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Veröffentlicht am 16.10.2025

Auf Mons

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ein junges Ehepaar - Ines und Marco Winkler - haben sich in der Siedlung "Auf Mons" ihr erstes eigenes Haus gekauft und ziehen dort mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia und Hund James ein. Die Freude ...

Ein junges Ehepaar - Ines und Marco Winkler - haben sich in der Siedlung "Auf Mons" ihr erstes eigenes Haus gekauft und ziehen dort mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia und Hund James ein. Die Freude währt nur kurz. Schon in der ersten Nacht wacht Ines auf, weil sie glaubt, jemand in ihrem Schlafzimmer zu sehen und auch in dem noch unbewohnten Haus nebenan glaubt sie, jemanden rumgeistern zu sehen. Und dann findet man ausgerechnet dort die Leiche einer Frau. Als ob dieser eine Mord nicht genug wäre, passieren gleich in drei hintereinander folgenden Nächten weitere Morde. Auch Ines ist unter den Opfern und Emilia verschwindet spurlos ...

Die Prämisse klingt eigentlich vielversprechend, aber was Strobel daraus macht, ist eine absolute Katastrophe. Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Dass sich niemand in der Familie um das seltsame Verhalten des Hundes schert? Dass in dem eh recht kurzen Buch unfassbar viel Zeit verschwendet wird, immer und immer wieder dasselbe durchzukauen? Dass keine der auftretenden Charaktere irgendeine Art von ... Charakter hat? Dass die Polizei offensichtlich mordsunfähig ist und keine Hintergründe zu gar nichts recherchiert? Dass die Lösung und der Täter einfach mal so völlig unlogisch aus dem Hut gezaubert wird? Es gibt genau zwei positive Dinge, die ich hier erwähnen möchte: Erstens, der Sprecher. Der hat einen guten Job erledigt. Und zweitens: Die Idee, die Straßen der Siedlung nach Charakteren aus anderen Büchern des Autors zu benennen. Dass beides nicht mal das Verdienst des Autors sind, macht die Geschichte auch nicht besser. 1.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Trommelfeuer

Faebound
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Yeeran wurde soeben zur jüngsten Kommandantin ihres Elfenvolks ernannt, als sie einen Fehler begeht, der viele Soldaten ihrer Einheit das Leben kostet. Zur Strafe wird sie verbannt. Doch ihre Schwester ...

Yeeran wurde soeben zur jüngsten Kommandantin ihres Elfenvolks ernannt, als sie einen Fehler begeht, der viele Soldaten ihrer Einheit das Leben kostet. Zur Strafe wird sie verbannt. Doch ihre Schwester Lettle und ihr Stellvertreter Rayan lassen sie nicht allein und folgen ihr in die Verbannung. Als Yeeran in der Wildnis eine magische Kreatur tötet, werden sie gefangen genommen: von den Fae, die angeblich seit über tausend Jahren ausgestorben sind. Die Fae verschleppen sie in eine unterirdische Welt und obwohl sie Feinde sind, passieren so viele unglaublich forcierte Sachen, dass die drei Eilfen bald den Status von special snowflakes bei den Fae erringen.

Puh. Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Erst einmal: Dieses Buch ist für mich die Enttäuschung des Jahres. Das Cover, der Klappentext und die natürliche Verwendung von they/them sind die positiven Dinge, die ich hier finden konnte. Ansonsten passte für mich gar nichts. Fangen wir mit den Charakteren an. Yeeran - die jüngste Kommandantin der Elfen. Wie bitte ist sie das geworden? Ich würde ihr ja vorwerfen, sie hat sich hochgeschlafen - immerhin ist sie die Geliebte der obersten Elfenchefin - wenn es nicht so sexistisch klingen würde. Ich sag's mal so: An ihrem Intellekt kann es nicht gelegen haben. An ihrem strategischen Denken auch nicht. Wann immer es Wahlmöglichkeiten gab, entschied sich Yeeran für die dümmste aller Möglichkeiten. Aber schlimmer noch als Yeeran empfand ich Lettle. Angeblich ist sie 28, aber sie hatte keine einzige Szene, in der sie sich nicht wie eine pubertierende Göre von maximal 13 aufführte. Sie pflaumt Leute an, zickt in einer Tour rum und nervt so dermaßen, dass ich sie ständig irgendwo herunterschubsen wollte. Dass sie offensichtlich keine Mahlzeit ohne Fleisch aushielt, machte sie nicht sympathischer. Was Rayan in ihr gesehen hat, blieb mir bis zum Schluss rätselhaft. Rayan selbst ist die grünste Flag ever, außer natürlich, dass er irgendwie auf Lettle abfuhr.

