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UteWeu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2025

Orientalisches Potpourri vom Allerfeinsten

Der Sternenstaubdieb
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Das Buch beginnt mit einer Geschichte die Layla, der späteren Mitternachtshändlerin, erzählt wird und die von Göttern, Dschinns und Menschen handelt und davon warum die Dschinn von den Menschen gejagt ...

Das Buch beginnt mit einer Geschichte die Layla, der späteren Mitternachtshändlerin, erzählt wird und die von Göttern, Dschinns und Menschen handelt und davon warum die Dschinn von den Menschen gejagt werden. Diese eingeschobenen Erzählungen die die Haupthandlung ergänzen ziehen sich durch das ganze Buch was ich sehr schön fand.
Dann springen wir direkt in die Handlung und warten mit Loulie al-Nazari und ihrem Leibwächter Qadir auf ein Treffen mit dem Händler Rasul dem die Beiden etwas besorgen sollten. Die Händlerin und Qadir suchen in der Wüste nach magischen Dschinn Relikten und verkaufen diese für gutes Geld auf dem geheimen Nachtmarkt. Wenn ihr wissen wollt was für Auswirkungen dieser Handel mit Rasul auf das Leben von Loulie und Qadir hat und welche Abenteuer die Beiden im Auftrag des Sultans erleben dann solltet ihr auf jeden Fall das Buch selber lesen.
Das Buch ist aus drei Erzählperspektiven geschrieben, nämlich der von Loulie, der von Prinz Mazen der, wie seine ermordete Mutter, ein begnadeter Geschichtenerzähler ist und der von Aisha bin Louas die zur Bande der 40 Räuber gehört welche vom Kronprinzen befehligt wird. Diese verschiedenen Perspektiven machen die Geschichte rund und lebendig. Zusammen mit der Mitternachtshändlerin, dem Prinzen und auch der Räuberin werden wir immer tiefer in die Geschichte der Dschinn (und der Menschen) eingeführt und erfahren das wenig so ist wie es zu sein scheint, jeder der drei muss seine bisherige Einstellung überdenken und macht eine Entwicklung durch die sehr glaubwürdig beschrieben ist. Schön dabei fand ich, das aus den dreien jetzt nicht sofort Superhelden werden sondern das sie immer noch mit ihren Ängsten und Zweifeln kämpfen müssen, aber langsam die gegenseitigen Abneigungen und Vorurteile überwinden können und die Anderen zumindest akzeptieren wenn noch sogar mögen lernen.
Die Sprache ist wort- und bildgewaltig, die vielen kleinen beschriebenen Details machen die Geschichte lebendig und die Atmosphäre beim Lesen sehr spürbar.
Auch die Personen werden sehr plastisch beschrieben, ich konnte zu ihnen sofort eine Beziehung aufbauen und auch wenn mir nicht alle immer sympathisch waren so zogen sie mich doch in ihren Bann und ließen mich nicht kalt.
Die Handlung ist in einem orientalischen Setting angesiedelt und spielt hauptsächlich in der Wüste durch die die Helden reisen müssen um das gefährliche Sandmeer, unter dem die alte Heimat der Dschinn liegen soll zu erreichen und die vom Sultan gesuchte Lampe zu finden. Die Geschichte spielt mit den Märchen aus 1001 Nacht und verwebt sie geschickt mit der Handlung Die Erzählung nimmt eine interessante Entwicklung und ist mit zahlreichen Wendungen gespickt und die Reisegruppe muss erkennen das die Geschichten und Legenden die die Menschen über die Dschinn kennen meistens dann doch ganz anders sind.
Der einzige kleine Wermutstropfen ist die Pronomen bei der Beschreibung mancher Dschinn für die sich der Übersetzer, aus guten Gründen die er auch in einer Fußnote erläutert, entschieden hat. Manche Dschinn sind im Original als nicht-binär beschrieben. Um dem gerecht zu werden wird dann aus der dier, aus sein sies usw. Das war für mich ungewohnt und etwas stockend zu lesen.
Ansonsten eine klare Leseempfehlung von mir und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 20.02.2025

Fulminante Urban Fantasy

Dämonenmagie und ein Martini
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Tori und die drei Magier sind zurück und müssen ihr vielleicht gefährlichstes Abenteuer bestehen...
Es ist die Nacht vor Halloween und alle im Crown and Hammer freuen sich auf die morgige Party (naja, ...

