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Veröffentlicht am 09.03.2026

Mütter-und-Töchter-Geschichte mit guten Ansätzen

Das gute Leben
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Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ...

Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ist. Nun ist sie ins Haus der Großmutter zurück gekehrt, das sie geerbt hat um dieses auszuräumen und zu verkaufen. Dabei wird in Rückblicken Annis Lebensgeschichte erzählt, die in jungen Jahren als Rumäniendeutsche schwanger zu ihrem Bruder nach Nürnberg kam und dort zu Wirtschaftswunderzeiten ihr Leben aufgebaut und ihre Tochter alleine groß gezogen hat. Nebenbei wird auch das Schicksal von Annis Mutter sowie ihrer Tochter und Enkelin beleuchtet, so dass vier Frauen als Mütter und Töchter im Mittelpunkt stehen.
Der Roman hat einige gute Ansätze und auch der geschichtliche Kontext hat mich angesprochen. Häufig kratzt die Geschichte aber nur an der Oberfläche und es fällt schwer, sich komplett in die Protagonistinnen hinein zu versetzen. Insgesamt hat das Buch daher nicht komplett meinen Geschmack getroffen und ist aus meiner Sicht nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Lesenswerter Gesellschaftsroman mit Längen

Real Americans
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Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, ...

Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, das vor Maos Kulturrevolution aus China in die USA geflohen ist, und ihrem Sohn schildert.
Die Handlung spielt im wesentlichen in den Jahren um die Jahrtausendwende, um die Zeit der Coronapandemie und im Jahr 2030, springt aber unter anderem auch zurück zu Maos Diktatur in China.
Der erste Abschnitt, der die junge Lily Chen dabei begleitet, wie sie nach ihrem Studienabschluss in New York Fuß fassen möchte, hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Lilys Gefühlswelt wird dabei sehr detailliert geschildert mit ihren Versuchen im knallharten Medienbusiness ebenso wie im gesellschaftlichen Leben ihren Platz zu finden. Man ist dabei mittendrin in Manhattans China Town rund um die Ereignisse des 11. September 2001 und erhält einen tiefen Einblick in das Leben asiatischer Einwanderer.
Der 2. Abschnitt stellt einen harten Bruch dar. Ich möchte hier für künftige Leser nicht zu viel vorwegnehmen. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem Lilys Sohn Nik knappe 20 Jahre später, während er die Schule abschließt, ein Studium beginnt und herauszufinden versucht wer er wirklich ist. Dies klingt zwar spannend, ist aus meiner Sicht jedoch an etlichen Stellen zu langatmig – man könnte auch sagen langweilig – geraten. Dieser Abschnitt hat mich am wenigsten angesprochen und ich musst mich teilweise durch die Kapitel quälen.
Interessanter wird es dann wieder im letzten Abschnitt, bei dem vor allem das Schicksal von Niks Großmutter und Lilys Mutter im Mittelpunkt steht und einige lose Fäden aus den vorigen Abschnitten zusammengeführt werden. Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber es geht um durchaus wichtige gesellschaftliche Themen und die Handlung regt zum Nachdenken an.
Unter dem Strich war es für mich ein lesenswerter Roman mit etlichen unterschiedlichen Facetten, der mich einerseits in großen Teilen angesprochen hat, aber vor allem wegen der Längen im zweiten Teil dennoch sein Potential nicht voll ausgeschöpft hat. Das Buch ist durchaus lesenswert, jedoch insgesamt nur gehobener Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Zuviel Action, nur phasenweise spannend – hat mich nicht komplett überzeugt

Kälter
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Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen ...

Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen zwei Buchdeckeln – nicht nur so rasant und spannend, sondern auch so maßlos übertrieben, wenn die Protagonistin sich wieder einmal gegen eine Übermacht an Gegenspielern durchsetzt. Dann wiederum plätschert die Erzählung ziemlich lange spannungsarm vor sich hin. Durch diese Kapitel habe ich mich teilweise gequält, nur weil ich halt doch wissen wollte, wie es dann irgendwann mit Luzys Rachefeldzug weitergeht.
Einige in die Handlung eingebettete historische Ereignisse, insbesondere die Tage rund um den Fall der Mauer in Berlin, sind sehr gut beschrieben und haben mich noch einmal in diese Zeit hinein versetzt. Verwirrend fand ich jedoch die Verknüpfung vieler fiktiver Ereignisse mit realen historischen Begebenheiten, insbesondere Anschläge der RAF und anderer Terroristengruppen. Hier musste ich teilweise googeln, was davon wirklich geschehen ist.
Unterm Strich fand ich das Buch nur phasenweise spannend, obwohl es andererseits etwas überfrachtet wirkt. Zu viele Leichen, zu viele Zufälle, zu viele schwer verständliche Verstrickungen der internationalen Geheimdienste. Zudem konnte ich mich mit Andreas Pflügers Schreibstil nicht so richtig anfreunden. Darum kann ich den Hype um seine Romane nicht unbedingt nachvollziehen und das Buch nur eingefleischten Fans actiongeladener Spionageromane empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Solider, spannender Krimi mit irgendwann vorhersehbarem Ende

Bittere Nacht
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Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kannte, bin ich sehr gut in die Handlung hinein gekommen und die häufigen Verweise und Anspielungen auf den vorigen Fall sind dennoch nachvollziehbar bzw. nicht ...

Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kannte, bin ich sehr gut in die Handlung hinein gekommen und die häufigen Verweise und Anspielungen auf den vorigen Fall sind dennoch nachvollziehbar bzw. nicht entscheidend. Die Ermittler waren mir von Beginn an sehr sympathisch und auch die Erzählweise und das Tempo empfand ich als sehr angenehm mit recht kurzen, prägnanten Kapiteln. Die Spannung nimmt rasch Fahrt auf und ich konnte das Buch zuerst kaum aus der Hand nehmen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Ungefähr nach zwei Dritteln hatte ich jedoch eine starke Vermutung wie alles zusammenhängt und ausgehen wird. Diese hat sich dann fast vollständig bewahrheitet, so dass mir am Ende ein wenig der Überraschungseffekt fehlte. Dennoch fand ich auch den letzten Teil irgendwie noch spannend, weil dort die zwischenmenschlichen Höhen und Tiefen zwischen den beiden Ermittlern Juha und Lux stark im Vordergrund stehen. Am Ende wurde dann sogar noch meine Lust und Neugier auf eine Fortsetzung geweckt.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Solider Kriminalroman, aber auch nichts besonderes

Enna Andersen und die dunklen Tage
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Zu Beginn fand ich die Handlung etwas zäh und es hat gedauert bis ich mit den Personen aus dem Ermittlerteam warm geworden bin (die Vorgängerromane kenne ich nicht). Dann wurde es jedoch zunehmend spannend, ...

Zu Beginn fand ich die Handlung etwas zäh und es hat gedauert bis ich mit den Personen aus dem Ermittlerteam warm geworden bin (die Vorgängerromane kenne ich nicht). Dann wurde es jedoch zunehmend spannend, obwohl manches ein wenig zu konstruiert wirkte. Mein erster Verdacht hat sich am Ende bestätigt, allerdings fand ich die Auflösung etwas zu überstürzt und hätte gerne etwas mehr zur Motivation der Täterin gelesen. Insgesamt ein solider Kriminalroman, aber auch nichts besonderes, das besonders aus dem riesigen Angebot an Kriminalromanen heraussticht.

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