Wie sieht's mit der Logik oder dem Worldbuilding aus? Keine Ahnung. Konnte davon nicht viel entdecken. Es gibt vier Elfenvölker, die sich bekriegen, weil man das eben so macht. Übrigens um irgendwelche Kristalle, die total wertvoll sind. Allerdings bringen die Kristalle einfach nur Licht und Wärme und es wäre ja noch logisch, wenn diese Welt im Dunkeln läge, aber dem ist nicht so. Die haben einfach mal Tag und Nacht und tagsüber scheint dort die Sonne. Wozu sie also diese Kristalle zum Anbauen von Pflanzen oder dem Gewinnen des Krieges brauchten, bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Autorin. Oder: Yeeran wird verbannt. Sie weiß, dass mal ein Verbannter sich in die Elfensociety zurückkaufen konnte, weil er seinem Boss ein riesiges Kristallvorkommen liefern konnte. Auf welche Idee kommt also Yeeran? Oh, da läuft eines dieser magischen Wesen, das töte ich und das Fell schenke ich meiner Geliebten, dann bin ich safe wieder aufgenommen. Übrigens derselben Geliebten, die ihr zuvor eine Trommel mit so einem magischen Fell geschenkt hat. Wozu sollte die noch ein magisches Fell brauchen? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Was in diesem Buch übrigens beiläufig getötet und als völlig legitime Beschäftigung angesehen wurde, ging gar nicht.

Let's talk about den komischen Schreibstil. "Sein Name kam ihr wie Nebelfetzen über die Lippen." (What?!) "Ihre Lippen juckten förmlich vor Verlangen, alles zu erfahren." (Klingt nach einem medizinischen Problem.) "Alle (Kleider) rochen leicht muffig, was ihr jedoch nicht auffiel." (Wenn es ihr nicht auffiel, wieso wird es dann erwähnt?) "Sie überkam nacktes Entsetzen, das sich mit langen Fingern einen Weg aus ihrer Kehle bahnte." (Häh?!) Es gibt übrigens aus "reinem Gold geschmiedete Säbel" (Ups, ich bin mit meiner weichen Metallwaffe irgendwo gegengeprallt, jetzt habe ich eine Riesenscharte darin!) und als zwei Gefangene sich im Gefängnis gerade näherkommen, klopft einer der Gefängniswärter, damit sie "abrupt auseinander weichen" können. (Welche Art von Knast ist das?)

Am Ende stellen sich zwei von drei gemeinsam in die Verbannung gegangenen Leuten als krasse Auserwählte dar, auch wenn es keine logische Begründung gibt, wie es dazu kommt. Oh, eines der magischen Wesen will jetzt eine Bindung mit mir eingehen - cool. Klar, stirbt einer von uns, erwischt es auch den anderen, aber ich habe ja sonst nicht viel zu tun. Ach, und übrigens: Ich habe gefühlt Millionen Geschwister des magischen Wesens getötet, aber was soll's. Kommt in den besten Familien vor. Und jemand anders entpuppt sich als noch auserwähltester Auserwählter - Zufälle gibt's, die hätte nicht mal Karl May geschrieben.

Zusammenfassend bleibt mir nur übrig zu konstatieren, dass ich mir hier den absoluten Jahresflop angetan habe, obwohl es sogar noch 1.5/5 Punkten erhält. Da ich jedoch hier sehr viel erwartet habe, ist die Enttäuschung umso größer.

Veröffentlicht am 22.02.2025

Libertatem

The Stars are Dying
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Alle hundert Jahre gibt es im Königreich einen Wettkampf, das Libertatem. Wer sein Land vertritt und gewinnt, der sorgt dafür, dass eben dieses Land im nächsten Jahrhundert nicht von Vampiren heimgesucht ...

