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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2025

"Elektrisierend" trifft es in der Tat

Wackelkontakt
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Eschers Steckdose in der Küche hat einen Wackelkontakt. Und er wartet auf den Elektriker. Derweil legt er einen Puzzle. Er hegt eine Leidenschaft fürs Puzzeln, seit er zu seinem 19. Geburtstag von einer ...

Eschers Steckdose in der Küche hat einen Wackelkontakt. Und er wartet auf den Elektriker. Derweil legt er einen Puzzle. Er hegt eine Leidenschaft fürs Puzzeln, seit er zu seinem 19. Geburtstag von einer Angebeteten ein Puzzle mit dem Bild eines namensverwandten Künstlers geschenkt bekam, auf dem zwei Hände abgebildet sind, sich beim Malen malen. Das programmatische Motiv des Romans. Danach liest er ein Buch über einen Kronzeugen gegen die Mafia. Dieser kann nachts in seiner Zelle nicht schlafen, weil er um sein Leben fürchten muss. Und so liest er ein Buch über einen Mann namens Escher, der ein Buch liest über einen Mann in einer Zelle, der nicht schlafen kann.
Was wie eine harmlos lustige Endlosschleife klingt, ist mehr als nur eine originelle Idee zur Komposition des Romans „Wackelkontakt“ von Wolfgang Haas. Der Roman ist gleich von Anfang an nicht nur brillant konstruiert durch die immer wieder auf sich selbst verweisenden Motive. Sondern Haas schreibt so en passant noch einen von der ersten Seite an packenden Thriller über Mafia, Kronzeugen, Schutzprogramme und Todesfälle. Galant vermischen sich die Erzählebenen und Leben von Escher und Elio Russo, dem Kronzeugen. Dabei entsteht im Leser schon auf den ersten Seiten, dass das Konsequenzen haben muss für beider Leben.
Originell, entwickelt, klug durchdacht, von Beginn an packend und dabei herrlich leicht geschrieben! Absolutes Lesevergnügen garantiert!

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Freundschaft überwindet alle Hindernisse

Die Maus hat einen neuen Freund
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Was für ein grandioses Buch! Da wäre man gerne noch einmal zwei Jahre alt, aber zum Glück ist es ja nicht verboten, das Buch auch zu lesen und zu lieben, wenn man das Alter nicht mit zwei, sondern einer ...

Was für ein grandioses Buch! Da wäre man gerne noch einmal zwei Jahre alt, aber zum Glück ist es ja nicht verboten, das Buch auch zu lesen und zu lieben, wenn man das Alter nicht mit zwei, sondern einer zweistelligen Zahl beziffert werden muss.
Die kleine Maus trifft ihren neuen Freund, ausgerechnet einen Dinosaurier, im Wolkenkino. Die beiden haben so viel gemein, obwohl sie doch auf den ersten Blick so grundverschieden zu sein scheinen. Und genau dieser Unterschied, der eigentlich nicht in der äußerlichen Größe besteht, stellt sie dann doch vor ein Problem. Aber zum Glück gibt es in ihrem Umfeld weise Ratgeber, die ihnen zeigen, wie leicht man solche vermeintlich unlösbaren Schwierigkeiten überwinden kann. Und am Ende sind alle glücklich.
Nicht nur Maus und Dinosaurier, sondern auch die Leser und Betrachter. Allein die wunderschönen Bilder sind ein Grund, der für das Buch spricht. Dazu kommen die kleinen, gereimten Zweizeiler, die bei aller Kürze und kindlich angemessener Ausdrucksweise soviel Witz und Lebensklugheit vermitteln. Und dann die beiden Hauptfiguren, die einfach umwerfend sympathisch und um ihre Freundschaft zu beneiden sind. Gekrönt wird das ganze von einer Poesie, die zeigt, wie schön das Leben ist, wenn man einen guten Freund hat, so verschieden er auch ist. Und mit welch einfachen Mitteln eine solche Freundschaft genossen und gefeiert werden kann, sei es mit einer gemeinsamen Übernachtung unter freiem Himmel oder im Wolkenkino. Was für eine herrliche Idee! Marc Uwe Kling als wortwitziger und origineller Autor sowie Astrid Henn als begnadete Illustratorin sind ein absolut perfektes Team!

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Lustig, ernst, melancholisch, sprachwitzig

Russische Spezialitäten
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Der Ich-Erzähler liebt seine Mutter und die russische Sprache, aber auch Kjiew, das er als Heimat empfindet. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Leipzig; seine Familie verkauft russische Spezialitäten. ...

