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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2020

Auf zu neuen Ufern

Zu wahr, um schön zu sein
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Zunächst haben mich bei diesem Buch die Gestaltung des Einbandes und auch dessen Haptik sehr angesprochen. Ein weiteres Plus ist zudem die nachhaltige Herstellung. Zusätzlich angesprochen hat mich aber ...


Zunächst haben mich bei diesem Buch die Gestaltung des Einbandes und auch dessen Haptik sehr angesprochen. Ein weiteres Plus ist zudem die nachhaltige Herstellung. Zusätzlich angesprochen hat mich aber natürlich der Name der Verfasserin, da ich Gabriella Engelmanns Romane immer sehr unterhaltsam fand.
Ihr neuestes Werk spielt in Hamburg, ein weiterer Pluspunkt, da ich die Stadt sehr mag, erst letzte Woche wieder besucht habe und dann auch wirklich einige Orte vorkamen, an denen ich mich auch erst aufgehalten habe. Ausreichend Lokalkolorit war also auf jeden Fall vorhanden.
Was die Protagonistin Caro angeht, war diese mir grundsätzlich sympathisch, ich konnte aber nicht all ihre Handlungen voll verstehen. Sie steht zu Beginn der Geschichte vor den Trümmern ihrer Ehe und auch finanziell nicht gerade auf sicheren Füßen und muss daher mit ihren 45 Jahren noch einmal in verschiedener Hinsicht neu beginnen. Das machen ihr ihr 15-jähriger Sohn Felix, ihr Ex-Mann und ihre esoterisch angehauchte Mutter nicht gerade leicht, während ihre Vermieterin, die Lotsenwitwe Hedwig und ihre beste Freundin Sylvia eine große Stütze sind. Sylvia und ihre online Partnervermittlung hätten für meinen Geschmack auch noch eine etwas größere Rolle für die Handlung spielen können und auch mancher Handlungsstrang wurde nicht ganz zu meiner Zufriedenheit aufgelöst. Dafür hätte ich auf die eine oder andere Nebenhandlung und Nebenfigur verzichten können. Außerdem hätte ich mir manchmal etwas mehr Realitätsbezug gewünscht, dass eine Erzieherin aktuell nur Absagen auf Bewerbungen bekommt, halte ich doch auch in Hamburg für sehr unrealistisch, ebenso die Tatsache, dass Felix sehr kurz hintereinander zweimal auf Klassenfahrt ist, aber auch noch ein paar andere Vorfälle erschienen mir zu übertrieben. Das ist aber nur ein kleiner Minuspunkt.
Insgesamt handelt es sich um einen sehr unterhaltsamen Roman, in dessen Mittelpunkt eine Frau steht, die sich neu finden und der zudem auch Lust darauf macht, bald wieder nach Hamburg zu fahren. Der Schreibstil von Gabriella Engelmann ist wie gewohnt anschaulich und angenehm zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.03.2020

Verrückt nach Büchern

Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist
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Bibliothekarin Nina verliert ihre Arbeitsstelle, weil ihre Bücherei in Birmingham Stellen streicht. Mehr oder weniger aus einer Laune heraus, kauft sie sich einen alten Bus, mit dem sie die aus den geschlossenen ...

Bibliothekarin Nina verliert ihre Arbeitsstelle, weil ihre Bücherei in Birmingham Stellen streicht. Mehr oder weniger aus einer Laune heraus, kauft sie sich einen alten Bus, mit dem sie die aus den geschlossenen Büchereifilialen geretteten Bücher in und um Birmingham herum verkaufen möchte. Da das aber dann doch nicht so leicht möglich ist, zieht sie alles in einem entlegenen Winkel Schottlands auf und findet dort eine Wohnung bei einem knurrigen, aber attraktiven Landwirt, zunächst erobert aber ein anderer Mann ihr Herz.

Ich war sofort neugierig auf das Buch, weil ich die anderen Romane von Jenny Colgan und die Orte, an denen diese spielten, bisher immer sehr geliebt habe. Diesmal blieb der Schauplatz, für meinen Geschmack, aber recht unscheinbar und die Geschichte hätte fast überall auf dem Land spielen können. Nina, die Protagonistin ist mir grundsätzlich sympathisch, nicht all ihre Handlungen kann ich aber voll nachvollziehen. Besonders am Anfang der Geschichte musste ich erstmal mit ihr warm werden. Etwas zu viel für meinen Geschmack waren die sehr detailliert beschriebenen Sexszenen und -phantasien, das war ich von Jenny Colgan bisher nicht so extrem gewöhnt.
Insgesamt ist es aber ein schöner Roman, keine anspruchsvolle Literatur, aber angenehm lesbar und Liebhaberinnen von Chick-Lit werden ihn sicher mögen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Erwartungen nicht voll erfüllt

Die Assistentin
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Wie viele andere Leser:innen/Hörer:innen auch, habe ich die beiden vorherigen Romane von Caroline Wahl sehr gemocht und war daher nun sehr gespannt auf ihr neuestes Werk.

Diesmal steht Charlotte im Mittelpunkt, ...

Wie viele andere Leser:innen/Hörer:innen auch, habe ich die beiden vorherigen Romane von Caroline Wahl sehr gemocht und war daher nun sehr gespannt auf ihr neuestes Werk.

Diesmal steht Charlotte im Mittelpunkt, die eigentlich lieber Musikerin wäre, aber dann doch etwas Bodenständigeres studiert hat, ihren Eltern zuliebe, und daher nun auch die Stelle als Assistentin eines Münchener Verlagschefs annimmt, nachdem sie mehrere Phasen eines Auswahlverfahrens gemeistert hat. Glücklich wird sie dann aber weder mit München als Stadt noch mit ihrer Wohnung und auch ihr Chef entpuppt sich immer mehr als narzisstisch und übergriffig, sodass er einen großen Verschleiß an Mitarbeiterinnen hat. Aber Charlotte beschließt, durchzuhalten.

