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Veröffentlicht am 20.03.2025

Wenn eine KI dein Leben vorherbestimmt

Der Schicksalspreis
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Deutschland in der Zukunft, eine KI errechnet im Voraus das Schicksal der Menschen und seitdem jeder seinen ihm vorbestimmten Weg und dem dementsprechenden Glück folgt, scheint das Leben leichter. Auch ...

Deutschland in der Zukunft, eine KI errechnet im Voraus das Schicksal der Menschen und seitdem jeder seinen ihm vorbestimmten Weg und dem dementsprechenden Glück folgt, scheint das Leben leichter. Auch die siebzehnjährige Lina glaubt felsenfest an das System und lebt zufrieden in ihrer Blase. Doch als sie mit ihrer besten Freundin eine Premiere in einem Theater besucht, werden sie von einem Terroristen überfallen und Anna brutal getötet. Lina ist völlig entsetzt und glaubt nicht im Geringsten daran, dass das Annas Schicksal hätte sein sollen. Aber selbst ihr Vater glaubt ihr nicht. Lina hingegen gibt nicht auf, nach der Wahrheit zu suchen und stößt dabei auf eine Schicksals-Mafia, aber auch das glaubt ihr niemand. Stattdessen gerät sie selbst in Gefahr und muss fliehen. Das ausgerechnet der Rebellenanführer, der angeblich für Annas Tod verantwortlich ist, ihr zur Hilfe eilt, scheint unglaublich. Ist das Spiel mit dem Schicksal vielleicht doch kein perfektes System? Können die Rebellen recht haben?
Da ich ein absoluter Fan von Dystopien bin, sprach mich der Klappentext unheimlich an und auch die Gestaltung ist ein absoluter Traum.
Der Einstieg fällt sehr leicht, denn die Autorin Ava Cooper hat nicht nur einen sehr leichten und flüssigen Schreibstil, sondern erzählt auch so bildlich, dass man sich das Geschehen sehr gut vorstellen kann.
Der Beginn zeigt die schöne, heile Welt der Zukunft, shoppen inkl. Anprobe geht von zu Hause aus, jeder scheint glücklich und zufrieden. Doch nicht jedem ist ein positives Schicksal gewährt und es brodelt unter der Oberfläche. Die Handlung wird dann auch sehr schnell immer spannender und actionreich und es wartet der ein oder andere Plottwist auf den Leser.
Die Welt selber ist zwar nicht bis ins Detail ausgeschmückt, aber trotzdem kann man sich alles vorstellen, auch die unterschiedlichen Hierarchien sind logisch dargestellt, denn natürlich gibt es auch nach wie vor große gesellschaftliche Unterschiede. Lina wird später von den Rebellen aufgenommen und da wird dann erst einmal wirklich klar, in welchem System Lina zuvor gelebt hat. Für mich fühlte sich diese Welt kalt und leblos an und erst bei den Rebellen wird es lebendig. Diese Differenz wurde wirklich wunderbar von der Autorin ausgearbeitet.
Protagonistin Lina führt in der Ich-Perspektive durch die Handlung. Gerade zu Beginn ist Lina noch ein typischer Teenager, doch schnell muss sie lernen, erwachsener zu werden. Ihre Entwicklung ist absolut gelungen, denn man spürt gerade zu Beginn in der neuen Umgebung, dass Lina noch völlig an ihren alten Werten festhält. Erst nach und nach sieht sie, was wirklich vor sich geht und sie beginnt an ihren Aufgaben zu wachsen, bis hin zu einer starken und selbstbewussten jungen Frau.
Bei den Rebellen trifft sie auf Finn, der einst ein Nachbar war und dessen Schicksal auch einst zuschlug. Er ist schon länger bei den Rebellen und öffnet Lina langsam die Augen. Die Lovestory zwischen den beiden ist ein Slowburn und passt hier perfekt. Vor allem Lina sträubt sich zu Beginn, da Finn ja nicht vom Schicksal ihr zugewiesen wurde, doch auch da beginnt sie langsam offener zu werden.
Die Nebencharaktere sind zwar einige, aber bleiben doch überschaubar, man kann sie schnell zuordnen und jeder von ihnen wird klar gezeichnet.
Mein Fazit: Mit Der Schicksalspreis konnte mich Autorin Ava Cooper absolut positiv überraschen. Die Geschichte ist fesselnd und spannend und vor allem auch sehr actionreich und es gibt auch ein kleines bisschen was fürs Herz. Die Lovestory nimmt hier nur wenig Raum ein, was die Geschichte absolut überzeugend macht. Sowohl Protagonistin als auch Nebencharaktere werden authentisch gezeichnet und können überzeugen. Mir hat der erste Band der Dilogie unheimlich gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 09.03.2025

