Poetisch und wortgewaltig
Die Augen der Medusa„Der ewige Palast“ ist kein Werk für zwischendurch. Es ist der wortgewaltige, ideenreiche Auftakt einer Reihe, die sich mit essenziellen und philosophischen Themen beschäftigt.
Die Stadt Etherion wird ...
„Der ewige Palast“ ist kein Werk für zwischendurch. Es ist der wortgewaltige, ideenreiche Auftakt einer Reihe, die sich mit essenziellen und philosophischen Themen beschäftigt.
Die Stadt Etherion wird in einer poetischen Weise beschrieben und so mit einer ganz speziellen Art zum Leben erweckt.
Mir hat der Stil sehr gut gefallen, auch wenn er auf manche Leser zu langsam fortschreitet oder unnahbar wirkt. Ich brauche oft zwischen den Büchern ein Werk das mich fordert. Und das war dieses Buch eindeutig.
Es beschäftigt sich, trotz dystopischer Steampunk-Atmosphäre mit starken Themen, die auch genau in unsere heutige Zeit passen. Flüchtlingspolitik, wann endet das Menschsein - wann ist man eine Maschine? Und das sind nur einige Punkte.
Außerhalb Etherions befindet sich das Ödland. Hier herrscht „Barbarei“, die Menschen flüchten aus der unwirklichen Landschaft in die Stadt, doch hier werden sie nicht mit offenen Armen empfanden. Die Stadt verfügt zwar über Ressourcen, Reichtum, Kunst und Kultur - aber wie in jeder Metropole ist es oft ein schöner Schein, denn vor den Verfall ist niemand gefeit.
Auch Etherion erkrankt. Eine alte Macht aus den Tiefen der Stadt, der Glasflor, bedroht die Zivilisation. Eine Gruppe Menschen mit verschiedenen Ansichten und Hintergründen machen sich auf den Weg um dagegen zu kämpfen.
Es ist keine leichte Kost und dennoch haben mich diese Seiten in ihren Bann gezogen. Sei es einfach nur die Sprache, die mich in eine verzauberte Stadt entführte, der Ideenreichtum der nicht bei den verschiedenen Cocktailarten des “Scherbenkompass” halt macht oder die Themen, die mich noch nach dem Lesen weiterhin beschäftigten.
Das einzige was ich bemängle sind die wenigen Kapitel, was es vielleicht kopfmäßig für mich anstrengend macht, bzw. Absätze die verschiedene Szenen voneinander trennt. So war ich bei letzteren oft ein wenig verwirrt wie wir von a plötzlich nach b gekommen sind.