Alle hundert Jahre gibt es im Königreich einen Wettkampf, das Libertatem. Wer sein Land vertritt und gewinnt, der sorgt dafür, dass eben dieses Land im nächsten Jahrhundert nicht von Vampiren heimgesucht wird. Astraea kann sich nicht an ihr Leben erinnern. Vor fünf Jahren wurde sie blutend von Hektor gefunden und gerettet und lebt seitdem verborgen in seinem Etablissement. Ihre einzige Freundin ist Cassia, die demnächst für ihr Land zum Libertatem antreten soll. Astraea begleitet sie - doch als Cassia getötet wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als selbst im Libertatem anzutreten. Dabei wird sie von dem geheimnisvollen Nyte unterstützt, den außer ihr niemand sehen kann, und anderen Leuten, die alle ihre eigene Agenda haben und mehr über Astraeas Vergangenheit zu wissen scheinen als sie selbst.

Die Idee dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt und auch die ersten hundert Seiten waren recht ansprechend. Doch plötzlich gab es einen Bruch. Wo anfangs noch ein roter Faden erkennbar war und das Ganze auch recht nachvollziehbar anmutete, wird die Geschichte plötzlich wirr, verlor den roten Faden und jegliche Logik. Astraea ist natürlich keine ausgebildete Kriegerin und das verlangte ja auch keiner - zumal ganz ehrlich, die "Prüfungen", die beim Libertatem drankamen, ließen den Verdacht aufkommen, dass jemand Hunger Games bei Wish bestellt hat. Aber was man verlangen kann, ist eine Entwicklung des Hauptcharakters, sprich Astraeas. Diese Frau jedoch zeichnete sich von Anfang bis zum Ende durch übertriebene Unfähigkeit aus. Seltsamerweise schien das niemanden zu stören, alle, die eh auf ihrer Seite waren, versicherten ihr immer wieder, dass sie alles für sie täten. Ich hatte das Gefühl, dass Astraea selbst beim Schuhebinden überfordert gewesen wäre (vielleicht wurden deshalb Schuhe mit Klettverschluss erfunden?). Sie wurde permanent von allen anderen gerettet, schwankte ständig zwischen "Hui, bin ich stark" und "Uh, das kann ich nicht". Ja, sie wurde von ihrem "Retter" kleingehalten und mit Tabletten ihre Fähigkeiten unterdrückt, aber das erklärte trotzdem nicht, warum sie sich so gar nicht weiterentwickelte.

Das Schlimme ist auch, dass sich die Geschichte las, als hätte die Autorin sämtliche gerade gehypten Bücher miteinander vermischt. Es gab keinerlei Überraschungen bei den Dingen, die irgendwie logisch waren - auch wenn diese Dinge immer seltener vorkamen. Was mich auch massiv gestört hat, war, dass Astraea lediglich einen verräterischen, toxischen und manipulativen Mistkerl (Hektor) gegen einen anderen (Nyte) ausgetauscht hat. Nyte sollte als der mysteriöse, morally grey Bookboyfriend rüberkommen, war aber einfach nur ein Ar... - ihr wisst schon. Diese furchtbare Abhängigkeit, die Astraea zu Nyte hatte, sollte als star crossed verkauft werden, ebenso das sinnlose Hin und Her aus "Liebe" und Hass, aber es waren einfach nur noch sinnlos aneinandergereihte Szenen, die für Irritierung selbst bei den wohlgesonnensten LeserInnen sorgten. Mir kam das Buch wirklich so vor, als wären lediglich die ersten paar Seiten lektoriert worden und ab da hätte man ein nicht überarbeitetes Manuskript verwendet. Ich bin einfach nur frustriert, weil das Buch so, so viel Potenzial gehabt hätte und so völlig gegen die Wand gesetzt wurde. 1.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 12.01.2025

Keine Sonne

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
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Vor fünfzig Jahren verschwand die Sonne und seitdem leben die Menschen im Dunkeln,. Jetzt gehen langsam die Vorräte zur Neige und der König lässt aus den Dörfern junge Männer rekrutieren, die von den Rittern ...

