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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2025

Jahreshighlight 2024

Die Bibliothek am Mount Char
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Blutverschmiert und barfuß lief Carolyn allein die zweispurige Asphaltstraße entlang, die die Amerikaner Highway 78 nannten. Die meisten Bibliothekare, Carolyn eingeschlossen, betrachteten sie eher als ...

Blutverschmiert und barfuß lief Carolyn allein die zweispurige Asphaltstraße entlang, die die Amerikaner Highway 78 nannten. Die meisten Bibliothekare, Carolyn eingeschlossen, betrachteten sie eher als Tacostraße, zu Ehren eines mexikanischen Restaurants, zu dem sie sich gelegentlich schlichen. - Seite 8

Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich "Die Bibliothek am Mount Char" von Scott Hawkins gelesen habe, aber das Buch spukt mir weiterhin immer wieder durch die Gedanken und ich weiß ehrlich nicht, wie ich diese Gedanken in Worte fassen soll.

Einerseits möchte ich unfassbar viel über das Buch erzählen, gleichzeitig aber auch überhaupt nichts, um ja nicht zu viel vorwegzunehmen. Genau deswegen verzichte ich auch auf eine eigene Inhaltsangabe. Ich würde das Buch vermutlich sowieso nicht sinnvoll beschreiben können.

Als ich mit "Die Bibliothek am Mount Char" angefangen habe, war ich zunächst etwas enttäuscht. Ich kam nicht so richtig in die Story rein, alles war unheimlich verwirrend und nichts schien so richtig zusammenzupassen. In meinem Kopf war ein unfassbar riesiges Fragezeichen und ich bin ganz ehrlich - hätte ich das Buch nicht als BuddyRead gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. So hat es dann noch etwas länger die Chance bekommen, mich noch zu überzeugen.

Puuh und wie dieses Buch die Chance genutzt hat! Hätte mir jemand am Anfang gesagt, dass "Die Bibliothek am Mount Char" zu einem meiner Jahreshighlights 2024 wird, hätte ich die Person vermutlich ausgelacht, da ich mir das so überhaupt nicht vorstellen konnte.

Von Anfang an war die Atmosphäre richtig düster und bedrückend, es war alles so skurril. Das habe ich direkt gemocht, aber es war mir echt schon fast ein bisschen zu wirr.

Nach rund 150 oder 200 Seiten fing alles endlich an, mehr Sinn zu ergeben, ich habe angefangen, den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Perspektiven zu sehen. Ab der Hälfte konnte ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen - es ist so krass, sehr komplex, skurril, hat einen ganz speziellen Humor, steckt voller Gewalt und Grausamkeit. Gleichzeitig gibt es aber auch Hoffnung und die Erkenntnis, dass Wissen eine große Macht besitzt. Ich bin richtig beeindruckt, was sich aus diesem.. merkwürdigen Anfang alles entwickelt hat, wie die verschiedenen Perspektiven und Charaktere zusammenhängen, wie sich die Story und die vielen Charaktere entwickelt haben. Das war wirklich ganz großes Kino!

Mein Fazit:
Nach einem eher enttäuschenden Start hat sich "Die Bibliothek am Mount Char" zu einem echten Überraschungshit und einem der besten Bücher entwickelt, die ich 2024 gelesen habe. Die Atmosphäre ist so bedrückend und düster und hat mich nach und nach in ihren Bann gezogen, die Story war wirr, doch nach und nach lichtete sich das und die Zusammenhänge waren richtig krass.

Das Buch ist jedoch nicht für schwache Nerven, es steckt voller Brutalität und Grausamkeit - hier hätte ich mir tatsächlich Content Notes gewünscht.

Veröffentlicht am 07.03.2025

Gefühlvolle Sports Romance - Highlight!

Cross the Line – Auf der Rennstrecke kämpft er um den Sieg, im Leben um ihr Herz
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Ich hab's vermasselt. Oje, und wie ich es vermasselt habe. - Seite 9

Als ich "Cross the Line" vor einigen Monaten bei ein paar englischsprachigen Booktoker*innen entdeckt habe, ist das Buch schnell auf ...

Ich hab's vermasselt. Oje, und wie ich es vermasselt habe. - Seite 9

Als ich "Cross the Line" vor einigen Monaten bei ein paar englischsprachigen Booktoker*innen entdeckt habe, ist das Buch schnell auf meiner Wunschliste gelandet. Zwar gehört Sports Romance nicht zu meinen allerliebsten Genres und auch Formel 1 steht auf meiner Interessenliste nicht ganz oben, doch die Geschichte klang echt cute. Der für mich ausschlaggebende Aspekt war allerdings, dass die Protagonistin Willow eine chronische Erkrankung haben sollte und da ich selbst chronisch krank bin und so selten Repräsentation in Büchern erlebe, in denen es nicht gerade vorrangig um Krankheiten geht, musste ich mir das Ganze einfach anschauen. Die deutsche Übersetzung war dann ein Must-Have für mich.