Tori und die drei Magier sind zurück und müssen ihr vielleicht gefährlichstes Abenteuer bestehen...
Es ist die Nacht vor Halloween und alle im Crown and Hammer freuen sich auf die morgige Party (naja, außer Tori vielleicht, der das Ganze etwas über den Kopf wächst und die sich partout nicht verkleiden will) als plötzlich zwei Mitglieder der Gilde Ondins Eye das Pub betreten. Die Frau wendet sich sofort an Kai, den sie vor früher her zu kennen scheint. Die beiden scheinen sich immer noch gut zu verstehen was Toris Neugierde weckt. Izzah, so heißt die Dame, informiert die Magier das die Nomadengilde Keys of Solomon in der Stadt ist (und gegen die sind die Jungs von Red Rum aus dem letzten Buch echt Waisenknaben) und das Gerücht umgeht, sie würden einen ungebundenen Dämonen jagen was Aaron sofort als Quatsch abtut. Sekunden später ploppt auf allen Handys die gleiche SMS auf: Dämonenalarm !
Nach diesem spannenden Einstieg in das Abenteuer geht es ebenso rasant und atemberaubend weiter. Wir (und Tori) erfahren alles über gebundene und ungebundene Dämonen, über Kontraktoren und Dämonica Mythiker über die Gefahren der Jagd auf Dämonen und ihre Beschwörung. Klingt gefährlich ? Ist es auch... Wenn ihr wissen wollt, ob es Tori und ihren Freunden gelingt gegen den Dämonen und die Nomadengilde zu bestehen solltet ihr unbedingt das Buch selber lesen. Action, Spannung und Humor verbinden sich hier zu einer wunderbaren Geschichte. Man erfährt wieder etwas mehr über die drei Magierfreunde und mit jedem Detail werden die Figuren wieder etwas runder und lebendiger. Das sie nicht stehenbleiben sondern sich entwickeln hat mir als Leser besonders gut gefallen.
Auch Tori macht wieder eine großartige Entwicklung durch. Sie lernt viel über sich selbst und bekommt einige unangenehme Wahrheiten an den Kopf geworfen die fast die Freundschaft zwischen ihr und den drei Freunden zerbrechen. Sie begreift das sie anfangen muss Verantwortung zu übernehmen, dass sie Fragen stellen muss und nicht mehr nur den Kopf in den Sand stecken darf. Und am Ende trifft sich wichtige Entscheidungen und wächst über sich selbst hinaus.
Freundschaft und Vertrauen sind auch in diesem Buch wichtige Themen und Annette Marie bindet sie geschickt in ihre spannende Geschichte ein.
Dank des spritzigen und humorvollen Schreibstils bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe mich keine Sekunde beim Lesen gelangweilt. Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung für diesen 4. Band der Reihe. Allerdings empfehle ich, für das volle Lesevergnügen, vorher noch Band eins bis drei zu lesen.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Süßes Kinderbuch mit tollen Zeichnungen und einem wichtigen Thema

Magus der Magische
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In Feimor, im Königreich Trafall, lebt der 6jährige Junge Magus in einem Kinderheim. Sein größter Wunsch ist es, ein Hexer zu werden und dafür übt er in jeder freien Minute. Nur ist genau das leider verboten. ...

