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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2025

Explosive Spannung mit kleinen Schwächen

Echokammer
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Worum geht’s?
Als kurz vor der norwegischen Parlamentswahl bekannt wird, dass die Anschlagspläne einer inländischen Terrorgruppierung nur mit Müh und Not vereitelt werden konnten, ist die Panik in der ...

Worum geht’s?
Als kurz vor der norwegischen Parlamentswahl bekannt wird, dass die Anschlagspläne einer inländischen Terrorgruppierung nur mit Müh und Not vereitelt werden konnten, ist die Panik in der Bevölkerung groß. Wirklich schlimm wird es jedoch erst, als weitere Anschlagspläne bekannt werden – denn auch wenn einige Terroristen unschädlich gemacht wurden, hat die Suche nach dem Drahtzieher gerade erst begonnen.


Meine Meinung
Auf diese Reihe habe ich mich definitiv schon sehr gefreut, was vor allem daran gelegen hat, dass Norwegen als mein nächstes Urlaubsland aktuell auch bei den Settings meiner Bücher ganz weit oben auf meiner Leseliste steht. Von der Umsetzung war ich im Großen und Ganzen auch wirklich begeistert, auch wenn es durchaus den ein oder anderen Aspekt gab, den man in meinen Augen auch bei einem Trilogieauftakt deutlich besser hätte umsetzen können.

Ganz grundsätzlich bin ich sehr gut in die Geschichte rein gekommen, auch wenn mir Setting und Zusammenhänge zu Beginn noch absolut nicht schlüssig erschienen. Der Spannungsbogen hat sich im Laufe der Handlung kontinuierlich gesteigert, weshalb ich mich beim Lesen definitiv nicht gelangweilt habe, die wirklich spannenden Szenen waren für einen Thriller meiner Meinung nach aber trotzdem ein wenig zu rar gesät.

Was die Kombination aus Politik und Ermittlung angeht, bin ich ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Das Konzept der beiden Handlungsbögen fand ich zwar wirklich spannend zu verfolgen, insbesondere weil ich die Zusammenführung sehr gelungen fand, was die Gewichtung innerhalb der Geschichte angeht, hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes allerdings andere Erwartungen. Da die Ermittlungen eigentlich kaum zur Sprache kamen, hatte ich manchmal nicht den Eindruck, überhaupt einen Thriller zu lesen, auch wenn es durchaus brenzlige Szenen gab.

Auch die Gewichtung der auftretenden Figuren hat mich etwas überrascht, da es für meinen Geschmack etwas zu sehr um den Politiker Jens und im Vergleich dazu zu wenig um die titelgebenden Figuren der Reihe ging. Protagonist Martin hatte darüber hinaus erst relativ spät seinen ersten Auftritt, wodurch man allerdings auch nicht wesentlich mehr über ihn oder Liselott erfahren hat. Für einen Reihenauftakt fand ich das nicht besonders elegant gemacht, auch wenn ich die Figuren eigentlich als recht sympathisch angelegt wahrgenommen habe.


Fazit
Durch den wirklich interessant klingenden Cliffhanger am Ende des Buches bin ich jetzt schon wirklich gespannt auf den nächsten Teil der Reihe, auch wenn ich diesen Auftaktband nicht in allen Aspekten gut gemacht fand. Nichtsdestotrotz war die Konstruktion der Geschichte insgesamt spannend und erschreckend glaubhaft gestaltet, weshalb ich mich beim Lesen definitiv nicht gelangweilt habe.

Von mir gibt es dafür knappe vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2025

Als Denkanstoß grundsätzlich geeignet

Kraftakt: Warum wir uns neu bewähren müssen
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Meine Meinung
Wer nicht gerade unter einem Stein lebt oder mit völligem Desinteresse an der Gesellschaft durch die Welt läuft, dem dürfte sicherlich aufgefallen sein, dass es nicht nur in Deutschland nicht ...

Meine Meinung
Wer nicht gerade unter einem Stein lebt oder mit völligem Desinteresse an der Gesellschaft durch die Welt läuft, dem dürfte sicherlich aufgefallen sein, dass es nicht nur in Deutschland nicht gerade perfekt läuft. Soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Problematiken sind dabei definitiv Dinge, die angesprochen werden müssen – und daher ist dieses Buch als Anregung zur Beschäftigung mit diesen Themen in meinen Augen durchaus eine geeignete Lektüre.

Der Aufbau des Buches hat in meinen Augen ehrlich gesagt keine logische Struktur erkennen lassen, es werden zwar zahlreiche Problematiken aufgegriffen, warum aber gerade diese Reihenfolge der Beiträge gewählt wurde, hat sich mir nicht erschlossen. Ohne einen roten Faden gab es für mich zwar keine wirkliche Struktur, für eine Gesamtaufnahme aktueller Problemstellungen ist das aber vielleicht tatsächlich auch einfach zweitrangig.

