Mitreißend-Ausdrucksstark-Ermutigend
Das Spiel zwischen Licht und SchattenDas neue Buch von Tabea Rompf hat mich sofort angesprochen. Das Cover finde ich sehr spannend und gelungen. Es hat mich neugierig gemacht.
Deutschland 1945, Maggie wird von britischen Soldaten in einem ...
Das neue Buch von Tabea Rompf hat mich sofort angesprochen. Das Cover finde ich sehr spannend und gelungen. Es hat mich neugierig gemacht.
Deutschland 1945, Maggie wird von britischen Soldaten in einem geheimen Keller einer Nazigröße gefunden. Halb tot und von der Gestapo schwer gefoltert überlebt sie die an ihr verübten Gräueltaten. Allerdings hat sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sie kann sich kaum an Geschehnisse erinnern, und merkt sich Gespräche und Informationen kaum. Außerdem hat sie immer wiederkehrende fürchterliche Kopfschmerzen. Aber ihr größtes Problem ist, dass Agent Craig Brodie, ihr nicht ganz glaubt und vertraut. Maggie ist nämlich auch eine Geheimagentin. Aus den USA über die Schweiz eingereist, arbeitete sie bei dem Nazionalsozialisten Erich Heckler als Hausangestellte. Nun wollen die amerikanischen und britischen Geheimdienste alles über ihre Erfahrungen mit den Nazionalsozialisten wissen. Aufgrund ihrer Konzentrationsprobleme kann sie aber nicht alle Fragen beantworten.
Das Verhalten der Geheimdienste lässt Maggie verzweifeln. Und der Gott, den sie im Gefängnis noch angefleht und angebetet hatte, ist plötzlich so weit entfernt von ihr. Sie fühlt sich von ihm im Stich gelassen. Warum wird sie als Täterin, und nicht als Opfer angesehen? Und wo war Gott, als sie gefoltert wurde? Als Maggie dann auch noch Tablettensüchtig wird, wirkt es so, als ob Gott gar keine Rolle mehr in ihrem Leben hat. Wird sie wieder zu ihm zurück kommen?
Tabea Rompf ist eine junge talentierte und sehr ambitionierte Schriftstellerin. Ihre Darstellung von Maggie und ihrer komplexen Beziehung zu Gott und ihrer Umwelt ist sehr authentisch. Die Autorin ist sehr geschickt darin, die Gefühlswelt der Protagonisten mit einer Stärke zu transportieren, dass man als Leser alle Emotionen miterlebt. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass dieses Buch in sechs Teilen aufgebaut ist. Jedes Teil beginnt mit einem Bibelvers. Am Ende des Buches geht die Autorin auf die sechs Bibelverse ein, und stellt sehr gute Reflektionsfragen. Das habe ich bislang noch nicht gesehen und es hat mich angesprochen.