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Veröffentlicht am 22.03.2025

Geheimnisvolles Mallah

The Surf House
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Bea schmeißt in Marrakesch ihren Job als Model und möchte ihr Leben neu sortieren. Dann kommt es zu einer gefährlichen Begegnung in den Gassen Marrakeschs und Bea verliert nicht nur ihr Geld, sondern auch ...

Bea schmeißt in Marrakesch ihren Job als Model und möchte ihr Leben neu sortieren. Dann kommt es zu einer gefährlichen Begegnung in den Gassen Marrakeschs und Bea verliert nicht nur ihr Geld, sondern auch ihren Pass. Eine Ausreise ist damit nicht mehr möglich, doch während des Unglücks lernt sie Marnie kennen, die Mitbesitzerin eines Surfhotels ist und Bea eine erste Bleibe und einen Job anbietet. Bea findet in Mallah eine Idylle vor und lernt sich selbst besser kennen, doch schon bald bekommt die Idylle Risse und Bea weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

The Surf House ist der aktuelle Spannungsroman von Lucy Clarke. Die Autorin erschafft erneut eine angespannte Atmosphäre, die mich komplett mit der Protagonistin mitleiden und -fiebern ließ. Zwar hatte ich eine Ahnung, in welche Richtung der Roman gehen wird, dennoch habe ich auf die Umsetzung und das ‚Warum‘ hinter meiner Ahnung hingefiebert und empfand den Roman daher dennoch spannend. Das Ende hat dann nicht nur meine Ahnung bestätigt, sondern auch Überraschungen parat gehabt, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich mochte daher sowohl die Auflösung als auch den Weg dorthin, der zwar nicht sehr actionreich, aber umso tiefgehender ist und eine Nähe zur Protagonistin Bea erzeugt.

Ein bisschen überrascht war ich, dass The Surf House nun als Thriller gelistet wird - bisher wurden vergleichbare Werke von Lucy Clarke als Roman aufgeführt. Möglicherweise liegt das am sehr rasanten Beginn, dennoch könnten Fans von blutigen und actionreichen Thrillern hier enttäuscht sein. Da ich andere Werke von ihre kenne, habe ich The Surf House mit der Erwartung eines Spannungsromans gelesen und habe auch genau das bekommen, eine ruhige Geschichte, die unterschwellig immer die Gefahr durchkommen lässt und dadurch durchweg eine angespannte Stimmung erzeugt.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Der Phönix!

Jenseits des Ozeans
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Willkommen zurück auf der Insel Marsyas. Nachdem Arthur Parnassus in Linus Baker seine große Liebe gefunden hat, möchte er etwas in seinem Leben ändern. Doch als ein neuer Bewohner auf die Insel kommt, ...

Willkommen zurück auf der Insel Marsyas. Nachdem Arthur Parnassus in Linus Baker seine große Liebe gefunden hat, möchte er etwas in seinem Leben ändern. Doch als ein neuer Bewohner auf die Insel kommt, findet auch Arthurs Vergangenheit einen Weg an die Öffentlichkeit und Arthurs Leben auf der gerät in große Gefahr…

Jenseits des Ozeans wechselt die Perspektiven. Im ersten Band durften wir die Insel Marsyas durch Linus Bakers Augen sehen, nun erleben wir sie durch Arthur Parnassus, was die Geschichte für mich ein bisschen düsterer und melancholischer werden ließ.

Gefehlt hat mir in weiten Teilen des Buchs leider der Humor, der im ersten Band vor allem über Talia und Lucy übermittelt wurde und trotz der Schwere des Themas auch hier seinen Platz gehabt hätte; das haben die Szenen gezeigt, in denen er vorhanden war. Dennoch gab es auch Dinge, die ich noch schöner als im ersten Band fand, bzw. deren Entwicklung mein Herz berührt hat und dazu gehört eindeutig der Charakter Sal. Bereits im ersten Teil war er ein stiller Held, aber nun ist er gewachsen und das hat mir sehr gut gefallen.

Mir gefiel auch, die Ernsthaftigkeit der Themen und die Entwicklung der Insel Marsyas, weswegen ich auch wieder sehr gerne zum Buch gegriffen habe, dennoch hat etwas der Zauber aus dem ersten Band gefehlt. Trotzdem war es eine würdige Fortsetzung und ein toller Abschluss der Dilogie. Die Danksagung sollte auch gelesen werden!

