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Veröffentlicht am 29.03.2025

Solide Fortsetzung der Reihe

Amari und der Preis der Magie
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Das Spiel der Magier ist beendet und hat die gesamte übernatürliche Welt ins Chaos gestürzt. Amari und ihre Freunde Elsie und Jayden sind nun als Verräter gebrandmarkt und müssen sich verstecken, während ...

Das Spiel der Magier ist beendet und hat die gesamte übernatürliche Welt ins Chaos gestürzt. Amari und ihre Freunde Elsie und Jayden sind nun als Verräter gebrandmarkt und müssen sich verstecken, während ihr großer Widersacher Dylan van Helsing geheime Umsturzpläne schmiedet. Auch in der Oberbehörde ist Amari nicht mehr willkommen, seit Elaine Harlowe dort zur Präsidentin wurde. Auf diese Weise isoliert, versucht die Nachwuchsagentin ihr Bestes, um Dylan aufzuhalten, doch selbst ihr Bruder Quinton scheint in ihr keine große Hilfe zu sehen. Was können Amari und ihre Freunde überhaupt ausrichten, wenn niemand an sie glaubt?

Nach fast 2,5 Jahren erscheint nun endlich der dritte Band „ Amari und der Preis der Magie“ aus B.B. Alstons Reihe rund um die junge Amari Peters; die deutsche Übersetzung stammt erneut von Katrin Segerer und Jennifer Michalski. Erzählt wird aus der Protagonistin Amari in der Ich- und Gegenwartsform, so dass wir immer nur so viel wissen, wie unsere Heldin selbst. Bei wem die Lektüre des zweiten Bandes, wie bei mir, schon ein wenig her ist, sollte den Inhalt nochmals etwas auffrischen. Hier hätte ich mir einen Rückblick zu Beginn des Buches gewünscht. Zwar werden viele Geschehnisse angedeutet, so manchen Zusammenhang hatte ich aber nicht mehr parat.

Als Amari und ihre Freunde endlich erfahren, welche grausamen Pläne Dylan verfolgt, machen sie sich auf die Suche nach einer Reihe magischer Artefakte. Dabei werden sie von einigen neuen Verbündeten unterstützt, schleichen sich auf einen Ball oder suchen in einem düsteren Gefängnis nach Informationen. Gut gefällt mir, dass dabei die Taten der Jugendlichen immer im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten bleiben und niemand hier Übermenschliches leisten muss, auch wenn Amari für ihr Alter viel Verantwortung auf sich nimmt.

In „Amari und der Preis der Magie“ wird zwar ein Handlungsstrang abgeschlossen, vieles bleibt aber für weitere Bände offen, vor allem Amaris zukünftige Rolle in der übernatürlichen Welt. Ein solider Band der Reihe über Geschwisterliebe und die Frage, was wir für unsere Freunde zu opfern bereit sind.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Ein Klassiker der japanischen Literatur

Nicht länger ein Mensch. Roman. Das Kultbuch aus Japan
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Yōzō Ōba ist schon als Kind der Außenseiter in seiner Familie. Er kann die Welt um sich herum nicht recht begreifen und überspielt seine Ängste mit Clownereien, weshalb ihn niemand ernst nimmt. So wird ...

Yōzō Ōba ist schon als Kind der Außenseiter in seiner Familie. Er kann die Welt um sich herum nicht recht begreifen und überspielt seine Ängste mit Clownereien, weshalb ihn niemand ernst nimmt. So wird aus einem unsicheren Jungen ein ebenso unsicherer Mann, der zu viel Alkohol trinkt, Prostituierte aufsucht und nie Geld hat. Als er dann die Hostess Tsuneko kennenlernt, nimmt das Unglück seinen Lauf.

„Nicht länger ein Mensch“ von Osamu Dazai ist ein Klassiker der japanischen Literatur und wurde im Original 1948 als dreiteilige Serie veröffentlicht. Im Anaconda Verlag ist nun eine Neuübersetzung von Sabrina Wägerle in einer schönen gebundenen Ausgabe erschienen. Erzählt wird die Geschichte in insgesamt drei Notizbüchern, die der Protagonist Yōzō selbst verfasst hat. In einer kurzen selbstreflexiven Rahmenhandlung erfahren wir, wie der Schriftsteller über eine Bekannte an die Notizbücher und drei zugehörige Fotos gekommen ist und daraus einen Roman machen konnte.