In Feimor, im Königreich Trafall, lebt der 6jährige Junge Magus in einem Kinderheim. Sein größter Wunsch ist es, ein Hexer zu werden und dafür übt er in jeder freien Minute. Nur ist genau das leider verboten. Ohne einen Lehrmeister dürfen Kinder sich nicht an Zaubersprüchen versuchen. Und Magus hat für seine verbotenen Versuche schon viel Ärger mit dem Heimleiter Herrn Makrosh bekommen. Auch bei den anderen Kindern ist er wegen seiner Zauberstreiche nicht sehr beliebt. Aber das stört ihn nicht weiter weil er ja seinen besten Freund Jurii hat, der mit ihm duch dick und dünn geht. Eines Tages entdeckt Magus zusammen mit Jurii ein altes Zauberbuch. In diesem steht ein Spruch der es den Beiden gleich angetan hat: Mit diesem Spruch kann man Zeichnungen zum Leben erwecken. Da die Jungen sich kurz vorher ein Fabelwesen namens Hawell'mug ausgedacht haben und Jurii von diesem auch eine wunderschöne Zeichnung angefertigt hat versuchen sie sofort ob der Zauber auch wirkt. Dabei geht leider etwas schief und die Zeichnung verbrennt. Dies trifft besonders Jurii sehr, er rennt aus dem Zimmer und will partout keine Entschuldigung von Magus annehmen, egal was dieser auch versucht. Das nimmt Magus ziemlich mit, doch zum Glück kommt es dann doch noch zum Happy End – Für Magus, für Jurii und auch für den Hawell'mug...
Ich habe das Buch, das den Auftakt einer ganzen Kinderbuchreihe bilden soll, sehr gerne gelesen. Einfühlsame Texte und wunderschöne Zeichnungen machen es zu einem echten Highlight. Das große Thema der Geschichte ist Freundschaft und sich Vertragen. Kurze, leicht verständliche Texte und eine kindgerechte Sprache sowie die Zeichnungen sorgen dafür das das Buch auch bestens als Vorlesebuch für kleinere Kinder geeignet ist. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Fundgrube für alle literaturinteressierten Cocktailliebhaber

Trinken wie ein Dichter
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Dem auf der Rückseite abgedruckten Hinweis „Ein absolutes Muss für Literaturfans und Cocktailliebhaberinnen“ kann ich mich nur voll anschließen! Dieses Buch ist eine Fundgrube an tollen Cocktail Rezepten ...

Dem auf der Rückseite abgedruckten Hinweis „Ein absolutes Muss für Literaturfans und Cocktailliebhaberinnen“ kann ich mich nur voll anschließen! Dieses Buch ist eine Fundgrube an tollen Cocktail Rezepten und interessanten kleinen Geschichten über die jeweiligen Dichter und ihre Beziehung zu ebenjenem Cocktail. Zudem ist es optisch einfach sehr schön, beginnend vom tollen Cover bis hin zur liebevollen Innengestaltung. Da hat sich der Verlag wirklich Mühe gegeben ein wunderschönes Buch herauszubringen.
Das Buch beginnt, nach dem Inhaltsverzeichnis, mit einer Auflistung der benötigten Gegenstände. Anhand von kleinen schwarz-weiß Zeichnungen kann man sehr gut erkennen wie z.B. ein Cocktailshaker oder ein Barsieb aussehen. Das hat mir sehr gut gefallen. Überhaupt fand ich es sehr schön und stimmig das in dem Buch keine bunten Bilder sondern nur Zeichnungen und schwarz-weiß Fotos zu sehen sind.
Als nächstes folgt eine Liste der nötigen Vorräte. Interessant zu lesen, muss man zu Anfang aber nicht alles im Haus haben weil ja doch nicht jeder Cocktail den eigenen Geschmack trifft.
Nun folgt der Rezeptteil. Dieser ist chronologisch von Shakespeare (1564 - 1616) bis R.O. Kwons (*1983) aufgebaut mit kurzen Zwischenkapiteln zum Beispiel zum Absinth trinken und der Closerie des Lilas oder zur Poesie und Performance in Harlems Nachtclubs.
Das Rezept selbst besteht aus einem kurzen Text zum Dichter mit Bild, den für den Cocktail benötigten Zutaten, einer Anweisung wie der Cocktail zubereitet wird und einer schwarz-weiß Zeichnung des Cocktails.
Am Ende folgen noch diverse Katertipps von Literaten die ich besonders lustig zu lesen fand, Bildnachweis, Zitatennachweis, Bibliographie und Anmerkungen.
Wir haben es so gemacht dass wir erst den Cocktail der uns angesprochen hat gemixt haben und anschließend gemeinsam den jeweiligen, sehr amüsant geschriebenen Text über den Dichter / die Dichterin gelesen haben. Das hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben auch einige für uns neue Autoren dadurch kennengelernt.
Die Anweisungen zum Cocktail mischen sind gut nachvollziehbar und auch für Anfänger geeignet. Die von uns ausprobierten Rezepte konnten wir mit unserem vorhandenen einfachen Bar Equipment gut mixen sodass auch Neulinge keine Angst haben müssen, hier von der Ausstattung überfordert zu werden. Sie werden sehr schnell Spaß am Mischen von Cocktails entwickeln so dass dieses Buch für alle Erfahrungsgruppen etwas zu bieten hat und auch bestens als Geschenk geeignet ist.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Gut recherchierte und spannend zu lesende Romanbiographie

