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Owlmuffin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2023

Zäh ...

Path into Duat
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"Er war eine wandelnde Wand aus Flammen – worauf hätten sie auch schießen sollen?
Er war Qualm, er war Feuer.
Er war Chaos."



Auf der Flucht vor seinen Gefühlen landet Doctor Jahi Mafed in der Wüste ...

"Er war eine wandelnde Wand aus Flammen – worauf hätten sie auch schießen sollen?
Er war Qualm, er war Feuer.
Er war Chaos."



Auf der Flucht vor seinen Gefühlen landet Doctor Jahi Mafed in der Wüste Nevadas – direkt im Gebiet des jähzornigen Chaosgotts.
Gerechtigkeit trifft auf Zerstörung — kann diese Begegnung ohne Schaden vonstattengehen?

… definitiv nicht, wie Melanie Vogltanz und Jenny Wood zeigen.
Denn kurz nachdem der Totengott im Heliopolis einkehrt, wird Seth des Mordes verdächtigt. Und bei dieser einen Leiche, dessen Spuren zum „Herrn von Ombos“ führen, soll es nicht bleiben.

Dass „Path into Duat“ von zwei Autorinnen geschrieben wurde, wäre mir gar nicht aufgefallen. Die Handlungsstränge greifen flüssig ineinander über, die Protagonisten kommen mit ihren (Selbst)Zweifeln und speziellen Eigenschaften sehr gut zur Geltung. Leider dümpelt die Handlung, die sich über 600 Seiten erstreckt, großteils zäh vor sich hin. Action vergeht in Wimpernschlägen, während sich Monologe und Dialoge, die nichts verändern und hauptsächlich modernem Geplänkel und Sticheleien unterliegen, im Kreis drehen. Auf jeden Schritt vorwärts, jede Annäherung, jede Einsicht folgen Rückschläge.

Im Vergleich zu „Totenfluch“ fehlte es bei diesem Buch an Spannung und Entwicklung, der Krimi-Fall, die Intrigen, die gegen den Gott des Chaos geschmiedet wurden, Zweifel in seinen wenigen Verbündeten sähen, liegen brach. Dennoch gibt es tiefsinnige Einblicke in Seth und Mafed, Flucht und Verfolgung in der Wüstenhitze, Whiskey und einen Drogentrip. Selbst Sachmet lässt sich ihren taffen Auftritt nicht verbieten, ebenso wenig wie die Cops, seelenlose Wesen und liebgewonnene Sterbliche. Für die Götter wird es mehrfach brenzlig – und ein emotionaler Abschied trennt die eigenwilligen Figuren.

Jenny und Melanie schreiben detailreich und vorstellbar. Humor, mythische Grundlagen und so manch explosiver Ausbruch seitens Seth geben dem Verlauf hin und wieder Antrieb.

Wer den Feuergott brennen sehen will, bleibt herauszufinden – eine solide Story, bei der Raffinesse, Tempo und Funken fehlen.

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Veröffentlicht am 25.12.2022

Wenig Winter, zu viel Drumherum.

Der Duft von Tee und Winter
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„𝐃𝐞𝐫 𝐃𝐮𝐟𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐓𝐞𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐖𝐢𝐧𝐭𝐞𝐫“ lockte mich mit einem atmosphärischen Cover und verbirgt einen interessanten Kern. Doch leider wird dieser von einem zähen und teilweise langatmigen Rahmen ummantelt. Die ...

„𝐃𝐞𝐫 𝐃𝐮𝐟𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐓𝐞𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐖𝐢𝐧𝐭𝐞𝐫“ lockte mich mit einem atmosphärischen Cover und verbirgt einen interessanten Kern. Doch leider wird dieser von einem zähen und teilweise langatmigen Rahmen ummantelt. Die winterliche Zeit kam nicht zur Geltung — und auch der Tee spielt eine untergeordnete Rolle. Im Fokus steht Laura, die nach ihrem Weg sucht, und die Vergangenheit von Agatha und Jeevan. Hauptsächlich konnte mich das London der Nachkriegszeit faszinieren, denn die Autorin hat merklich recherchiert, um die dunklen Kapitel und Gepflogenheiten authentisch darzulegen.

