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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2024

Soldatenleben

Winterwölfe
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Wir begleiten große Teile der Söldnertruppe aus dem ersten Band weiter durch das Geschehen im 100-jährigen Krieg. Da nicht alle überlebt haben bzw. Teil der Gruppe blieben, müssen neue Mitglieder aufgenommen ...

Wir begleiten große Teile der Söldnertruppe aus dem ersten Band weiter durch das Geschehen im 100-jährigen Krieg. Da nicht alle überlebt haben bzw. Teil der Gruppe blieben, müssen neue Mitglieder aufgenommen werden. Diesmal gibt es auch eine offiziell mitkämpfende Kriegerin, eine Art mittelalterliches Pick me-Girl.

Wie schon im ersten Band bemüht sich der Autor darum, das Soldatenleben sehr realistisch darzustellen und das macht auch den Reiz des Buches aus. Es geht eben mal nur in Nebenrollen um Könige/Königinnen/Adlige/Höflinge und deren Machtpoker und Liebeswirren, sondern darum, was es für Soldaten/die Bevölkerung hieß, wenn der Plan gefasst wurde ein Land anzugreifen und auch wie Schlachten funktionierten.
Das hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Etwas nervig fand ich die Beschreibung von rauschhaften Träumen und bedeutungsvollen Visionen meistens unter Drogeneinfluss, aber das ist sicherlich Geschmackssache und Drogenkonsum und Traumata sicherlich ein Teil des Soldatenlebens.

Auf jeden Fall von mir eine Empfehlung von mir. Man muss den ersten Band nicht zwingend gelesen haben, es hilft aber auf jeden Fall, um sich in der Welt zurechtzufinden und die Personen besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Nebenwirkungen

Real Americans
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Der Roman erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Dabei werden die Perspektiven von drei Personen eingenommen. Mei Ling flieht während der Kulturrevolution ...

Der Roman erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Dabei werden die Perspektiven von drei Personen eingenommen. Mei Ling flieht während der Kulturrevolution aus China und setzt in den USA ihre Tätigkeit als Genforscherin fort. Ihre Tochter Lily schlägt sich mit unbezahlten Praktikas und Nebenjobs durch und lernt den reichen weißen Matthew kennen und lieben. In der ungleichen Beziehung fühlt sie sich immer unwohler.
Nick, der Sohn der beiden, fragt sich mit dem Erreichen seines Schulabschlusses, warum die Beziehung seiner Eltern scheiterte und stößt auf ein Familiengeheimnis.

Es beginnt wie eine konventionelle Liebesgeschichte zwischen armem Mädchen und reichem Mann und nimmt dann überraschende Wendungen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass man erst nach und nach erfährt worum es geht und was die wahren Motive der Figuren sind. Allerdings führt das auch dazu, dass man den Figuren nie so richtig nahe kommt. Sie wirken oft nicht lebendig, sondern als Stellvertreter, um die gesellschaftlichen/ethischen Fragen zu verhandeln.
Auch waren mir die Übergänge zwischen Abschnitten und manchmal sogar zwischen einzelnen Sätzen zu abrupt. Es wird ein Thema angerissen und ganz plötzlich geht es um etwas ganz anderes. Das wirkt unfertig und nicht ganz ausgefeilt.
Dennoch ein gutes Buch darüber, wie die Entscheidungen Einzelner über Generationen hinweg Nachwirkungen haben und welche unerwünschten Nebenwirkungen gut gemeinte Eingriffe in das Leben von Menschen haben.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

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Das Leben ist ungerecht
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Miriam Höller kannte ich vorher nicht, mich hat nur die Leseprobe überzeugt. Und so habe ich diese Person ganz unvoreingenommen kennen gelernt. Miriam erzählt von ihrer tragischen Lebensgeschichte, um ...