Royaler Pageturner

Dark Cinderella
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Ein halbes Jahr ist es her, dass Sofias beste Freundin Alva spurlos aus dem Schloss der königlichen Familie von Skonien verschwunden ist. Um herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist, schmuggelt ...

Ein halbes Jahr ist es her, dass Sofias beste Freundin Alva spurlos aus dem Schloss der königlichen Familie von Skonien verschwunden ist. Um herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist, schmuggelt sie sich in einen Club, der vom Kronprinz Maximilian und seine Schwester Linnea aufgesucht wird. Das sie allerdings Linn auf der Damentoilette nach einer Überdosis Kokain das Leben rettet und später im Krankenhaus auf den äußerst eindrucksvollen Kronprinzen trifft, hätte Sofia nicht erwartet. Um sich Sofias Schweigen zu erkaufen, bietet Maximilians Mutter Sofia einen Job an. Für Sofia gibt sich keine bessere Gelegenheit, um nach Alva zu suchen. Kurzerhand reist sie mit der Fähre nach Skonien und tritt ihren neuen Job an. Das sie ausgerechnet Maximilian immer wieder begegnet und dieser so anders scheint als angenommen, macht ihre Suche nicht leichter. Doch es scheint auch Geheimnisse im Schloss zu geben.
Cover und Klappentext verlocken geradezu, einen zweiten Blick auf dieses Buch zu werfen. Aber auch der Romantic Suspence Anteil machte mich unheimlich neugierig auf Anya Omahs neuestes Buch.
Der Einstieg gelingt mühelos, man befindet sich umgehend mit Sofia in der Handlung und wird durch den wirklich unheimlich bildhaften und fesselnden Schreibstil in die Geschichte gezogen. Ich konnte mir hier einfach alles sofort in Gedanken vorstellen und habe das Buch in einem Rutsch verschlungen.
Die Handlung ist eine Mischung aus royale Romance und ganz vielen Geheimnissen. Wir begleiten Sofia auf der Suche, verlieben uns mit ihr in den Kronprinzen, haben aber permanent im Kopf, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Diese Mischung gibt dem Buch das gewisse Etwas und macht es sehr lebendig.
Ein ganz großer Teil spielt im Schloss und drumherum, man hat auch einen wirklich guten Einblick in das Leben des Kronprinzen, dass halt auch aus ganz vielen Verpflichtungen besteht. Auch dieses ständige in der Öffentlichkeit stehen wird hier gut hervorgehoben und es ist wirklich glaubhaft, denn irgendwie kann Maximilian als Royal nicht einen Schritt tun, der nicht beobachtet wird. Das sorgt natürlich auch für den ein oder anderen Konflikt, zum einen mit seiner Mutter, aber auch mit Sofia, die sich nicht unbedingt gerne einschränken lässt.
Aus wechselnder Perspektive zwischen Maximilian und Sofia verfolgen wir das Geschehen. Beide erzählen ihre Erlebnisse in der Ich-Form, was den Leser besonders nah an die beiden herankommen lässt.
Sofia mochte ich auf den ersten Blick, sie ist selbstbewusst und mutig, lässt sich nicht einschüchtern und bleibt am Ball, wenn andere längst aufgegeben haben. Sie hat auch ein wenig das Talent in Fettnäpfchen zu treten oder sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen, was sie umso sympathischer macht.
Maximilian scheint am Anfang distanziert und kühl, aber das passt auch einfach perfekt zu seiner Rolle als Kronprinz. Nach und nach entpuppt er sich als absolut sympathisch, aber doch auch irgendwie geheimnisvoll. Die Lovestory zwischen den beiden fand ich unglaublich gut umgesetzt, die Schlagabtäusche sind humorvoll, das Knistern spürbar und nachvollziehbar.
Doch nicht nur die beiden Hauptcharaktere sind gelungen, auch die vielen Nebencharaktere wirken authentisch, geheimnisvoll oder auch einfach liebenswert, wie z. B. Sofias Großmutter, die ich absolut herzlich empfunden habe.
Mein Fazit: Eine wunderbare, leichte und doch sehr spannende Geschichte, die mitreißend erzählt wird und die Seiten nur so verfliegen lässt. Der Cliffhanger am Ende hätte mich beinahe ins Buch beißen lassen, denn nun heißt es bis August auf die Fortsetzung warten. Für mich hat hier alles perfekt gepasst und ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 09.03.2025