Inhaltlich fand ich die Auswahl der Themen durchaus spannend, auch wenn ich ehrlich gesagt nicht mit allen Anregungen und Aussagen übereinstimme. Um sich Gedanken über nötige Veränderungen zu machen ist das meiner Meinung nach aber auch gar nicht nötig, da die Grundidee des Buches im Idealfall eine selbstständige Beschäftigung mit den Problemstellungen anregen sollte und daher auch dann interessant sein kann, wenn man sich mit dem ein oder anderen Thema vielleicht schon eingehender beschäftigt hat.


Fazit
Auch wenn ich definitiv nicht allen Aussagen in diesem Buch zu einhundert Prozent zustimmen würde, fand ich die aufgegriffenen Problematiken durchaus interessant zu lesen. Um sich eine eigene Meinung zu bilden und Denkprozesse anzustoßen eignet sich das Buch in meinen Augen daher auf jeden Fall, insbesondere in der aktuellen Situation und selbst dann, wenn man sich selbst nicht unbedingt für den politisch bestinformiertesten Menschen hält.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Hochspannendes Setting

Eisrausch
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Worum geht’s?
Nach dem Mord an zwei Arbeitern eines Tagebauprojekts in Grönland wird John Kaunak mit den Ermittlungen in diesem Fall beauftragt. Als vermeintlicher Sicherheitschef stößt er jedoch schon ...

Worum geht’s?
Nach dem Mord an zwei Arbeitern eines Tagebauprojekts in Grönland wird John Kaunak mit den Ermittlungen in diesem Fall beauftragt. Als vermeintlicher Sicherheitschef stößt er jedoch schon bald auf deutlichen Widerstand bei seinen Ermittlungen – und begegnet dabei nicht nur den „Interessenvertretern“ der globalen Wirtschaftsmächte, sondern auch skrupellosen Verbrechern, die auch vor weiteren Morden nicht zurückschrecken.


Meine Meinung
Von dem in Grönland angesiedelten Setting war ich bei diesem Buch tatsächlich schon nach dem Lesen des Klappentextes angefixt, weshalb ich wirklich hohe Erwartungen an die Geschichte hatte. Überzeugt hat mich dann beim Lesen vor allem das hohe Erzähltempo, auch wenn es sicherlich Szenen gab, bei denen es der Autor vielleicht ein kleines bisschen übertrieben hat.

Die Handlung an sich steigt direkt mit dem ersten Mord ein, was ich grundsätzlich sehr spannend fand, danach folgen dann aber einige Sprünge, die es mir persönlich schwer gemacht haben, mich vernünftig zu orientieren. Etwas mehr Ruhe und Struktur wären an dieser Stelle sicherlich ganz praktisch gewesen, insbesondere da Ermittler John Kaunak eine Figure war, an die ich mich erst gewöhnen musste.

Grundsätzlich bin ich nach einigen Kapiteln recht schnell mit ihm warm geworden, auch wenn ich persönlich nicht den Eindruck hatte, dass man über seine doch eher eigenwillige Persönlichkeit besonders viel hätte erfahren sollen. Im Laufe der Geschichte fand ich allerdings schon, dass er sich recht gut entwickelt hat und mir dabei als Figur auch durchaus sympathisch wurde.

Die Ermittlungen selber waren mitunter durch eine Prise Zufall und etwas Glück vielleicht etwas zu konstruiert für meinen Geschmack, die Kombination aus Öko- und Politthriller hat das thematisch für mich aber durchaus ausgleichen können. Die obligatorische Action ließ sich dabei zwar nicht vermeiden, die Geschichte hat bei mir aber definitiv nicht den Eindruck einer schlechten Bond.-Parodie hinterlassen, weshalb ich beim Lesen trotzdem gut unterhalten wurde.


Fazit
Dieses Buch setzt zwar nicht nur beim Setting mitunter auf das ein oder andere Extrem, völlig überzeichnet wird die Geschichte dadurch aber glücklicherweise nicht. Wer nach einem spannenden Thriller vor spektakulärer Kulisse sucht, wird mir diesem Buch daher sicherlich glücklich werden.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein etwas enttäuschendes Motiv

Stummer Schrei
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Worum geht’s?
Als in Schweden ein fanatischer Klimaaktivist Amok zu laufen scheint, werden Eva Nymann und ihre Sonderermittlungseinheit auf die Mordfälle angesetzt. Die Suche nach einem Tatverdächtigen ...

Worum geht’s?
Als in Schweden ein fanatischer Klimaaktivist Amok zu laufen scheint, werden Eva Nymann und ihre Sonderermittlungseinheit auf die Mordfälle angesetzt. Die Suche nach einem Tatverdächtigen gestaltet sich eher schwierig, was die Bevölkerung in helle Aufregung versetzt – bis Eva mysteriöse Briefe erhält, deren Inhalt auf einen Täter hinweisen, der ausgerechnet einmal Evas Mentor und großes Vorbild war.


Meine Meinung
Mit Arne Dahl kann man eigentlich kaum etwas falsch machen, vor allem dann nicht, wenn man ohnehin schon bekennender Schweden-Krimi-Fan ist. Auch in diesem Fall fand ich die Idee der Geschichte unglaublich spannend, weshalb ich trotz eigentlich anders lautenden Vorsätzen mal wieder in eine neue Reihe eingestiegen bin.

