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Veröffentlicht am 05.03.2025

Ein wirklich großes Reisebuch

KUNTH Unterwegs in Bayern
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Bei den Vorbereitungen der nächsten Reise nach Bayern wird mir dieses Buch gute Dienste leisten. Es heißt im Untertitel nicht umsonst Das große Reisebuch! Da ich bereits einige Male in Bayern war, wenn ...

Bei den Vorbereitungen der nächsten Reise nach Bayern wird mir dieses Buch gute Dienste leisten. Es heißt im Untertitel nicht umsonst Das große Reisebuch! Da ich bereits einige Male in Bayern war, wenn auch immer nur kurz, habe ich zuerst mir bekannte Ort angesehen. So bekam ich ein Gefühl dafür, was den Autoren und Gestaltern besonders am Herzen liegt.
Als erstes Beispiel möchte ich hier Nürnberg herausgreifen, es liegt in der Region Nordbayern/Mittelfranken. Nach einer kleinen Einführung und versehen mit einem Stadtplanausschnitt kann man sich den kurzen und präzisen Erklärungen der Sehenswürdigkeiten widmen. Die kleinen Nummern helfen, schnell im Stadtplan den Standort zu finden. Anstatt die abschließende Doppelseite „Stadt der Reichsparteitage“ zu nennen, wäre „Stadt der Erinnerungskultur“ aus meiner Sicht zeitgemäßer.
Mit besonderer Freude habe ich den Teil Südbayern, mit München, gelesen und auch angeschaut. So viele wunderschöne Sehenswürdigkeiten, Naturwunder und Ausflugsziele hat wohl kaum eine Landschaft auf so kleinem Raum vereint. Es ist nicht übertrieben, München scheint wirklich die nördlichste Stadt Italiens zu sein. Man weiß kaum, wofür man sich entscheiden soll, natürlich muss man in den Englischen Garten gehen, und jede Kirche empfängt den Besucher mit Glanz und Übersinnlichem. Gerade hier im Münchener Abschnitt hätte ich mir ein Foto vom Inneren z. B. von St. Peter als Doppelseite gewünscht. Auf dem kleinen Foto auf S. 271 verschwinden die fantastischen Details leider völlig. Mein Liebling in München ist das Lenbachhaus, nicht nur, weil es ein so „pompöses Stadtschlösschen“ ist, sondern auch, weil sich dort meine Lieblingsmaler Münter und Kandinsky mit den Blauen Reitern ein Stelldichein geben. Mit der Doppelseite des wunderschönen Schlosses Nymphenburg endet dann schon fast der Reigen der Städte und Ziele.
Ohne einen einzigen Schritt vor die Tür bin ich stundenlang in Bayern unterwegs gewesen. Insgesamt hat mir dieser Ausflug wunderbar gefallen, ob Rothenburg oder Regensburg, ob Chiemsee oder Kochelsee, ob Obersalzberg oder Dachau, alles ist erwähnt. Mit besonderer Hingabe wurden wohl die Fotos rund ums „Schwäbische Meer“ ausgesucht, einfach zum Verlieben.
Zum Abschluss werden noch fünf verschiedene Routen präsentiert, die gut und gerne Jahresurlaube füllen könnten. Wer nicht so viel Zeit hat, kann sie natürlich auch teilen oder einfach etwas auslassen. Wobei die Entscheidung auch schwerfallen könnte. Gute Ideen werden jedenfalls auf jeder Seite präsentiert.
Auf Anschriften, Öffnungszeiten, Hotels, Internetadressen etc. wurde zu Gunsten der Fülle an Zielen verständlicherweise verzichtet. Einerseits ändert sich vieles schneller, als dass eine Nachauflage es berichtigen könnte. Andererseits ist jeder heute mit dem Internet schnell an der richtigen Stelle und findet gewünschte Auskünfte. Ein bisschen Arbeit muss man sich als Reisender eben dann doch machen, wenn man seinen Urlaub genau planen will. Ein hilfreicher Begleiter bei der Vorbereitung ist das Buch auf jeden Fall. Zum Mitnehmen ist es vielleicht für Leute mit Caravan oder SUV geeignet. Ich ziehe dann doch einen kleinen Reiseführer oder mein iPhone für die Handtasche vor.
Einige (auch kritische) Worte zur Gestaltung: Der Bundsteg ist recht eng bemessen, so dass bereits beim Inhaltsverzeichnis auf der linken Seite die Seitenzahlen kaum vollständig lesbar sind. Apropos Inhaltsverzeichnis: etwas ausführlicher hätte ich es mir gewünscht. München ist als einzige Stadt verzeichnet. Zu jeder Landschaft drei, vier Städte oder besondere Ziele würden es dem Nichtbayern (ich bin aus Norddeutschland, Geografieunterricht liegt weit zurück) etwas leichter machen bei der Orientierung auf den ersten Seiten.
Dank Fadenheftung lässt es sich gut aufklappen, ohne Seiten zu verlieren. Für ein fortlaufendes Lesen ist der Fließtext recht klein, die Überschriften und Vorspanntexte sind angenehm lesbar. Die doppelseitigen Ansichten von besonderen Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten lassen das Auge immer mal ausruhen. Die „Mehr entdecken“-Doppelseiten fallen durch ihre wuchtige Gestaltung etwas aus dem Rahmen. Ganz am Ende benötigt man für das Register dann doch noch eine Lupe oder zumindest eine starke Lesebrille. Dagegen ist die Ortslegende für den Reiseatlas ein wahrer Augenschmaus.
Der Einband ist biegsam, dadurch wird das Buch auch etwas leichter. Auf der Rückseite ist der Titel sehr ansprechend. Auf der Titelseite ist „Unterwegs in“ sehr schlecht lesbar, durch den halbtransparenten Druck verliert der Titel insgesamt die Aufmerksamkeit, die er eigentlich erreichen will. Das untere Foto mag bayerntypisch sein, lockt mich aber nicht so sehr.
Fazit: ein allumfassender Reiseratgeber für Bayern, kurze, präzise und angenehm zu lesende Texte, eine Fülle an Fotos, einige Stadtpläne, Routenpläne und ein Reiseatlas lassen kaum Wünsche offen. Ich glaube, nichts wurde vergessen in diesem Reisebuch! Beste Vorbereitung auf einen Urlaub – egal ob kurz oder lang.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Unterhaltsamer Ausflug