Nach einem Skandal steht die Karriere des Formel 1 Fahrers Dev auf dem Spiel und er braucht dringend Hilfe, um sein Image wiederherzustellen. Willow hat gerade ihr Sportmarketing Studium abgeschlossen und ist auf der Suche nach einem Job, als Dev sie bittet, seine Social Media Managerin zu werden. Die beiden kennen sich schon ewig, Willow ist die Schwester von Devs bestem Freund... und sie ist die Frau, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht, seit sie sich vor einigen Monaten geküsst haben.

Schon auf den ersten Seiten war mir klar, dass ich mit "Cross the Line" ein absolutes Highlight in den Händen halte. Alleine die Widmung hat mich sehr berührt und ich hatte gerade so das erste Kapitel gelesen, als mich Simone Soltani schon vollkommen in den Bann der Geschichte gezogen hat - die rund 550 Seiten habe ich daraufhin innerhalb eines Nachmittags/Abends gelesen.
Der Schreibstil las sich einfach nur wunderschön und ich bin so durch die Seiten geflogen.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von den beiden Hauptfiguren Willow und Dev. In Willow konnte ich mich wunderbar hineinfühlen. Sie war mir direkt unfassbar sympathisch und ich konnte sie einfach so gut verstehen. Man erfährt sehr früh, dass sie die Diagnose Hypermobilität erhalten hat und was das für sie bedeutet - das ist etwas, womit ich selbst unter anderem kämpfe, wodurch ich mich noch mehr mit ihr verbunden gefühlt habe. Sie und Dev kennen sich schon ewig, da er der beste Freund ihres Bruders ist. Entsprechend weiß er natürlich von ihrer Diagnose.. und ich bin ihm hoffnungslos verfallen. Nicht nur, weil er so wunderbar mit Willow umgeht, sondern einfach.. weil er ist, wie er ist. Ich mochte seine Art wirklich sehr und auch in ihn konnte ich mich sehr gut hineinversetzen.

"Cross the Line" ist hauptsächlich eine Sports Romance mit dem Thema Formel 1. Weiter oben habe ich ja geschrieben, dass beides nicht gerade weit oben auf meiner Interessenliste steht... doch langsam aber sicher werde ich echt Fan von Sports Romance. Der Rennsport ist unfassbar interessant dargestellt und ich habe wirklich sehr mitgefiebert. Ich war überrascht, wie gut mir das Thema gefallen hat.
Die Romance war wirklich schön und voller Gefühl und hat mich emotional sehr mitgerissen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich hier gegrinst habe, weil mich das Buch so glücklich gemacht hat, mir so sehr ans Herz ging.

Willows Erkrankung spielt im Lauf der Geschichte natürlich auch immer wieder eine Rolle, da sie dadurch in ihrem Alltag beeinflusst wird. Ich persönlich fand das unheimlich realistisch und sehr nachvollziehbar dargestellt und war sehr begeistert davon. Es wurde nie zum Hauptthema, aber war trotzdem immer da.

Bei "Cross the Line" handelt es sich zwar um den ersten Band einer Reihe, das Ende ist allerdings abgeschlossen und im nächsten Band geht es um andere Hauptfiguren, auf die ich schon richtig gespannt bin. "Ride with me" wurde für August 2025 auf Deutsch angekündigt und ich freue mich sehr darauf.

Mein Fazit:
Insgesamt kann ich euch "Cross the Line" wirklich nur ans Herz legen. Es ist eine unheimlich gefühlvolle Sports Romance, die mich einfach nur glücklich gemacht hat. Die Repräsentation von unsichtbaren chronischen Erkrankungen hat mir so viel bedeutet und Willow und Dev haben sich auf den rund 550 Seiten in mein Herz geschlichen.

Veröffentlicht am 06.03.2025

Grandioser dritter Band

Black Witch - Rebellion
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Edwin Gardner versinkt auf den Seidenpolstern des Sessels in einem Nebel der Trauer. Wie von fern sieht er seine Schwester Vyvian in ihrem reich dekorierten Salon aufgelöst auf und ab laufen und wünschte, ...

