sieben Frauenköpfe - Wer sind diese Frauen?
James Pattersons und Maxine Paetros »Die 11. Stunde« aus der Women’s Murder Club-Serie habe ich erneut im englischen Original (11th hour) gelesen. Trotz der gut lesbaren deutschen Übersetzung schätze ich ...
James Pattersons und Maxine Paetros »Die 11. Stunde« aus der Women’s Murder Club-Serie habe ich erneut im englischen Original (11th hour) gelesen. Trotz der gut lesbaren deutschen Übersetzung schätze ich die Originalsprache dieser Bücher. Auf meinem Blog gibt es bereits einen eigenen Beitrag "Spannende Thriller-Reihe: Women’s Murder Club von Patterson" über die spannende Thriller-Reihe von Patterson mit den Protagonistinnen und den besprochenen Bänden.
In gewohnter Weise werden den Lesern zwei Kriminalfälle präsentiert. Dieses Mal werden sie aber nicht von verschiedenen Figuren im Personal gelöst, sondern Lindsay Boxer bittet den Chef darum, beide Fälle bearbeiten zu dürfen, denn sie üben jeder einen besonderen Reiz auf sie aus.
In einem Fall wurde ein Cop getötet, der undercover in einer Drogengang ermittelt. Als gleich darauf weitere Drogendealer mit derselben Waffe erschossen werden, bekommt der Täter den Beinamen „Der Rächer“ und Lindsay und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass es sich beim Täter um einen Kollegen handeln könnte, denn er scheint wesentliches INsiderwissen zu haben und die Tatwache stammt aus der Asservatenkammer.
Im anderen Fall werden in dem Anwesen eines großen und bekannten Hollywood-Stars die Totenschädel von sieben Frauen gefunden. Mit der Entdeckung des ersten Schädels startet der Roman übrigens. Die Körper bleiben allerdings verschwunden. Eine Hausdruchsuchung und auch das Umgraben im Garten bringen keinen Erfolg und das Team steht immer noch vor einem Rätsel. Aucvh ergibt sich keinerlei Hinweis auf ein Motiv. Zwar ist vor vielen Jahr die Ehefrau des Schaupielers verschwunden und er wurde kurzzeitig verdächtigt, aber dieses Verdächtigungen hatten sich später als haltlos erwiesen. Der Schauspieler hofft, dass seine Frau sich unter den jetzt aufgefunden Opfern befindet, nur damit er Gewissheit hat. Schließlich vermisst er sie immer noch.
Schließlich und endlich gibt es erneut Konflickte im privaten Umfeld des Personals, die für die Spannung im Hintergrund der Reihe sorgen. Lindsay Boxer bangt um ihren Ehemann.
Die Leser werden von den vielfältigen Erzählsträngen mitgerissen, und es können Vermutungen über potenzielle Verbindungen zwischen ihnen entstehen. Diese Dramaturgie kennen die Reihenleser bereits, während die rasch aufeinanderfolgenden kurzen Kapitel mit nur ein bis drei Seiten den Roman zu einem wahren Pageturner machen. Wirklich eine spannende Lektüre, die die Leser bis zur letzten Minute in »11th Hour« in Atem hält.
In diesem Thriller werden zwei unterschiedliche Sichtweisen genutzt, was ihn besonders faszinierend macht. Lindsay Boxer berichtet persönlich als Ich-Erzählerin über alle Geschehnisse um sie herum. Für die Szenen ohne Boxer, tritt ein allwissender Erzähler in der dritten Person auf. Beim Lesen ist es jedoch kaum bemerkbar, dass es zwei Perspektiven gibt. Nur wenn Boxer selbst erzählt, wird es etwas persönlicher. Diese Erzählweise ist normalerweise eher den Privatdetektiven in Krimis und Thrillern vorbehalten, während sie bei Polizisten von Autoren eher selten verwendet wird. Dieser spannende Thriller bietet somit eine einzigartige Sichtweise und hält den Leser bis zur letzten Minute gefesselt.
© Detlef Knut, Düsseldorf 2025