Die Handlung wird großteils aus der Gegenwart von Laura erzählt, unterbrochen durch private Einblicke in die gemeinsame Geschichte von Agatha und Jeevan. Beide haben sich charakterlich stark verändert, sich mit ihrem Leben arrangiert und niemals zu hoffen gewagt, einander wiederzusehen. Doch es brauchte nur eine neugierige Frau und ein altes Buch …

Hannah Luis schreibt ausführlich und detailliert, dies kam dem Geschehen nur teilweise zugute, verlor sich der Fokus doch oft in alltäglichen Momenten der Protagonistin und Ausschweifungen. Selbst emotional konnte mich der Roman nicht erreichen, was vielleicht an den zahlreichen Nebensächlichkeiten lag.
Das herrschaftliche Anwesen von Jeevan und die naturbelassenen, weitläufigen Landschaften vom "Crane Place" kamen vorstellbar zur Geltung.
Neben den drei Protagonisten lernen wir eine Vielzahl weiterer Charaktere kennen. Zusätzlich zu den familiären Problemen der Rajes brachten grade diese unterschiedlichen Mentalitäten Abwechslung in die Handlung.
Agatha hat es mir angetan – eine Frau, die viel gewagt hat und den Preis zahlen musste, die sich aus Nächstenliebe und tiefer Freundschaft Konventionen und Erwartungen beugte …

Laura kommt den Hintergründen dieser, für sie Fremden stückchenweise näher, deckt Geheimnisse auf, sucht ein Happy End — während sie, ganz langsam, herausfindet, wo sie hingehört.

„𝐃𝐞𝐫 𝐃𝐮𝐟𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐓𝐞𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐖𝐢𝐧𝐭𝐞𝐫“ ist eine vielschichtige, ruhige Geschichte, Geduld braucht und für Überraschungen sorgt.

„𝖲𝗈 𝗀𝗋𝗈ß 𝗐𝖺𝗋𝖾𝗇 𝗆𝖺𝗇𝖼𝗁𝖾 𝖲𝖼𝗁𝗂𝖼𝗄𝗌𝖺𝗅𝖾; 𝗌𝗂𝖾 𝗋𝗂𝗌𝗌𝖾𝗇 𝖽𝗂𝖾 𝖬𝖾𝗇𝗌𝖼𝗁𝖾𝗇 𝖺𝗎𝖼𝗁 𝖩𝖺𝗁𝗋𝗓𝖾𝗁𝗇𝗍𝖾 𝗌𝗉ä𝗍𝖾𝗋 𝗇𝗈𝖼𝗁 𝗆𝗂𝗍.“

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Veröffentlicht am 26.04.2021

Ein wichtiges Thema!

DIE EIGENE SEELE BEFREIT
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„Manchmal fühlte ich mich allein. Da war irgendetwas was nicht so war, wie es sein sollte. Irgendetwas, das noch fehlte in meinem Leben. Irgendetwas an oder in mir, das anders sein sollte, als es war.“

„Die ...

„Manchmal fühlte ich mich allein. Da war irgendetwas was nicht so war, wie es sein sollte. Irgendetwas, das noch fehlte in meinem Leben. Irgendetwas an oder in mir, das anders sein sollte, als es war.“

„Die eigene Seele befreit“ ist die Geschichte von Jochen der zu Gabrielle wird, oder vielmehr schon immer war.

Gabrielle Bellerose möchte mit ihrem autobiografischen Roman unter anderem das, leider auch heute noch oft vermiedene, Thema der Transsexualität in den Fokus rücken und das Leid, die innere Zerrissenheit der Betroffenen widerspiegeln.

