Ein wirklich sehr bildhaft und packend geschriebener Roman über interessante Figuren im Paris nach dem 2. Weltkrieg. Die Menschen tragen ihre Bürden und die Geschehnisse des Krieges wirken noch nach. Dennoch ...
Ein wirklich sehr bildhaft und packend geschriebener Roman über interessante Figuren im Paris nach dem 2. Weltkrieg. Die Menschen tragen ihre Bürden und die Geschehnisse des Krieges wirken noch nach. Dennoch liegen Aufbruch und Lebensbejahung in der Luft. Die Charaktere, allen voran die Frauen, gefallen mir sehr gut. Ich folge ihnen gern. Das Buch ist aber nicht nur Liebesgeschichte, wie das Cover vermuten ließe, sondern gibt auch ein berührendes Bild der Geschehnisse im und nach dem Krieg. Schlimmste Verbrechen waren an der Tagesordnung. Am Ende findet sich alles und die verschiedenen Fäden werden gut zusammengeführt. Ein gut zu lesender Roman über Liebe, Leid, Hoffnung und natürlich über das wunderschöne Paris.
Von Anita Berber hatte ich schon gehört, aber keine wirkliche Kenntnis über ihr Leben. Das Buch von Steffen Schröder folgt dem Leben der Tänzerin und Schauspielerin von ihren jungen Jahren bis zu ihrer ...
Von Anita Berber hatte ich schon gehört, aber keine wirkliche Kenntnis über ihr Leben. Das Buch von Steffen Schröder folgt dem Leben der Tänzerin und Schauspielerin von ihren jungen Jahren bis zu ihrer Krankheit. In Rückblicken erfährt der Leser vom Aufstieg, dem wilden, ungezwungen und vor allem unangepassten Leben der jungen Frau im Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei geht der Autor auch auf dunkle Schatten ein. Das schwierige Verhältnis zur Mutter, die selbst Tänzerin war, ist vom Wunsch nach Anerkennung auf Anitas Seite und Neid auf der Seite ihrer Mutter geprägt. Der Schreibstil fängt den besonderen Zauber, aber auch das Elend dieser Zeit zwischen zwei Weltkriegen sehr gut ein. Dabei liest sich das Buch nicht leicht weg, das würde dem Thema und der beeindruckenden Frau auch nicht gerecht. Vielmehr muss ich immer wieder innehalten. Das rote, grelle Cover unterstreicht die Handlung sehr passend. Stärke, Macht, Liebe, Lust aber auch Blut, Tod und Leid. Ein Tanz auf der Rasierklinge.
Dieser kurze Roman erzählt die Geschichte zweier Cousinen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Marie lebt in Wien, ist verheiratet und lebt augenscheinlich ein ganz normales Leben. Doch hinter ...
Dieser kurze Roman erzählt die Geschichte zweier Cousinen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Marie lebt in Wien, ist verheiratet und lebt augenscheinlich ein ganz normales Leben. Doch hinter der Fassade sieht alles ganz anders aus, sie wird von ihrem Mann geschlagen und gedemütigt. Nach einem erneuten Streit flieht sie in die Tiroler Berge, wo ihre Cousine Johanna wie eine Einsiedlerin lebt. Dort ist sie aber nicht wirklich willkommen. Nach und nach entblättern sich alte Wunden, Geheimnisse und unterschiedlichste Lebensentwürfe. Dabei ist besonders der sehr bildhafte Schreibstil hervorzuheben, der jede Szene sehr eindringlich bor dem geistigen Auge entstehen lässt. Als Leserin fühle ich mich in die eindrucksvolle Bergwelt versetzt, fühle das klare, eiskalte Wasser des Brunnen, die schwere Arbeit und die saubere Luft. Ein Gewitter zwingt die Cousinen, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ein wirklich berührender und gleichzeitig auch beklemmender Roman vor toller Kulisse. Dennoch kann ich mich keiner der beiden Frauen wirklich annähern. Sie bleiben beide etwas auf Distanz. Das ist schade, mag aber vielleicht an den sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen liegen. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und es wird mir noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.
Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum ...
Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum stehen die Polizisten Liselott Benjamin und Martin Tong, die immer tiefer in eine atemlose Jagd nach einem Terroristen geraten. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet, ich kann mich gut hineinversetzen. Der Berater Jens Meidell ist eine Figur, an die ich mich erst herantasten muss und die ich, insbesondere zu Beginn, nur schwer einschätzen kann. Doch Seite um Seite zieht mich das Geschehen mehr in seinen Bann. Der Schreibstil ist packend und lässt den Leser nicht los. Das Cover gefällt mir weniger, ich finde es etwas nichtssagend. Auch den gelben Farbschnitt hätte ich nicht gebraucht, aber der Inhalt überzeugt mich und das zählt. Wirklich spannend und aufgrund seiner Aktualität umso nervenaufreibender.
Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf ...
Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf und verbringt die schönste Zeit des Jahres mit ihrer Cousine Theresa. Die Beziehung zwischen den beiden ist eng, aber meiner Meinung nach von Anfang an im Ungleichgewicht. Die lebensfrohe, mutige Theresa gibt den Ton an und die intelligente, zurückhaltende Marta stellt zu oft ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Als Martas Mutter die Familie verlässt, muss sie sich um ihren alkoholabhängigen Vater kümmern. Statt unbeschwerter Jugend hängt sie in ihrem Heimatdorf fest. Irgendwann bricht sie aus und reist nach Berlin zu ihrer Cousine. Dort verbringt sie eine aufwühlende Zeit mit Intellektuellen und jungen Denkern und die beiden jungen Frauen begegnen Konstantin, einem geheimnisvollen Schriftsteller. Er wird von nun an ihre Beziehung bestimmen. Beide Cousinen fühlen sich zu ihm hingezogen und schließlich ist es Theresa, die eine Beziehung mit ihm beginnt. Marta kehrt nach Budapest zurück und studiert. Doch die Gedanken an Konstantin lassen sie nicht los und die drei begegnen sich wieder. Was wie eine Liebesgeschichte klingt, ist aber nur zum Teil eine. Der andere Teil ist sehr viel Zeitcholorit und ein bewegender Blick in die Zeit des Sozialismus. Dennoch springt der Funke bei mir nicht über. Die Stimmung ist mir zu schwermütig, die Figuren teils zu extrem oder einfach nicht sympathisch. Selbst zu Marta kann ich keine wirklich Beziehung oder Nähe aufbauen. So beobachte ich das Geschehen interessiert, aber aus Distanz. Obwohl mir der Schreibstil gefällt, stören mich die Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Ich brauche immer etwas, um zuzuordnen wann und wo ich mich befinde und mich wieder einzulesen. Das schafft zusätzlich Distanz. Das ist etwas schade, aber alles in allem finde ich "Rückkehr nach Budapest" einen sehr gelungenen Roman über eine ereignisreiche Zeit.