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Veröffentlicht am 06.04.2025

Spannender Seefahrerroman

Die Herren der See
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Zwei Männer, die miteinander eine Rechnung offen haben und ein erbitterter Seekrieg um die Vorherrschaft der Nordsee sind die treffende Zusammenfassung für diesen sehr interessanten historischen Roman. ...

Zwei Männer, die miteinander eine Rechnung offen haben und ein erbitterter Seekrieg um die Vorherrschaft der Nordsee sind die treffende Zusammenfassung für diesen sehr interessanten historischen Roman.

Der Roman spielt in Nordeuropa im Jahr 1471 und den Folgejahren und ist somit historisch sehr gut einordbar. Der junge Till Landers, ein junger Kaufmann aus Wismar ist in London Zeuge eines Aufstandes und muss fliehen. Er heuert bei dem berüchtigten Kaperfahrer Paul Beneke an, der Krieg gegen englische Schiffe führt. Landers begibt sich in ein Abenteuer und weiß nicht was ihn erwartet, denn es geht um mehr als um Politik. Eine spannende Reise durch Nordeuropa beginnt.

Till Landers ist ein interessanter Charakter, der von einem schüchternen jungen Mann zu einem selbstbewussten Menschen heranreift. Die harten Ereignisse auf See prägen ihn und er lernt stetig dazu. Paul Beneke ist ein sehr düsterer Charakter, der aber auf den dritten Blick durchaus Gefühle zeigen kann, auch wenn dies nicht offensichtlich wird. Die offenkundige Brutalität gepaart mit der Melancholie seiner Außenwirkung haben mir allerdings sehr imponiert. Der Danziger Bernt Pawest ist dagegen berechenbar was ihn aber nicht minder interessant macht.

Der Konflikt zwischen den beiden Alpha-Tieren ist der rote Faden der Story und das Ende der Handlung war überaus interessant. Der Schreibstil des Autors ist zeitgenössisch, gut beschreibend und sehr gut lesbar. Die Spannung ist gut temperiert und wechselt zwischen aktiven und ruhigeren Lesepassagen. Eine Karte der Handlungsorte rundet diesen sehr gut geschrieben Roman ab. Eine Buchsschiffsreise, die mich sehr gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Erbnachfolge Karls des Großen

Das Erbe der Karolinger
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Der Autor hat über die Erben Karls des Großen eine sehr spannende und interessante Geschichte in Romanform gegossen. In der Handlung geht es um den Sohn von Karl dem Großen, Ludwig, der drei Söhne hat. ...

Der Autor hat über die Erben Karls des Großen eine sehr spannende und interessante Geschichte in Romanform gegossen. In der Handlung geht es um den Sohn von Karl dem Großen, Ludwig, der drei Söhne hat. Er ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zu seinem “Mitkaiser” und versucht so sehr schnell einen Nachfolger zu etablieren. Mit der Zeit werden seine anderen beiden Söhne Pippin, sowie der “kleine Ludwig”, das Nesthäkchen, ebenfalls mit Aufgaben im Reich betraut. Doch der Frieden in der Familie wird gestört, als Irmgard, Ludwigs Frau, stirbt. Ludwig ist in tiefer Trauer und lernt über eine Brautschau, welche quer aus dem Reich an den Hof des Kaisers reist, die junge und interessante Judith kennen. Er ist gewillt diese zu heiraten und schafft damit Tatsachen, die das Machtgefüge der Familie erschüttern. Bald kommt es zu Streitigkeiten. Wird es Ludwig schaffen das Reich zu erhalten oder kommt es zum großen Bruch?

Ludwig ist ein eher friedsamer Kaiser, der versucht Konflikte über den diplomatischen Weg zu lösen. Militärische Auseinandersetzungen sind für ihn nur der letzte Ausweg. Sein Sohn Lothar ist der Antagonist in diesem Fall. Er empfindet seinen Vater als zu weich und harmlos, er möchte am liebsten immer mit dem Kopf durch die Wand. Er liebt das Militär und ist gewillt das Recht mit Schwert zu seinen Gunsten zu entscheiden. Diese gegensätzlichen Charaktereigenschaften sorgen für ein spezielles Verhältnis dieser beiden Protagonisten und dies sorgt während der gesamten Geschichte für sehr viele Spannungsmomente.