Beeindruckend fand ich Jochens Suche nach den Antworten, auf seine stumme Frage, und das Finden der Erkenntnis. Transgender, das Wissen, im falschen Körper geboren worden zu sein, sind Themen, die in die Kategorie Tabu gehören und weder im Familien- noch Freundes- oder Bekanntenkreis diskutiert werden, umso mutiger ist es, sich selbst, sein Inneres zu hinterfragen und nach Antworten zu suchen. Dass der Weg dorthin schwer und steinig war, ist durch die chronologische, wenn auch manchmal plötzliche, Abfolge der Geschehnisse ersichtlich. Jochens/ Gabrielles Gefühlswelt waren greifbar, die Einblicke, die Bellerose in diese zerflickte Seele gibt, sehr bewegend.

Den Schreibstil fand ich grammatikalisch und durch Fehler leider stellenweise schwierig und oft nur oberflächlich. Wenn der Leser auch gute Einblicke in die Protagonistin bekommt, so bleibt das Äußere leider nur eine Ahnung, gerade im Vergleich zu vorher-nachher wäre das sicher erwähnenswert gewesen. Auch die Fragen, wie es der Autorin heute geht, wie sie sich im Denken und Fühlen, im Umgang mit sich selbst verändert hat, wie ihre Mitmenschen heute reagieren bleiben leider unbeantwortet.

Trotz der Kritik steckt hinter diesem wichtigen Roman eine mutige, starke Persönlichkeit, die vollsten Respekt verdient hat, mit ihrem Weg, ihren Qualen an die Öffentlichkeit zu treten, und den Menschen, eine Stimme zu verleihen, die aus Scham, Angst und Verzweiflung schweigen!

Aufschlussreich, informativ und dazu gemacht, diese Geschichte samt der Gesellschaft, in der wir leben, zu hinterfragen, beschreibt „Die eigene Seele befreit“ wohl am besten. Ein Buch, das zeigt, wie niedrig Toleranz fernab der Norm auch heute noch ist und dazu aufruft, zu sich selbst zu stehen – scheiß auf den Standard!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Trotz Kritik ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

Bis mein Herz wieder schlägt
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 In »Bis mein Herz wieder schlägt« lernen wir Emery kennen, die im Alter von 5 Jahren aufgrund einer fiktiven Herzkrankheit zum ersten Mal stirbt und dadurch Nick begegnet.

Im Laufe der Jahrzehnte, die ...

 In »Bis mein Herz wieder schlägt« lernen wir Emery kennen, die im Alter von 5 Jahren aufgrund einer fiktiven Herzkrankheit zum ersten Mal stirbt und dadurch Nick begegnet.

Im Laufe der Jahrzehnte, die sie eher vage, planlos und abenteuerlustig verbringt, landet sie in unregelmäßigen Abständen immer wieder in der Zwischenwelt bei diesem mysteriösen Mann, der ihr Interesse auf vielfältige Arten weckt. Er versteht sie, hier kann sie sein, wer sie ist, während der reale Alltag, die Grausamkeit des Schicksals, Erwartungen und ihre sorgenvollen Mitmenschen schwer auf ihr lasten. Eines Tages muss sich Emery entscheiden: für das echte Leben oder für das, was sie seit jeher als solches bezeichnet... Becky Hunter schreibt einfach, detailliert und verständlich. Thema und Situation sind definitiv emotional und hart, jedoch fehlte mir das gewisse Mehr. Die Zwischenwelt, die Charaktere – insbesondere Emery selbst –, und die Beziehungen blieben oberflächlich. Es fiel mir schwer, wirklich mitzufühlen und mich in die Figuren hineinzuversetzen. Die einzelnen Kapitel bestehen hauptsächlich aus jenen Momenten kurz vor einem erneuten Tod und einem kleinen Schwenk in die Zwischenwelt, später gesellen sich zwar wichtigere Ereignisse und Veränderungen aus Ems Alltag hinzu, jedoch bleiben das wirkliche Greifen von Entwicklungen und Verstehen aus. Ich empfand den Verlauf daher als recht sprunghaft und eindimensional. Hinzukommt, dass Emery charakterlich bis zum Finale festhing: trotzig, unfair, ich-bezogen sind Adjektive, die mir sofort einfallen würden. Dennoch ist ihr Zögern bei Entscheidungen und Plänen, die distanzierten zwischenmenschlichen Bindungen, im Angesicht ihres fragilen Zustands, der Unberechenbarkeit ihrer Krankheit, nachvollziehbar. Die Beziehung zwischen Nick und ihr blieb recht unausgegoren-mystisch, wenn auch klar ist, was Hunter auszudrücken versuchte. Auch Colin, der im Klappentext als eine Art Anker im wahren Leben bezeichnet wurde, kam erst später wirklich zur Geltung. Aber trotz aller Kritik gab es rührende Aussagen, Szenen, die zum Nachdenken bringen, Melancholie und bewegende Augenblicke sowie unerwartete Wendungen und Tragik. Gerade die letzten 25% haben mich gänzlich gefesselt und berührt. Außerdem fand ich es toll, dass Emerys engste FreundInnen und Angehörige, deren Entwicklung und Erwachsenwerden, thematisiert werden, sacht, aber doch auf eine wichtige Art präsent und für mich öfter als Hauptkomponente fungierten. »Bis mein Herz wieder schlägt« war zwar kein Highlight, dennoch ist es ein Buch das uns daran erinnert, zu leben.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Süß, unaufgeregt, kurzweilig.

