umfassende Karte im Innenteil habe ich zunächst mit orientalisch, südländisch angehauchter Fantasy gerechnet. Bereits auf den ersten Seiten wurde ich dann allerdings eines Besseren belehrt: "A Fate Forged in Fire" besticht durch einen keltisch geprägten Einschlag. Das Setting entspricht einer mittelalterlichen Szenerie und wird durch gälisch klingende Namen sowie einzelne Vokabeln aus dieser Sprachgruppe ergänzt. Was im ersten Moment vielleicht ein wenig befremdlich wirkt (gerade die verschlungenen Namen haben es mir zunächst schwer gemacht), trägt im Verlauf des Buches gerade dazu bei, eine atmosphärische Szenerie zu schaffen. Und an die schwierigen Namen hat man sich auch schnell gewöhnt. Schon bald hatte mich so das Worldbuilding Erisocias schnell für sich vereinnahmt. Ich bin begeistert davon, wie gut durchdacht der Weltenaufbau hier ist, wie er über den Schauplatz Tìr Teines hinausgeht und weitere Königreiche sowie deren Geschichten thematisiert.
In Kombination mit der umfassenden, detaillierten und oft auch überraschenden Storyline, die neben dem Streben nach Macht unter anderem auch matriarchale (bzw. in der Zeit, in welcher die Handlung spielt, vor allem aufkommende patriarchale) Strukturen, Religion, majestätische Drachen und prickelnde Enemies-to-Lovers beinhaltet, habe ich mich so oft an "Game of Thrones" und das dazugehörige Prequel erinnert gefühlt. Und das ausschließlich positiv - obgleich "Game of Thrones" ja doch eine Hausnummer ist. Aber der Umfang, die Detailverliebtheit - ohne überladen oder gar langweilig zu wirken - und die spannenden oder überraschenden Wendungen haben Worldbuilding und Storyline für mich zu einem echten Highlight gemacht.

Wäre da bloß nicht die etwas gewöhnungsbedürftige Protagonistin Aemyra gewesen. Denn diese empfand ich unheimlich oft als arrogant und naiv. Passend zu den angepriesenen matriarchalen Strukturen hätte ich mir so sehr gewünscht, eine besonnene, starke und ehrliche aufstrebende Herrscherin anzutreffen. Aemyra hatte zwar ihre Ecken und Kanten, was ich grundsätzlich für die Figurenentwicklung als sehr positiv empfinde, handelte darüber hinaus allerdings erschreckend häufig nicht ganz durchdacht. Immer wieder erschien es mir, als würde ihre gesamte Persönlichkeit nur auf ihrer Machtposition beruhen.

Insgesamt empfinde ich "A Fate Forged in Fire" allerdings als einen guten Dilogieauftakt und werde den nächsten Band sicherlich im Auge behalten. Diese Welt hat einfach unheimlich viel Potential - möglicherweise folgt ja bald eine weitere Buchreihe, die in Erisocia spielt?
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Interessantes Worldbuilding und packende Storyline - mal etwas anderes

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Seit ihrer Kindheit wurde Freya stets eingeschärft, ihre magischen Fähigkeiten niemandem zu offenbaren. Zu groß war die Gefahr, dass Fremde ihre Magie für ihre eigenen Zwecke ausnutzen könnten. Als Freya ...

Seit ihrer Kindheit wurde Freya stets eingeschärft, ihre magischen Fähigkeiten niemandem zu offenbaren. Zu groß war die Gefahr, dass Fremde ihre Magie für ihre eigenen Zwecke ausnutzen könnten. Als Freya eines Tages an ihren Jarl verraten wird, geschieht genau das: Der Jarl ehelicht sie und erhofft sich von seiner neuen Schildmaid, dass diese ihm zur Erfüllung der Prophezeiung verhelfen könne, die ganz Skaland vereint unter einem einzigen König verspricht. Doch der Weg dorthin verlangt viele Opfer, denen Freya scheinbar nur mit Bjorn, dem anziehendem und ebenso verbotenem Sohn des Jarls, begegnen kann...