Eine Gardinenpredigt für das Arschgesicht
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Dieser unterhaltsame Ausflug in die Geschichte (der Redewendungen und der Menschheit) sei sehr empfohlen. Ich hatte viele Jahre Auszubildende, die mit vielen, unbedacht benutzten Redewendungen überhaupt ...

Dieser unterhaltsame Ausflug in die Geschichte (der Redewendungen und der Menschheit) sei sehr empfohlen. Ich hatte viele Jahre Auszubildende, die mit vielen, unbedacht benutzten Redewendungen überhaupt nichts anfangen konnte. Die Herkunft der Redewendungen zu wissen, das war ihnen auch nicht wichtig. In meinem Alter (ü70) ist das noch etwas anders, wir hatten Großeltern, Lehrer und andere ältere Bezugspersonen, die die Herkunft gleich mitlieferten, wenn man etwas nicht verstand. Das hat sich bei mir so sehr eingeprägt, dass ich nur wenig Neues und Überraschendes in diesem Büchlein fand. Aber eine gute Auffrischung war die Lektüre allemal. Der Beitrag z. B. zu den Rabeneltern geht weit über den bekannten Begriff hinaus, ich fand diesen und einige andere (Leseratte, Unter aller Kanone) wirklich amüsant und gleichzeitig lehrreich. Einzig „08/15“ hat mir in der Aufzählung tatsächlich gefehlt.
Der Autor benutzt eine fröhlich-ironische Umgangssprache und nimmt so dem Leser das Gefühl, er habe keine Ahnung.
Für den Autor habe ich noch eine Idee für die Nachauflage: „Bademantel“ sollte als umgangssprachliche Warnung vor der Polizei aufgeführt werden. Für Erklärungen dazu wenden Sie sich doch bitte an Don Alphonso von der WELT.
Mir hat das Buch Freude gemacht, ich kann es sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Liebe, Trauer, Verwicklungen, unerwartete Wendungen - beste Unterhaltung

Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen
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Dora Heldt hat mit ihrem neuen Familienroman ein Panorama gezeichnet, das dem Hörer dieses Hörbuchs lange in Erinnerung bleiben wird. Die geniale Sprecherin Vera Telz gibt in Die Familienangelegenheiten ...

Dora Heldt hat mit ihrem neuen Familienroman ein Panorama gezeichnet, das dem Hörer dieses Hörbuchs lange in Erinnerung bleiben wird. Die geniale Sprecherin Vera Telz gibt in Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen eine Paradeleistung, jede Figur im Familienverbund bekommt nicht nur Stimme, sondern auch Charakter verliehen. Allein die Vorstellung, dass eine KI-Stimme sie ersetzen würde, ist wirklich nicht erfreulich.
Das Hörbuch taucht ein in die Hamburger Reederfamilie Johansen und damit einen wahren Pool an unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Johanne Johansen ist "nur" die Nichte des Besitzers Friedrich, aber sie ist nicht nur titelgebend, sondern tatsächlich auch die Hauptperson. Um sie herum sind die anderen Akteure versammelt, ihre Cousine Luise, deren Ehemann Tilo-Alexander, Tochter Emma, Sohn bzw. Stiefsohn Hagen auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Hausangestellte und Freundin Edda, deren Tochter Paula und Enkeltochter Frieda. Im Zentrum der Machtspiele war einmal Friedrich Johansen, das Oberhaupt von Familie und Reederei, im Buch jedoch ist er bereits alt und krank, sein Schwiegersohn und der Enkel Hagen führen die Reederei, aber leider bergab.
Wie Johanne, die zu Beginn der Handlung gerade hocherhobenen Hauptes in Rente geht, sich dem Niedergang der Reederei entgegenstemmt, wer ihr dabei hilft, wer ihr Steine in den Weg legt, all das liest und hört sich überaus vergnüglich über rund 13 Stunden. Dass sich in diesen Stunden auch ein paar Längen verstecken, habe ich auf Grund der amüsanten Schreib- und Erzählweise gut weggesteckt.
Fazit: Wer einmal so richtig in den Familienangelegenheiten einer noch nicht ganz verarmten Hamburger Familien kramen möchte, ist hier genau richtig. Einfach gute Unterhaltung, mit Herz, Schmerz und sogar mit ein bisschen krimineller Energie.
Gute 4 Sterne