Gut gefallen haben mir auf jeden Fall das Setting und der Erzählstil, da man beim Lesen einfach direkt im Geschehen landet und in Erwartung weiterer Mordanschläge ganz automatisch ins Mitfiebern kommt. Der Spannungsbogen lässt bis zum Schluss auch wirkilch keinen Hänger zu, weshalb eigentlich konstant irgendetwas passiert und man definitiv ein wenig aufpassen muss, um nicht von der Dynamik der Handlung überrollt zu werden.

Womit ich mich dann allerdings tatsächlich ein wenig schwer getan habe, waren leider die Figuren, da ich bis weit in die zweite Hälfte der Geschichte teils nicht zuordnen konnte, wer eigentlich wer ist. Da ich mich sowohl am Buch, als auch am Hörbuch versucht habe und das Problem bei beiden Formaten hatte, ist mir das leider auch im Nachhinein noch recht deutlich in Erinnerung geblieben.

Auch die Auflösung fand ich ein wenig enttäuschend, da sämtliche Ereignisse zuvor eigentlich auf einen Täter mit einer festen Ideologie, einem Plan und einem deutlichen Ziel hinweisen, was für mich auch thematisch zur Idee der Geschichte gepasst hat. Schlussendlich läuft es dann allerdings auf ein eher substanzloses Motiv und jede Menge verletzte Gefühle hinaus, was ich leider recht klischeehaft, platt und daher eher enttäuschend fand.


Fazit
Auch wenn mich die Charaktere und vor allem das Motiv des Täters schlussendlich nicht wirklich überzeugen konnten, fand ich das Buch an sich doch sehr spannend zu lesen. Thematisch bewegt sich die Geschichte dabei meiner Meinung nach wirklich am Zahn der Zeit, was die eher enttäuschenden Elemente des Buches für mich tatsächlich größtenteils kompensieren konnte.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Monumentale Geschichte, die etwas aus der Zeit gefallen ist

Shogun
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Worum geht’s?
Nachdem der englische Navigator John Blackthorne und seine Crew an der Küste Japans gestrandet sind, sehen sie sich nicht nur mit einer fremden Sprache, sondern auch mit einer vollkommen ...

Worum geht’s?
Nachdem der englische Navigator John Blackthorne und seine Crew an der Küste Japans gestrandet sind, sehen sie sich nicht nur mit einer fremden Sprache, sondern auch mit einer vollkommen fremden Kultur und Menschen konfrontiert, die das Leben so ganz anders sehen als sie selbst. Mit seinen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Navigation zieht John schon bald Aufmerksamkeit auf sich – aber das verlangt ihm nicht nur eine Menge Geschick, sondern auch unerwartet viele diplomatische Fähigkeiten ab.


Meine Meinung
Japan ist definitiv kein Setting, das in meinem Bücherregal überdurchschnittlich stark vertreten wäre, aber da mir die Werbung zur Buchverfilmung so häufig begegnet ist, musste ich natürlich zunächst einmal die Vorlage lesen.

Aufgrund der wirklich überwältigenden Länge der Geschichte konnte ich das Buch tatsächlich nicht an einem Stück lesen, da ich sonst definitiv keine andere Beschäftigung mehr hätte haben dürfen. Auch wenn das mitunter wirklich überwältigend und durchaus auch ziemlich anstrengend war, kann ich grundsätzlich verstehen, warum dieses Buch als Klassiker unter den Historischen Romanen gilt.

Das Setting fand ich natürlich interessant beschrieben, nicht nur weil ich historisch interessiert bin, sondern eben auch, weil Japan wie gesagt keine besonders häufige Kulisse in meinem Lesestoff ist. Insbesondere mit der beschriebenen Zeit und auch der Tatsache, dass dieses Buch selbst nun nicht mehr ganz jung ist geht allerdings auch einher, dass der Sprachgebrauch in dieser Geschichte Ausdrücke beinhaltet, die aufgrund ihres abwertenden Inhaltes heute (hoffentlich) niemand mehr gebrauchen würde. Bei einer Neuauflage hätte man auch über eine Überarbeitung nachdenken können, die ohne diskriminierende Formulierungen auskommt – offensichtlich war das hier aber leider kein Anliegen.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt hatte ich beim Lesen aber trotzdem immer wieder Phasen, in denen ich wirklich Spaß hatte und die Geschichte kaum aus der Hand legen wollte, da ich unbedingt wissen wollte, wie es mit John, Mariko und den übrigen Figuren weitergeht. Insgesamt gesehen hat sich das Buch für mich daher doch gelohnt, vor allem da jetzt als nächstes die Serienadaption für mich auf dem Programm steht und ich auch darauf schon sehr gespannt bin.


Fazit
Auch wenn diese Geschichte durchaus in die Jahre gekommen ist, fand ich es doch spannend, John Blackthorne bei seinen Abenteuern in Japan zu begleiten. Die monumentale Gestaltung war dabei definitiv ein Erlebnis, das zwar irgendwann ein wenig anstrengend zu lesen war, mir schlussendlich aber doch viele spannende Lesestunden beschert hat.

Dafür verteile ich knappe vier Bücherstapel.

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