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Veröffentlicht am 25.02.2025

-XX-

The Twenty
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Am Tatort muss DCI Adam Bishop den Anblick von einigen ausgebluteten Leichen aushalten, doch noch etwas scheint seltsam, der Tatort weißt Nummerierungen vor, der Täter zählt herunter und ist noch lange ...

Am Tatort muss DCI Adam Bishop den Anblick von einigen ausgebluteten Leichen aushalten, doch noch etwas scheint seltsam, der Tatort weißt Nummerierungen vor, der Täter zählt herunter und ist noch lange nicht bei Null angekommen. Bald darauf hat Bishops Ex-Frau ein seltsames Gefühl und findet Beweise, die sie bestätigen und darauf hindeuten, dass die Mordserie bereits vor knapp dreißig Jahren begann. Können die Morde wirklich zusammenhängen? Bishop muss den Killer schnell finden, denn er kommt ihnen immer näher.

Ich hatte auf den ersten Seiten Probleme mit The Twenty von Sam Holland, denn wir werden direkt in das Geschehen reingeschmissen und müssen erstmal die handelnden Personen kennenlernen und die Verbindungen derer ziehen. Durch den ständigen Perspektivwechsel und einem Schreibstil, der sehr stark die Gedankengänge der Protagonisten darstellt und daher durch kurze Sätze und viele Adjektive geprägt ist, war das gar nicht so einfach.

Der Schreibstil hat mir mit jeder Seite immer besser gefallen, als ich alle Perspektiven einordnen konnte und die Figuren besser kennengelernt habe, habe ich diesen Schreibstil regelrecht geliebt und er erzielte eine richtige Sogwirkung, aber als Einstieg (eines ersten Bands) empfand ich ihn eher ungeschickt. Mittlerweile habe ich jedoch gesehen, dass The Twenty im Englischen der zweite Band ist und The Echo Man dort als erster Band geführt wird. Möglicherweise gelingt der Einstieg dann besser, denn vielleicht sind einem DCI Adam Bishop und DS Jamie Hoxton dann schon bekannte Charaktere. Schließlich ist die Protagonistin des ersten Bands (DCI Cara Elliott) auch hier eine Nebenfigur.

Der Fall selbst war spannend und konnte ein paar Twists vorweisen bzw. Figuren erschaffen, denen man bis zum Ende nicht trauen konnte. Besonders gefallen hat mir, dass durch Hollands Schreibstil die Gefühlswelt der Perspektiven transparent dargestellt wird und die Ermittler durch ihr Handeln nicht nur als knallharte Kerle rüberkommen, sondern auch ihr innerer Kampf in solchen Situationen dargestellt wird. Das ist mir in diesem Maße bisher noch nicht untergekommen und hat mir sehr gut gefallen.

Gegen Ende war es vielleicht noch etwas zu viel des Ganzen und das teilweise offene Ende ist auch nicht richtig meins gewesen, dennoch hat The Twenty mir sehr viel Spaß gemacht und das Dranbleiben hat sich bezahlt gemacht. Ich freu mich schon jetzt auf den nächsten Teil (The Puppet Master) und ich bin mir sicher, dass ich Sam Hollands Schreibstil dann von Beginn an genießen kann.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Survival Siglinde tischt auf

Wilde Pflanzen essen
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Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der wilden Pflanzen. Kunterbunt, lustig und absolut einzigartig kommt dieser Naturführer daher und macht von der ersten ...

Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der wilden Pflanzen. Kunterbunt, lustig und absolut einzigartig kommt dieser Naturführer daher und macht von der ersten bist zur letzten Seite Laune die weite Welt der Natur zu entdecken.
Der Schreibstil ist locker und richtet sich vor allem an die jüngere Generation, durch die Einführung der ‚Survival Siglinde‘ und der cartoonartigen Aufmachung wirkte das aber total stimmig und hat auch mich als Ü30 noch abgeholt.

Auf einer Doppelseite bekommen wir die wilden Pflanzen vorgestellt, während auf der ersten Seite die Pflanze durch eine Zeichnung vorgestellt wird, bekommen wir auf der zweiten Seite eine kurze Vorstellung inklusive Informationen zum Geschmack, Inhaltsstoffen und Wirksamkeit der jeweiligen Pflanze. So hat man alles auf einen Blick. Am Ende des Buches findet man dann noch ein paar Rezepte und mit Beenden des Buches vor allem die Lust, durch die eigenen Wälder zu ziehen und neue Geschmacksaromen zu erkunden.