Vor fünfzig Jahren verschwand die Sonne und seitdem leben die Menschen im Dunkeln,. Jetzt gehen langsam die Vorräte zur Neige und der König lässt aus den Dörfern junge Männer rekrutieren, die von den Rittern im Kampf ausgebildet werden. Sie sollen in die verfluchten Lande reiten, die noch dunkler und schattiger sind als der Rest der Welt und dort Artefakte suchen, um die Sonnengöttin zurückzuholen. Als ihr kranker Bruder mitgenommen werden soll, macht die 18jährige Kiara mit einer Prügelei auf sich aufmerksam und wird als erste Frau überhaupt anstelle ihres Bruders mitgenommen, weil es der gefährliche, ganz in Schwarz gekleidete mysteriöse Kommandant so befiehlt. Doch der König, dem sie dienen, hat eine eigene Agenda, und bevor ihre Ausbildung überhaupt fertig ist, schickt er den Kommandanten, Ki und ein paar andere junge Männer los ...

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber das bestimmt nicht. Ein paar logische Erklärungen hätten mir schon gereicht. Ich meine, wenn die Sonne verschwindet, kühlt die Erde eklatant ab und nach fünfzig Jahren hat die so eine Durchschnittstemperatur von minus 200 Grad oder so? Frieren tut hier aber echt niemand. Und dass es ständig dunkel ist, kommt hier eigentlich auch nur selten zur Sprache und es stört auch niemanden. Und ich bezweifle, dass sich die Menschheit nach ein paar Jahrzehnten schon so angepasst hätte, dass weder Kälte noch ständige Dunkelheit jemanden juckt. Vor allem wird die Nahrung jetzt erst knapp? Wie bauen die überhaupt was an? Keine Sonne, keine Photosynthese, also auch keine nahrhaften Pflanzen, Getreide etc. Gibt's keine nahrhaften Pflanzen, sterben auch die meisten Tiere aus, dafür braucht's keine fünf Jahrzehnte. Aber warum erwarte ich eigentlich in Jugendbüchern noch Logik? Recherchieren ist für Anfänger. Nicht mal Reiten wurde recherchiert, sonst wüsste die Autorin, dass nicht permanent an den Zügeln gezerrt wird, um Pferde (wovon leben die eigentlich?) zum Stehen oder Wenden zu bringen.

Und da haben wir noch nicht mal über die Charaktere gesprochen. Dass Ki kämpfen kann, ist logisch, sie hat seit zehn Jahren Kampfunterricht erhalten. Aber sie braucht ansonsten nichts zu machen, lediglich stehen, existieren und atmen, und der Kommandant ist hin und weg von ihr. Er sollte sich auf Instagram anmelden, so insta war seine Love zu ihr. Aber auch die anderen aus ihrer "found family" umschwärmen das Mädel wie Bienen eine Blume. Was man ihr zugute halten kann: Sie begibt sich selbst in Lebensgefahr, um andere zu retten, von daher ist das noch irgendwie okay für mich. Womit ich überhaupt nicht okay bin: Dieser komische Kommandant.

Jeder kennt ihn, gefühlt seit 100 Jahren. Ich habe also mit einem Typen wenigstens um die dreißig gerechnet. Er ist der mega gefährliche, dunkle, mit krassem Helm bedeckte Typ, vor dem jeder Angst hat. Stellt sich raus, ist ein neunzehnjähriger Bengel, der statt Aknepickel Schlägernarben hat. Und er behandelt Ki die meiste Zeit gut, ist aber trotzdem kein guter Mensch, egal, wie oft Ki das behauptet. Er tötet in einer Tour für den miesen König, einmal hat er sogar einen Adligen eine Woche lang gefoltert, bis der endlich gestorben ist. Ist nicht so, als hätte der König irgendwas gegen ihn in der Hand: Wollte er, hätte er ihm den Stinkefinger zeigen und sich absetzen können. Hat er nicht gemacht. Ist aber ein so, so guter Mensch. Ob du Lack gesoffen hast, Ki, will ich wissen?

Dazu kommt, dass er schon mal in den verfluchten Landen war und weiß, was auf sie zukommt. Hat es aber nicht nötig, irgendwem irgendwas darüber mitzuteilen. Killerspinnen, die gerade einen seiner Männer fressen? Ach, stimmt. Die gab's letztens auch. Oder Nebel, der Hallus auslöst? Ach, wollte ich euch gerade sagen ...