Auf der Suche nach Kleopatras Grab

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Argentinien 1884, die junge Inez Olivera hat einen Traum, sie wünscht sich nichts sehnsüchtiger, als ihre Eltern einmal nach Ägypten, wo sie an Ausgrabungen teilnehmen, zu begleiten. Doch dann kommt alles ...

Argentinien 1884, die junge Inez Olivera hat einen Traum, sie wünscht sich nichts sehnsüchtiger, als ihre Eltern einmal nach Ägypten, wo sie an Ausgrabungen teilnehmen, zu begleiten. Doch dann kommt alles ganz anders, als sie einen Brief ihres Onkels erhält, der ihr mitteilt, dass ihre Eltern verstorben sind und er nun ihr Vormund sei. Inez kann es nicht glauben und besteigt kurzerhand ein Schiff und reist nach Ägypten. Anstelle ihres Onkels wird sie aber mit zweistündiger Verspätung von einem jungen Mann, Whitford Hayes, abgeholt, der sie umgehend wieder aufs Schiff verfrachten soll. Aber nicht mit Inez, denn diese ist schneller weg, als Whit gucken kann und im Gegensatz zum Willen ihres Onkels ist Inez fest entschlossen in Ägypten zu bleiben.
Die Gestaltung des Buches ist absolut gelungen und verlockt dazu, es in die Hand zu nehmen. Ganz besonders gefallen mir auch die kleineren Detailzeichnungen innerhalb des Buches, die noch einmal mehr das Kopfkino in Gang bringen.
Der Schreibstil der Autorin Isabel Ibanez liest sich absolut flüssig, sehr bildlich und fesselnd. Ich habe die Protagonistin Inez hier regelrecht bei ihrem Abenteuer durch Ägypten begleitet.
Für mich war es allerdings kein direkter Fantasyroman, zwar haben die antiken Gegenstände eine ganz eigene Magie, die hauptsächlich Inez spüren kann, aber ansonsten ist es eher ein Abenteuerroman, der im neunzehnten Jahrhundert spielt. Wofür er, wenn man es eng sehen würde, wieder auf Widersprüche stoßen würde, da hier vieles recht modern erzählt wird, z. B. Inez gesamter Charakter. Ich persönlich habe dies allerdings als gar nicht schlimm empfunden, denn ich wurde hier einfach unheimlich gut unterhalten und fühlte mich ein kleines bisschen wie bei Indiana Jones und seinen Abenteuern. Also für mich war das Buch eine Mischung aus historischem Abenteuer mit kleinen magischen Elementen.
Die Handlung fand ich gelungen, eine Mischung aus Sightseeing im alten Ägypten, ein bisschen Romantik, aber auch mit Humor und Spannung. Es dauert zwar ein wenig, bis es auch mehr Action gibt, gelangweilt habe ich mich aber keineswegs, weil trotzdem immer irgendwas passierte.
In erster Linie verfolgen wir das Geschehen in der Ich-Perspektive durch Inez, doch hin und wieder dürfen wir auch Whits Gedanken kennenlernen, was das ganze noch etwas interessanter macht.
Inez mochte ich vom ersten Moment an, sie ist zwar clever, aber auch ein wenig naiv, was sich vor allem später widerspiegelt. Allerdings ist sie auch temperamentvoll und lässt sich so leicht nichts vorschreiben. Für mich war sie eine sehr taffe Protagonistin.
Whit hingegen bleibt geheimnisvoll, zwar erfährt man nach und nach bruchstückhaft mehr über ihn, trotzdem bleiben viele Fragen zu seiner Herkunft geheimnisvoll.
Auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und wirken mal mysteriös, mal interessant und sorgen dadurch für Abwechslung, weil man sich nie ganz klar ist, wem man nun trauen kann und wem nicht.
Mein Fazit: Mit What the River knows ist eine tolle Abenteuergeschichte rund um Ausgrabungen in Ägypten erschienen, die ich in einem Rutsch gelesen habe. Etwas Spannung, etwas Romantik, etwas Magie, tolle Charaktere und eine Atmosphäre mit leichten Indiana Jones Feeling ließen mich durch die Seiten fliegen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für dieses wundervolle Buch und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 19.02.2025