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Unerwartete Wendungen

NordOstAngst (Flensburg-Krimi)
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Nele Bruuns Serie der Küstenkrimis wird mit diesem schon sechsten Band fortgesetzt. Ich kenne bisher keine Bücher der Autorin und bin völlig unvoreingenommen und gespannt an dieses Buch gegangen.

Gewohnt ...

Nele Bruuns Serie der Küstenkrimis wird mit diesem schon sechsten Band fortgesetzt. Ich kenne bisher keine Bücher der Autorin und bin völlig unvoreingenommen und gespannt an dieses Buch gegangen.

Gewohnt norddeutsch geht es erst einmal los und ein eigentlich mit Renovierungsarbeiten am Theater Flensburg beauftragter Mitarbeiter schlägt völlig außer Kontrolle die Wand zu einem Hohlraum im Garderobentrakt ein. Sein Übermut bzw. Unmut wird gebremst, als er im Inneren eine skelettierte Leiche erblickt. Die offenbar in der Serie schon bekannten Kommissare Anne Anders und Hendryk Larsson übernehmen den Fall. Die Identifizierung des Skeletts ging mir ein bisschen zu schnell und mühelos, aber mit dem Ergebnis können die beiden ja gut arbeiten. Ein Cold Case, der nicht nur die Aufmerksamkeit der Kriminalpolizei auf sich zieht.

Dass dann nach 39 Jahren doch noch immer der Mörder sein Unwesen treibt, denkt man ja nach dem nicht so aufregenden Beginn tatsächlich nicht. Erst nach zwei weiteren Ermordeten lichtet sich der Nebel nach einem überraschenden Detail, das die Kommissare auf die richtige Spur bringt.

Der Krimi ist unterhaltsam und leichtgängig geschrieben, ein guter Regionalkrimi. Da auch Rückblicke auf vorherige Bände der Reihe eingeflochten werden, ist das ja ein Grund, einmal nach den ersten fünf Büchern Ausschau zu halten. Sehr dankbar bin ich der Autorin, dass sie mir gegenderte und geschlechtergerechte Sprache erspart hat. Dafür gab es dann ein rasantes Ende.

Ich beziehe mich hier auf das E-Book.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Der perfekte Wohlfühlort

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst
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Das kleine Buch hat mir gefallen, es hat mir einige verschüttete Gedanken hervorgeholt und es hat mich bestärkt in meinem Lebensmotto, aus jeder noch so unerfreulichen Situation das Beste herauszuholen. ...

Das kleine Buch hat mir gefallen, es hat mir einige verschüttete Gedanken hervorgeholt und es hat mich bestärkt in meinem Lebensmotto, aus jeder noch so unerfreulichen Situation das Beste herauszuholen. Mit 70 hat man per se schon jede Menge Reife, Tabula rasa muss es für mich nicht unbedingt sein.

Eine Frau beginnt, sich mit sich selbst und ihrem ersehnten Wohlfühlort zu beschäftigen. Die Suche nach diesem ist immer auch eine Suche nach sich selbst. Im Buch ist es der Weg des Ohrensessels, der nur über das Finden eines inneren Ruhepols im Leben dieser Frau den richtigen Platz findet.

Unterteilt in 12 Kapitel und 12 Fragen an sich selbst bzw. für den Leser, bringt das Buch eine Ruhe und Klarheit, die einem im wilden Alltag manchmal fehlt.

Ein Zitat aus diesem Buch, das genau meinen Nerv trifft: "Um die wirklich wichtigen Ziele zu erreichen brauchst Du Geduld und Durchhaltevermögen." Beides hatte ich mein Leben lang, meistens hat es geholfen.

Cover und Typografie sind sehr ansprechend, einzig die kleine Schrift war etwas herausfordernd. Die grüne Auszeichnungsfarbe und die kleinen Illustrationen sind emotionale Unterstützung und Hoffnung zugleich.

Fazit: Das Buch bringt nicht nur Ruhe in das Dasein der namenlosen Protagonistin, es hinterlässt auch ein wohliges und ruhiges Gefühl im mental gestärkten Leser.

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