In der Geschichte wird mehrmals die Ansicht vertreten, Yōzōs Vater sei der Grund, warum sein Sohn im Leben gescheitert sei. Und zugegeben: der Junge fürchtet seinen strengen Vater und fühlt sich zuhause nicht wohl. Doch auch, als er zum Studium wegzieht, kann er sich aus der Abhängigkeit von seinen Verwandten nicht befreien. Die Vorstellung, einer geregelten Arbeit nachzugehen, schreckt ihn ab und so ist er oft auf finanzielle Hilfe anderer angewiesen. Dem japanischen Arbeitsethos kann er nicht entsprechen.

Yōzō Ōba ist ein Paradebeispiel für die Frage, ob der Mensch ein Opfer seiner Umstände ist oder ob er sich von seinem Schicksal befreien kann. In gewissem Maß kann ich Mitleid mit ihm haben, auf der anderen Seite ist er aber auch ein Mensch, der andere mit in den Abgrund reißt, der Frauen ohne jeglichen Respekt behandelt und seine Partnerinnen im Stich lässt. An diesen Stellen liest sich der Text schwer, dabei muss aber wohl auch beachtet werden, dass er ein Produkt seiner Zeit und in Teilen autobiografisch ist. Da der Autor nach Erscheinen des letzten Teils Selbstmord beging, wird „Nicht länger ein Mensch“ als sein Abschiedsbrief verstanden.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Schöne Fortsetzung der Reihe

Wenn es Nacht wird in Frau Yeoms kleinem Laden
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Es ist mitten in der Corona-Pandemie und Frau Yeoms kleiner 24-Stunden-Laden in Seoul muss kämpft sich durch. Seit kurzem ist Oh Seon-suk die Geschäftsführerin und muss sich nicht nur mit dem Juniorchef ...

Es ist mitten in der Corona-Pandemie und Frau Yeoms kleiner 24-Stunden-Laden in Seoul muss kämpft sich durch. Seit kurzem ist Oh Seon-suk die Geschäftsführerin und muss sich nicht nur mit dem Juniorchef – Frau Yeoms Sohn Min-sik – herumschlagen, sondern auch noch einen Nachfolger für die Nachtschicht finden. Da stellt sich Hwang Geun-bae bei ihr vor: 43 Jahre alt und eine lange Liste an Gelegenheitsjobs – warum will er ausgerechnet in dieser Filiale arbeiten?

„Wenn es Nacht wird in Frau Yeoms kleinem Laden“ ist bereits der zweite Band rund um den kleinen Laden aus der Feder von Kim Ho-yeon, die deutsche Übersetzung stammt erneut von Jan Henrik Dirks. Die Geschehnisse setzen einige Zeit nach dem Weggangs Dok-gos ein, der im erstem Band eine große Rolle gespielt hat. Erzählt wird erneut aus der Perspektive unterschiedlichster Figuren, seien es Angestellte oder auch Kund*innen. Auf diese Art und Weise können auch Ereignisse geschildert werden, die sich nicht direkt im Laden abspielen und es entsteht ein kleiner eigener Kosmos.

Durch die vielen Charaktere können die verschiedensten Themen angesprochen werden. Vordergründig geht es vor allem um die Corona-Pandemie und wie sowohl kleine Betriebe als auch Privatpersonen unter den finanziellen und seelischen Folgen leiden. Ein großes Thema sind jedoch auch Generationenkonflikte: Frau Yeom und Frau Oh haben ein schwieriges Verhältnis zu ihren Söhnen. Während bei Frau Oh schon erste Schritte zu einer Verbesserung feststellbar sind, scheint zwischen Frau Yeom und Min-sik (und auch seiner Schwester) alles festgefahren.

Für mich persönlich war gerade das Kapitel aus Min-siks Perspektive das spannendste. Zuvor sehen wir ihn immer nur durch die Augen anderer Figuren, doch dann wird deutlich, wo seine Verletzungen und Unsicherheiten liegen. Dem Autor ist es, meiner Meinung nach, in diesem zweiten Band besser gelungen, die Charaktere, ihre Sorgen und Träume sowie ihre Beziehungen zueinander einzufangen. Zudem ist die Auflösung, was Hwang Geun-bae eigentlich in den Laden geführt hat, ein echter Schmunzler, der den Kreis zu Band 2 schließt.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Spannende Dystopie mit etwas Queerness

The Last Bookstore on Earth
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Ein apokalyptischer Sturm ist über die Erde gezogen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die 17-jährige Liz hat ihre Familie verloren und harrt allein in der Buchhandlung aus, in der sie früher ...