Wohlfühlgeschichte und Pageturner

Nothing like the Movies
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Liz und Wes waren das Traumpaar am Ende der Highschoolzeit und sogar während der Zeit am College schien es gut zu laufen. Doch dann passierte etwas in Wes‘ Leben, dass einfach alles veränderte und Knall ...

Liz und Wes waren das Traumpaar am Ende der Highschoolzeit und sogar während der Zeit am College schien es gut zu laufen. Doch dann passierte etwas in Wes‘ Leben, dass einfach alles veränderte und Knall auf Fall beendete er seine Beziehung mit Liz und brach sein Studium ab. Seitdem ist einige Zeit vergangen und Wes ist überraschenderweise zurück am College. Alles hat sich verändert, beide sind nun viel erwachsener geworden und Liz ist nach langer Zeit des Liebeskummers in einer neuen Beziehung. Allerdings wird Wes schnell klar, dass er Liz wieder zurückwill, ganz im Gegensatz zu Liz selber, die jede Gelegenheit nutzt, um Wes aus dem Weg zu gehen. Aber der Zufall hat andere Pläne.
Wer Better than the Movies geliebt hat, wird sich wahrscheinlich, genau wie ich, unheimlich auf ein Wiedersehen mit Liz und Wes gefreut haben, auch wenn es auf dem ersten Blick ein echter Schock war, zu lesen, dass die beiden kein Paar mehr sind.
Der Einstieg gelingt hier mühelos, denn Lynn Painters Schreibstil ist einfach so unglaublich flüssig und lebendig, so dass man hier ein herrliches Kopfkino beim Lesen erlebt. Zwar ist der Grundton erwachsener und auch irgendwie ernster, nachdenklicher als im ersten Band, doch es gibt ebenso oft Momente zum Schmunzeln und verlieben.
Aus wechselnder Perspektive zwischen Liz und Wes erleben wir die Handlung. Hin und wieder dürfen wir auch erleben, was damals passiert ist, wie es dazu kam, dass Libby Loo und Wessy McBennettface sich getrennt haben. Das macht es natürlich verständlicher, warum wer von den beiden wie gehandelt hat. Ist die Handlung vorhersehbar? Ja, irgendwie schon und doch gab es hier keinen Moment der Langeweile, weil die Protagonisten einfach umwerfend sind.
Das College Setting fand ich hier absolut toll, denn es zeigt auch die allgemeinen Veränderungen von den Umständen der beiden. Die Umsetzung ist der Autorin auch hierbei sehr gut gelungen.
Wie auch schon im ersten Band bekommt man hier zu jedem Anfang eines Kapitels ein Filmzitat und diese passen, auch ohne den Film zu kennen, immer wieder perfekt zur Story.
Die Nebencharaktere sind teilweise neu und machen die Geschichte authentisch und rund. Aber natürlich lebt sie wieder in erster Linie von den beiden Protagonisten Liz und Wes, die einfach umwerfend sind.
Liz und Wes sind beide erwachsener geworden und haben trotzdem ihren eigenen Charme behalten. Man muss sie einfach mögen und man kann auch gar nicht anders, als mit den beiden mitzufühlen. Lynn Painter ist es auch hier gelungen, die tiefe der Charaktere herzustellen und trotzdem ganz viel Humor mit einzubringen.
Mein Fazit: Braucht man einen zweiten Band nach einem Happy End? Normalerweise nicht, aber diesen hier schon. Für mich war es eine tolle Geschichte, die ruhige und ernste Momente mit Tiefe ganz geschickt mit Humor verknüpft. Aber genau diese neue Ernsthaftigkeit passt auch einfach zu den nun erwachsenen Charakteren und lässt diese authentisch und glaubhaft wirken. Lynn Painter hat dabei auch noch so einen wundervollen und lebendigen Schreibstil, der das Buch zu einem wahren Pageturner werden lässt.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Willkommen zum Krimidinner mit Pip

