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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2025

unterhaltsam

Das Leben fing im Sommer an
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Der Autor Christoph Kramer ist mir als Moderator der letzten Fußball-EM ein Begriff gewesen. Da ich aber kein richtiger Fußball-Fan bin, hat mich das nicht beeinflusst, sein erstes Buch lesen zu wollen. ...

Der Autor Christoph Kramer ist mir als Moderator der letzten Fußball-EM ein Begriff gewesen. Da ich aber kein richtiger Fußball-Fan bin, hat mich das nicht beeinflusst, sein erstes Buch lesen zu wollen. Die Geschichte klang einfach nach einer Coming-of-Age-Story und sowas mag ich einfach.

Das Cover ist schön und passt zur Story. Ich verbinde die Jugend durchaus auch mit Freibadbesuchen und der Bewunderung für diejenigen, die sich mit einer Wasserbombe in die Tiefe des Sprungbrettes gestürzt haben.

Der Sprachstil des Buches passt sich dem jugendlichen Alter des Helden Chris an. Man fragt sich ständig, wie viel dieser Chris mit dem Autor zu tun hat. Ob es nicht fast eine Autobiographie ist, die hier erzählt wird. Es geht in der Hauptsache um die Themen die ein Teenager und junger Mann so für wichtig empfinden. Dazu gehört natürlich vor allem die erste große Liebe aber auch durchaus der Wunsch, sich im Erwachsenenleben zurecht finden zu wollen. Die Fragen der Berufswahl und nach der eigenen Identität werden auf nette und harmlose Weise erzählt.

Ich fand das Buch gut zu lesen und unterhaltsam.

Veröffentlicht am 09.03.2025

da bleibe ich dran

Echokammer
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Ich mag es ja, wenn ich mein reales Leben immer mit dazu passenden Romanen würzen kann. Also z.B. lese ich gerne Romane, die an meinen jeweiligen Urlaubsorten spielen. Oder im Winter gerne Bücher, in denen ...

Ich mag es ja, wenn ich mein reales Leben immer mit dazu passenden Romanen würzen kann. Also z.B. lese ich gerne Romane, die an meinen jeweiligen Urlaubsorten spielen. Oder im Winter gerne Bücher, in denen es auch kalt und winterlich zugeht. Diesmal habe ich zu einem Politthriller gegriffen um mich so richtig in die realen Bundestagswahlen einzustimmen.

Es scheint, als würde vor oder bei den Wahlen zum norwegischen Parlament, ein Attentat geplant werden. Die Ermittler versuchen mit allen ihren Kräften, die Attentäter zu ermitteln und den Anschlag zu verhindern.

Der Autor bedient sich der altbewährten HIlfsmittel, um Lesesog und Spannung aufzubauen. Die Kapitel sind kurz und enden oft an einem besonders spannenden Moment. Durch das herunterzählen der Tage bis zur Wahl wird dem Leser eine immer größer werdende Dringlichkeit suggeriert. Das zustande Kommen kleinerer Ermittlungserfolge aber auch das aufdecken falscher Fährten machen Spaß zu lesen.

Die Charaktere sind gut in Szene gesetzt, das Privatleben der Ermittler steht nicht im Vodergrund, schimmert aber immer wieder durch. Man möchte mehr erfahren und freut sich dadurch auch schon auf Teil 2.

Solider erster Band einer Reihe. Da bleibe ich dran.

Veröffentlicht am 09.03.2025

kniffeliger Thriller

Ein ungezähmtes Tier
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Als eingeschworener Dicker-Fan musste ich natürlich auch bei "Ein ungezähmtes Tier" zugreifen. Der Titel gab mir sehr lange Rätsel auf während das schöne Cover von Anfang an gut zur Geschichte passte.

Erzählt ...

Als eingeschworener Dicker-Fan musste ich natürlich auch bei "Ein ungezähmtes Tier" zugreifen. Der Titel gab mir sehr lange Rätsel auf während das schöne Cover von Anfang an gut zur Geschichte passte.

