Platzhalter für Profilbild

leseleucht

Lesejury Star
online

leseleucht ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit leseleucht über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2025

Freundschaft überwindet alle Hindernisse

Die Maus hat einen neuen Freund
0

Was für ein grandioses Buch! Da wäre man gerne noch einmal zwei Jahre alt, aber zum Glück ist es ja nicht verboten, das Buch auch zu lesen und zu lieben, wenn man das Alter nicht mit zwei, sondern einer ...

Was für ein grandioses Buch! Da wäre man gerne noch einmal zwei Jahre alt, aber zum Glück ist es ja nicht verboten, das Buch auch zu lesen und zu lieben, wenn man das Alter nicht mit zwei, sondern einer zweistelligen Zahl beziffert werden muss.
Die kleine Maus trifft ihren neuen Freund, ausgerechnet einen Dinosaurier, im Wolkenkino. Die beiden haben so viel gemein, obwohl sie doch auf den ersten Blick so grundverschieden zu sein scheinen. Und genau dieser Unterschied, der eigentlich nicht in der äußerlichen Größe besteht, stellt sie dann doch vor ein Problem. Aber zum Glück gibt es in ihrem Umfeld weise Ratgeber, die ihnen zeigen, wie leicht man solche vermeintlich unlösbaren Schwierigkeiten überwinden kann. Und am Ende sind alle glücklich.
Nicht nur Maus und Dinosaurier, sondern auch die Leser und Betrachter. Allein die wunderschönen Bilder sind ein Grund, der für das Buch spricht. Dazu kommen die kleinen, gereimten Zweizeiler, die bei aller Kürze und kindlich angemessener Ausdrucksweise soviel Witz und Lebensklugheit vermitteln. Und dann die beiden Hauptfiguren, die einfach umwerfend sympathisch und um ihre Freundschaft zu beneiden sind. Gekrönt wird das ganze von einer Poesie, die zeigt, wie schön das Leben ist, wenn man einen guten Freund hat, so verschieden er auch ist. Und mit welch einfachen Mitteln eine solche Freundschaft genossen und gefeiert werden kann, sei es mit einer gemeinsamen Übernachtung unter freiem Himmel oder im Wolkenkino. Was für eine herrliche Idee! Marc Uwe Kling als wortwitziger und origineller Autor sowie Astrid Henn als begnadete Illustratorin sind ein absolut perfektes Team!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2025

Lustig, ernst, melancholisch, sprachwitzig

Russische Spezialitäten
0

Der Ich-Erzähler liebt seine Mutter und die russische Sprache, aber auch Kjiew, das er als Heimat empfindet. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Leipzig; seine Familie verkauft russische Spezialitäten. ...

Der Ich-Erzähler liebt seine Mutter und die russische Sprache, aber auch Kjiew, das er als Heimat empfindet. Zusammen mit seiner Familie lebt er in Leipzig; seine Familie verkauft russische Spezialitäten. In ihrem Laden kaufen „die Unsrigen“, Osteuropäer, Russen, Ukrainer. Sie fühlen sich verbunden. Und der Ich-Erzähler ihnen auch. Zugleich hat er Angst, nicht ihre Sprache zu sprechen, dass sein Russisch nicht ausreichen könnte. Seine Mutter schaut russisches Fernsehen. Und als Russland den Krieg gegen die Ukraine beginnt, fällt die Gemeinschaft der „Unsrigen“ auseinander. Die Mutter verfällt den Lügen des Propagandafernsehens und ihr Sohn kann sie nicht verstehen, sich nicht mehr mit ihr verständigen. Den einzigen Weg, den er sieht, ist in die Ukraine zu fahren, um seine Mutter von der Wahrheit zu überzeugen. Ein gewagter Schritt in das vom Krieg gebeutelte Land.
Das Buch aus der Perspektive des Jungen, der zwischen allen Identitäten sitzt, vermischt eine Vielzahl an Stimmlagen. Da ist der geniale Wortwitz mit gewaltigen Neologismen, die bisweilen etwas sperrig sind. Mit denen verteilt der Autor einige Seitenhiebe in Hinblick auf Sowjetmentalität und Kritik an alle Leichtgläubigen, die sich von Russischer Staatspropaganda hinter das Licht führen lassen. Neben der Situationskomik auch innerhalb der Familie klingen zarte und ernste Themen an. So sucht der Junge zwischen den ehemaligen Leipziger Sowjetblocks nach einer Zugehörigkeit. Wenn ihm schon eine nationale fehlt, so gerät auch die familiäre ins Wanken, als die Mutter ein so ganz anderes Weltbild hat, als es mit seinem vereinbar ist. Da ist die Angst, nicht dazuzugehören, zu den „Unsrigen“, da, russisch-stämmig, schon in der Ukraine geboren und unmittelbar nach Leipzig verzogen der Erzähler sich nicht traut, mit den anderen Osteuropäern zu kommunizieren. Und auch melancholisch erinnert das Buch an eine Welt, in der die Familie und die anderen Zugezogenen noch so etwas wie ein kulturelles Gedächtnis hatten, das sie verband, auch wenn es vielleicht nur in Sowjet-Limo oder den tausend Weißkohlsorten der Wolgadeutschen bestand.
Ein Roman von großer Wortkunst, mal witzig, mal beißend ironisch, mal herzlich und vor allem auch sehr sehr ernst in einer Welt, die auseinanderzufallen droht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2025