Kill Joy
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Eigentlich passt es Pip so gar nicht in den Kram, dass ihr bester Freund Connor sie zu einem Krimidinner eingeladen hat, denn sie würde viel lieber mit dem neuen Schulprojekt beginnen, auch wenn sie noch ...

Eigentlich passt es Pip so gar nicht in den Kram, dass ihr bester Freund Connor sie zu einem Krimidinner eingeladen hat, denn sie würde viel lieber mit dem neuen Schulprojekt beginnen, auch wenn sie noch keinen Plan hat, was sie überhaupt machen soll. Doch kaum bei Connor und seinem großen Bruder Jamie zu Hause angekommen, ist sie bereit, den Mörder zu entlarven. Gemeinsam mit ihren Freunden begibt sie sich zurück in die 1920er Jahre und zeigt, dass ihr das Detektivspielen einfach liegt. Aber nicht nur der Fall des Krimidinners geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, sondern auch der Mord an Andie Bell, eine Mitschülerin, die vor fünf Jahren angeblich von ihrem Freund Sal Singh getötet wurde.

Als großer Fan der AGGGTM Trilogie aus der Feder von Autorin Holly Jackson war ich sehr gespannt auf dieses Prequel. Tatsächlich hatte ich an die Kurzgeschichte gar keine so hohen Erwartungen, doch Holly Jackson hat es auch hier geschafft, ein ganz besonderes Krimidinner zu zaubern.

Mit flüssigem und äußerst angenehmen Schreibstil schickt uns die Autorin in die Zeit, bevor Pippa Fitz Amobi mit ihren Nachforschungen zu Andie Bells Mord begibt. Ich konnte mir die lockere Runde rund um das Krimidinner sehr gut vorstellen und es war sehr spannend zu verfolgen.

Was ich hier aber richtig gelungen fand, ist der Beginn von Pips Leidenschaft, zu ermitteln. Ganz langsam beginnt sie den kleinen Hinweisen, die sie zum Dinner erhalten, nachzugehen. Dabei ist es wirklich bewundernswert zu beobachten, wie clever und analytisch Pip hier an die Ermittlungen geht. Damit erwacht die Leidenschaft in Pip und wer die Trilogie bereits kennt, erkennt sie hier sofort. Pip kann anstrengend sein, möchte am liebsten immer Recht haben und kann nur schwer zugeben, wenn sie einmal falsch liegt. Sie ist kein einfacher Charakter, aber all ihre Ecken und Kanten machen sie auf ihre Art liebenswert.

Auch sonst wirken die Charaktere sehr authentisch und liebenswert. Pip hat einfach einen tollen Freundeskreis, wobei hier auch noch Ant und Lizzie dazugehören. Wir lernen also alle Charaktere noch einmal aufs Neue kennen.

Mein Fazit: Da es sich nicht nur um das Prequel sondern auch um eine Kurzgeschichte von knapp 160 Seiten handelt, ist die Story schnell gelesen. Mir hat sie Spaß gemacht und ich hatte nicht nur das Gefühl, beim Krimidinner dabei zu sein, sondern auch einen Einblick in Pips analytisches Gehirn zu erhalten. Wer die Trilogie mochte, wird hier einen gelungenen Einblick erhalten, wie Pips Leidenschaft zum Ermitteln erwacht. Die Schmuckausgabe ist übrigens wunderschön gestaltet und passt zu der Schmuckausgabe der Triloge. Kurzes, aber sehr unterhaltsames Lesevergnügen.