Ein apokalyptischer Sturm ist über die Erde gezogen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die 17-jährige Liz hat ihre Familie verloren und harrt allein in der Buchhandlung aus, in der sie früher als Aushilfe gearbeitet hat. Dort tauscht sie Gegenstände mit anderen und dient als eine Art Postamt für Nachrichten, die Menschen auf der Durchreise hinterlassen. Dann tritt Maeve in ihr Leben und mit ihr eine Warnung: ein weiterer Sturm zieht auf und eine Gruppe von Flüchtlingen will die Buchhandlung einnehmen. Liz weigert sich, ihren sicheren Hafen zu verlassen, auf der anderen Seite ist sie nun endlich nicht mehr allein. Soll sie Maeve an einen anderen Ort folgen? Oder die Buchhandlung mit ihrem Leben verteidigen?

„The Last Bookstore on Earth“ ist das Debüt der 20-jährigen US-Amerikanerin Lily Braun Arnold, die selbst in einer unabhängigen Buchhandlung arbeitet; die deutsche Übersetzung stammt von Mareike Weber. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive der Protagonistin Liz in der Ich- und Gegenwartsform, ganz so als würde sie uns gegenübersitzen und uns selbst von den Ereignissen berichten. Dabei ist ihre Einsamkeit aus jeder Zeile herauszulesen – umso schwerer fällt es ihr, wieder jemandem zu vertrauen, aus Angst, verlassen zu werden.

Liz hat mit dem Verlust ihrer Familie viel durchgemacht, sich aber dennoch eine gewisse Hilfsbereitschaft und Naivität bewahrt. Das wird vor allem deutlich, als Maeve in der Buchhandlung auftaucht, die so viel praktischer und wehrhafter ist. Die beiden freunden sich an und schließlich scheint sogar mehr daraus zu werden. Wenn da nur nicht der große Konflikt wäre: Maeve will fortgehen, Liz in der Buchhandlung bleiben. Wie soll sich das auflösen?

Als ich den Titel gelesen habe, musste ich das Buch unbedingt lesen. Leider ist der Buchladen reine Kulisse und auch Literatur spielt keine wirklich Rolle, schade! Ansonsten ist „The Last Bookstore on Earth“ jedoch eine spannende Dystopie mit ein wenig Queerness. Ich bin gespannt, was wir von der Autorin in Zukunft noch lesen werden!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Spannende Geschichte mit einigen Längen

Rouge
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Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter Noelle macht Mirabelle sich von Montréal auf den Weg nach Kalifornien, um ihre Angelegenheiten zu regeln und das Haus zu verkaufen. Dabei findet sie heraus, dass ihre ...

Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter Noelle macht Mirabelle sich von Montréal auf den Weg nach Kalifornien, um ihre Angelegenheiten zu regeln und das Haus zu verkaufen. Dabei findet sie heraus, dass ihre Mutter sich in der letzten Zeit seltsam verhalten hat und immer wieder ein bestimmtes Beauty-Spa in der Nähe aufgesucht hatte. Dieses lag direkt an dem Küstenweg, vom dem Noelle in den Tod gestürzt ist – ein Zufall? Mirabelle will mehr über alles herausfinden, doch auch sie selbst lässt sich allzu leicht von den Versprechungen von ewiger Jugend und Schönheit blenden.

Ich mochte bereits „Bunny“ von Mona Awad sehr - eine herrlich skurrile Dark Academia-Geschichte - daher durfte ich mir auch ihren neuen Roman „Rouge“ nicht entgehen lassen. Die deutsche Übersetzung stammt von Cornelia Röser. Erzählt wird hauptsächlich aus Mirabelles Perspektive in der Ich- und Gegenwartsform; es werden jedoch auch immer wieder ihre Erinnerungen eingeflochten, bei denen die Grenzen zwischen Realität und Einbildung zu verschwimmen scheinen.

Vordergründig ist „Rouge“ vor allem eine Geschichte über Schönheitswahn und die absurden Versprechungen der Beautyindustrie. Mutter und Tochter sind besessen von ihrer eigenen Schönheit. Mirabelle nutzt eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten, mit denen sie ihre Haut makellos halten will. Noelle hingegen schien schon von klein auf eine Konkurrentin in ihrer Tochter zu sehen, was deren Verhältnis schwer belastet hat. Der Roman ist also auch eine Erzählung über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung.

Mona Awad ist eine wahre Meisterin darin, die Grenzen der Wirklichkeit zu überschreiten. Das ist ihr bereits in „Bunny“ gelungen und auch in „Rouge“ geschehen Dinge, die den Boden der Realität verlassen. Damit stellt die Autorin die Frage in den Raum, was wir bereit sind, für Äußerlichkeiten zu opfern und ob das wirklich Wichtige nicht vielleicht anderswo zu suchen ist. Ein spannender Roman, der jedoch auch seine Längen hat und ähnliche Szenen wiederholt. Hier hätte die Handlung etwas gestrafft werden können.

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