Edwin Gardner versinkt auf den Seidenpolstern des Sessels in einem Nebel der Trauer. Wie von fern sieht er seine Schwester Vyvian in ihrem reich dekorierten Salon aufgelöst auf und ab laufen und wünschte, er könnte das verfluchte magische Erbe seiner Familie hinter sich lassen und sich irgendwie davon reinwaschen. - Seite 10

"Black Witch: Rebellion" war eine meiner am meisten herbeigesehnten Neuerscheinungen aus dem Herbst/Winter Programm '24.. wenn nicht sogar DIE am meisten herbeigesehnte Neuerscheinung. Schon mit dem ersten Band konnte mich Laurie Forest sehr begeistern, hat mich in diese spannende Welt mit ihren vielschichtigen Charakteren entführt und nicht mehr losgelassen. Der zweite Band hat das noch einmal getoppt und ich finde es wirklich genial, was die Autorin hier erschaffen hat. Ein bisschen musste das Buch dann allerdings warten, bis ich mich endlich zusammen mit der lieben Jassy (@lowin1000 auf Insta) zwischen die Seiten stürzen konnte.

Auf eine eigene Inhaltsangabe verzichte ich an dieser Stelle. Ich habe es schon beim vorherigen Band nicht geschafft, den Inhalt dieser Story in einem kurzen Text sinnvoll und ohne Spoiler selbst zusammenzufassen, und hier fällt es mir noch schwerer.. das würde dem Buch absolut nicht gerecht werden.

So sehr ich mich auf "Black Witch: Rebellion" gefreut hatte, so sehr hatte ich aber auch Angst. Angst davor, dass meine Erwartungen nach den grandiosen ersten beiden Bände vielleicht ZU hoch sind. Angst davor, enttäuscht zu werden, weil das Buch nicht an die vorherigen Teile herankommt. Glücklicherweise war diese Angst aber vollkommen unbegründet.

Trotz einer etwas längeren Pause zwischen Band 2 und 3 ist mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht gefallen. Falls ich irgendwelche Details nicht mehr ganz so präsent im Kopf hatte, kamen sie schnell wieder zurück. Laurie Forests Schreibstil las sich wie gewohnt einfach toll und gefiel mir wieder sehr.

Anders als die vorherigen Bände erzählt sie den dritten Teil nicht nur/hauptsächlich aus Sicht von unserer Protagonistin Elloren, sondern springt mit der Perspektive öfter zu anderen Charakteren, teils alte Bekannte, teils neue Gesichter. Da die Gruppe rund um Elloren getrennt wurde, passt das natürlich wunderbar, weil man so mitbekommt, was bei den anderen passiert. Die Entwicklung der verschiedensten Charaktere ist weiterhin unfassbar gut. Laurie Forest hat es wirklich drauf, starke und sehr tiefgründige Figuren zu erschaffen. Egal ob es nun Elloren ist, ob es Lukas ist, Wynter, Tierney oder jemand von der Seite der Gegenspieler, einfach grandios.

An der Story merkt man, dass es bald in Richtung Finale geht - insgesamt sollen es wohl 5 Hauptbücher werden und ein zusätzliches Buch ist ebenfalls auf Deutsch schon angekündigt. Ich würde nicht behaupten, dass es hier viel ruhiger als in den vorherigen Bänden zu geht, denn das ist definitiv nicht der Fall, im Gegenteil. Stellenweise hing ich atemlos über den Seiten, habe so viele Emotionen gespürt, hatte Tränen in den Augen, war erneut schockiert von all dieser Grausamkeit und Brutalität, von all dem Hass, all dem Bösen. Es war für mich allerdings spürbar, wie langsam etwas Großes und wirklich grausames vorbereitet wird. Dazwischen gab es aber auch immer Mal ein paar kleine gestohlene schönere Momente, die mein Herz schneller schlagen ließen.. doch dann schlug die harte Realität voll zu. Das Buch endet wieder mit einem wirklich gemeinem Cliffhanger und ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen zu halten.

Mein Fazit:
Mit "Black Witch: Rebellion" konnte mich Laurie Forest erneut vollkommen von sich überzeugen. Diese fantasievolle Welt mit ihren unfassbar tiefgründigen Charakteren und der düsteren und grausamen Story lässt mich einfach kaum los und gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsreihen. Ich freu mich schon so sehr auf alles, was da noch kommt!

Veröffentlicht am 28.02.2025

Wundervoller Abschluss, der mich glücklich zurückgelassen hat

Goddess of Fury 2: Deine Seele so golden
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Meinen ersten Geliebten hatte ich in ein Schwein verwandelt. Meinen zweiten Geliebten würde ich aus den Untiefen des Hades selbst herausholen. Und es war mir egal, was es mich kosten würde. - Seite 13

Es ...