Ich bin ein großer Fantasy-Liebhaber und freue mich immer, wenn ich die Möglichkeit habe, in neue, fremde Welten eintauchen zu können. Ich würde behaupten, dass viele Romane des Genres sich in ihrem Worldbuilding und ihrer Struktur ähneln. "A Fate Inked in Blood" enthält zwar auch typische Fantasy-Elemente, entführt den Leser allerdings in ein spannendes, einzigartiges Setting in Mitten von nordischer Mythologie im "Vikings"-Stil. Mal etwas ganz anderes, wie ich finde! Bereits auf den ersten Seiten erfährt der Leser, wie erbarmungslos die mittelalterlich angehauchte Welt Skalands sein kann und wie gefangen diese Welt von Eis und Schnee ist. Danielle J. Jensen nimmt ihre Leser durch Freyas Augen mit auf eine Reise quer durch Skaland und erschafft dabei unterschiedlichste Settings, die unter anderem durch ihre Abwechslung so packend wirken. Nichtsdestotrotz hatte ich hier und da das Gefühl, dass es gerne etwas detaillierter hätte sein können. Ich wäre liebend gerne noch ein Stück tiefer in diese ferne Welt abgetaucht, denn das Potenzial dafür wäre definitiv da gewesen.

Im Fokus des beschriebenen Worldbuildings steht dabei Freya, die als Protagonistin von Anfang an authentisch gezeichnet wurde. Ich empfand ihre Sorgen und Probleme ebenso wie ihre Motivation als sehr gut greifbar. Die Zerrissenheit zwischen ihrem Pflichtgefühl sowie dem Wunsch, ihr Schicksal endlich einmal selbst gestalten zu wollen, waren verständlich aufgezogen, haben Freya nahbar und dadurch auch durchaus authentisch gemacht.
Ebenso gut gefallen hat mir der Love Interest Bjorn. Ja, er ist wohl hier und da ein wenig klischeehaft dargestellt und entspricht in vielerlei Hinsicht dem typischen Bookboyfriend. Das ändert meiner Meinung nach jedoch nichts daran, dass er mit seiner Hingabe und seinem Beschützerinstinkt wohl so einige Leserherzen zum Schmelzen bringen wird.
Die Dynamik zwischen Bjorn und Freya habe ich ebenfalls als sehr positiv wahrgenommen. Das Prickeln zwischen ihnen ist seit der ersten Begegnung spürbar und der Forbidden-Love-Trope bringt natürlich zusätzliche Spannung in die Geschichte.

Optimal abgerundet gewesen wäre diese Spannung in meinen Augen, wenn der Fokus noch ein wenig mehr auf den Fantasy-Aspekt gelegt worden wäre. Denn Freyas Fähigkeiten sind zwar der eigentliche Motor der gesamten Handlung, während vieler Passagen aber eigentlich gar nicht so präsent beziehungsweise relevant. Die Kombination mit Aspekten der nordischen Mythologie hätte dabei viel mehr Raum für explosive Fantasyszenen und magische Augenblicke gegeben, die ich mir als Leser so sehr wunderbar bildlich beschrieben gewünscht hätte. So sind magische Fähigkeiten über das Buch hinweg zwar ein Thema, haben sich für mich aber oft ein wenig nebensächlich und selbstverständlich angefühlt - so als wären sie eben nur "einfach da".

Alles in einem habe ich das Leseerlebnis dennoch genossen und würde diesen ersten Band der Dilogie jedem empfehlen, der Lust auf prickelnde Romantasy in einem nordischen Setting hat, dabei aber vielleicht nicht ganz so viel Wert auf High Fantasy von Feinstem legt.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Guter Spannungsbogen, nicht ganz zufriedenstellendes Ende

Die Kammer
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Als die Sättigungstaucherin Ellen Brooke das Taucherbasisschiff "Deep Topaz" betritt, rechnet sie mit einem routinemäßigen Einsatz, wie sie ihn im Laufe ihrer beruflichen Karriere schon oft durchgeführt ...

