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Veröffentlicht am 06.01.2026

Fantasievolle Hexengeschichte mit kleinen Schwächen

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Wer eine harmlose und fantasievolle Hexengeschichte mit modernen Elementen sucht, wird hie fündig. Das Buch richtet sich vorrangig an Mädchen ab etwa zehn Jahren. Inzwischen sind in England vier Bände ...

Wer eine harmlose und fantasievolle Hexengeschichte mit modernen Elementen sucht, wird hie fündig. Das Buch richtet sich vorrangig an Mädchen ab etwa zehn Jahren. Inzwischen sind in England vier Bände erschienen und der fünfte für Ende 2026 angekündigt.

Im Mittelpunkt steht Cassandra Morgan. Sie lebt zurückgezogen in einem Internat. Ihre einzigen Freunde sind Bücher über Märchen, die sie heimlich aufbewahrt. Ihre Mutter ist seit Jahren verschwunden. Eines Tages erfährt sie plötzlich, dass sie aus einer Familie von Hexen stammt. Ihre Tante Miranda ist die Haghexe und eine der mächtigen Hexen, die verhindert, dass Goblins und andere Feenartige ihr Unwesen in England treiben. Und dann verschwinden immer wieder Kinder. Können Cassie und ihre Freunde den Verschwundenen helfen und vielleicht auch das Geheimnis um Cassies Mutter lösen?

Ich mochte die Interaktionen der Mädchen miteinander sehr gerne. Die meisten sind sehr sympathisch und die Freundschaften, die Cassie im Laufe des Buches findet, werden glaubwürdig aufgebaut. Die Geschichte ist überwiegend spannend, wenn auch etwas vorhersehbar. Einzelne Elemente haben mich auch stark an Harry Potter erinnert. Etwas unlogisch finde ich das Verhalten im Internat. Dort wird alles über Faerie abgelehnt und geleugnet, der Rest der Welt ist sich aber der durchaus realen Gefahr bewusst. Am meisten hat mich aber das teilweise sehr leichtsinnige Verhalten Cassandras gestört. Sie begibt sich mehrfach – trotz der Warnungen ihrer Tante – in Gefahr und unternimmt einige sehr riskante Aktionen. Zudem kommen außer dem Kater Montague im Grund keine männlichen Rollen vor.

Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin, eine fantasievolle Erzählung mit liebenswerten Charakteren zu erschaffen, die neugierig auf die nächsten Bände macht. Toll ist zudem die wirklich geniale Aufmachung des Buches.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Straßenkämpfe im viktorianischen London

Joshua Jackelby
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Diese spannende und atmosphärisch dichte Abenteuergeschichte rund um den Jungen Joshua Jackelby spielt im viktorianischen London. Autor Benedict Mirow gelingt es, die düstere Stimmung jener Zeit mit Armut, ...

Diese spannende und atmosphärisch dichte Abenteuergeschichte rund um den Jungen Joshua Jackelby spielt im viktorianischen London. Autor Benedict Mirow gelingt es, die düstere Stimmung jener Zeit mit Armut, Krankheit und gesellschaftlichen Spannungen eindrucksvoll einzufangen. Der Ton bleibt durchgehend spannend und kurzweilig.

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit einer skrupellosen Straßenbande, den sogenannten „Kings“, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Gleichzeitig breitet sich die Cholera unaufhaltsam aus. Die Warnungen des Arztes John Snows, der tatsächlich um diese Zeit gelebt hat und den Zusammenhang zwischen verunreinigtem Trinkwasser und der Seuche erkannte, verhallen wirkungslos. Stattdessen wird der Fremdenhass angeheizt, insbesondere gegenüber den ausländischen Zirkusartisten.

Das harte Alltagsleben zu dieser Zeit wird auch anhand von Joshuas Freunden nachempfunden. So arbeitet Joshuas Freundin Charly unter harten und gesundheitsschädlichen Bedingungen in einer Kohlefabrik. Zusammen mit ihr und seinem Freund Leroy versuchen sie einen gestohlenen Himmelsgleiter zurückzuholen. Das Fluggerät bringt zusätzlich Spannung in die Handlung und steht symbolisch für Hoffnung und Fortschritt in einer düsteren Zeit.

Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren. Ich denke aber, dass ältere Kinder und Jugendliche mehr mit dem Text anfangen können, da einige Themen wie Armut, Krankheit, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile doch recht düster beschrieben werden. Insgesamt hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Mich hat jedoch die Naivität mancher Erwachsener gestört sowie dass der eigentliche Drahtzieher doch recht schnell vorhersehbar war, nachdem er das erste Mal auftauchte.

Fazit: Wer sich für authentisch erzählte Geschichten mit historischem Hintergrund und einer Prise Abenteuer begeistert, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Finale mit Schwächen

Tale of the Heart Queen
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Der abschließende Band der Reihe hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung gefreut und war gespannt, wie der fiese Cliffhanger vom letzten Mal aufgelöst werden würde, ...

Der abschließende Band der Reihe hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung gefreut und war gespannt, wie der fiese Cliffhanger vom letzten Mal aufgelöst werden würde, aber über weite Strecken hat mich das Buch eher enttäuscht. Das Tempo war gerade zu Beginn eher zäh und es gab endlose Gedankenmonologe, die immer wieder das aktuelle und vergangene Geschehen analysierten. Die Geschichte kam einfach nicht vorwärts.

