Überspitzt, skurril, mit einer ganz besonderen Erzählstruktur. Sowas hab ich noch nicht gelesen!
Mein MannWow. Dieses Buch ist wirklich sehr skurril und etwas ganz Besonderes, sowohl vom Inhalt, als auch von der Erzählstruktur her. Wir, als Leser, befinden uns die ganze Zeit im Kopf der Protagonistin und lauschen ...
Wow. Dieses Buch ist wirklich sehr skurril und etwas ganz Besonderes, sowohl vom Inhalt, als auch von der Erzählstruktur her. Wir, als Leser, befinden uns die ganze Zeit im Kopf der Protagonistin und lauschen ihren Gedanken, die sich unablässig und auf höchst ungesunde Weise NUR um ihren Mann drehen, von dem sie selbst behauptet, er wäre ihre Sonne.
Und genau so ist es auch. Ihr Mann, der in diesem Roman übrigens NIE mit Namen angesprochen wird, ist der Mittelpunkt ihres Lebens. Auf verstörendste Art und Weise, wird wirklich ALLES was er sagt, tut, nicht tut analysiert und jedwede Handlung, möge sie auch noch so banal sein, überinterpretiert.
Alles tritt in den Hintergrund, selbst ihre Kinder. Ihr gesamter Alltag ist auf ihren Mann ausgerichtet und dabei entwickelt sie einen Kontrollwahn, der einen sowohl lachen als auch nur noch mit dem Kopf schütteln lässt. Es ist einfach nur grotesk, was sich unsere Protagonistin zusammenreimt und einfallen lässt, um diese Ehe, in ihren Augen, perfekt zu gestalten.
Das Ende hat mich dann so richtig umgehauen. Ich dachte nur, wie krass ist das denn jetzt bitte?! Damit hätte ich NIE gerechnet und ich hoffe so sehr, die Autorin knüpft genau hier an und schreibt einen 2. Teil. Maude Ventura werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.
MEIN MANN ist selbstverständlich sehr toxisch und überspitzt, dennoch durchaus nah an der Realität, denn es gibt weiß Gott genug besessene Frauen da draußen. Die Geschichte regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an und genau das wollte die Autorin m. E. bezwecken. Hut ab für diese literarische Leistung.