Als die Sättigungstaucherin Ellen Brooke das Taucherbasisschiff "Deep Topaz" betritt, rechnet sie mit einem routinemäßigen Einsatz, wie sie ihn im Laufe ihrer beruflichen Karriere schon oft durchgeführt hat. Gemeinsam mit fünf Männern wird sie einige Tage lang am Grund der Nordsee eine Ölpipeline reparieren und nach einem mehrtägigen Druckausgleich in einer kleinen Kammer wieder an die Oberfläche zurückkehren. Doch dieser Einsatz ist anders: Nach und nach werden die Taucher in der Kammer leblos aufgefunden. Und Rettung für die Überlebenden ist nicht in Sicht. Denn würde die Kammer geöffnet werden, würden die Druckverhältnisse das Leben aller Taucher auf der Stelle beenden...

Nach dem vielversprechenden, beklemmendem Cover bin ich mit hohen Erwartungen an diesen Thriller gegangen. Ich habe mir einen packenden Locked-Room-Thriller erhofft, der mich so schnell nicht wieder loslässt. Und auch, wenn "Die Kammer" kein klassicher Locked-Room-Thriller ist (denn in diesem Locked-Room finden auch Außeneinwirkungen statt), habe ich dieses Buch binnen kürzester Zeit verschlungen. Dies lag an der für mich absolut gelungenen Kombination aus dem interessanten Thema rund um das Sättigungstauchen und allen damit verbundenen Einzelheiten sowie an der guten Spannungskurve, die diese Thematik optimal abgerundet hat.
Will Dean leitet den Leser mittels einer Zeichnung eines Taucherbasisschiffs erstmals in die Thematik ein und eröffnet diesem im Laufe des Buches Stück für Stück mit einem neutralen, sachlichen Schreibstil die beeindruckende Welt der Sättigungstaucher, welche er anschließend mit einem Glossar abrundet. Ich hatte zuvor noch überhaupt keine Berührungspunkte mit dem Thema, konnte mir das Prozedere des Sättigungstauchens durch die Informationshäppchen allerdings schnell recht bildlich vorstellen.

Gezwungenermaßen muss man sich im Rahmen dessen auch mit der Dekompressionskammer auseinandersetzen. Und genau an dieser Stelle beginnt der Roman, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Seite für Seite taucht dieser in diese beengende Kammer ein, in welcher sechs Menschen auf kleinstem Raum und unter schwierigsten Bedingungen zusammenleben müssen. Schnell stand für mich so fest, dass dieses Setting den Thriller einzigartig macht! Die Sackgasse, in denen sich die verbliebenen Taucher nach dem ersten Vorfall befinden, jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken und die Anspannung war förmlich greifbar. Im weiteren Verlauf ähnelt sich die Handlung an vielen Punkten und bietet nicht ganz so viel Neues, was ich von Thrillern so normalerweise nicht gewohnt bin. Denn üblicherweise bekommt man in dem Genre immer wieder ein paar Hinweise, um selbst Theorien aufstellen und mitraten zu können. Das war meiner Meinung nach hier gar nicht so präsent, für mich persönlich jedoch nicht schlimm. Denn statt den Leser mit einer durchgetakteten Handlung auf Trab zu halten, setzt der Autor hier auf die bedrohliche Atmosphäre als spannungstreibendes Mittel. Und das gelingt meines Erachtens nach äußerst gut! Die Anspannung der Protagonisten überträgt sich hier auf den Leser und man möchte immer weiter lesen und erfahren, wann sich diese Anspannung und Spannung denn endlich entlädt. Abgerundet wird das ganze mit den schaurigen Erfahrungen der Taucher, die noch ein wenig mehr Gänsehaut bescheren.

Doch so gebannt ich vom Beginn und Hauptteil dieses Buches war, so enttäuscht hat mich letztendlich das Ende zurückgelassen. Ich persönlich mag offene Enden bei Thrillern überhaupt nicht. "Die Kammer" löst die Handlung am Schluss zwar auf, meiner Meinung nach aber ein wenig unbefriedigend und nicht ganz rund. Ich hätte mir an dieser Stelle sehr gewünscht, dass dem Schluss mehr Raum zugesprochen worden wäre.

