So viel mehr als "nur" spielen
Spielend aufwachsenEines wird durch die Lektüre von „Spielend aufwachsen“ der Autorinnen Gundula Göbel
und Marga Bielesch sehr deutlich. Die Möglichkeit zu Spielen ist für die kindliche Entwicklung immens wichtig. Dabei ...
Eines wird durch die Lektüre von „Spielend aufwachsen“ der Autorinnen Gundula Göbel
und Marga Bielesch sehr deutlich. Die Möglichkeit zu Spielen ist für die kindliche Entwicklung immens wichtig. Dabei wird der Begriff des Spielens weiter gefasst als das was man vielleicht zuerst im Kopf hat. Ein spielerischer Alltag kann etwa auch aus einer gemeinsam gemalten Einkaufsliste, kochen oder einem Waldspaziergang bestehen. Wichtig ist wie wir unserem Kind dabei begegnen und gerade für dieses Bindungstärkende Spielen finden sich im Buch viele Anregungen. Wer sich bereits mit der Bindungstheorie beschäftigt hat, findet im theoretischen Teil wenig Neues. Die praktischen Tipps der Autorinnen gefielen mir aber gut, besonders als es um konkrete Herausforderungen ging. Nur das Kapitel "Spielen im stressigen Alltag" lies mich etwas enttäuscht zurück. Hier finden sich finde ich nur wenige konkrete Ansätze wie der Alltag entschleunigt werden kann. Die aufgezählten Ideen sind meistens Spiele die doch eher etwas Zeit benötigen. Der Schreibstil liest sich soweit angenehm. Hin und wieder bauen mir die Autorinnen aber eine solche Dringlichkeit auf, dass mir diese unangenehm wurde. Spielen ist immens wichtig für die Entwicklung, gerade durch diese ständige Betonung baut sich aber ein großer Erwartungsdruck auf. Anderseits geht es auch immer wieder darum das jede Familie unterschiedlich ist und es individueller Lösungen bedarf, was mir sehr gut gefiel. Alles in allem kann ich „Spielend aufwachsen“ für Interessierte schon empfehlen. Die Grundidee hinter dem Bindungstärkenden Spielen überzeugt. Allerdings ist das Buch für mich eher eine Ergänzung zu anderen Erziehungsratgebern da doch nur ein bestimmtes Feld in den Fokus genommen wird.