Grundsätzlich handelt es sich meiner Meinung nach durchaus um eine realistische Ausgangssituation, dass man sich lange nicht traut, etwas gegen toxische Situationen im Berufsleben zu unternehmen oder gar zu kündigen, gerade wenn man es geschafft hat, in einer beliebten Branche unterzukommen. Caroline Wahl beschreibt auch nachvollziehbar, wie die Situation der Protagonistin einfach immer unerträglicher wird, ohne, dass es zu einem einzigen wirklich extremen Ereignis kommt. Nicht glücklich war ich diesmal aber mit der Erzählweise, es gab einfach zu viele Wiederholungen, die Vorwegnahmen nervten viel mehr, als dass sie zur Spannungssteigerung beitrugen und alles hätte gestraffter erzählt werden können. Auch blieb mein Verhältnis zur Protagonistin bis zum Schluss recht distanziert. Das lag einerseits an der Erzählperspektive und andererseits daran, dass sie mir zu unreif und unreflektiert für jemanden rüberkam, der ein Studium abgeschlossen und im Bewerbungsverfahren andere ausgestochen hat. Als Sprecherin des Hörbuches konnte mich die Autorin nicht überzeugen. Ich hoffe, das macht beim nächsten Roman wieder eine professionelle Hörbuchsprecherin. So fiel mir das Zuhören wirklich oft schwer, der Tonfall enthielt mir zu viel Selbstmitleid und die Betonung war sehr monoton.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Sommer ohne Idylle

Drei Wochen im August
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Das Cover und auch die Beschreibung des Buches haben mich neben anderen Aspekten auch doch etwas Urlaubsstimmung an der französischen Atlantikküste erwarten lassen. Dort ist Elena mit ihrem Sohn im Grundschulalter, ...

Das Cover und auch die Beschreibung des Buches haben mich neben anderen Aspekten auch doch etwas Urlaubsstimmung an der französischen Atlantikküste erwarten lassen. Dort ist Elena mit ihrem Sohn im Grundschulalter, der Teenager-Tochter samt deren Freundin (die sie in der psychiatrischen Klinik kennengelernt hat) und ihrer Nanny/Haushaltshilfe Eve im abgelegenen und doch recht in die Jahre gekommenen Ferienhaus, der im Sterben liegenden Ehefrau ihrer Chefin. Elenas Mann will später nachkommen, weil er (angeblich) zu viel Arbeit zuhause hat. Im Ferienhaus erwartet sie dann aber eine Art Verwalter, von dem sie nichts wussten und der sich seltsam verhält und auch Eve und die Kinder legen teilweise seltsame Verhaltensweisen an den Tag.

Was man der Autorin zugute halten kann, ist, dass es ihr sehr gut gelungen ist, eine eher diffus bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Von Anfang an liest es sich nicht nach entspannter Sommerstimmung, sondern sowohl die Schilderungen das Ferienhaus betreffend als auch das Verhalten der einzelnen Personen tragen zu einer anderen Stimmung bei. Allerdings wurde ich so auch nicht wirklich warm mit den einzelnen Charakteren, sondern es blieb eine große Distanz, wozu auch der teils recht knappe Schreibstil beitrug. Teilweise habe ich auch bis zum Schluss auf eine genauere Aufklärung der Hintergründe gewartet, ohne, dass es dazu noch kam.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Anders als gedacht

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Es handelt sich hierbei um den vierten Band einer isländischen Krimireihe und die Covergestaltung reiht sich perfekt passend zu den ersten drei Bänden ein. Das gewählte Bild passt gut zur einsamen isländischen ...

Es handelt sich hierbei um den vierten Band einer isländischen Krimireihe und die Covergestaltung reiht sich perfekt passend zu den ersten drei Bänden ein. Das gewählte Bild passt gut zur einsamen isländischen Landschaft, umgeben von Lava, in der diesmal alles spielt. Ich mochte die ersten drei Teile der Reihe sehr und habe mich daher schon sehr auf den neuen Band gefreut, insbesondere auch, weil ich wissen wollte, wie es mit Elma, der Kommissarin, nun weitergeht. Allerdings musste ich dann beim Lesen feststellen, dass es sich quasi um ein Prequel handelt, also die Vorgeschichte zum ersten Teil der Krimireihe.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Familientreffen des reichen isländischen Snæberg-Clans in einem futuristischen Hotel inmitten der Lavafelder Westislands im Herbst. Dabei brechen diverse Konflikte auf und unschöne Geheimnisse kommen ans Tageslicht und am Ende gibt es sogar eine Leiche.

Grundsätzlich fand ich die Handlung sehr spannend, wie man nach und nach immer mehr über die reiche Familie und deren Abgründe erfahren hat und auch der Schauplatz war reizvoll. Die Autorin hat die Atmosphäre im herbstlich rauhen Island wieder sehr gut eingefangen und der Lokalkolorit fehlt definitiv nicht. Aber für die Fortsetzung der Krimireihe hatte ich mir einen Fall erwartet, der in der Gegenwart spielt und an das, was im dritten Teil passiert ist, anknüpft. Was diese Geschichte angeht, hätte ich es passender gefunden, sie als Islandthriller unabhängig von der bisherigen Krimireihe zu veröffentlichen, zumal das Ermittler-Duo aus Akranes nur am Rand eine Rolle spielt und nicht wirklich viel zur Aufklärung beiträgt.

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