Miriam Höller kannte ich vorher nicht, mich hat nur die Leseprobe überzeugt. Und so habe ich diese Person ganz unvoreingenommen kennen gelernt. Miriam erzählt von ihrer tragischen Lebensgeschichte, um anderen Mut zu machen.
Gewungenermaßen setzt sie sich mit dem Tod und Weiterleben nach Verlust auseinander, als sie einen schweren Unfall hat, der ihre Karriere beendet ud kurz danach auch ihren Partner verliert.
Das ist teilweise sehr emotional und auch schwer zu verarbeiten, aber ich fand es gut, auch mal mit den Schattenseiten des Lebens konfrontriert zu werden. Die Autorin war immer überzeugt alles mit eisenem Willen, Mut und Disziplin schaffen zu können, aber gegen die Endlichkeit und Grausamkeit des Lebens kommt man nicht an.
Ich konnte einige Anregungen mitnehmen, auch wenn ich das sehr positive und motivierende manchmal etwas drüber fand. Auf jeden Fall eine Empfehlung und Hut ab vor der Kraft der Autorin ihre Geschichte zu teilen und anderen Mut zu geben.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Informativ, aber etwas zu wenig objektiv

Wallis Simpson
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Edward VIII und Wallis Simpson waren eines der royalen Skandalpaare. Die Abdankung Edwards wird vor allem darauf zurückgeführt, dass er die geschiedene Wallis Simpson heiraten wollte, was er als König ...

Edward VIII und Wallis Simpson waren eines der royalen Skandalpaare. Die Abdankung Edwards wird vor allem darauf zurückgeführt, dass er die geschiedene Wallis Simpson heiraten wollte, was er als König nicht gedurft hätte. Somit wurde Wallis ein Hassobjekt.

Ich kenne mich mit der neueren Geschichte europäischer Königshäuser sehr schlecht aus und beziehe mein Wissen vor allem aus „the Crown“, weswegen ich neugierig darauf war, die echte Wallis etwas näher kennen zu lernen.
Das Ziel habe ich mit diesem Buch erreichen können und auch einiges über Edward VIII gelernt. Mir persönlich war es aber etwas zu wenig objektiv und zu sensationslüstern. Das finde ich schade, denn ich war gerade deswegen an diesem Buch interessiert, weil ich mir belastbare historische Informationen zu den Skandalgeschichten gewünscht habe. Sicherlich sind Wallis und Edward eher spleenig (um es vorsichtig auszudrücken), aber das wird auch ohne gehässige Kommentare gut deutlich. Allgemein war mir die Sprache etwas zu salopp und modern für eine ernstzunehmende Biographie.
Man merkt aber auf jeden Fall, dass die Autorin viel recherchiert hat und kann so Einiges erfahren.
Hier hätte ich mir aber mehr Quellenangaben und Anmerkungen zu weiterführenden Informationen gewünscht. Was mir gut gefallen hat, ist die große Anzahl von Fotos.
Eine Empfehlung für an royaler Geschichte interessierte Leute, die sich an der saloppen Ausdrucksweise nicht stören.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Etwas überfrachtet

Am Himmel die Flüsse
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Der Aufbau dieses Romans ist ungewöhnlich.
Es gibt mehrere Handlungsstränge, das verbindende Element ist die Reise eines Wassertrop-fens. Es geht um den antiken Herrscher Assurbanipal, der in einer riesigen ...

Der Aufbau dieses Romans ist ungewöhnlich.
Es gibt mehrere Handlungsstränge, das verbindende Element ist die Reise eines Wassertrop-fens. Es geht um den antiken Herrscher Assurbanipal, der in einer riesigen Bibliothek Schriftta-feln in Keilschrift gesammelt hat. Dann um Arthur, der sich im London des 19. Jahrunderts von der Starße hochgearbeitet hat und im British Museum Keilschrift entschlüsselt.
Und auch um Narin, die in der Jetztzeit von Dschiadisten verschleppt wird. Dazu auch noch Za-leekhah, die in einer verzweifelten Situation Nen näherkommt.

Das alles ist mit sehr vielen dramatischen Ereignissen verwickelt und leider auch teilweise über-frachtet. IS-Terror, Depression, Völkermord, Fragen danach wem kulturelles Erbe gehört/gehören kann, Organhandel, die schwierige Lage Homosexueller, Völkermord… Das war mir ein bisschen zu viel.
Trotzdem habe ich es gern gelesen, ich mag einfach Shafaks Schreibweise und ihre Art eine Atmosphäre zu schaffen.