Ich konnte es nicht aus der Hand legen!
Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobernImmer mal wieder stoße ich auf ein Buch, das ich einfach nicht aus der Hand legen kann. "Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist so ein Buch.
Antje Schrupp legt in ...
Immer mal wieder stoße ich auf ein Buch, das ich einfach nicht aus der Hand legen kann. "Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist so ein Buch.
Antje Schrupp legt in ihrem Essay nachvollziehbar dar, dass wir derzeit nicht etwa eine Rückkehr des Patriarchats erleben, sondern vielmehr "postpatriarchales Chaos". Was darunter zu verstehen ist, wie die Autorin dieses Chaos abgrenzt zum klassischen Patriarchat, das ist sowohl interessant als auch einleuchtend - und für mich ein erstaunlicher Quell der Hoffnung.
Diese Einordnung bildet allerdings nur den Auftakt, denn im weiteren Verlauf widmet sich Antje Schrupp der Aufgabe des Feminismus, nicht im Ist-Zustand zu verharren, sondern sich im Gegenteil weiterzuentwickeln und den aktuellen Entwicklungen anzupassen.
Sie geht auf die Geschichte des Feminismus ebenso ein wie auf die Herausforderungen, denen er sich zu stellen hat. Das alles macht sie auf eine so verständliche Art und Weise, dass es wirklich Spaß macht, ihren Ausführungen zu folgen.
"Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern" ist auch deshalb so lesenswert, weil es in vielerlei Hinsicht einladend ist, weil es durchaus (selbst-) kritisch ist und weil die Autorin daran erinnert, was Feminismus war, ist und werden kann.
"Damit verbunden ist ein Perspektivenwechsel für feministische Anliegen: Wir kämpfen nicht für das, was uns vermeintlich zusteht, sondern für das, was wir wollen, was uns am Herzen liegt. (...) Wir halten uns nicht damit auf zu beweisen, dass wir recht haben, denn das interessiert sowieso niemanden. Erst recht entschuldigen und rechtfertigen wir uns nicht für unsere Wünsche und Sehnsüchte. Sondern wir tun konsequent das, was wir für richtig halten; jede/r im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, so gut wir eben können."
Irgendwie hat Antje Schrupp es außerdem geschafft, dass ich mich während der Lektüre immer wieder direkt angesprochen fühlte, dass ich motiviert wurde, dass ich Hoffnung schöpfte. Ich glaube, dafür bin ich ihr am meisten dankbar: dass sie im Kern Hoffnung verbreitet. Mich persönlich motiviert Hoffnung deutlich mehr als das Gefühl, dass "alles verloren" bzw. hoffnungslos ist.
Fazit: Viele kluge Gedanken wurden in einem verständlichen Essay vereint. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber als Idee und als Grundlage für Diskussionen und eine neue Welle des Feminismus, vor allem aber als Hoffnungsgeber, funktioniert dieses Büchlein ganz wunderbar.