Mismatch
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„Mismatch“ erzählt die Geschichte des talentierten Basketballspielers Austin Fields, der hofft, in Hopeville seiner Vergangenheit entfliehen und als unbeschriebenes Blatt in der Kleinstadt durchstarten ...

„Mismatch“ erzählt die Geschichte des talentierten Basketballspielers Austin Fields, der hofft, in Hopeville seiner Vergangenheit entfliehen und als unbeschriebenes Blatt in der Kleinstadt durchstarten zu können. Und von Joyce Reed, die ihren Traum, Sportjournalistin zu werden, hartnäckig und verbissen verfolgt, den Vorurteilen zum Trotz.
Als sie das neueste Mitglied der College-Basketballmannschaft entdeckt, wittert Joyce, Schwester des amtierenden Spitzenspielers der Hopeville Dragons, eine Story. Denn wieso sollte so ein Talent, wie es Austin ist, nicht nur der Großstadt den Rücken kehren, sondern auch freiwillig in einer niederen Liga spielen? Und weshalb ist der attraktive Junge derart auf Distanz bedacht?

Laura Willuds Stil ist locker-leicht und passt hervorragend in das College-Setting. Der Sportanteil nimmt, wenngleich die Leidenschaft, die beide Protagonisten den Basketball entgegenbringen, spürbar ist, keine übergeordnete Rolle ein. War bis ungefähr zur Hälfte für die LeserInnen unklar, welches Geheimnis Austin so dringend zu verbergen sucht, verpufft der Reiz der Handlung, sobald dieses Rätsel gelöst wurde. Reaktionen und Verhalten wirkten schlagartig vorhersehbar; Aufregung, Prickeln und Spannung lösten sich in Luft auf und aus einem süßen, unterhaltsamen Roman, in dem die weibliche Hauptfigur zwar hier und da durch Grenzüberschreitungen negativ/nervig auffiel, wurde eine seichte, unspektakuläre Geschichte. Zu vor jedoch gab es Raum für spritzige Diskussionen, Humor und romantische Momente, die nicht vor Kitsch überquellen. Die FreundInnen der beiden blieben blass, werden zwar erwähnt, haben aber keinen Mehrwert. Gut fand ich, dass Willud alltägliche Probleme und wichtige Themen aufgegriffen und stimmig eingebunden hat. U. A. Joyce, die als Frau in der Sportbranche, selbst als Reporterin dieser Sparte, nicht ernst genommen, abgewertet wird, (anonymer) Hass und Mobbing, Mentalhealth...

Fazit: „Mismatch“ ist eine 0815-Story, die College-Charme und Sport-Liebe vereint und kurzweilige Unterhaltung schenkt.

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