Die Mitford Schwestern
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Die Erzählung setzt im Juli 1932 in London ein und spannt den Bogen bis zum April 1941. Es gibt drei Erzählperspektiven: Nancy Mitford, die Schriftstellerin und älteste Tochter der Familie, Diana Mitford, ...

Die Erzählung setzt im Juli 1932 in London ein und spannt den Bogen bis zum April 1941. Es gibt drei Erzählperspektiven: Nancy Mitford, die Schriftstellerin und älteste Tochter der Familie, Diana Mitford, verheiratet mit dem Brauerei Erben Bryan Walter Guinness und glanzvoller Mittelpunkt der Gesellschaft und Unity Mitford die grade ihre Vorstellung bei Hofe hinter sich gebracht hat.
Abwechselnd erzählen die drei Schwestern aus ihrer Sicht den Gang der Geschichte wobei Nancy als Ich-Erzählerin fungiert. Diana und Unity erzählen jeweils in der dritten Perspektive.
Der Leser erlebt aus Sicht der Schwestern den Aufstieg Hitlers in Deutschland und den der Faschisten in England wegen deren Führer Mosley (im Buch M. genannt) sich Diana von ihrem Mann trennt und für den sie die Bekanntschaft mit Hitler sucht um Gelder für die Partei zu besorgen und einen Radiosender zu planen der von Deutschland aus nach England senden kann um der dortigen 5. Kolonne entscheidende Hinweise und Anweisungen zu geben. Das wiederum erfährt Schwester Nancy die dem Faschismus sehr kritisch gegenübersteht und dies auch in ihren Romanen sehr deutlich macht. Sie kann Diana geheime Dokumente entwenden und diese ihrem Cousin Winston Churchill übergeben und so die Pläne vereiteln. Mit Unity erleben wir in Deutschland die Verehrung die sie dem „Führer“ entgegenbringt, die Besessenheit und die bedingungslose Liebe die sie an ihm hängt und schließlich die grenzenlose Verzweiflung als Deutschland und England Kriegsgegner werden. Ab Kapitel 58 endet ihr Erzählpart, die restlichen 12 Kapitel übernehmen Nancy und Diana. Alle drei Schwestern fand ich sehr gut und lebensecht beschrieben, bei allen konnte ich aus ihrer Sicht nachempfinden warum sie wie handelten. Die Gedankengänge sind logisch nachvollziehbar aufgebaut und interessant zu lesen. Nancy ist die Kritische, zweifelt an sich selbst und hinterfragt ihre Handlungen und Motive sehr genau. Diana hinterfragt sich selten und wenn dann nur auf privater Ebene, ist sehr ich-bezogen und wenig selbstkritisch. Mosley geht ihr über alles, sie ist ihm quasi hörig und bereit alles für ihn zu tun. Als sie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen wird ist sie darüber auf das höchste verwundert und versteht nicht warum sie die Konsequenzen tragen muss. Unity ist ganz Verehrung und hinterfragt nichts.
Marie Benedict hat den Zeitgeist in ihrem Roman perfekt eingefangen. In eindringlichen, leisen Tönen gibt sie die Stimmung die damals herrschte wieder und beschreibt anschaulich und spannend die damals herrschenden Verhältnisse. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und gebe eine klare Leseempfehlung.

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