Nicht zu vergessen die krassen Kampfszenen in den verfluchten Landen. Mal davon abgesehen, dass die anderen, die im Trupp waren, eh nur als Kanonenfutter dienten (aber wir sind ja so krass found family!): Wer bitte ruft mitten im Kampf den Namen des anderen und lenkt diesen damit ab? Ich sag's ja, die Autorin hat echt von vielen Dingen null Ahnung, sich aber auch nicht die Mühe gemacht, das in irgendeiner Form zu recherchieren. Schade eigentlich. Ich dachte, das könnte eine spannende Geschichte werden. Aber abgesehen von Kis Verhältnis zu ihrem Bruder und der Tatsache, dass der krasse Kommandantenbengel Ki meistens nett behandelt hat, gibt es hier nichts Positives zu vermelden. 1.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 20.07.2024

Moonfail

When The Moon Hatched
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Raeve ist die totale Badass-Assassinin einer Rebellengruppe, die sich gegen den König stellt. Sie killt so lässig, wie andere Leute Fliegen klatschen. Und sie lässt niemanden an sich heran, weil sie immer, ...

Raeve ist die totale Badass-Assassinin einer Rebellengruppe, die sich gegen den König stellt. Sie killt so lässig, wie andere Leute Fliegen klatschen. Und sie lässt niemanden an sich heran, weil sie immer, wenn sie jemanden mag, diese Leute verliert. Doch dann, als sie gefangen, gefoltert wird und am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ist, begegnet sie Kaan, dem Herrscher, den zu vernichten sie sich geschworen hat. Doch nicht alles ist, wie es scheint. Raeve ist gezwungen, ausgerechnet mit Kaan zusammenzuarbeiten, weil ... ja, wie soll man sonst forced proximity herstellen?

Puh. Ich sollte es langsam besser wissen. Wenn irgendwo Tiktok-Hype steht, Finger von lassen. Stattdessen habe ich sie mir an dem Buch verbrannt, was aber weder an den sinnlosen Drachen noch den ach-so-heißen Szenen lag. Wir haben hier ein ähnlich sinnloses Werk vorliegen wie es Fourth Wing verkörpert. Wirf einfach Drachen in einen Topf, Enemies-to-Lover und erzwungene Nähe, dann wird es gefeiert. Lass uns drüber hinwegsehen, dass das Worldbuilding wirklich absolut null Sinn ergibt mit den Drachen, die sich zusammenrollen, sterben, zum Himmel auffahren, zu Monden werden und ab und zu wieder zu Boden rumsen. Oder dass Raeve mal wieder eine special snowflake ist, die alles beherrscht, was diese Fantasywelt zu bieten hat. Unter anderem bietet sie einen Herrscher, der so gut riecht und einen so großen Kolben hat, dass sie sofort ihre Klinge wegwirft, mit der sie ihn eigentlich töten wollte und sich stattdessen von ihm mit seinem Kolben bearbeiten lassen möchte. Die emotionale Reife von Raeve passte auf einen (kleinen) Teelöffel, es gab immer wieder Andeutungen zu vergangenen Geschehnissen, deretwegen sie zu der großen Badass-Assassinin wurde, das geheime Geheimnis des geheimen Tagebuchs bekam man nicht nur mit einem Zaunpfahl, sondern einem ganzen Zaun um die Ohren gehauen.

Kaan, das Loveinterest, ist ... keine Ahnung. Er riecht gut, hat einen großen Kolben, mit dem er umgehen kann, und liebt Raeve, weil ... die Autorin es so möchte. Apropos Autorin. Was bitte ist das für ein Schreibstil? Da werden Wörter zusammengeschwurbelt, die poetisch klingen sollen, aber bei den geneigten LeserInnen Augenrollmuskelkater verursacht. Ich weiß gar nicht, was ich hier gelesen habe. Eine krude Mischung aus Sarah J. Maas, Rebecca Yarros und Fanfictiongeschreibsel, das bei mir jedenfalls nicht punkten konnte, zumal man die ganze Geschichte ohne Infoverlust locker in der Hälfte des Buches hätte unterbringen können. Fortsetzung? Nein, danke. 1.5/5 Punkten.