Nichtsdestotrotz hat dieser Thriller von Will Dean mir gute, spannungsgeladene und teils auch beklemmende Lesestunden beschert. Wer interessiert an der Welt des Sättigungstauchens ist und Lust auf einen packenden, klaustrophobischen Thriller hat, sollte sich "Die Kammer" unbedingt näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Weniger Romance, dafür umso mehr Spice!

Cold King
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Während die junge Architektin Delilah sich bisher gänzlich auf ein schnelles Voranschreiten ihrer Karriere konzentriert und ihre wenige Freizeit nicht mit bedeutungslosen One-Night-Stands verbracht hat, ...

Während die junge Architektin Delilah sich bisher gänzlich auf ein schnelles Voranschreiten ihrer Karriere konzentriert und ihre wenige Freizeit nicht mit bedeutungslosen One-Night-Stands verbracht hat, bildet Cole King das genaue Gegenteil zu ihr. Dem äußerst wohlhabenden COO der King Group mangelt es an nichts. Gerne lässt er seine Gedanken hin zu unterschiedlichen Frauen schweifen, um seinen Kopf freizubekommen. Zumindest bis er eines Abends auf Delilah trifft und die beiden sich kurz nach einer Nacht, die die einzige zwischen ihnen bleiben sollte, beruflich wiedersehen. Denn Delilah ist Teil eines Architektenteams, welches das neueste Projekt der King Group umsetzen soll. Und während die beiden sich vornehmen, professionell zu bleiben, ist die Anziehungskraft zwischen ihnen doch unbestreitbar...

Zugegeben, auf den ersten Blick klingt "Cold King" nach einer klischeehaften Office-Romance wie jede andere auch. Aber man sollte sich unbedingt nicht davon abschrecken lassen - denn schon nach den ersten Seiten wird meiner Meinung nach klar, dass dieser Roman viel mehr bietet und sich dieser durchweg positive Eindruck durch praktisch alle Bereiche des Buches zieht:

Dies fängt bereits beim Schreibstil der Autorin an: L.M. Dalgleish schreibt witzig, prickelnd und locker, gleichzeitig aber auch gut durchdacht.
Und auch die Konstruktion der Geschichte zwischen Delilah und Cole ist durchaus erfrischend. Natürlich, in gewisser Weise ist das Ende in diesem Genre immer ein wenig vorhersehbar. Nichtsdestotrotz sorgen kleine Kniffe in der Handlung immer wieder für frischen Wind und sorgfältig gestreute Hinweise dafür, dass man als Leser immer wieder darüber rätselt, wie genau beispielsweise eine Person nun in einzelne Geschichten involviert ist oder was für Hintergründe hinter gewissen Verhaltensmustern stecken.
Hinzu kommen jede Menge spicy Szenen, die glücklicherweise alles andere als unangenehm beschrieben (wie ich es leider bereits das ein oder andere Mal in dem Genre gelesen habe), sondern ganz im Gegenteil sehr sinnlich und prickelnd dargestellt waren.

Auch die beiden Protagonisten Delilah und Cole konnten mich, zumindest größtenteils, überzeugen. Während die junge Architektin durch ihre Wortgewandheit und Intelligenz glänzt, besticht der Milliardär durch seine unnahbare, verführerische Art. Bei letzterem hätte ich mir manchmal jedoch eine Prise mehr Romantik gewünscht. Seine Gedanken waren für meinen Geschmack ab und an zu sehr auf "das Eine" gerichtet, was ich während der ein oder anderen Situation als unpassend, einmal sogar als übergriffig empfunden habe. Ein wenig mehr Romantik und ein Auge für Details hätten diese Geschichte sicherlich noch spannender und intensiver wirken lassen können.

Ich freue mich sehr auf den zweiten Teil der "Empty Kingdom"-Reihe. Den dortigen Protagonisten, Coles Bruder, konnte man bereits in diesem ersten Band ein wenig kennenlernen, sodass ich sicher bin, dass er eine hervorragende, spannende Besetzung für die Fortsetzung darstellen wird. Von mir gibt es einen Daumen hoch und eine Leseempfehlung für diese heiße Office-Romance.
4,5/5 Sterne

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