Auch die beiden Brüder sorgen mit ihrem wechselhaften Verhalten für viel Spannung und Wendungen in der Geschichte. Der Autor hat es geschafft diese familiären Spannungen immer wieder in die Handlung zu integrieren. Dabei ist es interessant das gerade die zwischenmenschlichen Problematiken, obwohl diese über 1000 Jahre zurückliegen auch heute noch durchaus aktuell sein können.

Der Schreibstil des Autors ist sehr detailliert und gut lesbar. Die Dialoge sind so geschrieben das man als lesende Person diese sehr gut auch in die heutige Zeit transportieren kann.

Die Spannung des Romans ist sehr gut und es kommt so zu einigen Wendungen in der Geschichte. Im Zentrum steht der familiäre Konflikt mit seinen politischen Folgen für das fränkische Reich. Ein Personenverzeichnis und eine Karte über das fränkische Reich von 817 bis 840 n. Christus sorgen für eine gute Orientierung und Information beim Lesen. Sehr detailliert und mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren hat mich dieser Roman sehr gut unterhalten. Wer historische Romane und sehr gut ausgearbeitete Charaktere liebt wird hier mehr als fündig werden.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Der Seeheld Englands

Admiral Nelson – Unter Englands Flagge
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Als sehr informativ, unterhaltend und mit viel Liebe zum Detail über die Schifffahrt habe ich diesen Roman genossen. In dem zweiten Band, der sich von der Zeit von 1797 bis 1805 erstreckt, geht es um erneute ...

Als sehr informativ, unterhaltend und mit viel Liebe zum Detail über die Schifffahrt habe ich diesen Roman genossen. In dem zweiten Band, der sich von der Zeit von 1797 bis 1805 erstreckt, geht es um erneute Bedrohung des vereinigten Königreiches durch das napoleonische Frankreich. Dabei hat Admiral Nelson nicht nur mit schweren Gefechten auf See, sondern auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Dieser Kampf um die große Liebe seines Lebens gestaltet sich nicht minder schwieriger als die großen Strategien gegenüber dem imperialistischen Napoleon. Lady Emma Hamilton die Ehefrau des britischen Botschafters von Neapel spielt dabei eine gewichtige Nebenrolle. Ihr Verhalten sorgt dafür, dass der doch sehr “führungsstarke” Admiral gerade im privaten doch teilweise sehr “handzahm” daherkommt. Horatio Nelson macht dabei auch eine Charakterwandlung durch, auch wenn er sein fast schon fürsorgliches Verhalten gegenüber der Besatzung seiner Schiffe meistens beibehält. Er wirkt aber etwas draufgängerischer als in Band 1, was man in einigen Passagen des Romans sehr gut erkennen kann.

Die Spannung ist auch in diesem Roman gut, aber nach meiner Auffassung mit etwas weniger Fortune als im ersten Band. Was sehr imponiert ist die detailreiche Beschreibung der Arbeit auf den Schiffen und den Verhaltensweisen der Mannschaft auf hoher See bzw. in einer Schlacht. Hier hat der Autor sehr detailliert recherchiert und man erhält als lesende Person einen guten Einblick in die damaligen Verhältnisse auf hoher See. Auch die Politik der damaligen Zeit wird sehr gut abgebildet. Der Schreibstil des Autors ist gut beschreibend und sehr gut lesbar. Ein Personenverzeichnis, ein Glossar und eine Bibliografie runden diesen Roman gut ab.

Das Fazit ist positiv. Sehr detailreich mit einer interessanten Nebengeschichte aus dem Privatlebens Horatio Nelsons versehen ist dieser Roman erneut ein Buch, was ich nur jedem empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Die unsichtbaren Kinder

Das Glaskind
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Stefanie Gregg hat wieder einmal einen sehr berührenden Roman geschrieben, der sich sehr intensiv mit Familiendynamiken auseinandersetzt.

Maya ist eine sehr bemerkenswerte Hauptfigur, mit der ich mich ...

Stefanie Gregg hat wieder einmal einen sehr berührenden Roman geschrieben, der sich sehr intensiv mit Familiendynamiken auseinandersetzt.

Maya ist eine sehr bemerkenswerte Hauptfigur, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Nur weiß ich nicht, ob ich dies alles so gekonnt hätte, wie sie es in dem Roman getan hat. Mayas Bruder ist anders, er ist Autist und für seine Eltern eine Belastung. Seine Mutter und sein Vater sind mit ihm überfordert, darüber geht auch die Ehe der beiden kaputt. Maya ist die Einzige, die Zugang zu ihrem Bruder hat. Als ihre Mutter einen Unfall hat, lässt sie in Hamburg, wo sie als Ärztin arbeitet, alles stehen und liegen, um zu ihrem Bruder zu fahren.