Erzählt wird von einer glücklichen gutsituierten Familie, die wortwörtlich in einem noblen Glashaus wohnt. Ihnen gegenüber lernen wir einen Polizisten und seine Frau kennen. Obwohl die junge Frau neidisch auf das reiche Paar ist entspinnt sich eine Art Freundschaft zwischen den vier. Spätestens wenn klar wird, dass der Polizist die Frau aus dem Glashaus beobachtet - wie auf dem Cover zu sehen - spürt man, dass hier etwas in Schieflage ist.

Der Thriller-Charakter entsteht vor allem dadurch, dass in Rückblicken von einem geplanten Raub erzählt wird und man nicht einschätzen kann, wer hier mit wem und was stehlen will.

Der Autor spielt damit, den Leser auf falsche Fährten zu locken und den Charakteren so viele doppelte Böden und so viele Seiten zu geben, dass man schon sehr aufmerksam lesen muss, damit man merkt, wie das Puzzle sich langsam zusammensetzt.

Der Erzählstil ist der eines Beobachters. Mir gefallen die Bücher von Dicker, in denen er einem einzigen "Helden" folgt, ein wenig besser aber dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen.

Veröffentlicht am 16.02.2025

wenn einer eine Bahnfahrt utt

In einem Zug
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Wenn einer eine Bahnfahrt tut.

Eduard Brünhofer, seines Zeichens Autor - sitzt im Zugabteil. Er ist auf der Reise nach München. Eigentlich möche er nur seine Ruhe haben. Ein unangenehmer Termin steht ...

Wenn einer eine Bahnfahrt tut.

Eduard Brünhofer, seines Zeichens Autor - sitzt im Zugabteil. Er ist auf der Reise nach München. Eigentlich möche er nur seine Ruhe haben. Ein unangenehmer Termin steht an. Aber ihm gegenüber sitzt Catrin Meyr. Und sie sucht das Gespräch. Da sie beruflich routiniert in Gesprächstherapie ist, werden ihre Fragen schnell sehr intim und Eduard lässt sich est wiederwillig, dann mehr und mehr interessiert darauf ein.

Ich kann mir das Gespräch wirklich sehr sehr gut als Theaterstück vorstellen. Es geht um das Leben, die Liebe, Beziehungen, Gefühle. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen, mich selbst einem fremden Menschen so schnell so zu öffnen, aber ich glaube, Eduard brauchte dringend jemanden, um sein etwas eingefahrenes Leben zu reflektieren. Und die fremde Frau Catrin ist bestens dafür geeignet, vielleicht gerade weil sie neutral und fremd ist.

Ein Buch, dass nicht wirklich spannend ist aber so interessant, dass ich es ratz-fatz augelesen hatte.

Veröffentlicht am 16.02.2025

unterhaltsam

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Seit langem mal wieder ein Buch, dass einer Dystophie sehr nahe kommt. Es ist aber sicherlich auch eine Parabel in der wir eine kleine Gemeinschaft kennenlernen, die versucht durch eine strenge Hierarchie, ...

Seit langem mal wieder ein Buch, dass einer Dystophie sehr nahe kommt. Es ist aber sicherlich auch eine Parabel in der wir eine kleine Gemeinschaft kennenlernen, die versucht durch eine strenge Hierarchie, eine feste Struktur und ein enges Miteinander zu überleben in einer feindlichen Natur. Erschüttert wird diese Gemeinschaft durch einen Mord und plötzlich bröckelt die Fassade und nichts ist mehr so, wie die Menschen es glaubten zu wissen.

Die Geschichte ist erstaunlich einfach erzählt und die Feinheiten liegen eher darin, dass man sich ständig fragt, was passiert hier eigentlich, wer ist der Mörder, warum möchte jemand den spärlichen Rest der Menschheit ausrotten?

Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen, weil ich so neugierig war, was hinter all dem steckt. Die Charaktere waren mir vielleicht etwas zu oberflächlich dargestellt und oft sehr einfältig. Dennoch eine unterhaltsame Geschichte.