Meinen ersten Geliebten hatte ich in ein Schwein verwandelt. Meinen zweiten Geliebten würde ich aus den Untiefen des Hades selbst herausholen. Und es war mir egal, was es mich kosten würde. - Seite 13

Es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass sich Teresa Sporrer langsam aber sicher zu einer meiner Lieblingsautorinnen entwickelt hat. Nachdem ich schon den ersten Band der "Goddess of Fury"-Dilogie vorab lesen durfte und das Buch sehr geliebt habe, habe ich mich wahnsinnig auf "Goddess of Fury: Deine Seele so golden" gefreut.

Kaum hat sich Euryale für ihre Gefühle zu Deacon und gegen das Leben als unsterbliche Furie entschieden, wird Deacon in die Unterwelt entführt. Durch einen seltsamen roten Faden scheinen die beiden verbunden zu sein und Euryale ist sich sicher, dass Deacon noch lebt. Gemeinsam mit Callisto und Cecilia macht sie sich auf den Weg auf die griechische Insel Aiaia, wo sich ein Tor in die Unterwelt befindet - ausgerechnet auf der Insel ihrer Mutter. Doch Euryale ist fest dazu entschlossen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Deacon zu befreien.

Am Anfang von "Goddess of Fury: Deine Seele so golden" gibt es eine kurze Zusammenfassung des ersten Bandes. Ich hatte daraus zwar noch alles im Kopf, liebe es aber, wenn sowas gemacht wird, da ja oft einige Zeit zwischen den Bänden einer Reihe vergeht. Ganz großer Pluspunkt, ich finde, das sollte es bei Fortsetzungen immer geben!

Schon nach den ersten Sätzen war ich wieder voll in der Geschichte rund um Euryale, Deacon und Co. eingetaucht. Das liegt zum einen natürlich an der Story selbst, zu der ich gleich noch komme, zum anderen aber auch an Teresa Sporrers Schreibstil, der sich einfach wunderbar flüssig liest und voll Humor steckt, der genau meinen Geschmack trifft.

Der Abschluss der Dilogie ist wieder aus Sicht von Euryale im Ich-Erzähler geschrieben, was ich sehr mag. Euryale ist eine grandiose Protagonistin, die sich im Lauf der beiden Bücher toll entwickelt hat. Sie ist nicht die typische Lady, die man im viktorianischen London erwarten würde, im Gegenteil. Sie ist stark, hat öfter eine große Klappe, weiß genau, was sie will und braucht keinen Mann an ihrer Seite, der sie beschützt.. und trotzdem haben sie und Deacon sich gefunden. Deacon steht an ihrer Seite und ist ein wundervoller Bookboyfriend. Zusammen sind sie ein tolles Team, ich liebe die beiden sehr.
Aber auch die vielen anderen Figuren wie beispielsweise Callisto und Cecilia sind einfach grandios dargestellt und haben sich in mein Herz geschlichen.

Die Story setzt genau da an, wo der erste Band endete. Deacon wurde in die Unterwelt entführt und Euryale setzt alles daran, um ihn wieder zu befreien. Unterstützung hat sie dabei von Callisto und Cecilia, aber es kommen auch neue Figuren dazu, die früher oder später eine wichtige Rolle spielen. Ich fand das Buch schnell sehr spannend und mit etwas mehr Zeit und Konzentration, hätte ich es vermutlich in einem Rutsch verschlungen. Im Verlauf wird es immer packender und packender und manche der Entwicklungen fand ich einfach wunderschön und sehr berührend, ich war emotional voll drin. Hach!

Das Ende schließt die Geschichte unfassbar gut ab. Am liebsten hätte ich zwar noch viel mehr von all den Charakteren gelesen, doch der Abschluss ist wundervoll gemacht und hat mich wirklich, wirklich glücklich zurückgelassen. ♥

Mein Fazit:
"Goddess of Fury: Deine Seele so golden" ist ein wundervoller Abschluss der Dilogie, die ich insgesamt nur empfehlen kann. Falls ihr auf eine spannende Mischung aus dem viktorianischen London und griechischer Mythologie mit unheimlich starken Figuren steht, die sich im Lauf der Bücher toll entwickeln, seid ihr hier genau richtig.

Veröffentlicht am 19.02.2025

Düstere High Fantasy, Enemies to Lovers und ein gefährliches Spiel..