Zu Doris, der Mutter der drei Geschwister, konnte ich keine richtige Beziehung aufbauen, auch zu dem Vater Johannes. Dafür waren mir die drei Geschwister Maya, Tobi und Merlin sehr nah. Maya die Verantwortungsbewusste, Tobi der Autist und Merlin, der Junge der immer lacht.

Glaskinder: Kinder, die durchsichtig neben den Geschwistern sind, weil diese die volle Aufmerksamkeit der Familie einfordern, aufgrund von einer Behinderung, psychischen Erkrankung, Suchtprobleme oder anderen Faktoren, wie etwa, weil sie besonders frech, anstrengend sind oder ein Hobby haben, dem sich die gesamte Familie unterordnet, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese Geschwisterkinder, wie Maya übernehmen zu viel Verantwortung, als dass sie diese eigentlich leisten können. Eltern nehmen diese Hilfe als selbstverständlich an und schauen durch diese Kinder hindurch, ohne sie zu wertschätzen und sie wirklich wahrzunehmen.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr gut und leicht zu lesen. Der Roman zeichnet sich durch viele Rückblenden in die Kindheit der Geschwister aus. Jahreszahlen geben Orientierung, wo man sich befindet, in meinem Rezensionsexemplar von NetGalley fehlte diese Einteilung, was es mir teilweise etwas schwer machte.

Ebenso wird die Familiendynamik durch die diversen Dialoge gut dargestellt, was gleichzeitig zu einen hohem Lesetempo beiträgt. Ich bin regelrecht durch den Roman geflogen, was mir sehr gut gefallen hat und Spaß gemacht hat, trotz des recht ernsten Themas.

Vielen lieben Dank an Stefanie Gregg, dass Du den Glaskindern in jeglicher Form ein Denkmal gesetzt hast.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Spannende Entführungsserie

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Für mich war es der erste Fall von Anna Schneiders Grenzfall-Reihe und ich bin nun wahrlich keine überzeugte Krimileserin, aber diese Reihe werde ich definitiv weiterverfolgen. Denn dieser Krimi sorgt ...

Für mich war es der erste Fall von Anna Schneiders Grenzfall-Reihe und ich bin nun wahrlich keine überzeugte Krimileserin, aber diese Reihe werde ich definitiv weiterverfolgen. Denn dieser Krimi sorgt dafür, dass man den Atem anhält.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen einige verschwundene Personen, sowohl auf deutscher Seite als auch auf österreichischer Seite. Dem Leser bzw. der Leserin ist klar, dass dies kein Zufall sein kann. Dennoch tappt man sehr lange im Dunkeln, was das Motiv der Tat ist und was die Opfer miteinander verbindet.

Für mich persönlich herausragend ist zum einen die Charakterzeichnung der beiden Hauptermittler Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Sie ist 32 Jahre alt und bei der Kripo in Weilheim und er steht kurz vor seiner Pensionierung und arbeitet bei LKA Tirol. Am Ende von Band eins ist herausgekommen, dass sie Vater und Tochter sind, aber lange nichts von der Existenz des anderen wussten. Dies bringt noch einmal eine zusätzliche Dynamik in das Ermittlerduo.

Die Vermisstenfälle werden zu einem Mordfall und die Geschichte nimmt immer weiter an Fahrt auf, sodass man zum Ende hin den Roman nicht mehr aus der Hand legen will. Die letzten Seiten sind so fesselnd, dass man beim Lesen den Atem anhält. Ganz großes Kino, was den Spannungsbogen und den Aufbau des Romans angeht. Ein riesengroßes Kompliment an die Autorin.

Der Schreibstil von Anna Schneider ist flüssig und gut zu lesen. Durch die vielen Dialoge gibt es ein hohes Tempo im Roman. Die Beschreibungen sind wohl dosiert und tragen zu einem guten Gesamtbild ein, was ein stimmungsvolles Porträt der Lokalitäten zur Folge hat.

Ein äußerst spannender Kriminalroman mit zwei sympathischen Hauptermittlern. Für mich eine Krimireihe, die ich im Auge behalten werde

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