Erweitert wird das Buch noch durch die Kosmos App, in der sich zu den vorgestellten Pflanzen Fotografien und Videos finden, sodass man neben den Zeichnungen auch ‚echte Fotos‘ der Pflanzen betrachten kann. Diesen Zusatz finde ich auch wichtig, da es das Erkennen deutlich leichter macht. Gerne hätte ich (zumindest die Fotos) bereits im Buch gefunden, kann jedoch verstehen, dass man diesen Bruch nicht haben wollte und finde diesen ‚Kompromiss‘ daher hervorragend und die meisten haben wohl auch das eigene Handy eher dabei als ein Buch.

Wilde Pflanzen essen ist ein tolles Einstiegsbuch zu essbaren Wildpflanzen. Die Zeichnungen der Illustratorin Ernestine Donnerberg sorgen für ein unverwechselbaren Wildpflanzenführer und passen hervorragend zum Humor der Autorin. Ein absolutes stimmiges Werk das Spaß macht und Neugier weckt!

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Aftershowparty mit Folgen

Fun
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Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch ...

Die Band nbl/nbl kommt für drei Konzerte in Lianes Heimatort. Ein Grund mehr für Liane, das Wochenende mit ihren zwei Freundinnen Frankie und Selina auf einem Hausboot auf der Müritz zu verbringen. Doch obwohl ihre Tochter Maila nicht auf Rock steht, bekommt Liane mit jeder Stunde mehr ein seltsames Gefühl. Denn die Rockband nbl/nbl steht aktuell groß in den Schlagzeilen. ‚Maler‘, der Sänger der Band, hat mit einem Interview für große Furore gesorgt und dem Drummer ‚Krass‘ wird eine Vergewaltigung vorgeworfen. Kann das Wochenende gut enden?

Bela B. Felsenheimer spricht mit dem Roman FUN vor allem die patriarchalen und toxischen Machtstrukturen an, die sich hier erschreckend häufig und geballt vorfinden.

Durch sage und schreibe 14 Perspektiven erleben wir den Roman, was auf den ersten Blick unfassbar unübersichtlich klingt, ist einfach nur sehr geschickt gemacht. Selten habe ich so viele Perspektiven gelesen - um ehrlich zu sein, vierzehn waren es noch nie - und das Buch dennoch übersichtlich, ausgereift und mit genug Tiefe empfunden! Allein dieser Fakt hat mich positiv überrascht. Die 14 Perspektiven werden auch nicht gleichermaßen fokussiert, manche Sichtweisen erleben wir nur für wenige Kapitel, andere stehen dafür größer im Fokus. Neben den Bandmitgliedern und vor allem der Bandmanagerin Miriam, steht Lianes Familie, also ihre Tochter Maila und ihr Mann Guido, im Fokus.

Der Klappentext selbst sagt nur sehr wenig über den Inhalt aus und lange ging ich davon aus, dass es in eine ähnliche Richtung schlagen wird wie Scharnow (das mich damals nicht wirklich abgeholt hatte). Erst kurz vor Release konnte man durch ein Interview das wichtige Thema des Buches erfahren und mit der Erwartung, wurde das Buch zu 100% seinen Erwartungen gerecht. An manchen Stellen war es mir sogar zu viel und ich hätte mir gerne einen kleinen (positiven) Gegenpol gewünscht und auch wenn nbl/nbl nur Fiktion ist, können wir uns bestens vorstellen, dass es so oder so ähnlich auch im wahren Leben vor sich geht.

Das Ende hat mich anfangs enttäuscht zurückgelassen, denn mir war es zu offen. Doch manchmal hilft es, wenn man ein paar Tage über Gelesenes nachdenkt und die Figur ‚Maler‘ und sein Ende sind vielleicht das, was der Roman der Gesellschaft an die Hand gibt.

FUN schafft es ein wichtiges Thema anzusprechen. Obwohl manche Gedankengänge absolut ekelerregend waren, konnte der Wortwitz des Autors die Geschichte insgesamt etwas auflockern, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren.

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