Das Spiel der vier Farben
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Der Tag, an dem ich mir die Haare abschnitt, war der Tag, an dem ich mir schwor, nie wieder einem anderen Wesen zu vertrauen. - Seite 5

"Das Spiel der vier Farben" schien ein Buch ganz nach meinem Geschmack ...

Der Tag, an dem ich mir die Haare abschnitt, war der Tag, an dem ich mir schwor, nie wieder einem anderen Wesen zu vertrauen. - Seite 5

"Das Spiel der vier Farben" schien ein Buch ganz nach meinem Geschmack zu sein. Ein magisches Spiel voll tödlicher Wesen und gefährlicher Prüfungen, Intrigen, Geheimnisse, Enemies to Lovers.. ich war so richtig gespannt auf das, was mich hier erwartet.

Alle 50 Jahre findet das Spiel der vier Farben statt. Ein Wettkampf, bei dem die männlichen Erstgeborenen aus den mächtigsten Familien um den Thron von Tenebris kämpfen. Kurz vor dem Spiel nimmt sich Feyes Zwillingsbruder Kjell, der Prinz der Elfen, das Leben. An seiner Stelle schleicht sich Feye ins Turnier und gibt sich als ihr Bruder aus. Doch schon bald wird es immer schwieriger, die Tarnung aufrechtzuerhalten, überall lauern Gefahren, tödliche Wesen und harte Prüfungen.. und dann stellt auch noch der Dunkelmagier Ares ihre Gefühle auf eine harte Probe.

"Das Spiel der vier Farben" beinhaltet beide Bände der Dilogie, wodurch es ein ganz schöner Wälzer ist. Die über 600 Seiten haben sich allerdings zu keinem Zeitpunkt nach so viel angefühlt. Zum einen lag das natürlich an Karolyn Ciseaus Schreibstil, der sich einfach wunderbar las, so schön flüssig und atmosphärisch.

Zum anderen lag es an der Story, in dessen Bann mich Karolyn Ciseau sehr schnell gezogen hat. Alles ist so schön düster und geheimnisvoll, die Atmosphäre war genau meins. Der Wettkampf war von Beginn an spannend und ich war so neugierig auf die Hintergründe vom "Spiel der vier Farben" und wollte mehr über das Reich Tenebris erfahren. Karolyn Ciseau hat hier eine wirklich spannende Welt erschaffen, die ich am liebsten nie verlassen hätte. Zumindest gedanklich, selbst dort sein.. würde ich vermutlich nicht wollen, denn an jeder Ecke lauern Gefahren, Intrigen werden gesponnen. Mit jedem Kapitel wurde es spannender und düsterer, was ich sehr geliebt habe.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mir eine Content Warnung gewünscht hätte. Man kann zwar schon an der Inhaltsangabe erahnen, dass die Story eher düster und vermutlich brutaler wird, aber das es teilweise so brutal und so ausführlich wurde, hätte ich nicht unbedingt erwartet.

Ich war sehr froh, mit diesem Sammelband direkt beide Teile der Dilogie in den Händen zu halten. Das Ende vom ersten Band war ein fieser Cliffhanger und so konnte ich direkt weiterlesen. Band zwei setzt nahtlos an Teil 1 an und führt die Geschichte grandios fort. Es werden Fragen beantwortet, Konflikte gelöst und es ging mindestens genau so spannend weiter wie im ersten Band.

In unsere Protagonistin Feye konnte ich mich sofort wunderbar hineindenken und ich mochte sie wirklich gern. Sie war toll dargestellt, war mir sympathisch und sie konnte mich restlos überzeugen. In ihr steckt so viel mehr, als ich gedacht habe, sie ist eine wirklich starke Hauptfigur. Über Ares kann ich nur das Gleiche sagen. Im ersten Band liest man hauptsächlich aus Sicht von Feye, im zweiten Teil gibt es auch einige Kapitel aus Sicht von Ares, was ich sehr mochte.

Zu der wirklich tollen Fantasystory, die mich sehr begeistern konnte, gibt es natürlich noch eine Lovestory. Es ist Enemies to Lovers, was einer meiner absoluten Lieblingstropes ist.. und ich habe das so sehr gefühlt, habe so mitgefiebert! Genau meins.

Mein Fazit:
Insgesamt gesehen konnte mich die "Das Spiel der vier Farben"-Dilogie sehr begeistern. Es ist eine düstere High Fantasy Story, ein spannendes Spiel, Enemies to Lovers.. genau meins. Ich möchte unbedingt mehr von Karolyn Ciseau lesen!