Insbesondere die erste Hälfte hat mich gelangweilt und genervt. Das lag aber hauptsächlich an Zerra, die zu einer unrealistischen und albernen Karikatur verkam. Auch die Auflösung des Cliffhangers war eher flach. Erst als der eigentliche Feind sich offenbarte, wurde das Geschehen deutlich interessanter, und Antagonisten wie der Aurora-König bekamen eine vielschichtigere Darstellung. Letztlich wurden auch alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende gebracht.

Wer bisher mit Lor und Nadir mitgefiebert hat, kommt auf jeden Fall nicht um diesen letzten Band herum. Die Handlung als solche ist nicht uninteressant, hätte aber noch etwas kompakter erzählt werden können.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Hypothese: Witzig, aber voller Klischees

The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Wer eine leichte, unterhaltsame Liebesgeschichte sucht, kann sich hier entspannt zurücklehnen. Die Handlung ist zwar vorhersehbar und bewusst an bekannte Romcom-Klischees angelehnt, doch die schlagfertigen, ...

Wer eine leichte, unterhaltsame Liebesgeschichte sucht, kann sich hier entspannt zurücklehnen. Die Handlung ist zwar vorhersehbar und bewusst an bekannte Romcom-Klischees angelehnt, doch die schlagfertigen, witzigen Dialoge sorgen für kurzweilige Lesefreude.

Die Liebesgeschichte selbst ist nicht sonderlich außergewöhnlich. Ich finde es aber toll, dass Frauen in einem MINT-Studium sowie ihre Probleme darin dargestellt werden. Olive ist Doktorandin der Biologie. Ihr liegt die Forschung sehr am Herzen und sie gibt alles, um ihr Ziel zu verwirklichen. Um ihrer besten Freundin Anh zu überzeugen, dass sie kein Interesse an einem Kommilitonen hat, küsst sie spontan Adam Carlsen. Obwohl dieser als fieser Tyrann gilt, steht er ihr nur allzu gern bei ihrem Fake-Dating-Plan zur Seite.

Viele Szenen sind wirklich sehr überzogen und unrealistisch. Einerseits ist das lustig, andererseits wirkt das kein bisschen authentisch. Während einige Momente durchaus unterhaltsam waren, gab es auch Elemente, die mich eher genervt haben. Absolut unnötig fand ich die Rahmenhandlung, dass die beiden sich bereits vor zwei Jahren schon einmal begegnet sind. Überhaupt wirkten die Charaktere in der zweiten Hälfte sehr überdreht.

Für mich hätte die Hauptdarstellerin Olive zudem etwas selbstbewusster und stärker auftreten können. Irgendwie wurde sie nur von allen anderen Charakteren vorwärts geschubst, ohne wirklich eigene Entscheidungen zu treffen. Das finde ich sehr schade, gerade weil es schön gewesen wäre, eine Frau zu sehen, die sich wirklich in einem männerdominierten Bereich behaupten kann.

Für Fans lockerer Liebesgeschichten mit viel Humor dürfte das Buch dennoch eine unterhaltsame Lektüre sein. Mir persönlich war es jedoch zu klischeehaft und unrealistisch. Schade, denn das Potenzial für eine stärkere Geschichte war definitiv vorhanden.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Magische Wintergeschichte mit Schwächen in der Handlung

Lina und der Schnee-Engel
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„Lina und der Schnee-Engel“ von Maggie O’Farrell ist eine zauberhaft illustrierte Geschichte, die Kinder ab fünf Jahren in eine magische Winterwelt entführt. Lina, ein neugieriges und lebhaftes Mädchen, ...

„Lina und der Schnee-Engel“ von Maggie O’Farrell ist eine zauberhaft illustrierte Geschichte, die Kinder ab fünf Jahren in eine magische Winterwelt entführt. Lina, ein neugieriges und lebhaftes Mädchen, trifft eines Nachts auf ihren Schnee-Engel – eine schimmernde, geheimnisvolle Figur, die ihr Schutz bieten soll. Von dieser Begegnung fasziniert, versucht Lina immer wieder, ihren Engel zurückzuholen, auch durch gefährliche Aktionen, was für einige junge Leser fragwürdige Botschaften senden könnte.

Die Grundidee des Buches ist bezaubernd: Wer im Schnee einen Engel formt, erhält einen persönlichen Schutzengel. Doch die Handlung selbst wirkt an einigen Stellen unausgereift. Themen wie Krankheit, Krankenhausaufenthalte und riskantes Verhalten sind für Kinder schwer zu greifen oder könnten sie verunsichern. Insbesondere Linas Versuch, durch Gefahren ihren Engel herbeizurufen, erscheint problematisch.

Das Highlight des Buches sind jedoch die wunderschönen Illustrationen von Daniela Jaglenka Terrazzini, die mit nostalgischem Charme und stimmungsvoller Farbgebung die winterliche Atmosphäre perfekt einfängt. Das Cover mit seinen glitzernden Schneeflocken ist des Weiteren ein echter Hingucker.

Sprachlich ist die Erzählung poetisch und lädt zum Träumen ein, jedoch könnte sie für Fünfjährige stellenweise zu anspruchsvoll sein. Die Bilder helfen, Verständnislücken zu schließen, und machen das Buch auch für Jüngere interessant.

Trotz seiner Schwächen bietet „Lina und der Schnee-Engel“ eine herzerwärmende Botschaft über Hoffnung, Schutz und Vertrauen. Es eignet sich gut für gemütliche Lesestunden in der kalten Jahreszeit, auch wenn es inhaltlich nicht ganz überzeugt.

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