Der Ich-Erzähler liebt seine Mutter und die russische Sprache, aber auch Kjiew, das er als Heimat empfindet. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Leipzig; seine Familie verkauft russische Spezialitäten. In ihrem Laden kaufen „die Unsrigen“, Osteuropäer, Russen, Ukrainer. Sie fühlen sich verbunden. Und der Ich-Erzähler ihnen auch. Zugleich hat er Angst, nicht ihre Sprache zu sprechen, dass sein Russisch nicht ausreichen könnte. Seine Mutter schaut russisches Fernsehen. Und als Russland den Krieg gegen die Ukraine beginnt, fällt die Gemeinschaft der „Unsrigen“ auseinander. Die Mutter verfällt den Lügen des Propagandafernsehens und ihr Sohn kann sie nicht verstehen, sich nicht mehr mit ihr verständigen. Den einzigen Weg, den er sieht, ist in die Ukraine zu fahren, um seine Mutter von der Wahrheit zu überzeugen. Ein gewagter Schritt in das vom Krieg gebeutelte Land.
Das Buch aus der Perspektive des Jungen, der zwischen allen Identitäten sitzt, vermischt eine Vielzahl an Stimmlagen. Da ist der geniale Wortwitz mit gewaltigen Neologismen, die bisweilen etwas sperrig sind. Mit denen verteilt der Autor einige Seitenhiebe in Hinblick auf Sowjetmentalität und Kritik an alle Leichtgläubigen, die sich von Russischer Staatspropaganda hinter das Licht führen lassen. Neben der Situationskomik auch innerhalb der Familie klingen zarte und ernste Themen an. So sucht der Junge zwischen den ehemaligen Leipziger Sowjetblocks nach einer Zugehörigkeit. Wenn ihm schon eine nationale fehlt, so gerät auch die familiäre ins Wanken, als die Mutter ein so ganz anderes Weltbild hat, als es mit seinem vereinbar ist. Da ist die Angst, nicht dazuzugehören, zu den „Unsrigen“, da, russisch-stämmig, schon in der Ukraine geboren und unmittelbar nach Leipzig verzogen der Erzähler sich nicht traut, mit den anderen Osteuropäern zu kommunizieren. Und auch melancholisch erinnert das Buch an eine Welt, in der die Familie und die anderen Zugezogenen noch so etwas wie ein kulturelles Gedächtnis hatten, das sie verband, auch wenn es vielleicht nur in Sowjet-Limo oder den tausend Weißkohlsorten der Wolgadeutschen bestand.
Ein Roman von großer Wortkunst, mal witzig, mal beißend ironisch, mal herzlich und vor allem auch sehr sehr ernst in einer Welt, die auseinanderzufallen droht.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Einschlafspaß mit Winni, dem Frettchen

Ab ins Bett, Winnifrett!
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Winni, das Frettchen versucht alles, um das Schlafengehen hinauszuzögern, es versteckt sich, springt auf dem Bett herum, hört Musik, gibt vor zu lesen. Mama Frettchen hat ihre liebe Müh und Not, den kleinen ...

Winni, das Frettchen versucht alles, um das Schlafengehen hinauszuzögern, es versteckt sich, springt auf dem Bett herum, hört Musik, gibt vor zu lesen. Mama Frettchen hat ihre liebe Müh und Not, den kleinen Racker ins Bett zu bringen, auch wenn sie ihn mit lustigen kleinen Reimen zu locken sucht.
Das Buch liest sich mit seinen Reimen prima vor. Es ist eine lustige kleine Zubettgehgeschichte, in der sich die lieben Kleinen gut wiederfinden dürften, die ja bisweilen das Schlafengehen auch ganz schön in die Länge ziehen können mit genau den Tricks, die auch Winni eingefallen sind. Die bunten Bilder laden ein zum Verweilen und Entdecken von vielen liebevolle Details. Sie sind sehr stimmungsvoll gezeichnet und mit ihren weichen Konturen und gedeckten Farben gemütlich beim Schein der Nachttischlampe zu betrachten. Da fällt es schon schwer, das Licht auszumachen und von wilden Frettchen zu träumen.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Nochmal Bammel gehabt

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr ...

Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr haben zu wollen, vor „dem Kläffer“ und vor Wasser. Kann man „keine Angst haben“ lernen? Ihr Selbstversuch wird auf eine harte Probe gestellt durch die Neue im 2. Stock. Und auf einmal müssen Elli und Jaro Angst um ihre Freundschaft haben!
Ein wortwitziges, komisches, ernstes, herzliches und Mutmachendes Hörbuch über Ängste und Freundschaft, über Mut und Freundschaftskrisen. Wer könnte Kindern besser die Angst (vor der Angst) nehmen als tapfere, mutige, sympathische und lustige, aber auch ängstliche, zweifelnde und traurige Gleichaltrige wie in diesem tollen Jugendbuch, mitreißenden gelesen von einer absolut passenden Stimme und damit gleich doppeltes Vergnügen beim Mitfiebern und Zuhören!

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