Einschlafspaß mit Winni, dem Frettchen

Ab ins Bett, Winnifrett!
0

Winni, das Frettchen versucht alles, um das Schlafengehen hinauszuzögern, es versteckt sich, springt auf dem Bett herum, hört Musik, gibt vor zu lesen. Mama Frettchen hat ihre liebe Müh und Not, den kleinen ...

Winni, das Frettchen versucht alles, um das Schlafengehen hinauszuzögern, es versteckt sich, springt auf dem Bett herum, hört Musik, gibt vor zu lesen. Mama Frettchen hat ihre liebe Müh und Not, den kleinen Racker ins Bett zu bringen, auch wenn sie ihn mit lustigen kleinen Reimen zu locken sucht.
Das Buch liest sich mit seinen Reimen prima vor. Es ist eine lustige kleine Zubettgehgeschichte, in der sich die lieben Kleinen gut wiederfinden dürften, die ja bisweilen das Schlafengehen auch ganz schön in die Länge ziehen können mit genau den Tricks, die auch Winni eingefallen sind. Die bunten Bilder laden ein zum Verweilen und Entdecken von vielen liebevolle Details. Sie sind sehr stimmungsvoll gezeichnet und mit ihren weichen Konturen und gedeckten Farben gemütlich beim Schein der Nachttischlampe zu betrachten. Da fällt es schon schwer, das Licht auszumachen und von wilden Frettchen zu träumen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2025

Nochmal Bammel gehabt

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
0

Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr ...

Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr haben zu wollen, vor „dem Kläffer“ und vor Wasser. Kann man „keine Angst haben“ lernen? Ihr Selbstversuch wird auf eine harte Probe gestellt durch die Neue im 2. Stock. Und auf einmal müssen Elli und Jaro Angst um ihre Freundschaft haben!
Ein wortwitziges, komisches, ernstes, herzliches und Mutmachendes Hörbuch über Ängste und Freundschaft, über Mut und Freundschaftskrisen. Wer könnte Kindern besser die Angst (vor der Angst) nehmen als tapfere, mutige, sympathische und lustige, aber auch ängstliche, zweifelnde und traurige Gleichaltrige wie in diesem tollen Jugendbuch, mitreißenden gelesen von einer absolut passenden Stimme und damit gleich doppeltes Vergnügen beim Mitfiebern und Zuhören!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2025

Schwimmende Freiheit

Fernwehland
0

Die „Völkerfreundschaft“ ist ein schicksalsträchtiges Schiff, das im Roman das Leben der drei Protagonist:Innen verbindet. Die kleine Frieda erlebt die Schiffstaufe im schwedischen Göteborg; da hieß es ...

Die „Völkerfreundschaft“ ist ein schicksalsträchtiges Schiff, das im Roman das Leben der drei Protagonist:Innen verbindet. Die kleine Frieda erlebt die Schiffstaufe im schwedischen Göteborg; da hieß es noch „Astoria“. Später trifft sie auf ihrer ersten Reise auf dem Schiff ihren zukünftigen Mann.
Henri, dessen Vater schon von der Seefahrt träumte, überwindet als Matrose auf der „Völkerfreundschaft“ die Grenzen der DDR. Und auch für die Stewardess Simone wird auf dem Schiff der Traum von der großen Freiheit war, besonders als sie für eine schwedische Reederei fahren und somit auch Westhäfen anfahren.
Viele Jahre später begegnen sich alle drei auf der ehemaligen „Völkerfreundschaft“. Das Schicksal hat sie auf sehr unterschiedliche Wege geführt, aber was sie verbindet ist ihre gemeinsame Liebe zu dem alten Schiff. Und aus Nostalgie fahren sie noch einmal auf die Reise.
Auf drei manchmal vier (Zeit)ebenen spielt die Handlung des Romans. Sehr anschaulich lässt die Autorin die drei Leben am Auge des Lesers vorüberziehen. Sie erschafft eine kleine Welt sympathischer Figuren, deren Wege sich immer wieder einmal kreuzen, anfänglich ohne dass die drei davon Notiz nähmen. Was der Roman auf jeden Fall sehr gut vermittelt ist die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch Zugehörigkeit zur Familie, aber auch zur Crew auf der „Völkerfreundschaft“. Bei allen Einschränkungen gelingt es den Figuren immer wieder, das Beste aus ihrem Schicksal zu machen und das Glück, wenn es sich denn zeigt, auch zu genießen. Der Leser geht gerne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere